Flexibilisierung der Kurzarbeit

So beantragen Sie Kurzarbeitergeld in Zeiten der Corona-Krise

1. September 2020

Kurz und knapp Was Sie jetzt wissen müssen

Informationen und Antworten zur Flexibilisierung von Kurzarbeit erhalten Sie auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.

Um Unternehmen in der Corona-Krise zu unterstützen, hat der Bund ein Maßnahmenpaket geschnürt. Ein Teil dieser Hilfsmaßnahmen ist die Flexibilisierung der Kurzarbeit: Dies vereinfacht für Sie den Antrag auf Kurzarbeitergeld, um Ihre Mitarbeiter vor einer Kündigung zu bewahren.

Kurzarbeit in Unternehmen

In vielen Betrieben kommt es aufgrund des Coronavirus zu erheblichen Arbeitsausfällen. Dies führt zum Beispiel zur vorrübergehenden Verringerung der Arbeitszeiten einiger oder aller Beschäftigter. Arbeitnehmer treten dann in die sogenannte Kurzarbeit, die dazu beitragen soll, die Liquidität Ihres Unternehmens zu schützen und Arbeitsplätze zu erhalten.

Um den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung Maßnahmen zur Flexibilisierung der Kurzarbeit beschlossen. Diese werden verlängert und sollen nun bis zum 31. Dezember 2021 gelten.

Vereinfachte Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für den Antrag auf Kurzarbeitergeld wurden vereinfacht und umfassen folgende Erleichterungen:

  • Sie haben nun Anspruch auf Kurzarbeitergeld, wenn mindestens zehn Prozent Ihrer Arbeitnehmer einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent haben. Vorher musste dies auf ein Drittel der Belegschaft zutreffen.
  • Die Agentur für Arbeit erstattet Ihnen die Sozialversicherungsbeiträge vollständig. Ab Juli 2021 bis Dezember 2021 wird allerdings nur noch die Hälfte erstattet. Sie können aber wieder 100 Prozent erreichen, wenn eine Qualifizierung während der Kurzarbeit erfolgt.
  • Leiharbeitnehmer können ebenfalls Kurzarbeitergeld beanspruchen.


Wenn Unternehmen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen nutzen, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden verzichtet.

So beantragen Sie Kurzarbeitergeld

Wenn Sie einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen möchten, müssen Sie dies den betroffenen Beschäftigten zuvor ankündigen. Sie benötigen dann entweder eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat oder müssen die Zustimmung aller betroffenen Mitarbeiter einholen. Achten Sie dabei darauf, eventuelle tarifliche Ansprüche wie Ankündigungsfristen einzuhalten. Im Anschluss beantragen Sie das Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit an Ihrem Betriebssitz.

Beschluss vom 22. April: Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Angesichts der schweren wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie hat der Koalitionsausschuss am 22. April 2020 eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Demnach erhalten kinderlose Beschäftigte, die während der Corona-Krise um mindestens 50 Prozent weniger arbeiten, ab dem vierten Bezugsmonat nicht mehr die bisherigen 60 Prozent, sondern 70 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts. Ab dem siebten Monat erhöht sich das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent. Beschäftigte mit Kindern profitieren ab dem vierten Monat des Bezugs von einer Erhöhung auf 77 Prozent. Ab dem siebten Monat beläuft sich die Erhöhung auf 87 Prozent.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesfinanzministerium.

Kurzarbeit bei geringfügiger Beschäftigung

Einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben nur versicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer, die bereits in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Für Mitarbeiter, die ihrer Beschäftigung in einem Minijob nachgehen, lässt sich keine Kurzarbeit beantragen.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch die zuständigen Behörden nicht ersetzen.