Freie Lehrstellen bleiben oft unbesetzt

Angebot und Nachfrage passen nicht zueinander

24. Mai 2017

Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre freien Lehrstellen zu besetzen. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage hat sich weiter zugunsten der Schulabgänger entwickelt. Für die Betriebe bleibt es dabei eine Herausforderung, ihre angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen.

Handwerk sucht Nachwuchs

Im Handwerk konnten im Jahr 2016 knapp zehn Prozent und damit rund 14.000 Lehrstellen nicht besetzt werden. Besonders betroffen sind Klein- und Kleinstbetriebe. Ausbildungsstellen bleiben teilweise über Jahre unbesetzt und fließen so immer wieder in die Statistik der nicht besetzten Lehrstellen ein. Ein anderer Aspekt bei der Beurteilung der Lage am Ausbildungsmarkt sind die neu abgeschlossenen Verträge nur eines Ausbildungsjahres. Hier ist es erfreulich, dass die Zahl der Neuverträge im Handwerk entgegen dem allgemeinen Trend schon im zweiten Jahr in Folge gestiegen ist.

Migranten können offengebliebene Stellen besetzen

Es besteht die Hoffnung, dass Flüchtlinge die Ausbildungslücke verkleinern. Betriebe setzen aber auch auf Migranten, die schon länger in Deutschland leben. Das Handwerk ist beim Thema Integration gut aufgestellt. Im Jahr 2016 befanden sich bereits knapp 4.600 junge Asylsuchende aus den acht häufigsten Herkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) in einer Ausbildung. Viele weitere tausend junge Menschen mit Bleibeperspektive befinden sich in Praktika, Berufsorientierungsmaßnahmen oder in Ausbildungsvorbereitungskursen. 

Unternehmen und Ausbildungssuchende kommen oft nicht zusammen

Nicht alle Jugendlichen können die gute Situation am Arbeitsmarkt nutzen. Das Angebot an Ausbildungsplätzen und die Nachfrage danach passen häufig nicht zusammen. Diese Passungsprobleme stellen eine Herausforderung für Wirtschaft und Schulen dar. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz werden dann von schulischen Übergangssystemen aufgefangen. Eine frühzeitige Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen soll mehr Jugendliche für eine duale Ausbildung begeistern und fit machen.

Weniger Ausbildungsverträge als im Vorjahr

Die demografische Entwicklung ist ein weiterer Grund für die steigende Zahl der offenen Ausbildungsplätze. Außerdem zieht es seit Jahren immer mehr junge Menschen an die Hochschulen. Sie wissen oft nicht, dass auch eine duale Ausbildung vielfältige Karrieremöglichkeiten bietet. Problematisch ist auch die erneut leicht gesunkene Ausbildungsbetriebsquote, die sich vor allem auf die Besetzungsschwierigkeiten von Klein- und Kleinstbetrieben zurückführen lässt. Im Jahr 2016 gab es im neunten Jahr in Folge zum Stichtag am 30. September einen Stellenüberhang.

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