Frühjahrsgutachten sagt Wachstum voraus

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken fordert mehr Investitionen

28. April 2015

Die führenden Wirtschaftsinstitute erwarten in ihrem Frühjahrsgutachten ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet ebenfalls mit einem Aufwärtstrend, bleibt in seiner Prognose jedoch vorsichtiger.

BVR rechnet mit moderatem Wachstum

"Deutschland kann in diesem Jahr seine Stärken ausspielen. Von der Erholung der europäischen Wirtschaft, der Abwertung des Eurowechselkurses und dem niedrigen Ölpreis profitieren exportstarke Länder wie Deutschland besonders", sagte BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin. Der BVR rechnet für das Jahr 2015 mit einem möglichen, preisbereinigten Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. Die Forschungsinstitute sagen sogar 2,1 Prozent voraus, nachdem die Institute vor einem halben Jahr noch von 1,2 Prozent ausgegangen sind.

Verkehrsprojekte und Bildungssektor finanziell stärken

"Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden stärkeren Wachstums entstehen der öffentlichen Hand mehr finanzielle Spielräume", so Martin weiter. Einer Faustformel zufolge führe jeder Prozentpunkt Wirtschaftswachstum mehr im Jahr zu zusätzlichen Steuereinnahmen von gut sechs Milliarden Euro. Die zusätzlichen Einnahmen sollten vorrangig dazu verwendet werden, den Investitionsstau im Verkehrs- und Bildungsbereich zu beseitigen. Martin weiter: "Die gute Konjunktur sollte genutzt werden, um die Wachstumsvoraussetzungen für die Zukunft zu stärken."

Staat soll mehr investieren

Martin erläutert, dass die Bundesregierung zwar bis 2018 eine Aufstockung der öffentlichen Investitionen um rund 15 Milliarden Euro beschlossen habe, dieses Volumen aber nicht ausreiche. Die Ausweitung der öffentlichen Investitionen sei am dringlichsten. Allerdings schlägt die Mehrheit der Forschungsinstitute eine Steuerreform vor, die vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen zugutekommen soll.

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