Beschäftigte profitieren vom Mindestlohn

Für viele Branchen und Arbeitnehmer gelten Ausnahmen

12. Juli 2016

Vier Monate nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns verdienen 1,9 Millionen Beschäftigte 8,50 Euro brutto je Arbeitsstunde. Eine Million verdient weniger. Vor der Einführung waren es noch vier Millionen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.

Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn

Eine Million Menschen erhalten einen geringeren Stundenlohn als 8,50 Euro. Zum Beispiel sind neu eingestellte Langzeitarbeitslose, Zeitungsausträger oder Journalistenschüler vom Mindestlohn ausgenommen. Auch Beschäftigte in einer Werkstatt für Behinderte und kurzfristig Beschäftigte wie Erntehelfer haben keinen Anspruch darauf. Zu der Million muss man noch Auszubildende, Praktikanten und Minderjährige dazuzählen, die nicht vom Gesetz betroffen sind. Zudem gilt es nicht für Selbstständige. Auch jemand, der auf Honorarbasis arbeitet, kann kein Mindesthonorar in Höhe des Mindestlohns verlangen.

Extreme Geringverdiener arbeiten mehr

Wer den Mindestlohn verdient, arbeitet im Durchschnitt weniger Stunden als jemand, der unterhalb des Mindestlohns bezahlt wird. Das heißt, jemand der sehr gering bezahlt wird, muss entsprechend länger arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Vollzeitbeschäftigte mit Mindestlohn arbeiten im Durchschnitt 36 Wochenstunden. Die Vollzeitbeschäftigten, die weniger als 8,50 Euro verdienen, arbeiten mehr als 40 Stunden.

Ostdeutsche und Frauen beziehen eher den Mindestlohn

Im April 2016 entfiel gut ein Viertel der Jobs mit Mindestlohn auf Ostdeutschland. Dies entsprach elf Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Ostdeutschland. In Westdeutschland betraf es nur vier Prozent aller Jobs. Frauen erbrachten gut 60 Prozent der Jobs mit Mindestlohn, Männer hingegen nur knapp 40 Prozent. Mehr als die Hälfte der Jobs mit Mindestlohn waren geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse, sogenannte Minijobs.

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