Chefs in sozialen Netzwerken

Kontakt zum Vorgesetzten unerwünscht

10. Dezember 2014

Die Mehrheit der Berufstätigen will mit dem eigenen Chef nicht in einem sozialen Netzwerk befreundet sein. Eine kluge Entscheidung, die auch Ärger ersparen kann.

Große Mehrheit will Privatsphäre

37 Prozent der Beschäftigten, die ein soziales Netzwerk nutzen, würden eine entsprechende Freundschafts- oder Kontaktanfrage ihres Chefs auf keinen Fall annehmen – 20 Prozent wahrscheinlich nicht. Demgegenüber sagen nur 9 Prozent, dass sie eine solche Anfrage auf jeden Fall bestätigen würden – 14 Prozent würden wahrscheinlich zustimmen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom.

Soziale Netzwerke haben unterschiedliche Zielgruppen

Ein emotionaler und empathischer Umgang mit den eigenen Mitarbeitern führt in sozialen Netzwerken meist nicht zur engen Bindung zwischen Führungskräften und Angestellten. Dazu Bitkom-Experte Tobias Arns: "Bei reinen Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn sieht das sicher anders aus als bei häufig eher privat genutzten Plattformen wie Facebook oder Google. Viele Menschen wollen einfach Persönliches und Berufliches im Web klar trennen".

Aufpassen beim Meckern

Vorsicht ist geboten, wenn Kritik an der Firma in sozialen Netzwerken gepostet wird. Ist der Vorgesetzte mit dem Angestellten "befreundet", dann kann der Arbeitgeber auch offiziell auf negative Postings reagieren, weil ihm Zugang dazu gewährt wurde. Das kann bei illoyalen Äußerungen bis zur Abmahnung oder gar Kündigung führen. Arbeitsrechtlich können diese Maßnahmen auch in Ordnung sein, wenn der Chef auf Facebook bei einem krank gemeldeten Mitarbeiter Fotos aus dem Schwimmbad oder der Kneipe sieht.

Argwöhnische Chefs könnten zudem so lange in den Online-Profilen ihrer Angestellten suchen, bis sie diskreditierende Fotos oder Anmerkungen finden. Doch meist ist die Freundschaftsanfrage des Chefs harmlos. Sie wollen ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen und über soziale Netzwerke die Chance zur lockeren und etwas persönlicheren Kommunikation nutzen.

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