Konjunktur

Die Geschäftslage bleibt stabil

17. November 2014

Die Mittelständler bewerten die aktuelle Geschäftslage zwar stabil positiv, das mittelständische Geschäftsklima insgesamt gibt aber wegen der deutlich trüberen Erwartungen zum siebten Mal in Folge nach. Das zeigt das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer für Oktober 2014.

Unsicherheit und Zweifel

Erstmals seit Dezember 2012 schätzen die mittelständischen Unternehmen in Deutschland die Entwicklung ihrer Geschäfte auf Halbjahressicht mehrheitlich pessimistisch ein. Damit beginnt das vierte Quartal stimmungsmäßig noch schlechter als das dritte endete. Die deutsche Wirtschaft steckt nach dem unerwarteten Rückgang der Wirtschaftsleistung im Frühjahr in einer sich zunehmend verfestigenden Schwächephase. Die Unternehmen sind verunsichert und halten sich wegen der enttäuschten Wachstumshoffnungen in Europa und der zahlreichen geopolitischen Risiken mit Investitionen zurück.

Großunternehmen: aktuelle Lage verschlechtert sich deutlich

Noch schlechter als im Mittelstand ist derzeit allerdings die Stimmung bei den Großunternehmen. Deren Erwartungsindikator war bereits im September in einer heftigen Abwärtskorrektur unter die Nulllinie gefallen. Während sich die Erwartungen der großen Firmen aktuell auf diesem unterdurchschnittlichen Niveau stabilisieren, folgen jetzt auch die Lageurteile dem Abwärtstrend und brechen im Oktober regelrecht ein: Sie verlieren 8,0 Zähler und erreichen nur noch 8,0 Saldenpunkte. Das Geschäftsklima der Großunternehmen liegt damit nur noch unwesentlich über dem langfristigen Durchschnitt.

Schwäche droht auf Binnenwirtschaft überzugreifen

Die konjunkturelle Schwäche droht allmählich auch auf die bisher verlässlichen Treiber der Binnennachfrage – Arbeitsmarkt und Konsum – überzugreifen. Erste Warnsignale sind der im Oktober besonders bei den großen Firmen ausgeprägte Rückgang der Beschäftigungserwartungen sowie die breite und deutliche Stimmungseintrübung im Einzelhandel. Diese Indikatoren erreichten zuletzt im Frühjahr 2013 schlechtere Werte.

Stagnation bis 2015

"Das enttäuschende Oktoberergebnis ist vor allem auf das schwierige internationale Umfeld zurückzuführen, das Exportunternehmen und Investitionsgüterhersteller bremst. Der erhoffte Schub bei den Investitionen deutscher Unternehmen verzögert sich angesichts der schwachen Nachfrage weiter", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. "Das schlechte Abschneiden der Einzelhandelsstimmung und der Beschäftigungspläne unterstreicht, dass Deutschland ohne Europa kein nachhaltiger Aufschwung gelingt. Wir rechnen mit einer Stagnation der deutschen und europäischen Wirtschaft, die sich bis ins neue Jahr hinziehen wird."

Aktuelle News

Ausbildungsplatz nicht besetzt

Der Trend zum Studium hält an. Um Ausbildungsbetrieben den Nachwuchs zu sichern, muss die Wirtschaft aktiv werden.

mehr

Große Familienfirmen stark im Export

Die wichtigsten Absatzmärkte liegen in Europa. China gerät ins Hintertreffen und die USA holen als Handelspartner auf.

mehr

Insolvenzentwicklung 2016

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sinkt 2016 weiter. Im Vergleich zum Vorjahr werden es voraussichtlich fünf Prozent weniger sein.

mehr