Wunscharbeitszeit von Arbeitnehmern

Erwerbstätige sind oft unfreiwillig unterbeschäftigt

03. Juli 2015

Ungefähr 3 Millionen Erwerbstätige würden gerne mehr arbeiten. Hingegen möchten nur knapp 1 Million ihre Wochenstunden reduzieren. Dies ist das Ergebnis einer Arbeitskräfteerhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Ungenutztes Arbeitspotenzial

Die Unterbeschäftigten wollen ihre Wochenarbeitszeit durchschnittlich um 11,3 Stunden erhöhen, die Überbeschäftigten wollen sie um durchschnittlich 11,1 Stunden verringern. Aus diesen Wünschen würden für das Jahr 2014 knapp 23 Millionen Wochenarbeitsstunden resultieren, die nicht abgeleistet wurden. Das entspräche rein rechnerisch 566.000 Vollzeitstellen von jeweils 40 Wochenstunden.

Viele Beschäftigte wünschen sich längere Arbeitszeiten

Von den befragten unterbeschäftigten Arbeitnehmern üben 1,6 Millionen eine Teilzeit- und 1,3 Millionen eine Vollzeittätigkeit aus. Unterbeschäftigte in Teilzeit wollen ihre Wochenarbeitszeit durchschnittlich um 15 Stunden erhöhen, Unterbeschäftigte in Vollzeit um weniger als die Hälfte davon. Besonders Männer in Vollzeit liebäugeln mit mehr Arbeit. Dagegen ist Unterbeschäftigung bei einer Teilzeittätigkeit eher eine Frauendomäne.

Bei Reduzierung werden Einbußen beim Einkommen akzeptiert

Den 2,9 Millionen Unterbeschäftigten standen knapp 1 Million Erwerbstätige gegenüber, die weniger arbeiten wollen. Diese Überbeschäftigten möchten ihre Arbeitszeit verringern und sind bereit, dafür ein entsprechend niedrigeres Gehalt hinzunehmen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Überbeschäftigten 2014 um 45.000 Personen erhöht.

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