Ausgerechnet Finnland

Warum die Menschen im hohen Norden so glücklich sind – ein Erklärungsversuch

Die Finnen gelten häufig als melancholisch und leicht verschroben. Doch glaubt man dem Weltglücksbericht 2017 der Vereinten Nationen sind sie das glücklichste Volk der Welt. Wie ist das möglich?

Natur, Alleinsein und Sauna als Glücksfaktoren

Im Land der Mitternachtssonne herrscht für etwa ein halbes Jahr Dunkelheit und Dämmerung. Aber dafür gibt es Natur pur. Rund 80 Prozent des Landes, das ungefähr so groß ist wie Deutschland, ist von Wäldern und Seen bedeckt. Kein Wunder, dass die Finnen viel Zeit an der frischen Luft verbringen – ob mit Schlittenfahrten durch zugeschneite Wälder, ausgiebigen Spaziergängen oder beim Freiluftbaden im Mitsommer.

Geringe Einwohnerdichte

Während sich in Deutschland durchschnittlich 231 Einwohner einen Quadratkilometer teilen, sind es in Finnland gerade mal 16. Daher wird auch das Alleinsein genossen. Im Gegensatz zum dänischen "Hygge", dem gemütlichen Beisammensein mit Freunden, frönen die Finnen auch manchmal dem "Kalsarikännit": dem zwanglosen Gefühl, gemütlich zu Hause zu entspannen – ohne den Druck, unbedingt ausgehen zu müssen. Alleinsein als Teil des Glücksgefühls. Aber auch die Sauna, welche die Finnen angeblich erfunden haben, gehört hier dazu. Das gepflegte Schwitzen ist fester Bestandteil der Kultur. Von den 5,5 Millionen Einwohnern sollen etwa drei Millionen eine eigene Sauna besitzen. Sogar das Parlament ist damit ausgestattet.

Vertrauen, Vorsorge und finanzielle Sicherheit

Und: Die Finnen scheinen in vielen Dingen einfach gelassener zu sein – was zum Teil wohl auch an ihrem großen Vertrauen in den Staat liegt. Für ein hohes Maß an sozialer Sicherheit und kostenloser Bildung sowie ein gut funktionierendes Gesundheitswesen akzeptieren sie sogar vergleichsweise hohe Steuern. Außerdem bereitet den Finnen ihre Altersvorsorge wenig Kopfzerbrechen. Denn der Staat trägt immer noch die Hauptfinanzierung der Renten und die Finnen scheuen sich nicht, ihre Ersparnisse in Wertpapieren anzulegen. In Sachen Wertpapierbesitz zählen sie in Europa zu den Spitzenreitern. Obwohl die finnische Wirtschaft gerade aus einem Tief kommt und viele zeitweise ihren Job verloren haben, geht es den meisten Menschen zwischen Helsinki und Oulu nicht wirklich schlecht.

Was können wir von den Finnen lernen?

Das Glück der Finnen hat also mehrere Ursachen, von denen sich einige auch auf Deutschland übertragen lassen. Zum Beispiel, wie wichtig es ist, einen guten Ausgleich zum Alltag zu finden. Oder auch, auf eine finanzielle Absicherung mit staatlicher Förderung zu bauen. Fördermöglichkeiten gibt es auch in Deutschland. Man muss nur genauer hinschauen: Zum Beispiel unterstützt der Staat seine Bürger mit der Arbeitnehmersparzulage beim Sparen, mit der Wohnungsbauprämie beim Bausparen oder mit der Riester-Förderung bei der privaten Altersvorsorge mit einem Riester-Vertrag, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist vor allem für junge Menschen eine Möglichkeit, ihre Rentenlücke zu schließen. Um in den Genuss der staatlichen Förderung zu kommen, müssen vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens in einen Riester-Vertrag eingezahlt werden. Dann gibt der Staat pro Jahr 175 Euro als Zulage dazu. Berufseinsteiger unter 25 Jahren dürfen sich zudem über einen Einmalbonus von 200 Euro freuen. Mit einem Fondssparplan können Riester-Anleger zusätzliche Chancen nutzen. Denn das Geld wird von erfahrenen Fondsmanagern am Kapitalmarkt angelegt. Die eigenen Einzahlungen und Zulagen sind zum Beginn der Auszahlphase garantiert.

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