Erfahrungen beim Schüleraustausch

Nina erzählt von den Herausforderungen ihres Auslandsaustauschs

Zehn Monate ohne die Eltern, ohne die Freunde, ohne die vertraute Umgebung – Nina findet, dass sie der Schüleraustausch erwachsener gemacht hat. Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen.

Ich war extrem aufgeregt

An dem Tag, bevor ich in die Staaten abgereist bin, war ich extrem aufgeregt. Ich konnte mir gar nicht ausmalen, was mich dort erwarten wird und habe mir tausend Fragen gestellt. Werde ich schnell Anschluss finden? Wie ist wohl meine Gastfamilie? Reicht mein Englisch, um in der Schule mitzukommen?

Mein Tipp: Hab keine Erwartungen!

Ich hatte schon ein paar kleine Erwartungen. Schließlich wollte ich, dass es das beste Jahr überhaupt wird. Aber mein Tipp an jeden ist: Hab‘ keine Erwartungen an dein Auslandsjahr! Am besten ist es, offen für alles zu sein, was auf einen zukommt. Ich glaube, das ist die eigentliche Herausforderung für jeden Austauschschüler: ins Unbekannte zu reisen, ohne jede Sicherheit, wie es wird – und dabei für alles Neue bereit zu sein und alles mit offenen Augen zu betrachten. Es ist nicht möglich, eine neue Kultur kennenzulernen und sich irgendwo anders zu integrieren, wenn man nicht bereit ist für Neues.

Ich bin offener geworden – und erwachsener.

Zum Glück musste ich diese Herausforderung nicht alleine durchstehen. Meine Gastfamilie hat mir eine große Last genommen, indem sie mich direkt in die Familie aufgenommen und ins Herz geschlossen hat und mir somit ein zweites Zuhause geschenkt hat. Sie hat mir dabei geholfen, mich einzuleben – und auch dabei, selbstständiger und erwachsener zu werden. Durch mein Auslandsjahr bin ich nicht nur offener für Neues geworden, sondern auch erwachsener.

Ich wollte mir beweisen, dass ich das auf die Reihe kriege.

Ich habe gelernt, viele Entscheidungen alleine zu treffen. Irgendwie wollte ich mir selber beweisen, dass ich Dinge auch 8.360 Kilometer weit von meiner gewohnten Umgebung entfernt auf die Reihe kriege. Deshalb habe ich meine Gasteltern nicht bei jedem Problem um Hilfe gefragt.

Das Tolle am Auslandsjahr sind die vielen neuen Eindrücke.

Nach einer Zeit wurde mir die Kleinstadt San Antonio sehr vertraut. Sie hat mir dabei geholfen, mich selbst zu finden. Ich hatte nicht mehr die typischen Einflüsse, die ich von daheim gewohnt war. In Texas konnte ich mich von neuen Menschen und einer neuen Kultur inspirieren und prägen lassen. Ich habe immer wieder neue Leute kennengelernt, mich immer wieder über neue Eindrücke gefreut, es wurde nie langweilig – das ist das Tolle und Aufregende am Auslandsjahr. Natürlich habe ich hin und wieder auch meine Freunde und Familie in Deutschland vermisst. Aber es war eher so, dass ich sie mir nach Texas gewünscht habe, als dass ich nach Hause wollte.

Ich würde das jedem Schüler empfehlen!

Ich würde wirklich jedem Schüler empfehlen, ein Auslandsjahr zu machen, einfach um aus seiner gewohnten Umgebung rauszukommen und Neues kennenzulernen. Ich bin sehr froh darüber, diese Entscheidung getroffen zu haben. Denn Erwachsenwerden ist ein langer, manchmal echt nerviger, aber eben auch sehr wichtiger Prozess. Schließlich beeinflusst das, was ich jetzt als Teenager erlebe, mein Zukunfts-Ich. Und ich will, dass mein Zukunfts-Ich offen und neugierig ist und mit neuen Situationen gut umgehen kann.

VR-Go Ausgabe 6/2015

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