Erfolgsfaktor Aussehen

Wer gut wirkt, macht leichter Karriere.

Wir fragten Styling-Coach Jasmin Leheta, wie man an einem attraktiven Auftritt feilen kann.

Frau Leheta, Sie sind in vielen Unternehmen unterwegs, kleinen wie großen. – Wie wichtig ist dort das Äußere?

Es ist erwiesen, dass ein ansprechendes Äußeres Menschen einen leichteren Zugang zu anderen finden und im Beruf erfolgreicher sein lässt. Man spricht hier vom sogenannten "Halo-Effekt": Ein einziges Merkmal einer Person reicht aus, um alle anderen zu überstrahlen. So werden einem attraktiven Menschen oftmals weitere gute Attribute zugesprochen. Dieser Attraktivitätsstereotyp führt dazu, dass attraktive Menschen in der Regel positiver behandelt werden, auf der Karriereleiter weiter nach oben klettern und höhere Gehälter haben.

Man sagt ja "Kleider machen Leute". – Stimmt dieser Spruch?

Definitiv. Als erste Information über einen Menschen haben wir erst einmal nur sein Äußeres. Innerhalb von drei Sekunden machen wir uns schon ein sehr umfassendes Bild von einem Menschen. Und das bleibt erst mal. Für den ersten Eindruck gibt es da keine zweite Chance – vor allem bei einem Bewerbungsgespräch. Kleidung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Sie kommuniziert nonverbal und sendet eine Botschaft aus – positiv wie negativ.

Gibt es eigentlich noch einen Dresscode im Berufsleben oder ist das eher ein Relikt der Old Economy?

Nach wie vor existieren ungeschriebene Regeln. So ist in konservativen Branchen oder bei Kundenkontakt allzu lässige Kleidung unangebracht. Aber abgesehen von Branchen, in denen eine Kleiderordnung vorgeschrieben ist, zum Beispiel in Kaufhäusern oder in der Gastronomie, gibt es keinen ausgesprochenen Dresscode mehr. Allerdings stelle ich fest, dass sich viele Leute aus einer Unsicherheit heraus anpassen und damit ihre eigene Persönlichkeit unterdrücken. Das finde ich schade.

Darf ich also bei der Kleiderwahl im Job meinem Typ treu bleiben?

Unbedingt! Man soll schließlich erkennbar bleiben und Hinweise darauf geben, wer man ist. Dann muss man sich auch nicht so viel verbal erklären. Individualität ist wichtig. Wenn man verhuscht ist und sich anpasst, wird man nicht in eine Leitungsfunktion kommen. Deshalb sollte man sich auch nicht "verkleiden". Im Zweifelsfall immer authentisch bleiben, aber bitte nicht in der Jogginghose ins Büro gehen. Zur privaten Kleidung gibt es immer auch ein Business-Synonym. Jemand, der gern in der Natur ist, kann gerne Elemente davon in seinen Job transportieren. Etwa indem er sich mit Tweed, Wolle oder in sportlichen Schuhen kleidet.

Bin ich das, was ich trage?

Absolut. Aber wenn ich bei meinen Kunden zu Hause in den Kleiderschrank schaue, stelle ich oft fest, dass dieser Mensch mehr ist, als das, was er im Beruf trägt. Oft gibt es da sogar zwei Kleiderschränke. Ich versuche dann, die beiden in Einklang mit der jeweiligen Persönlichkeit zu bringen – was zum Beispiel ihre Hobbys, Fähigkeiten, Leidenschaften und Befindlichkeiten sind. Die Kleidung fürs Privatleben und für den Job sollte aus einem Schrank kommen und beides miteinander vereinen.

Muss gute Kleidung teuer sein?

Gar nicht. Denn Markenkleidung, die schlecht sitzt und einem nicht steht, hat keinen positiven Effekt. Es ist nicht relevant, was man für Kleidung ausgibt, sondern was für eine Aussage sie hat. Das kann auch eine Vintage-Klamotte leisten.

VR-Future Ausgabe 3/2016

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Otis studiert in Köln und setzt sich im Projekt "Start with a Friend" ehrenamtlich für Geflüchtete ein.

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