Freundschaftsfilm jugend creativ

Zwei Jungs. Eine unglückliche Liebe. Echte Freundschaft.

Bastian hat mit seinem Freundschaftsfilm "Meerenge" den jugend-creativ-Schüler-Wettbewerb der Volksbanken und Raiffeisenbanken gewonnen.

Ein Kuss unter Freunden?

Paul sitzt auf einem Bahnsteig und wartet. Als Fritz kommt, steht er auf. Die beiden küssen sich. So fängt der Film an. Dieser Kuss ist allerdings nur die Wunschvorstellung von Paul. Thema des Wettbewerbs war "Traumbilder". Und Pauls Traum ist es, mit Fritz zusammen zu sein. Aber dieser Traum wird sich nicht erfüllen.

Erst Überwindung, dann Routine

Bastian spielt im Film die Rolle von Paul. Die erste Szene ist ihm nicht ganz leicht gefallen. "Der Kuss war schon erst mal eine Überwindung", gibt er zu. "Aber nach den ersten paar Drehversuchen war es dann eigentlich Routine."

Freundschaft in der Film-AG

Der Junge, den Bastian für den Film geküsst hat, ist Janik. Die beiden sind schon lange befreundet. Über das Filmen haben sie sich kennengelernt, und auch die drei anderen, die bei "Meerenge" noch dabei waren. Vor Jahren haben sie sich bei der Film-AG an ihrer Schule zum ersten Mal getroffen. Als die AG sich irgendwann aufgelöst hat, haben die Freunde sich privat getroffen und weiter Filme gemacht. Ein paar von ihnen wollen später auch beruflich zum Film. Bastian bewirbt sich bald an einer Filmhochschule.

Filmarbeit im Team

"Inzwischen haben wir schon so viele Filmprojekte zusammen gemacht, dass wir unsere Rollen gefunden haben“, erzählt Bastian. Produktion, Aufnahmeleitung, Regie, Kamera, Ton, Musik, Schnitt und das Schauspielern – jeder übernimmt mehrere Aufgaben. "Das ist richtige Gemeinschaftsarbeit", sagt Bastian. Und freut sich darüber, dass das so gut funktioniert. "Meerenge" ist an einem einzigen Wochenende, innerhalb von 48 Stunden entstanden.

Heiße Diskussion über das Filmthema

Die Idee und das Drehbuch haben sie zu fünft entwickelt. "Über das Thema haben wir am Anfang schon heiß diskutiert", erzählt Bastian. Ursprünglich sollte die Geschichte sich übrigens zwischen einem Jungen und einem Mädchen abspielen. Aber dann kam der Gedanke, das Thema Homosexualität mit reinzunehmen.

Wenn einer plötzlich mehr will ...

Warum? "Dass in einer Freundschaft einer plötzlich mehr will als der andere, das kann bei zwei Jungs genauso passieren wie bei einem Jungen und einem Mädchen. Aber da spielt dann noch ein ganz anderer gesellschaftlicher Druck mit rein. Dem hält Fritz nicht stand. Wir wollten zeigen, dass Homosexualität eben immer noch nicht ganz anerkannt ist. Und dass es viel Mut braucht, dazu zu stehen."

Kein Happy End

Ein Happy End bekommt der Film also nicht. "Das hätte auch gar nicht gepasst", findet Bastian. "Die Stimmung des ganzen Films ist eher melancholisch: die Bilder, die Musik, ..." Aber trotzdem: "So richtig traurig ist das Ende auch nicht." Pauls Wunsch wird zwar nicht erfüllt. Mit der Liebesbeziehung klappt es nicht. Aber die Freundschaft bleibt trotzdem bestehen. Und genau das ist für Bastian die Aussage des Films: "Echte Freundschaft hält so was aus. Sie nimmt viel in Kauf, sie übersteht Krisen und sie gibt sehr viel."

VR-Go Ausgabe 6/2014

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