Geschwisterprojekt

Zwei Brüder, eine Leidenschaft: die Kunst

Die Geschwister Lukas und Sebastian haben über den Wettbewerb "jugend creativ" die Kunst für sich entdeckt und gemeinsam eine Galerie gegründet.

Gemeinsame Interessen

Sebastian und Lukas sind Zwillinge. Sie sehen sich ähnlich. So ähnlich, dass sich die Freundin des einen früher schon mal aus Versehen an den anderen gekuschelt hat. Und sie sind sich auch sonst ähnlich. In der Schule haben sie zusammen viel Sport gemacht, für den Triathlon trainiert. Und durch einen tollen Kunstlehrer und den Schülerwettbewerb "jugend creativ" haben sie die Kunst für sich entdeckt.

Über "jugend creativ" an die Kunstakademie

In der 12. Klasse wurde Sebastian Bundessieger bei "jugend creativ", dem Internationalen Jugendwettbewerb der Volksbanken und Raiffeisenbanken, und durfte an einem Kunstseminar teilnehmen. Der Seminarleiter erzählte ihm von der Kunstakademie Karlsruhe. Dafür hat sich dann nicht nur Sebastian entschieden, sondern sein Bruder gleich mit. Sie landeten in der gleichen Klasse.

Die Zwillingsrakete

Ihr erstes gemeinsames Kunstprojekt: eine Rakete namens "Gemini". Davor reihten sie nach dem Arche-Noah-Prinzip alte Stofftiere auf – sie hatten von jeder Sorte zwei, weil die Verwandten den Zwillingsjungs jahrelang immer das gleiche Kuscheltier geschenkt hatten. Die gemeinsame künstlerische Arbeit machte ihnen viel Spaß: "Das war die Initialzündung für die weiteren gemeinsamen Projekte."

Eine eigene Galerie

Die eigene künstlerische Arbeit trat im Laufe des Studiums eher in den Hintergrund. Dafür schmiedeten die Brüder zusammen neue Pläne. Zwar war Lukas gegen Ende des Studiums zum Austausch in den USA und Sebastian in der Schweiz – aber das hielt sie nicht davon ab, eine gemeinsame Idee zu entwickeln: eine eigene Galerie für zeitgenössische Kunst. Ferenbalm-Gurbrü Station haben sie sie genannt. 

"Wir können uns heftig streiten"

"Wir haben alle wichtigen Galerie-Entscheidungen gemeinsam getroffen", sagt Sebastian. Streit gab es auch mal – "Wir können uns heftig streiten", das sagen alle beide – aber am Ende stand immer eine gemeinsame Lösung. Und das gute Gefühl: "Man hat einen starken Partner, auf den man sich verlassen kann und mit dem man gerne zusammenarbeitet."

Organisieren über Skype

Nach sieben Jahren mussten sie die Galerieräume aufgeben. Das Unternehmen gibt es aber immer noch. Die Brüder organisieren immer mal wieder Ausstellungen in anderen Räumen – auch wenn Lukas inzwischen in Mexiko ist und dort seine Doktorarbeit schreibt, während Sebastian in Karlsruhe Kunstwissenschaft unterrichtet. Über Skype planen sie, diskutieren, organisieren, streiten – und vertragen sich dann jedes Mal sehr schnell wieder. 

VR-Go Ausgabe 2/2015

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