Interview: jugend creativ

Der Vorsitzende der Bundesjury von jugend creativ erzählt, was ihn an den Wettbewerbsbeiträgen beeindruckt hat.

Das Thema des diesjährigen Internationalen Jugendwettbewerbs der Volksbanken Raiffeisenbanken jugend creativ war "Helden und Vorbilder". Professor Klaus-Ove Kahrmann ist Vorsitzender der Bundesjury von jugend creativ.

Als Jury-Vorsitzender müssen Sie es jetzt wissen: Wer sind die Helden der Jugend?

Wir hatten erst die Sorge, dass bei dem Thema viele Stereotypen bedient werden. Aber das ist überhaupt nicht geschehen. Die Jugendlichen haben sich ganz kritisch und sehr individuell mit dem Thema auseinandergesetzt. Vor allem übernahmen sie nicht einfach das, was ihnen in der Medienwelt begegnet, sondern reflektierten sehr differenziert darüber, was für sie Heldentum bedeutet und was vor allem das Schillernde, Zwiespältige an diesem Begriff ist. Das hat mich sehr beeindruckt.

Können Sie sich an einen Beitrag erinnern, der Ihnen besonders gefallen hat?

Der Kurzfilm "Life" von Laura Meredig ist mein Favorit. Wir haben hier einen Zeichentrickfilm mit der Aussage "Das Leben besteht nicht aus Klischees, jeder kann der Held seines eigenen Lebens werden" vor uns. Laura hat sich dabei auf ein Shakespeare-Zitat gestützt und den Text akustisch sehr gekonnt in die Filmhandlung eingewoben. Wenn jemand in diesem Alter schon so viel über die Gestaltungssprache des Films weiß und es obendrein versteht, das eigene zeichnerische Talent stetig weiterzuentwickeln und stilsicher als Ausdrucksmittel zu verwenden – toll!

Was bringt den Jugendlichen eine Teilnahme am Wettbewerb?

Sehr viel. Leider ist der Kunstunterricht an unseren Schulen oft randständig. Deshalb sind solche Angebote von außerhalb besonders wichtig. Die Schülerinnen und Schüler werden dadurch bestärkt, ihr Talent weiterzuentwickeln. Auf der Sommerakademie, an der sie als Bundessieger teilnehmen, bekommen sie fachliche Anleitungen und treffen Gleichgesinnte. Viele werden durch diese Erlebnisse dazu ermutigt, sich später an einer Kunsthochschule zu bewerben.

Verfolgen Sie die Lebensläufe der Teilnehmer weiter?

Daran haben wir großes Interesse – auch um etwas über die Langzeitwirkung des Wettbewerbs zu erfahren. Etliche Jugendliche sind mehrfach hintereinander Bundessieger und nehmen auch an der Akademie teil. Diese Fans kennen wir natürlich ganz genau. Wir haben immer auch ehemalige Preisträgerinnen und Preisträger in den Jurys. Wir verjüngen uns dadurch und bleiben so nahe an der Klientel, für die der Wettbewerb gedacht ist. Heute studieren viele der Preisträgerinnen und Preisträger Kunst und/oder Kunstpädagogik, sind freischaffende Designer, Künstler oder Galeristen geworden.

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