Finanzkrise

Darunter versteht man ein Marktversagen, das innerhalb einer kurzen Zeit zu einer starken und zeitlich nicht definierten Verschlechterung zentraler Finanzmarktindikatoren führt. Dazu können unter anderem zählen:

  • eine starke Veränderung des Zinsniveaus
  • stark fallende Aktienkurse; Preisverfall unter anderem bei Wertpapieren, Immobilien oder Rohstoffen
  • Insolvenzen oder schlechte Bonitätsbewertungen von Unternehmen, Banken, Staaten und Personen


Diese Verschlechterungen, die zunächst einzelwirtschaftlich oder lokal begrenzt auftreten können, können massive und andauernde realwirtschaftliche Folgen haben und sich darüber hinaus auf die Gesamtwirtschaft eines Landes oder eines Handelsraums ausweiten. Finanzkrisen können zu Vertrauensverlusten und damit zu schweren Liquiditätskrisen und sogar Zahlungsunfähigkeiten und Zusammenbrüchen von Unternehmen, Banken und auch ganzen Staaten (Staatsschuldenkrise) führen.

Wird die Finanzkrise von einer gravierenden Instabilität des Bankensystems ausgelöst oder begleitet, handelt es sich um eine Bankenkrise.

Ursachen von Finanzkrisen können mit konkreten Ereignissen außerhalb des Finanzmarkts verbunden sein. Hierzu zählen Faktoren wie ein fehlendes Risikobewusstsein und zu starkes Gewinnstreben einzelner Finanzmarktakteure, die zu überhöhten Preisen und zu einer Überhitzung des Marktes (Spekulationsblase) führen. Dies war zum Beispiel 2008 in den USA der Fall. Dort weitete sich die Immobilienkrise zuerst zu einer nationalen und in der Folge zu einer internationalen Finanz- und Bankenkrise aus.

Finanzkrisen sind jedoch kein neues Phänomen unserer Zeit, sondern traten in der Geschichte vieler Länder immer wieder auf. Eine der schlimmsten Finanzkrisen mit national wie international weitreichenden Folgen war der Schwarze Freitag im Jahr 1929.