Riester

Ist eine seit 2002 bestehende staatlich geförderte, private zusätzliche Altersvorsorge, die nach dem damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester benannt ist. Diese Art der Zusatzvorsorge ist freiwillig und kann in Anspruch genommen werden von:

  • Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Alterssicherung der Landwirte
  • Beamten, Richtern, Staatsanwälten, Soldaten
  • Ehegatten von Berechtigten, die sonst selbst nicht berechtigt wären, wenn sie einen Vertrag abschließen


Dagegen sind nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige sowie geringfügig Beschäftigte, die sich von ihrer Rentenversicherungspflicht befreien lassen, nicht berechtigt, eine Riester-Förderung zu erhalten. Förderfähige Anlageprodukte können insbesondere in folgenden Vertragsformen angeboten werden, nachdem sie von der staatlichen Zertifizierungsstelle auf die gesetzlichen Vertragsvorgaben geprüft worden sind:

  • Banksparplan
  • Fondssparplan
  • Bausparvertrag (Bausparen)
  • Rentenversicherung


Für Riester-Verträge gibt es staatliche Zuschüsse und Steuervorteile: Wer vier Prozent seines versicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens für die zusätzliche Eigenvorsorge aufwendet, erhält die volle Grundzulage von 154 Euro jährlich (Stand 2013). Weiterhin gibt es zusätzlich eine Kinderzulage je kindergeldberechtigtes Kind. Diese beträgt 185 Euro pro Kind für vor 2008 geborene Kinder und 300 Euro für später geborene Kinder (Stand 2013). Zur Berechnung der Mindesteigenbeiträge werden von den vier Prozent die Zulagen abgezogen.

Mindestens müssen jedoch 60 Euro jährlich eingezahlt werden. Maximal sind 2.100 Euro jährlich, abzüglich der Zulagen, förderfähig. Einzahlungen auf Riester-Verträge können zusätzlich in der Steuererklärung als Sonderausgaben angegeben werden. Im Fall von Arbeitslosigkeit sind die Verträge bis zum Ruhestand geschützt und müssen nicht aufgelöst werden. Seit 2008 kann mit dem sogenannten Wohnriester auch die Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie über zertifizierte Darlehensverträge steuerlich gefördert werden. Die Tilgungsbeiträge werden dabei wie Altersvorsorgebeiträge angerechnet.