Soziale Marktwirtschaft

Ist neben der freien Marktwirtschaft eine weitere idealtypische Variante einer marktwirtschaftlichen Ordnung. Ihr Hauptmerkmal ist die Verbindung des Systems der freien Marktwirtschaft mit der Idee der sozialen Gerechtigkeit: Dabei sind die Prinzipien des freien Marktes und des Wettbewerbs auch in einer sozialen Marktwirtschaft gültig. Lediglich an Stellen, an denen der freie Wettbewerb sozial unerwünschte Folgen nach sich ziehen würde, hat der Staat die Aufgabe, korrigierend und regulierend einzugreifen. Dies kann mit dem Prinzip „So viel Freiheit wie möglich und so viel Staat wie nötig“ umschrieben werden.

  • In der sozialen Marktwirtschaft ist der Staat verantwortlich:
    dafür zu sorgen, dass der Wettbewerb auf dem Markt funktioniert (Wettbewerbspolitik)
  • Beschäftigte und finanziell Schwache durch ein soziales Netz, beispielsweise durch Arbeitslosengeld, Erziehungsgeld oder eine gesetzliche Rente, abzusichern (Einkommens-, Vermögens- und Sozialpolitik)
  • Konjunkturschwankungen durch geldpolitische (Geldpolitik) Maßnahmen zu dämpfen (Konjunkturpolitik)
  • Aufgaben zu übernehmen, die über den Markt nicht oder nicht ausreichend angeboten werden (zum Beispiel Bildungs- oder Strukturpolitik)


Das Modell der sozialen Marktwirtschaft ist die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich durch Alfred Müller-Armack und Ludwig Erhard geprägt. Die Grundlage bildeten dabei die wirtschaftstheoretischen Vorstellungen des Neoliberalismus und des Ordoliberalismus, insbesondere der Ideen von Walter Eucken und der Freiburger Schule. Während Müller-Armack die Idee und den Begriff der sozialen Marktwirtschaft entwickelte, sorgte insbesondere Ludwig Erhard dafür, dass dieser Begriff Einzug in die Bundespolitik fand und die soziale Marktwirtschaft praktisch umgesetzt wurde.