Digitalisierung der Landwirtschaft

Zwanzig Prozent der Landwirtschaftsbetriebe nutzen Industrie 4.0

26. Juni 2015

Die Digitalisierung verändert die Landwirtschaft. Der Mähdrescher verteilt satellitengesteuert Düngemittel. Die Kuh verschickt eine SMS, wenn sie kalbt. Fast jeder fünfte Landwirtschaftsbetrieb nutzt laut Digitalverband Bitkom bereits datenbasierte Anwendungen.

Vernetzung von intelligenten Maschinen schreitet voran

Jedes elfte Unternehmen plant den Einsatz von Industrie-4.0-Anwendungen. Weitere 21 Prozent stehen ihnen positiv gegenüber, haben aber noch keine konkreten Pläne dazu. Der Begriff Industrie 4.0 umschreibt die heutige Produktionstechnik, bei der Maschinen und Produkte automatisch Informationen austauschen. "Wie andere Branchen wird auch die Landwirtschaft stark von der Digitalisierung profitieren", sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom. "IT-Lösungen können zum Beispiel helfen, die Ernte effizienter zu organisieren, Erträge zu steigern und Böden zu schonen."

Handy läutet die Geburt ein

Ein vernetzter Trecker ist mit GPS ausgestattet, so dass über Satellit das Feld ausgemessen wird. Die Software berechnet den Düngerbedarf und bringt ihn zentimetergenau aus. Ist er aufgebraucht, wird automatisch beim Großhändler neuer Dünger bestellt. Auch der Stall wird zur Hightech-Zone. So meldet sich die kalbende Kuh zum Beispiel über Mobilfunk. Der Bauer muss die trächtige Kuh nicht mehr nächtelang überwachen, sondern lässt sich pünktlich zur Geburt vom Handy wecken. Möglich machen das Funkchips am Halsband der Kuh, die die Bewegungen und die Temperatur aufzeichnen, auswerten und als Nachricht verschicken.

Innovative Bauern erheben und nutzen Daten

"Gerade kleine Betriebe haben sicherlich oft die Sorge, dass sie Investitionen in digitale Landmaschinen nicht stemmen können", so Dr. Rohleder. "Es gibt aber bereits viele Fälle, in denen Landwirte miteinander kooperieren, um sich beispielsweise einen Hightech-Traktor anzuschaffen und so die Chancen der Vernetzung zu nutzen." Die Vorteile der Digitalisierung liegen auf der Hand: Die Auswertung von Daten vereinfacht den Zugang zu den weltweiten Agrarmärkten, verbessert das Betriebsmanagement und nutzt die landwirtschaftlichen Ressourcen umweltverträglicher.

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