Kindergeld

Unterschiedliche Regelungen für minderjährige und volljährige Kinder

Kindergeld ist staatlich geregelt und kann bei der Familienkasse beantragt werden. Wir erklären, wann Eltern Kindergeld bekommen und wie der Kinderfreibetrag berechnet wird.

Wer kann Kindergeld beantragen?

Kindergeld erhalten die Eltern oder Erziehungsberechtigten. Letztere können zum Beispiel Adoptiveltern, Pflegeeltern oder auch Großeltern sein. Voraussetzung ist, dass die Erziehungsberechtigten einen Wohnsitz in Deutschland haben oder dort unbeschränkt steuerpflichtig sind. Nach dem Bundeskindergeldgesetz gelten für Ausländer und im Ausland lebende Deutsche besondere Regelungen. Das Kindergeld soll die Grundversorgung des Kindes sicherstellen. Es ist aber keine Sozialleistung, sondern eine steuerliche Ausgleichszahlung.

Kinderfreibetrag statt Kindergeld

Im deutschen Steuerrecht ist für Eltern ein bestimmter Geldbetrag steuerfrei: der Kinderfreibetrag. Im Laufe des Jahres erhalten sie jedoch zunächst das Kindergeld. Ob den Erziehungsberechtigten bei der Einkommensteuer der Kinderfreibetrag gewährt wird, ist vom Einkommen und der Steuerklasse abhängig und wird vom Finanzamt automatisch geprüft. Ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 33.500 Euro bei Alleinstehenden oder 63.500 Euro bei Verheirateten lohnt sich der Kinderfreibetrag. Das Kindergeld wird dann am Jahresende als Vorauszahlung auf den Kinderfreibetrag berücksichtigt und verrechnet.

Kindergeld für Minderjährige und Volljährige

Von der Geburt bis zum 18. Geburtstag eines Kindes erhalten die Erziehungsberechtigten uneingeschränkt Kindergeld. Für Volljährige bekommen sie bis zum 25. Geburtstag weiterhin Kindergeld, wenn ihr Kind

  • einen Freiwilligendienst leistet,
  • eine Behinderung hat,
  • zur Schule geht,
  • sich in der ersten Ausbildung oder im ersten Studium befindet,
  • arbeitssuchend (bis 21 Jahre) oder ausbildungssuchend ist
  • oder sich in der Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befindet.
     

Dazu sind Nachweise erforderlich. Auch bei einer zweiten Ausbildung oder einem Masterstudium des Kindes können Eltern weiterhin Kindergeld beziehen, wenn das Kind keine sogenannte schädliche Erwerbstätigkeit ausübt oder mehr als 20 Wochenstunden arbeitet.

Kindergeld während Praktikum oder Au-Pair-Jahr

Bei Praktika oder während einer Au-Pair-Zeit gelten spezielle Regeln. Eltern von Au-Pairs, die während ihres gesamten Aufenthalts mindestens zehn Stunden Sprachunterricht pro Woche haben, sind weiterhin kindergeldberechtigt. Bei einem Praktikum sollte das Kind Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben, die für einen angestrebten Beruf notwendig sind. Die Höhe der Praktikumsvergütung ist für den Kindergeldanspruch irrelevant.

Kindergeld beantragen

Das Kindergeld kann nicht von minderjährigen oder volljährigen Kindern selbst bezogen werden, sondern nur von den Eltern oder Erziehungsberechtigten. Sie müssen sich schriftlich bei der Familienkasse melden. Die Formulare erhalten Sie direkt dort oder online. Die Bearbeitung dauert vier bis sechs Wochen. Die Meldung muss jedoch nicht unmittelbar nach der Geburt eines Kindes erfolgen, denn das Kindergeld kann bis zu vier Jahre rückwirkend beantragt werden.

Wann sind die Auszahlungstermine für das Kindergeld?

Für das Kindergeld gibt es keine festen Auszahlungstermine. Entscheidend ist die Endziffer der Kindergeldnummer. Für die Ziffer 0 erfolgt die Überweisung am Anfang des Monats, Erziehungsberechtigte mit der Endziffer 9 erhalten das Kindergeld meist erst in der dritten Woche eines Monats. Die Termine variieren von Monat zu Monat. Wer die genauen Daten benötigt, kann auf dem Überweisungsplan nachschauen, den die Familienkasse jedes Jahr – auch online – bereitstellt.

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