Falschgeld erkennen

So unterscheiden Sie Original und Fälschung

4. Juni 2021

Falsche Scheine wirken auf den ersten Blick oft wie echte Banknoten. Zudem haben die wenigsten Privatpersonen Geräte zur Hand, mit denen sie Blüten identifizieren können. Doch anhand verschiedener Sicherheitsmerkmale können Sie Falschgeld auch ohne Hilfsmittel erkennen.

Neue Scheine mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen

Seit 2013 hat die Deutsche Bundesbank schrittweise Banknoten der sogenannten Europa-Serie eingeführt, die über verbesserte Sicherheitsmerkmale verfügen. Sie sollen das Falschgeldaufkommen verringern und zugleich die Falschgelderkennung erleichtern. Den Abschluss der Serie bilden die neuen 100- und 200-Euro-Scheine, die seit dem 28. Mai 2019 im Umlauf sind. Die Produktion des 500-Euro-Scheins wurde nach einem Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) Ende 2018 eingestellt. Noch im Umlauf befindliche 500-Euro-Scheine bleiben jedoch gesetzliches Zahlungsmittel und behalten dadurch ihre Gültigkeit.

Kriminelle berücksichtigen beim Fälschen meist nicht alle Sicherheitsmerkmale einer Banknote. Um solche Unregelmäßigkeiten besser erkennen zu können, kann der Vergleich mit anderen Geldscheinen hilfreich sein. Hierbei bietet es sich an, Scheine zu verwenden, die Sie an einem Bankautomaten gezogen haben. Denn Banken sind dazu verpflichtet, Geldscheine vor Ausgabe auf Echtheit zu überprüfen. Fälschungen können Sie anhand verschiedener Merkmale erkennen. Die Bundesbank empfiehlt für eine Echtheitsprüfung den Test "Fühlen, Sehen, Kippen".

Schnelltest: Fühlen

Falschgeld verrät sich oft schon durch das verwendete Papier: Echte Scheine bestehen aus Baumwolle und fühlen sich daher meist fester und griffiger an als nachgemachte Exemplare. Dank spezieller Drucktechniken der Bundesbank können Sie die Originale auch anhand fühlbarer Reliefs erkennen. So fühlt sich der Aufdruck von Hauptmotiv, großer Wertzahl und Schrift in der Regel etwas dicker an als bei Geldfälschungen. Die Europa-Serie ist zudem am linken und rechten Rand mit leicht hervorgehobenen Linien versehen, die Sie ertasten können.

Schnelltest: Sehen

Falschgeld lässt sich auch anhand visueller Merkmale identifizieren. Wenn Sie einen Geldschein der Europa-Serie gegen das Licht halten, sollten Sie ein Portraitfenster und ein Wasserzeichen ausmachen können. Die erste Serie der Euro-Banknoten ist mit ähnlichen Merkmalen versehen. Sie verfügt über ein Motiv-Wasserzeichen und ein sogenanntes Durchsichtsregister, welches aus unvollständigen Mustern auf der Vorder- und Rückseite besteht. Diese Muster ergeben zusammen eine Zahl, welche erkennbar wird, wenn Sie den Geldschein gegen das Licht halten.

Schnelltest: Kippen

Beim Kippen jeder Banknote können Sie auf der Vorderseite rechts ein Hologramm und auf der Rückseite einen Glanzstreifen erkennen, auf dem je nach Blickwinkel das Euro-Symbol oder die Wertzahl abgebildet ist. Die 50- bis 500-Euro-Scheine weichen davon leicht ab, denn sie zeigen je nach Betrachtungswinkel die Wertzahl oder ein Tor beziehungsweise Fenster. Die Banknoten der Europa-Serie hingegen tragen als Hologramm alle das Euro-Symbol, das jeweilige Architekturmotiv und mehrfach die Wertzahl. Anders als bei der ersten Serie können Sie hier auf der Vorderseite auch die sogenannte Smaragdzahl erkennen, die ihre Farbe je nach Lichteinfall ändert. Wenden Sie eine 20-, 50-, 100- oder 200-Euro-Banknote, erscheint auf der Rückseite des Portraitfensters mehrfach die regenbogenfarbene Wertzahl des Scheins.

Meldepflicht für Falschgeld

Am häufigsten sind 20- und 50-Euro-Scheine im Umlauf. Aus diesem Grund gibt es davon besonders viele Plagiate. Wenn Sie bei einer Banknote nicht sicher sind, ob es sich um eine Fälschung handelt, können Sie sich an Ihre Hausbank wenden. Für Falschgeld besteht eine Meldepflicht: Bei einer eindeutigen Fälschung müssen Sie das Geld an die Polizei übergeben, die die Blüten unter anderem zur Beweissicherung benötigt. Bei verdächtigen Scheinen müssen Sie die Deutsche Bundesbank informieren. Ansprechpartner hierfür sind die Filialen oder die Falschgeldstelle der Bundesbank. Für die eingereichten Scheine erhalten Sie keine Erstattung. Bei einem Verstoß machen Sie sich jedoch unter Umständen strafbar.

Die Volksbanken Raiffeisenbanken helfen Ihnen gerne weiter.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch die für diese Themen zuständigen Behörden oder einen Berater bei Ihrer Bank nicht ersetzen.