Ein Derivat ist ein Finanzprodukt, dessen Wert vom Wert einer anderen Bezugsgröße abhängt. Diese Bezugsgröße heißt Basiswert. Als Basiswert kommen zum Beispiel Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen oder Zinssätze infrage.
Mit Derivaten spekulieren Anlegerinnen und Anleger auf bestimmte Marktentwicklungen und damit auf höhere Rendite oder sichern bestehende Anlagen ab.
Für Privatanlegerinnen und Privatanleger spielen vor allem Derivat-Wertpapiere wie Optionsscheine und Hebelprodukte eine Rolle.
Ein Derivat ist ein Finanzprodukt, dessen Wert vom Wert einer anderen Bezugsgröße abhängt. Diese Bezugsgröße heißt Basiswert. Als Basiswert kommen zum Beispiel Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen oder Zinssätze infrage.
Ein Derivat kann nicht nur die Entwicklung von Aktien abbilden, sondern auch auf Werten von Wechselkursen, Rohstoffen, landwirtschaftlichen Gütern, Wertpapieren oder auf Indizes wie dem DAX beruhen. Diese Werte bilden den sogenannten Basiswert des Derivats. Anlegerinnen und Anleger schätzen die künftige Entwicklung des Basiswerts ein und wählen entsprechend ihrer Markterwartung ein Derivat aus. Je nach Produkt profitieren sie von steigenden oder fallenden Kursen, ohne den Basiswert selbst zu erwerben. Entwickelt sich der Markt entgegen ihrer Erwartung, drohen Verluste.
Dessen Wert wächst, stagniert oder sinkt, je nachdem, ob die Kurse des Basiswerts steigen, stagnieren oder fallen – ohne dass die Anlegerin oder der Anleger das Basisprodukt selbst kaufen muss. So kann die Anlegerin oder der Anleger je nach Anlageform sogar bei leicht fallenden oder stagnierenden Kursen des Basiswerts Gewinn machen. Denn ein Derivat bildet die Wertentwicklung seines Basiswerts nach bestimmten, vorab festgelegten Bedingungen ab. Je nach Produkt setzen die Anlegerinnen und Anleger beispielsweise auf steigende oder fallende Kurse.
Für das Anlageergebnis zählt jedoch nicht immer nur die Richtung des Kurses. Je nach Produkt beeinflussen auch die Stärke und der Zeitpunkt einer Kursbewegung das Ergebnis. Weitere Faktoren wie Laufzeit, Ausmaß der Kursschwankung, Zinsen oder erwartete Dividende beeinflussen bei bestimmten Derivaten ebenfalls den Preis.
Für Privatanlegerinnen und Privatanleger stehen vor allem zwei Einsatzmöglichkeiten im Mittelpunkt: Spekulation und Absicherung. Was infrage kommt, hängt vom Anlageziel ab.
Bei Derivaten setzen Anlegerinnen und Anleger auf eine erwartete Entwicklung eines Basiswerts. Mit einem Long-Produkt setzen sie auf steigende Kurse, mit einem Short-Produkt auf fallende Kurse. Bei Produkten mit Hebel reicht dafür häufig ein geringer Kapitaleinsatz. Der Hebel verstärkt allerdings nicht nur jene Kursbewegungen, die für die Anlegerin oder den Anleger positiv sind. Entwickelt sich der Markt entgegen der Erwartung, steigen auch die Verluste überproportional.
Beim Hedging richten Anlegerinnen und Anleger eine ihrer Geldanlagen so aus, dass sie mögliche Verluste einer anderen zumindest teilweise ausgleicht. Beispiel: Jemand besitzt ein Aktiendepot, erwartet für die kommenden Monate fallende Kurse, möchte die Aktien aber trotzdem langfristig behalten. Um das Depot kurzfristig gegen stärkere Verluste abzusichern, kommt beispielsweise ein Put-Optionsschein infrage. Der Wert dieses Derivats kann steigen, wenn der Kurs des zugrundeliegenden Basiswerts fällt.
Die Absicherung ist allerdings nicht kostenlos und beseitigt das Verlustrisiko nicht. Zudem schmälern die Kosten des Derivats die Rendite. Darüber hinaus müssen unter anderem Basiswert und Laufzeit zu der Geldanlage passen, die abgesichert werden soll.
Derivate dienen neben dem Hedging auch der Arbitrage. Dabei nutzen die Anlegerinnen und Anleger Preisunterschiede zwischen Märkten aus, indem sie günstig einen Vermögenswert in einem bestimmten Markt kaufen und gleichzeitig ein Derivat davon verkaufen, das diesen Vermögenswert in einem anderen Markt abbildet. Die geringfügigen Preisunterschiede machen den Profit aus.
Nicht jedes Anlageziel spricht für den Einsatz von Derivaten. Entscheidend ist, welche Aufgabe das Produkt im Depot übernehmen soll.
| Anlageziel | Eignung von Derivaten | Mögliche Alternative |
Langfristig Vermögen aufbauen | Viele Derivate eignen sich eher dazu, kurzfristig auf steigende oder fallende Kurse zu setzen. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind sie meist weniger geeignet. | Breit gestreute ETFs, Aktien |
Depot zeitweise absichern | Hier kommen Derivate für Hedging infrage. | Anpassung der Depotaufteilung oder höhere liquide Reserve zur Senkung von Risiken |
Von kurzfristigen Kursbewegungen profitieren | Derivate eignen sich vor allem für erfahrene Anlegerinnen und Anleger, die eine konkrete Kursentwicklung innerhalb eines bestimmten Zeitraums erwarten und bewusst hohe Risiken eingehen. | Aktien oder ETFs kommen infrage, wenn Anlegerinnen und Anleger ohne Hebel von steigenden Kursen profitieren möchten. |
Kapital möglichst sicher aufbewahren | Zu diesem Ziel passen keine Derivate. | Tages- oder Festgeld |
Notfallreserve bilden | Derivate eignen sich nicht als Notfallreserve. | Tagesgeld |
Die Anlagedauer gehört zu den wichtigsten Auswahlkriterien für Derivate. Viele Derivate haben eine begrenzte Laufzeit. Eine richtige Einschätzung der langfristigen Kursrichtung reicht deshalb nicht aus. Denn wenn diese Entwicklung nicht innerhalb der Laufzeit des Derivats eintritt, entsteht Verlust.
Damit unterscheiden sich viele Derivate von klassischen Anlagen, die die Anlegerinnen und Anleger kaufen und dann für viele Jahre halten. Wer im Laufe der Zeit Vermögen aufbauen möchte, benötigt häufig keine kurzfristige Marktprognose.
| Chancen | Risiken |
Bei Hebelprodukten können Sie mit geringem Kapitaleinsatz hohe Rendite erzielen. | Der Hebel verstärkt auch Verluste, bis hin zum Totalverlust. |
| Derivate lassen sich zur Spekulation auf höhere Rendite | Anlegerinnen und Anleger müssen Marktbewegungen und passende |
| oder zur Absicherung bestehender Anlagen nutzen. | Anlagezeiträume einschätzen können. Fehleinschätzungen führen zu Verlust. |
| Mit Derivaten lässt sich in unterschiedliche Basiswerte wie Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Währungen investieren. | Verschiedene Faktoren wie Restlaufzeit, Kursschwankungen und Zinsniveau beeinflussen den Preis. Das erschwert die Einschätzung der Wertentwicklung. |
Klassische Derivate sind auf Anlegerinnen und Anleger zugeschnitten, die davon ausgehen, dass der Kurs des zugrundeliegenden Basiswerts, beispielsweise einer Aktie, am Ende der Laufzeit auf dem ursprünglichen Kurs bzw. leicht darüber oder darunter liegt. Bei einer besonderen Form von Derivaten – den Hebelprodukten – handelt es sich um Wertpapiere, deren Preis den Preis des Basisprodukts überproportional abbildet. Das Bezugsverhältnis zwischen dem Kurs des Basiswerts und dem des Derivats bezeichnen Börsenmakler als Hebel.
Bei Knock-out-Produkten führt das Erreichen einer festgelegten Schwelle zum weitgehenden oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals. Ein Totalverlust gehört immer zu den zentralen Risiken von Hebelprodukten.
Ein Optionsschein verbrieft das Recht, von der Entwicklung eines Basiswerts zu vorher festgelegten Bedingungen zu profitieren. Call-Optionsscheine richten sich auf steigende, Put-Optionsscheine auf fallende Kurse. Neben der Entwicklung des Basiswerts beeinflussen unter anderem Laufzeit und Kursschwankungen den Preis. Bei Produkten mit Hebel entstehen auch hier überproportionale Gewinnchancen bzw. Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust.
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Futures sind standardisierte, börsengehandelte Terminkontrakte. Die Vertragsparteien vereinbaren heute die Bedingungen für ein Geschäft, das zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet. Futures dienen unter anderem zur Spekulation und zum Hedging.
Ähnlich wie Futures sind Forwards. Diese werden jedoch, im Gegensatz zu Futures, nicht an der Börse gehandelt. Zwei Parteien vereinbaren den Handel mit Forwards außerbörslich und individuell. Forwards sind deswegen weniger reguliert.
Bei Swaps tauschen zwei Parteien vereinbarte Zahlungsströme. Unternehmen und institutionelle Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer nutzen sie beispielsweise zur Steuerung von Zins- oder Währungsrisiken. Für Anlageentscheidungen von Privatanlegerinnen und Privatanlegern besitzen sie eine geringe Bedeutung.
Vor einer Anlageentscheidung helfen vier persönliche Fragen:
Zusätzlich ist wichtig, wie groß der Anteil ist, den Derivate an Ihrer Investition ausmachen. Ein einzelnes Derivat mit hohem Risiko wirkt sich auf ein breit gestreutes Depot anders aus als auf ein Depot, in dem es einen großen Anteil ausmacht.
Derivate unterscheiden sich erheblich hinsichtlich Funktionsweise und Risiko. Vor einer Anlageentscheidung sollten Anlegerinnen und Anleger das Produkt verstehen. Außerdem müssen sie bereit und finanziell in der Lage sein, mögliche Verluste zu tragen. Bei verbrieften Derivaten zum Beispiel, also bei vielen Zertifikaten und Hebelprodukten, kommt zum Marktrisiko das Emittentenrisiko hinzu. Wenn die Organisation, die das Derivat ausgibt, in Zahlungsschwierigkeiten gerät oder insolvent wird, drohen Verluste bis hin zum Totalverlust.
Die hier angebotenen Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise zu einzelnen Arten von Finanzinstrumenten. Sie stellen die Chancen und Risiken der Anlageprodukte nicht abschließend dar und sollen eine ausführliche und umfassende Aufklärung nicht ersetzen. Detaillierte Informationen über Anlagestrategien und einzelne Anlageprodukte, einschließlich damit verbundener Risiken, Ausführungsplätze sowie Kosten und Nebenkosten, stellen wir Ihnen vor Umsetzung einer Anlageentscheidung im Rahmen der Beratung zur Verfügung.