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EZB hebt Leitzins an – Einlagesatz steigt auf 2,5 Prozent

Kurz und kompakt

  • Die Europäische Zentralbank hat am 10. September die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Der Einlagesatz steigt auf 2,5 Prozent.

  • Der BVR bewertet diesen Schritt angesichts anhaltender Inflationsrisiken als angemessen und sieht darin ein wichtiges Signal für Preisstabilität.

  • Als wesentliche Risiken nennt der Verband gestiegene Energiekosten, niedrige Gasspeicherstände und die Unsicherheit über die weitere Preisentwicklung.

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EZB reagiert auf anhaltende Inflationsrisiken

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Der für die Geldpolitik maßgebliche Einlagesatz steigt damit auf 2,5 Prozent. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hält diese Entscheidung angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken für angemessen.

„Die EZB sendet mit ihrem Zinsschritt ein klares Signal zur Sicherung der Preisstabilität im Euroraum“, erklärt BVR-Präsidentin Marija Kolak. Stabile Preise seien eine wichtige Voraussetzung für Wachstum, Investitionen und Planungssicherheit bei Unternehmen und privaten Haushalten.

Nach Angaben des BVR hat sich der Preisauftrieb im Euroraum zuletzt wieder verstärkt. Als wesentlichen Treiber nennt der Verband gestiegene Energiekosten. Zwar könne die EZB höhere Energiepreise nicht unmittelbar verhindern, sie müsse aber aus Sicht des BVR vermeiden, dass sich die daraus resultierenden Preissteigerungen dauerhaft auf Inflationserwartungen, Preise und Löhne übertragen.

BVR rechnet zunächst mit erhöhten Energiepreisen

Auch ohne eine weitere Verschärfung der geopolitischen Lage dürften die Energiepreise nach Einschätzung des BVR vorerst hoch bleiben. Als Gründe nennt der Verband niedrige Füllstände der Gasspeicher im Euroraum sowie die anhaltende geopolitische Unsicherheit. Gleichzeitig habe sich die Wirtschaft im Euroraum bislang als robust erwiesen. Diese Widerstandsfähigkeit erleichtert es der EZB laut Kolak, frühzeitig auf erhöhte Inflationsrisiken zu reagieren.

Der BVR betrachtet die Zinserhöhung daher vor allem als vorsorglichen Schritt. Bislang gebe es nur wenige Anzeichen dafür, dass sich die Erwartungen an dauerhaft höhere Preise auf breiter Basis verfestigen. Eine frühzeitige Reaktion könne laut dem Verband dazu beitragen, deutlich stärkere geldpolitische Eingriffe in der Zukunft zu vermeiden.

Kapitalmarktzinsen erhöhen Druck auf Glaubwürdigkeit

Der BVR verweist zudem auf zuletzt weltweit gestiegene Renditen von Staatsanleihen. Laut Kolak zeigt diese Entwicklung, dass Investoren sowohl die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen als auch die weitere Zins- und Inflationsentwicklung genau beobachten.

Vor diesem Hintergrund kommt einer klaren und verlässlichen Geldpolitik eine besondere Bedeutung zu. Mit ihrer Zinsentscheidung hat die EZB aus Sicht des BVR ihre Entschlossenheit bekräftigt, das mittelfristige Inflationsziel von 2 Prozent zu sichern. Dies schafft nach Einschätzung des Verbands Orientierung für Unternehmen, private Haushalte und Finanzmärkte.