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Frühstartrente erleichtert den Einstieg in die private Altersvorsorge

Kurz und kompakt

  • Die Frühstartrente soll Kindern und Jugendlichen einen frühen Einstieg in die kapitalgedeckte Altersvorsorge ermöglichen.

  • Die geplante Verzahnung mit dem Altersvorsorgedepot soll den langfristigen Vermögensaufbau während verschiedener Lebensphasen stärken.

  • Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt das Vorhaben, sieht aber bei Kosten, Förderumfang und Zeitplan noch Verbesserungsbedarf.

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Früh starten, langfristig vorsorgen: Das Konzept der Frühstartrente

Die von der Bundesregierung geplante Frühstartrente soll Kindern und Jugendlichen einen frühen Zugang zur privaten, kapitalgedeckten Altersvorsorge eröffnen. Dabei handelt es sich nicht um ein eigenständiges Finanzprodukt, sondern um ein staatliches Förderprogramm: Eltern schließen ein Standarddepot für ihr Kind ab und der Bund zahlt vom 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro zum regelmäßigen Sparbetrag der Eltern dazu. Bei Erreichen der Volljährigkeit wird das angesparte Kapital nicht ausgezahlt, sondern automatisch als Altersvorsorgedepot fortgeführt, in das der junge Erwachsene dann mit eigenen Beiträgen weiter einzahlt. So entsteht ein durchgehender Sparprozess vom Kindesalter bis zum Rentenbeginn. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) begrüßt diesen Ansatz grundsätzlich, sieht bei einzelnen Punkten aber noch Verbesserungsbedarf, damit die Frühstartrente langfristig trägt.

Früher Zugang zur kapitalgedeckten Vorsorge

Mit der Frühstartrente soll der Einstieg in die private Altersvorsorge bereits in jungen Jahren beginnen. Kinder und Jugendliche erhalten damit ein Angebot, das die Zeit vor der Volljährigkeit abdeckt und dann nahtlos in das Sparen mit einem Altersvorsorgedepot übergeht. Die Deutsche Kreditwirtschaft bewertet das positiv, weil junge Menschen dadurch früh Zugang zu kapitalgedeckter Vorsorge und zudem eine längerfristige Perspektive erhalten. Aus Sicht der DK entsteht so eine engere Verzahnung zwischen dem ersten geförderten Sparen und der späteren privaten Altersvorsorge. Entscheidend ist dabei aus Sicht der DK, dass die Umsetzung einfach, transparent und bürokratiearm erfolgt.

Vom frühen Sparen zur eigenständigen Vorsorge

Mit der Frühstartrente investieren Sparerinnen und Sparer in renditeorientierte Kapitalmarktanlagen. Das soll die Grundlage für einen langfristigen Vermögensaufbau schaffen. Die DK begrüßt besonders, dass die Frühstartrente mit dem geplanten Altersvorsorgedepot verbunden werden soll. Dadurch lässt sich der frühe Einstieg in die kapitalgedeckte Vorsorge mit der späteren privaten Altersvorsorge verknüpfen. Zusätzlich sieht der Regierungsentwurf zum Gesetz über die Frühstartrente die Möglichkeit freiwilliger privater Zuzahlungen vor: Neben Eltern können auch Großeltern, Patinnen und Paten sowie mit steigendem Alter die Jugendlichen selbst zusätzlich einzahlen. Damit lässt sich der Vermögensaufbau über die staatliche Förderung hinaus vorantreiben. Aus Sicht der Bankenverbände wird damit die Langfristigkeit des Modells sichergestellt und ein Rahmen geschaffen, der verschiedene Lebensphasen miteinander verbindet.

Finanzbildung frühzeitig fördern

Die DK weist darauf hin, dass neben dem Vermögensaufbau auch die Finanzbildung wichtig sei. Die Frühstartrente gebe Kindern, Jugendlichen und Eltern einen Anlass, sich früh mit Vermögensaufbau, Geldanlage und den Chancen und Risiken von Kapitalmarktanlagen zu beschäftigen. Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, betont in diesem Zusammenhang, dass gute Finanzbildung dabei helfe, Chancen und Risiken besser einzuordnen. Die DK spricht sich deshalb für umfassende Informations- und Bildungsangebote aus, und fordert eine umfassende nationale Finanzbildungsstrategie, um Wissen über Geldanlage-Möglichkeiten aufzubauen und Hemmungen gegenüber Kapitalmärkten bereits in jungen Jahren zu überwinden.

Zustimmung mit Einschränkungen bei den Kosten

Grundsätzlich bewertet die Deutsche Kreditwirtschaft die geplante Frühstartrente positiv. Zustimmung findet besonders, dass junge Menschen dadurch früh in renditeorientierte Kapitalmarktanlagen investieren können. Das Depot dafür ist ein sogenanntes Standarddepot – dieselbe zertifizierte, kostengünstige Produktform, die auch dem geplanten Altersvorsorgedepot für Erwachsene zugrunde liegt und einen Kostendeckel von 1 Prozent hat. Genau diese einfache, transparente und bürokratiearme Struktur begrüßt die DK ausdrücklich. Gleichzeitig braucht es aus Sicht der DK Bedingungen, unter denen Anbieter passende Angebote wirtschaftlich entwickeln und dauerhaft bereitstellen können. Kritisch sieht die DK deshalb das zusätzlich geplante Verbot von Abschluss- und Vertriebskosten: Weil für das Standarddepot bereits ein Kostendeckel gilt, könnte ein zusätzliches Kostenverbot aus Sicht der DK dazu führen, dass Finanzdienstleister ihre Produkte nicht mehr wirtschaftlich anbieten können.

Weiterer Verbesserungsbedarf

Die DK sieht nicht nur Anpassungsbedarf bei den Kosten. So sollte die Förderung aus ihrer Sicht auf alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren ausgeweitet werden, um Generationengerechtigkeit zu erreichen. Nach dem aktuellen Entwurf erhält nämlich zunächst nur der Geburtsjahrgang 2020 Förderung. Jedes weitere Jahr kommt ein zusätzlicher Jahrgang hinzu. Kinder, die im Jahr 2026 bereits älter als 6 Jahre sind, blieben nach diesem Zeitplan ohne Förderung. Außerdem drängt die Kreditwirtschaft auf eine schnelle gesetzliche Finalisierung. Die vorgesehene Einführung der Frühstartrente am 1. Januar 2027 setzt voraus, dass Anbieter rechtzeitig die notwendigen Voraussetzungen für entsprechende Angebote schaffen. Dafür bleibt nach Einschätzung der DK nur wenig Zeit. Ob der Zweck der Frühstartrente sich erfüllt, jungen Menschen einen chancengerechten Einstieg in die private Altersvorsorge zu ermöglichen, entscheidet sich auch dadurch, wie die Politik in den kommenden Monaten mit diesen Einwänden umgeht.