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BVR-Umfrage: Junge Erwachsene wünschen sich mehr Sicherheit bei Finanzfragen

Kurz und kompakt

  • 80 Prozent der 18- bis 30-Jährigen ist es wichtig, ihre Finanzen im Griff zu haben. Doch nur 45 Prozent fühlen sich im Umgang mit Finanzthemen sicher.

  • 72 Prozent beschäftigen sich mindestens einmal pro Woche mit Finanzfragen. Besonders häufig geht es dabei um das Sparen.

  • 58 Prozent wünschen sich leicht verständliche Unterstützung bei Finanzthemen.

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Finanzen sind wichtig – doch nur 45 Prozent fühlen sich sicher

Junge Erwachsene in Deutschland beschäftigen sich regelmäßig mit ihren Finanzen. Dennoch fühlt sich weniger als die Hälfte im Umgang mit Finanzthemen sicher. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zum Weltspartag. Demnach setzen sich 72 Prozent der 18- bis 30-Jährigen mindestens einmal pro Woche mit Geldfragen auseinander. Obwohl es 80 Prozent wichtig ist, ihre Finanzen im Griff zu haben, fühlen sich nur 45 Prozent dabei sicher.

Infografik zur Häufigkeit der Beschäftigung mit Finanzthemen bei jungen Erwachsenen: 50 % mehrmals pro Woche, 23 % einmal pro Woche.

Sparen beschäftigt junge Menschen besonders

Das Sparen steht bei jungen Erwachsenen im Mittelpunkt: 71 Prozent der Befragten beschäftigen sich aktuell damit. Es folgen der Umgang mit laufenden Ausgaben und dem eigenen Budget (55 Prozent) sowie Geldanlagen wie Aktien oder ETFs (43 Prozent). Mit ihrer Altersvorsorge setzen sich dagegen bislang nur 23 Prozent auseinander.

Gleichzeitig zeigt die Umfrage einen deutlichen Bedarf an finanzieller Orientierung. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) hat Angst, bei Finanzentscheidungen Fehler zu machen. 46 Prozent empfinden Geldfragen häufig als kompliziert, 44 Prozent fühlen sich davon oft überfordert.

Besonders deutlich werden die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während sich 53 Prozent der jungen Männer bei Finanzthemen sicher fühlen, sind es bei den jungen Frauen lediglich 36 Prozent.

Social Media und KI als Informationsquellen

Bei der Suche nach Finanzwissen nutzen junge Menschen unterschiedliche Kanäle. 42 Prozent informieren sich über soziale Medien wie Instagram oder TikTok. Jeweils 41 Prozent greifen auf YouTube beziehungsweise Podcasts und auf Suchmaschinen zurück. KI-Anwendungen wie ChatGPT nutzen bereits 34 Prozent. Banken und Bankberatung dienen 27 Prozent als Informationsquelle.

Dabei unterscheiden sich Nutzung und Vertrauen deutlich. Beim Vertrauen liegen Banken und Bankberatung sowie Familie und Freundeskreis gleichauf. Jeweils 62 Prozent der Befragten bewerten diese Informationsquellen als vertrauenswürdig. Bei sozialen Medien liegt dieser Anteil dagegen bei nur 30 Prozent.

Finanzbildung ist besonders in neuen Lebensphasen gefragt

Infografik: 48 % der jungen Erwachsenen finden Finanzthemen sehr wichtig, aber nur 17 % wissen genau, wie sie ihre Finanzen organisieren sollen.

Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) wünscht sich leicht verständliche Unterstützung bei Geldfragen. Besonders groß ist der Bedarf bei Veränderungen der persönlichen Lebenssituation. So wünschen sich 37 Prozent Unterstützung beim ersten eigenen Job oder Einkommen. Jeweils 34 Prozent nennen die erste Geldanlage und den Auszug in die erste eigene Wohnung.

Allerdings gibt es auch Hürden: 38 Prozent geben an, zu wenig Zeit für Finanzbildungsangebote zu haben. 37 Prozent schrecken zu komplizierte Inhalte ab.

„Finanzbildung muss deshalb dort ansetzen, wo konkrete Fragen im Alltag entstehen, verständlich, niedrigschwellig und lebensnah“, sagt BVR-Präsidentin Marija Kolak.

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken engagieren sich bereits gemeinsam mit Schulen und weiteren Partnern für die Finanzbildung. Über das Schulserviceportal www.jugend-und-finanzen.de stellen sie unter anderem Unterrichtsmaterialien, Erklärvideos und weitere Bildungsangebote bereit. Zudem arbeitet das Neonblau-Team Finanzbildung der Genossenschaftlichen FinanzGruppe an neuen digitalen Angeboten, um Finanzwissen spielerisch und alltagsnah zu vermitteln.

Zur Umfrage: Im Auftrag des BVR wurden im September 2026 insgesamt 2.013 Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren in Deutschland online befragt. Die repräsentative Befragung wurde von der MAI Group umgesetzt und über das Panel des Marktforschungsinstituts moweb erhoben. Die Ergebnisse wurden unter anderem nach Alter, Geschlecht und Bundesland gewichtet.