Wenn der Ausbildungsplatz nicht besetzt ist

Junge Menschen müssen von dualer Ausbildung überzeugt werden

19. September 2016

Das Ausbildungsjahr hat begonnen. Aber der eine oder andere Ausbildungsplatz ist noch nicht besetzt. Nachrücker haben also gute Chancen, denn in fast jedem dritten Ausbildungsbetrieb konnten Lehrstellen bisher nicht besetzt werden.

Berufsorientierung an Gymnasien zielt eher auf ein Studium

Inzwischen erwerben mehr als 50 Prozent der Schüler eines Jahrgangs die Hochschulreife. Im Vergleich zum Jahr 2005 stieg die Zahl der Schulabgänger, die ein Studium begannen, um 150.000. Gleichzeitig gingen die Bewerber um eine Lehrstelle um etwa 190.000 zurück. Besonders bei Gymnasiasten gilt ein Studium immer noch als Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Doch mit einer Kombination aus betrieblicher Aus- und Weiterbildung können junge Menschen durchaus gleichwertige und ebenso gut bezahlte Jobs finden wie Akademiker. Betriebe sollten aktiv Abiturjahrgänge besuchen und verstärkt über diese Ausbildungswege informieren.

Studienabbrecher mobilisieren

Rund 100.000 Studienabbrecher pro Jahr könnten eine Entlastung für viele Betriebe bedeuten. Wenn die Wirtschaft diese jungen Menschen ausreichend informiert, könnten sie sich für eine duale Ausbildung entscheiden. Diese Alternative ist häufig vielversprechender, als weitere Fachrichtungen an der Uni auszuprobieren. Hier müssen die Betriebe vorlegen: Attraktive Ausbildungsvergütungen, die Chance auf einen Auslandsaufenthalt oder duale Studiengänge haben Überzeugungskraft, die Studienabbrechern und Abiturienten den Weg in die Wirtschaft ebnen können.

Qualifikation ist der Schlüssel

Doch nicht nur die Leistungsstarken rücken in das Blickfeld der Betriebe, die händeringend Nachwuchs suchen. Chefs sehen immer häufiger über schlechte Noten hinweg. Viele geben auch Hauptschülern eine Chance. Allerdings durchlaufen diese zum Teil erst eine schulische Anschlussqualifikation, bei der sie ausprobieren können, was ihnen liegt. Auf diese Weise stellt man nicht erst im Betrieb fest, dass die Eignung für einen bestimmten Beruf fehlt.

Das Handwerk bildet besonders viel aus

Kleine und mittlere Unternehmen müssen ihren Nachwuchs selbst ausbilden, da sie sonst keine Fachkräfte für ihre teilweise hochspezialisierten Tätigkeiten finden. Seit fünf Jahren hält sich die Zahl der Auszubildenden in diesen Betrieben konstant bei 1,2 Millionen. Im Mittelstand arbeiten nur gut zwei Drittel der Beschäftigten, aber 90 Prozent der Auszubildenden. Dabei spielt die Größe des Unternehmens eine Rolle: Je kleiner ein Betrieb ist, desto seltener hat er Lehrlinge in seiner Belegschaft. Das gilt aber nicht für das Handwerk. Auch kleinere Betriebe bilden aus. Der Anteil ausbildender Unternehmen ist im Handwerk fast doppelt so hoch wie im restlichen Mittelstand.

Besuchen Sie Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort.

Finden Sie Ihre Filiale

Aktuelle News

Girl'sDay und Boy'sDay

Lassen Sie Jugendliche in für sie untypische Berufe hineinschnuppern und halten Sie Ausschau nach motivierten Fachkräften von morgen.

mehr

Digitalisierung der Landwirtschaft

Jeder zweite Bauer nutzt laut Digitalverband Bitkom bereits datenbasierte Anwendungen wie die ferngesteuerte Düngung.

mehr

Mittelstandsbarometer

Das Mittelstandsbarometer zeigt, dass in der deutschen Wirtschaft von herbstlicher Melancholie nichts zu spüren ist.

mehr