Hinzuverdienst bei Rente

Hinzuverdienstgrenzen bei einer Nebentätigkeit

24. Juni 2016

Rentner, die zur gesetzlichen Rente hinzuverdienen wollen, sollten sich im Voraus beraten lassen. Denn sie müssen einige wichtige Vorgaben beachten, um ihren Rentenanspruch nicht zu gefährden. Die monatliche Hinzuverdienstgrenze hängt vom Alter und der bezogenen Rentenart ab.

Wann beginnt die Regelaltersgrenze?

Rentenversicherte, die eine bestimmte Altersgrenze erreicht haben, erhalten die Regelaltersrente. Für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1947 geboren wurden, gilt eine Regelaltersgrenze von 65 Jahren. Für alle, die zwischen 1947 und 1964 geboren wurden, steigt diese Grenze nach und nach auf 67 Jahre. Versicherte, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, können ohne Rentenkürzung unbegrenzt zu ihrer Rente hinzuverdienen. Sie sind auch nicht dazu verpflichtet, die Nebentätigkeit bei ihrem Rentenversicherungsträger anzumelden. Wichtig dabei ist jedoch: Wer monatlich über 450 Euro brutto hinzuverdient, muss auf seinen Verdienst Steuern zahlen.

Geburtsjahr Anhebung um ... Monate

auf das Alter

Jahr - Monat

1947 1 65 - 1
1948
2 65 - 2
1949 3 65 - 3
1950 4 65 - 4
1951 5 65 - 5
1952 6 65 - 6
1953 7 65 - 7
1954 8 65 - 8
1955 9 65 - 9
1956 10 65 - 10
1957 11 65 - 11
1958 12 66 - 0
1959 14 66 - 2
1960 16 66 - 4
1961 18 66 - 6
1962 20 66 - 8
1963 22 66 - 10
ab 1964 24 67 - 0

Die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze (Quelle: Deutsche Rentenversicherung)

Vorzeitige Voll- und Teilrente

Unter bestimmten Voraussetzungen – zum Beispiel bei einem langjährigen Versicherungsverhältnis – können Versicherte eine vorzeitige Altersvollrente erhalten. Wer diese Rentenart erhält, sollte ebenfalls auf die Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro brutto pro Monat achten. Denn bei Überschreitung dieser Grenze wird die Vollrente gekürzt – je höher der Hinzuverdienst, desto niedriger fällt die Rente aus. Man spricht dann von einer so genannten Zwei-Drittel-, Ein-Halb- oder Ein-Drittel-Teilrente. Wie hoch die Hinzuverdienstgrenze bei einer Teilrente genau ist, hängt davon ab, wie hoch das versicherte Arbeitsentgelt in den letzten drei Jahren vor dem Renteneintritt war. Bei Voll- wie auch Teilrente haben Versicherte zweimal im Jahr das Recht, die Hinzuverdienstgrenze bis zum Doppelten zu überschreiten. Sie können so mit ihrer Nebentätigkeit in zwei Monaten im Jahr bis zu 900 Euro brutto verdienen.

Erwerbsminderungsrente und Witwenrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, hat Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente. Für diese gelten beim Hinzuverdienst die gleichen Regeln wie für die vorzeitige Vollrente. Wer jedoch zwischen drei und unter sechs Stunden am Tag arbeiten kann, hat nur Anspruch auf eine halbe Erwerbsminderungsrente. In diesem Fall gelten höhere Freibeträge. Diese werden individuell berechnet.

Wer eine Witwen- oder Witwerrente bezieht und eine Nebentätigkeit ausübt, sollte ebenfalls auf die Freibeträge achten. Der monatliche Freibetrag in den alten Bundesländern liegt aktuell bei 771,14 Euro netto, in den neuen Bundesländern bei 714,12 Euro netto. Verwitweten Rentnern mit höherem Hinzuverdienst werden 40 Prozent des überschüssigen Betrags von der Witwenrente abgezogen.  

Was zählt zum Hinzuverdienst?

Zum Hinzuverdienst bei Rente zählen das monatliche Bruttoarbeitsentgelt, Einkünfte aus Gewerbebetrieb, aus selbstständiger Arbeit oder aus Land- und Forstwirtschaft sowie Einkommen wie das Vorruhestandsgeld. Die Hinzuverdienstgrenzen sollten immer individuell beim Rentenversicherungsträger berechnet und angepasst werden. Diese sind später auch im Rentenbescheid einsehbar. Der Rentenbescheid enthält zudem Informationen über die aktuell bezogene Rentenart.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihren Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank, die für diese Themen zuständigen Ämter, einen Steuerberater oder Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht) nicht ersetzen.

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