10 Wege, um das eigene Studium zu finanzieren

Kurz und kompakt

  • BAföG unterstützt Studierende bei der Finanzierung des Studiums. Ergänzend können Stipendien oder Studienkredite genutzt werden, um mehr finanzielle Sicherheit zu gewinnen. Auch eine Kombination verschiedener Finanzierungsformen ist möglich.

  • Ein Nebenjob, Unterstützung durch die Eltern oder Wohngeld entlasten das monatliche Budget. Wer sich frühzeitig mit der finanziellen Organisation des Studiums beschäftigt, behält die eigenen Ausgaben besser im Blick.

  • Rabatte und steuerliche Vergünstigungen schaffen zusätzlichen finanziellen Spielraum. Auch Förderungen für Auslandsaufenthalte können die Kosten deutlich senken.

BAföG, Stipendium oder Nebenjob – clevere Wege zur Finanzierung des Studiums

Ein Studium bringt nicht nur neue Erfahrungen, sondern auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Von Miete über Studiengebühren bis hin zum täglichen Leben – die Kosten summieren sich schnell. Doch keine Sorge, denn es gibt viele Möglichkeiten, dein Studium passend zu deiner persönlichen Situation zu finanzieren.

1. BAföG: Die wichtigste staatliche Unterstützung fürs Studium

Viele Studierende nutzen die Leistungen des Berufsausbildungsförderungsgesetzes (BAföG), um ihr Studium zu finanzieren. Das BAföG kommt vor allem zum Tragen, wenn das Einkommen der Eltern nicht ausreicht. Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen insbesondere die Wohnsituation, das eigene Einkommen und das Einkommen der Eltern. Laut der 22. Sozialerhebung erhalten jedoch nur rund 11 Prozent der Studierenden BAföG. Der durchschnittliche monatliche Förderbetrag liegt bei etwa 500 Euro. 

Ein wichtiger Vorteil: Nur die Hälfte des erhaltenen BAföG-Betrags muss später zurückgezahlt werden. Der zurückzuzahlende Betrag ist außerdem bei 10.010 Euro gedeckelt und das Darlehen zinsfrei. Damit gehört BAföG zu den günstigsten Finanzierungswegen fürs Studium. Es lohnt sich daher in vielen Fällen, einen Antrag zu stellen, auch wenn du deinen Anspruch zunächst als eher gering einschätzt.

2. Stipendien: Finanzielle Unterstützung ohne Rückzahlungspflicht

Stipendien sind ebenfalls begehrt, um ein Studium zu finanzieren. Denn ein Stipendium müssen Begünstigte nicht zurückzahlen. Neben klassischen Leistungsstipendien gibt es zahlreiche Programme, die soziales Engagement, persönliche Lebenswege, bestimmte Studienfächer oder berufliche Zielrichtungen fördern. Das Deutschlandstipendium steht Studierenden offen, die besondere Herausforderungen bewältigen oder sich in ihrer Hochschule engagieren. Trotz dieser Vielfalt nutzen nur wenige Studierende diese Chance. So erhalten nur etwa 4 Prozent ein Stipendium. Viele Programme vergeben regelmäßig weniger Plätze als verfügbar sind, weil sich zu wenige bewerben. Eine frühzeitige Recherche und gezielte Bewerbung erhöhen die Erfolgsaussichten deutlich. Viele Stipendien lassen sich außerdem gut mit BAföG oder anderen Finanzierungsformen kombinieren.

3. Studienkredite: Finanzierung mit späterer Rückzahlung

Studienkredite sind eine sinnvolle Ergänzung, wenn andere Finanzierungswege nicht ausreichen. Sie eignen sich vor allem für Lebenshaltungskosten oder Studienphasen, in denen du weniger arbeiten kannst. Zu den bekanntesten Angeboten gehören der KfW-Studienkredit, Bildungsfonds oder auch spezielle Bankkredite. Je nach Anbieter unterscheiden sich Zinssätze, Auszahlungshöhen und Rückzahlungsmodalitäten. Im Jahre 2021 nutzten etwa 4 Prozent der Studierenden einen Studienkredit. Wichtig ist, die langfristigen Kosten realistisch einzuschätzen und die Konditionen genau zu vergleichen. Ein Kredit sollte nur so hoch ausfallen, wie unbedingt nötig, damit die spätere Rückzahlung tragbar bleibt.

4. Nebenjobs: Die häufigste Form der Studienfinanzierung

Ein Nebenjob ist für viele Studierende eine bedeutende Einnahmequelle. Derzeit arbeiten rund zwei Drittel der Studierenden neben dem Studium, oft in der Gastronomie, dem Einzelhandel oder in der Nachhilfe. Auch Studierendenjobs an der Hochschule selbst sind begehrt. Die Arbeitszeit liegt dabei meist zwischen 5 und 20 Stunden pro Woche, abhängig von Studiensituation und Prüfungsphasen. Ein Nebenjob bringt nicht nur zusätzliches Geld, sondern oft auch praktische Erfahrungen und Kontakte. Gleichzeitig solltest du darauf achten, dass die Arbeit dein Studium nicht beeinträchtigt. Eine gute Planung hilft dabei, Spitzenbelastungen zu vermeiden und ausreichend Zeit zum Lernen und Erholen einzuplanen.

Erwerbstätigenquote von Studierenden, insgesamt und nach Hochschulart (in %)

Quelle: Deutsches Studierendenwerk (Stand 2021)

5. Unterstützung durch Eltern und Familie

Für viele Studierende ist die finanzielle Unterstützung durch die Eltern eine tragende Säule der Studienfinanzierung. Häufig übernehmen Eltern einen Teil der Mietkosten, zahlen für Bücher oder steuern regelmäßig etwas zum Lebensunterhalt bei. Wie umfangreich diese Unterstützung ausfällt, hängt stark von der individuellen Familiensituation ab. 

Einnahmen der monatlichen Gesamteinnahmen von Studierenden 2021 (in Prozent)

Quelle: Deutsches Studierendenwerk (Stand 2021)

Die sogenannte Düsseldorfer Tabelle ermittelt für Studierende mit einem eigenen Haushalt einen Bedarf von 930 Euro pro Monat. Im Durchschnitt unterstützen Eltern ihren Nachwuchs mit ca. 418 Euro pro Monat. Wichtig ist, gemeinsam zu klären, was realistisch möglich ist und wie lange diese Hilfe bestehen kann. Auch steuerliche Aspekte wie der Kinderfreibetrag oder die Möglichkeit, Unterhaltszahlungen steuerlich abzusetzen, spielen bei der Planung eine wichtige Rolle.

Monatliche Ausgaben

Die Düsseldorfer Tabelle als wichtige Orientierung in sozialen Fragen

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine bundesweit anerkannte Richtlinie, um den Kindesunterhalt zu berechnen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf gibt sie heraus und aktualisiert sie regelmäßig. Sie basiert auf dem bereinigten Nettoeinkommen der unterhaltspflichtigen Person sowie auf dem Alter des Kindes. Die Tabelle dient Gerichten, Jugendämtern und Anwendenden als Orientierung und ist rechtlich nicht bindend. Sie sorgt jedoch für eine einheitliche und nachvollziehbare Grundlage, um Ansprüche beim Unterhalt zu berechnen – selbst während des Studiums.

6. Kindergeld: Finanzielle Entlastung bis zum 25. Lebensjahr

Kindergeld ist eine stabile und oft unterschätzte Einnahmequelle während des Studiums. Studierende erhalten es in der Regel bis zum 25. Lebensjahr, solange sie immatrikuliert sind. Es beläuft sich derzeit auf 259 Euro pro Monat. Die Auszahlung erfolgt an die Eltern, kann aber direkt an die Studierenden weitergegeben werden. Kindergeld lässt sich problemlos mit anderen Finanzierungswegen kombinieren. Es eignet sich gut, um regelmäßige Fixkosten wie Miete, Versicherungen oder den Semesterbeitrag (anteilig) zu decken. Eine geringfügige Beschäftigung nebenbei, bei der Studierende bis zu 603 Euro verdienen, beeinflusst den Anspruch in der Regel nicht, sodass beide Einnahmequellen parallel genutzt werden können.

7. Wohngeld: Unterstützung bei hohen Wohnkosten

Wohngeld kann für Studierende eine wichtige Entlastung sein, insbesondere in Städten mit hohen Mieten. Anspruch besteht in einigen Fällen auch dann, wenn kein BAföG infrage kommt. Die Höhe des Wohngelds richtet sich nach Miete, Haushaltsgröße und Einkommen. Ein Antrag lohnt sich vor allem, wenn das Budget knapp ist und die Miete einen großen Teil der eigenen Ausgaben ausmacht. Viele Studierende unterschätzen diese Möglichkeit, dabei kann Wohngeld den finanziellen Druck deutlich reduzieren. Dazu ist es nötig, alle erforderlichen Unterlagen vollständig einzureichen. Die Wohngeldbehörde prüft den Antrag dann und entscheidet.

8. Förderprogramme für ein Auslandsstudium

Wer ein Semester oder Praktikum im Ausland plant, kann verschiedene Förderprogramme nutzen. Besonders bekannt ist Erasmus+, das monatliche Zuschüsse für die Lebenshaltungskosten in europäischen Ländern bietet. Zusätzlich gibt es das Auslands-BAföG sowie zahlreiche länderspezifische oder fachbezogene Stipendienprogramme. Diese Förderungen können einen großen Teil der Mehrkosten im Ausland abdecken und erleichtern den Zugang zu wertvollen internationalen Erfahrungen. Viele Programme lassen sich gut kombinieren, sodass Studierende einen Teil der Reisekosten oder Studiengebühren zusätzlich abfedern können. Eine frühzeitige Planung hilft, Fristen einzuhalten und passende Angebote zu finden.

9. Spartipps und Vergünstigungen für Studierende

Mit dem richtigen Blick auf Rabatte und Vergünstigungen sinken die monatlichen Ausgaben im Idealfall spürbar. Viele Anbieter gewähren Studierenden reduzierte Preise. Das gilt oft für Software, Technik, Streaming-Dienste oder Mobilitätsangebote. Auch das Deutschlandticket für Studierende, Hochschulsport oder Kulturangebote helfen dabei, Kosten zu reduzieren, ohne auf wichtige Leistungen zu verzichten. Zusätzlich lohnt es sich, regelmäßig zu prüfen, welche Vorteile die eigene Hochschule bietet. Viele Universitäten bieten Leistungen wie kostenlose Lernprogramme, vergünstigte Mensa-Preise oder studentische Beratungsangebote an. Wer diese Angebote gezielt nutzt, kann über die gesamte Studiendauer hinweg deutlich sparen.

10. Steuerliche Vorteile für Studierende

Es gibt auch steuerliche Regelungen, die das Studium finanziell entlasten. Im Zweitstudium sind zum Beispiel viele Ausgaben als Werbungskosten absetzbar. Dazu zählen insbesondere Fahrtkosten, Fachliteratur oder Studiengebühren. Beim Erststudium können Studienkosten steuerlich zwar nur als Sonderausgaben geltend gemacht werden, trotzdem lohnt sich eine Steuererklärung. Wer neben dem Studium arbeitet, profitiert von Freibeträgen, die unter bestimmten Einkommensgrenzen die Lohnsteuer reduzieren. 

Anteil der Nutzung sowie Höhe der Finanzierungsquellen von Studierenden (in Euro)

Quelle: Deutsches Studierendenwerk (Stand 2021)

FAQs zur Finanzierung des Studiums

Es gibt verschiedene Wege, ein Studium zu finanzieren. Dazu gehören BAföG, Stipendien, Studienkredite, Nebenjobs sowie finanzielle Unterstützung durch Eltern oder Wohngeld. Oft ist es sinnvoll, mehrere Optionen zu kombinieren, um das Budget abzusichern. Auch Rabatte und steuerliche Vorteile senken die alltäglichen Kosten.

Die Kosten hängen stark von Studiengang, Hochschule und Wohnort ab. Neben den Semestergebühren fallen Miete, Lebenshaltung, Lernmaterialien und Versicherungen an. Private Hochschulen verlangen oft deutlich höhere Studiengebühren als öffentliche Universitäten oder Fachhochschulen. Ein klarer Budgetplan hilft dabei, die eigenen Ausgaben im Blick zu behalten.

Im Werkstudium dürfen Studierende bis zu 520 Euro pro Monat ohne Abzüge durch die Sozialversicherung verdienen (Stand 2025). Wer diese Grenze überschreitet, zahlt Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Wichtig ist zudem, dass die maximale Wochenarbeitszeit von 20 Stunden während der Vorlesungszeit eingehalten wird.

Das hängt von Wohnort, Lebensstil und Studienform ab. Im Schnitt liegen die monatlichen Ausgaben zwischen 850 und 1.100 Euro. Miete, Verpflegung, Lernmaterialien, Transport und Freizeitgestaltung machen den größten Teil aus. 

Ja, in der Regel bis zum 25. Lebensjahr. Voraussetzung ist, dass du immatrikuliert bist und keine Einkommensgrenzen überschreitest, die den Anspruch gefährden. Kindergeld lässt sich gut mit anderen Finanzierungswegen kombinieren und deckt einen Teil der monatlichen Ausgaben.

Wenn BAföG nicht möglich ist, kommen Stipendien, Studienkredite, Nebenjobs, Unterstützung durch die Familie oder Wohngeld infrage. Auch Förderungen für Auslandssemester oder spezielle Programme für Studierende mit besonderen Lebensumständen helfen. 

Hier helfen Erasmus+, Auslands-BAföG, Stipendien und teilweise Hochschulzuschüsse. Außerdem lohnt es sich, zusätzliche Einnahmen durch Jobs im Heimat- oder Gastland einzuplanen. Frühzeitige Planung ist wichtig, um Fristen und Förderkriterien einzuhalten.

In Deutschland verlangen die meisten öffentlichen Universitäten keine Studiengebühren für das Erststudium. Lediglich ein Semesterbeitrag ist üblich. Private Hochschulen oder bestimmte Masterprogramme erheben jedoch oft hohe Gebühren. Die Höhe variiert stark je nach Hochschule und Studiengang.

Der Semesterbeitrag ist ein fester Betrag, den jede Studentin und jeder Student pro Semester an die Hochschule zahlt. Er umfasst Verwaltungsgebühren, Beiträge zum Studierendenwerk, das Semesterticket oder andere Services. Der Betrag liegt in der Regel zwischen 150 und 400 Euro pro Semester.

Neben BAföG, Stipendien, Krediten, Nebenjobs, Kindergeld und Wohngeld gibt es weitere Förderungen wie Steuervergünstigungen, Rabatte oder spezielle Programme für Auslandsaufenthalte. 

Ja, bestimmte Kosten kannst du von der Steuer absetzen, insbesondere im Zweitstudium. Dazu zählen Studiengebühren, Fachliteratur, Arbeitsmaterialien oder Fahrtkosten. Auch bei einem Erststudium lassen sich Sonderausgaben geltend machen, wenn du nebenbei arbeitest. Eine Steuererklärung lohnt daher in vielen Fällen und führt im Idealfall zu einer Rückerstattung.

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