BVR-Studie zu Beschäftigung 2035

Kurz und kompakt

  • Süddeutschland, Weser-Ems, Schleswig-Holstein sowie Berlin und Umland können bis 2035 größtenteils Beschäftigungszuwächse erreichen.

  • - In mehreren ostdeutschen Regionen, im Saarland und Teilen von Rheinland-Pfalz drohen hingegen deutliche Arbeitsplatzverluste.

  • - Gesundheitswesen, IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) und wissensnahe Dienste wachsen, während Industrie und Handel durch den Wandel Stellen verlieren.

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Die Berufsunfähigkeitsversicherung schließt die Lücken in der gesetzlichen Absicherung.

Demografischer Wandel prägt Beschäftigungsentwicklung

Laut einer Analyse von IW Consult im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) wird die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland bis 2035 insgesamt stagnieren. Hinter diesem Durchschnitt verbergen sich jedoch erhebliche Unterschiede zwischen Regionen und Branchen. Hauptursache ist die demografische Entwicklung: Die Erwerbsbevölkerung schrumpft, während steigende Erwerbsquoten den Rückgang nur teilweise ausgleichen können.

Große regionale Unterschiede

Eine besonders positive Entwicklung wird für Teile Süddeutschlands, die Weser-Ems-Region, Schleswig-Holstein sowie Berlin und das Umland erwartet. Dort könnten die Beschäftigtenzahlen bis 2035 um bis zu zehn Prozent steigen. Dagegen drohen in Regionen wie Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland und Teilen von Rheinland-Pfalz deutliche Verluste von teilweise mehr als 15 Prozent. Gründe sind unter anderem eine alternde Bevölkerung, Fachkräftemangel und strukturelle Schwächen.

Dienstleistungen gewinnen, Industrie verliert

Die Studie prognostiziert einen tiefgreifenden Strukturwandel der deutschen Wirtschaft. Während die Industrie durch technologischen Wandel, Dekarbonisierung und internationalen Wettbewerbsdruck Arbeitsplätze verliert, wachsen verschiedene Dienstleistungsbereiche. Besonders stark entwickeln sich Gesundheits- und Sozialdienstleistungen, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Auch der Handel verliert durch Digitalisierung und Automatisierung an Bedeutung.

Fachkräftesicherung wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor

Für die Entwicklung der Wachstumsbranchen werden ausreichend qualifizierte Fachkräfte benötigt. Der BVR sieht deshalb die Aktivierung inländischer Arbeitsmarktpotenziale sowie qualifizierte Zuwanderung als zentrale Aufgaben. Zudem sollten Anerkennungs- und Visaverfahren schneller und digitaler gestaltet werden, um Fachkräfte leichter zu gewinnen.

BVR: Notwendigkeit einer stärkeren Regional- und Strukturpolitik

BVR-Präsidentin Marija Kolak sieht in den Ergebnissen einen klaren Auftrag an die Politik. „Unsere Prognosen sprechen dafür, den Förderrahmen zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur weiter zu erhöhen und stärker auf besonders betroffene Regionen zu konzentrieren“, so Kolak. 

Hintergrund zur Studie

Die Untersuchung ist Teil der Studienreihe „Regionen 2035“ und analysiert die Entwicklung von 19 Wirtschaftsbranchen in allen 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten. Berücksichtigt werden dabei die Megatrends Digitalisierung, Demografie, Dekarbonisierung und Deglobalisierung. Die Ergebnisse zeigen wahrscheinliche Entwicklungen auf, stellen jedoch keine exakten Vorhersagen dar.