Steuererklärung als Student

Die freiwillige Erstellung einer Steuererklärung kann sich lohnen

13. April 2021

Studenten sind in der Regel nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Da das Studium jedoch mit einigen Kosten verbunden ist, fragen sich viele, ob sie ihre Aufwendungen steuerlich absetzen können. Warum sich der Aufwand für die freiwillige Erstellung einer Steuererklärung lohnen kann, erfahren Sie hier.

Steuererklärung für die Zweitausbildung

Wenn die Höhe des Einkommens eines Studenten nicht die Grenze des Grundfreibetrags überschreitet, muss er keine Steuern zahlen. Für 2021 liegt diese Grenze bei 9.744 Euro. Studierende können aber mit einer freiwilligen Steuererklärung die Kosten für ihre zweite Ausbildung absetzen. Dies betrifft zum Beispiel Masterstudenten, aber auch Studenten mit einer zuvor abgeschlossenen Ausbildung.

Durch die Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung können Sie die Kosten für Ihr Zweitstudium als Werbungskosten absetzen – auch wenn Sie noch keine eigenen Einkünfte erzielt haben. In letzterem Fall ist ein Verlustvortrag möglich. Das bedeutet, dass Studierende die finanziellen Verluste beziehungsweise Aufwendungen, die durch das Studium entstehen, in die nächsten Jahre vortragen können. Das geht solange, bis sie selbst Einkünfte erzielen – zum Beispiel, wenn sie ihren ersten Job beginnen. Die sogenannten vorgetragenen Werbungskosten verrechnet das Finanzamt dann in diesem Jahr mit den gezahlten Steuern. Die Möglichkeit einer Verrechnung von Verlustvorträgen gilt auch für Auszubildende, die sich in einer Zweitausbildung oder Ausbildung innerhalb eines Dienstverhältnisses befinden.

Steuererklärung für das Erststudium

Bei Studenten im Erststudium und Auszubildenden in einer Ausbildung außerhalb eines Dienstverhältnisses sieht die Sache anders aus. Sie können zwar Kosten, die durch ihr erstes Studium beziehungsweise ihre erste Ausbildung anfallen, per Steuererklärung absetzen. Allerdings behandelt das Finanzamt diese Kosten als Sonderausgaben.

Sonderausgaben versus Werbungskosten

Sonderausgaben sind auf 6.000 Euro jährlich begrenzt und mindern nur den Steuerbetrag in dem Jahr, in dem sie gezahlt wurden. Eine Geltendmachung eines Verlustvortrags wie bei den Werbungskosten ist nicht möglich. Wenn Sie als Student in dem Jahr, in dem Ihre Ausgaben anfallen, keine steuerpflichtigen Einkünfte erzielen, erhalten Sie auch keine Steuererstattung.

Das Bundesverfassungsgericht hat geprüft, ob die unterschiedliche steuerliche Behandlung von Studenten im Erststudium und Zweitstudium gegen das Grundgesetz verstößt. In einer Pressemitteilung teilte das Bundesverfassungsgericht am 10. Januar 2020 mit, dass sich die Kosten des Erststudiums sowie der Erstausbildung weiterhin nur als Sonderausgaben absetzen lassen.

Anrechenbare Studienkosten

Diese Studienkosten rechnet das Finanzamt unter anderem an:

  • Studiengebühren,
  • Zinsen für einen Studienkredit,
  • Semesterbeiträge inklusive Betrag für das Semesterticket sowie weitere Fahrtkosten für den Weg zur Universität, zu Lerngemeinschaften und zum Praktikum,
  • Ausgaben für Arbeitsmittel wie Fachliteratur, Büromaterial und Notebook,
  • Kosten für Exkursionen und Auslandssemester.
 

Wichtig: Für viele Aufwendungen gelten Höchstgrenzen und Pauschalen. Außerdem sollten Studenten ihre Quittungen aufbewahren. Zwar müssen Sie Ihrer Steuererklärung keine Belege beifügen, allerdings besteht für geltend gemachte Ausgaben eine Belegaufbewahrungspflicht. Denn das Finanzamt kann bei Bedarf einen Nachweis fordern.

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Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), Wirtschaftsprüfer oder durch einen Lohnsteuerhilfeverein nicht ersetzen.