Kurz und kompakt

  • Reisende sollten sich vor Reiseantritt über die Trinkgeldgepflogenheiten des Ziellandes informieren.

  • In europäischen Ländern sind in der Regel 10 bis 15 Prozent Trinkgeld im Restaurant angemessen.

  • In den USA und Kanada sind 15 bis 20 Prozent Trinkgeld üblich, da Servicekräfte dort oft auf Trinkgeld angewiesen sind.

Welche Beträge sind angemessen?

Der Begriff Trinkgeld stammt aus dem 14. Jahrhundert und war ursprünglich wörtlich zu verstehen: Die Extrazahlung war dazu gedacht, dass sich die bedachte Person ein Getränk auf Kosten der Geberin oder des Gebers gönnt. Heute ist Trinkgeld immer noch gern gesehen und ein Zeichen der Wertschätzung. Doch in welchen Branchen ist es üblich und wie viel ist angemessen? Die Höhe des Trinkgelds hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Servicequalität, der Art der Dienstleistung, der Region und selbstverständlich vom eigenen Ermessen.

Diese Richtlinien können hilfreich sein

Grundsätzlich besteht keine Verpflichtung, Trinkgeld zu geben. Doch es drückt aus, dass Sie mit einem erbrachten Service zufrieden sind, z. B. mit der Bedienung in einem Restaurant, einer Taxifahrerin oder einem Taxifahrer sowie mit dem Zimmerservice. Welche Trinkgeldhöhe als angemessen gilt, hängt vom entsprechenden Land und der jeweiligen Branche ab, aber es gibt Richtwerte, an denen Sie sich orientieren können.

Trinkgeld in Deutschland

  • Restaurant oder Café: Hier sind 10 bis 15 Prozent des Rechnungsbetrags üblich, wenn keine Servicepauschale in der Rechnung enthalten ist. Es kommt auch vor, dass die Gastronomin oder der Gastronom das Trinkgeld sammelt und unter den Mitarbeitenden aufteilt.
  • Hotel: Mit etwa 1 bis 2 Euro Trinkgeld pro Gepäckstück machen Sie den Kofferträgerinnen und -trägern eine Freude. Der Zimmerservice freut sich ebenfalls über Trinkgeld. Für die Hauswirtschaft sind 1 bis 2 Euro pro Tag Aufenthalt ein guter Richtwert.
  • Taxi: Die Fahrerinnen und Fahrer tragen eine hohe Verantwortung. Belohnen Sie diese mit einem Obolus von mindestens 10 Prozent zusätzlich zum Fahrpreis.
  • Friseur- oder Kosmetiksalon: Ein Trinkgeld von etwa 10 Prozent gilt hier als ein angemessenes Dankeschön.
  • Garderobe: 50 Cent oder 1 Euro sind für den Garderobenservice in Ordnung.
  • Lieferdienst: Essenslieferdienst-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter freuen sich über ein Trinkgeld ab 2 Euro oder einen geringen Prozentsatz des Bestellwertes.
  • Handwerk: Trinkgeld für Leistungen von Handwerkerinnen, Handwerkern oder Reinigungskräften ist nicht üblich, wird aber gern gesehen. Vor allem wenn am Wochenende oder während der Feiertage gearbeitet wird, können Sie so Ihre Wertschätzung ausdrücken.

Trinkgeld bar oder mit Karte zahlen

Trinkgeld ist für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steuerfrei, denn die Kundinnen und Kunden zahlen es freiwillig, ohne Dienstanweisung oder vertragliche Verpflichtung. Bezahlen Sie aber mit Karte und addieren das Trinkgeld zum Gesamtbetrag, wird es in vielen Fällen doch versteuert.

Zudem können Sie sich bei einer Kartenzahlung nicht sicher sein, ob das Trinkgeld wirklich bei der Person landet, deren guten Service Sie mit dem Trinkgeld honorieren möchten. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Trinkgeld – wenn möglich – in bar zu geben.

Die Höhe des Trinkgelds unterscheidet sich von Land zu Land

Je nachdem, in welchem Land Sie Urlaub machen, gehört Trinkgeld zum guten Ton. Während es in vielen Gegenden als Fauxpas gilt, kein Trinkgeld zu geben, wird Trinkgeld in manchen Ländern wie China und Japan jedoch in vielen Fällen als Beleidigung empfunden. Was die Erwartungen bezüglich der Trinkgeldhöhe angeht, gelten die Menschen in nordeuropäischen Ländern als zurückhaltend.

In Richtung Süden erwarten Servicekräfte meist einen höheren Betrag als Dankeschön, da die Gehälter dort eher gering sind. Recherchieren Sie daher am besten vor Ihrer Reise die Gepflogenheiten im Zielland und welche Reisezahlungsmittel üblich sind. Wenn Sie in außereuropäische Länder reisen, sollten Sie sich außerdem rechtzeitig die passende Währung bestellen. Denn Trinkgeld wird häufig noch bar bezahlt. So kommen Sie bei der Taxifahrt vom Flughafen oder gegenüber dem Kofferträger im Hotel nicht in Verlegenheit.

Trinkgeld in Europa

Wenn Sie in Urlaubsländer wie Spanien, Portugal, Frankreich oder Griechenland reisen, sollten Sie Ihre 10 bis 15 Prozent Trinkgeld für die Kellnerin oder den Kellner einfach auf dem Tisch liegenlassen und auf das Wechselgeld verzichten.

In der italienischen Gastronomie ist das Entrichten eines Obolus eher nicht vorgesehen. Denn häufig beinhaltet die Rechnung ohnehin eine Servicepauschale für Gedeck und Brot (coperto). In Bars hingegen finden Sie ab und zu eine kleine Schale oder ein Sparschwein für Trinkgeld. In vielen Hotels gehört zudem ein Trinkgeld in Höhe von 1 Euro pro Tag für die Hauswirtschaft zum guten Ton.

In Großbritannien und Irland kann ebenfalls bereits auf der Rechnung eine Servicepauschale mit berechnet sein. Ein kleines „tip“ wird im Restaurant oder zusätzlich zum Fahrpreis bei einer Taxifahrt trotzdem gern gesehen. Im Pub finden sich auch immer häufiger Gläser für Trinkgeld.

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Trinkgeld in Skandinavien

In nordeuropäischen Urlaubsländern hat das Thema Trinkgeld keinen hohen Stellenwert. In Restaurants und Hotels ist der Service meist schon in der Rechnung enthalten. Wenn Sie aber zufrieden damit sind, können Sie den zu zahlenden Betrag einfach aufrunden und auf Ihr Wechselgeld verzichten. Hotelpersonal wie Kofferträgerinnen und -träger sowie die Hauswirtschaft erhalten meist eine kleine finanzielle Anerkennung. In Norwegen, Dänemark und Finnland sind in der Regel 5 Prozent Trinkgeld üblich. In Schweden ist es mittlerweile sehr verbreitet, ein Trinkgeld zu zahlen. Dieses liegt meist bei etwa 10 Prozent. Im Gegensatz zu südlichen Ländern ist es in Skandinavien gängig, das Trinkgeld per Karte zu entrichten. Dazu lässt Sie die Servicekraft in Restaurants oder Bars den gewünschten Betrag ins Lesegerät eingeben.

Trinkgeld in den USA und Kanada

In Nordamerika sollte das Trinkgeld 15 bis 20 Prozent der Rechnungssumme betragen. Vor allem in den Vereinigten Staaten kommt dem „tip“ eine hohe Bedeutung zu, da Servicekräfte wie Kellnerinnen und Kellner oder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hauswirtschaft häufig sehr niedrige Löhne erhalten. Im Hotel gelten 1 Dollar pro Gepäckstück für den Kofferträger oder die Kofferträgerin und 1 bis 5 Dollar pro Nacht für den Zimmerservice als angemessen. Möchten Sie Letzteres zahlen, legen Sie eine kurze Notiz dazu, um klarzumachen, für wen das Geld bestimmt ist. Taxifahrerinnen und -fahrer erhalten im Durchschnitt 15 Prozent Trinkgeld.

Trinkgeld in Australien und Neuseeland

In Australien und Neuseeland ist Trinkgeld weniger üblich als in anderen Ländern und wird daher nicht erwartet. Möchten Sie jedoch einen besonders guten Service belohnen, sind ungefähr 10 Prozent angemessen. Sie können zum Beispiel Trinkgeld geben, wenn Sie eine Reiseführerin oder ein Reiseführer mehrere Tage lang begleitet. Hier sind 1 bis 2 Euro pro Tag und Person angemessen. In Neuseeland ist es mittlerweile auch üblich, der Taxifahrerin oder dem Taxifahrer Trinkgeld zu geben. Dabei reicht es aber, den Betrag aufzurunden.

In diesen Ländern gilt Trinkgeld als Beleidigung

In Japan, China oder Thailand sind die Gepflogenheiten anders: Trinkgeld gehört hier nicht zur Kultur. Viele empfinden es sogar als unhöflich oder beleidigend. Denn guter Service wird als selbstverständlich angesehen. Zeigen Sie Ihre Dankbarkeit lieber in Form von höflichen Begrüßungen, Verbeugungen und Danksagungen nach dem Essen. In Touristenzentren oder größeren Hotels können Sie dem Servicepersonal aber grundsätzlich ein kleines Trinkgeld geben.

Trinkgeld auf Kreuzfahrten

Auf Kreuzfahrtschiffen kümmert sich eine große Anzahl an Servicekräften darum, dass Ihr Urlaub ein Erlebnis wird. Informieren Sie sich vor der Kreuzfahrt, ob Trinkgeld für Kabinenpersonal, Kellnerinnen und Kellner und andere Crewmitglieder bereits im Reisepreis inbegriffen sind.

Ist dies nicht der Fall, können Sie ca. 8 bis 15 Euro pro Tag einplanen und im Laufe der Reise an verschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilen, zum Beispiel im Restaurant, der Hauswirtschaft oder der Kinderbetreuung.

Trinkgeld weltweit - ein Überblick

Landgenerell üblichRestaurantHotelTaxi
Australiennein10 %wird nicht erwartet, aber gern gesehennicht üblich
ChinaneinTrinkgeld kann als Beleidigung aufgefasst werden1 € pro Koffer / Tag1 - 2 €
Deutschland5 - 10 %5 - 10 %1 - 2 € pro Koffer / Tag10 %
Frankreich5 - 10 %5 - 10 %1 € pro Koffer, 5 - 20 € pro Aufenthaltnicht üblich
Griechenland10 %10 %1 € pro Koffer, 5 - 20 € pro Aufenthalt10 %
Großbritannien10 - 15 %10 - 15 %2 Pfund pro Koffer, Trinkgeld für die Hauswirtschaft ist nicht üblich, aber gern gesehen10 %
Italien10 %10 %1 € pro Koffer, 5 € pro Woche5 - 10 %
JapanNein, Trinkgeld kann generell als Beleidigung aufgefasst werden---
Österreichneinnicht üblich, aber gern gesehennicht üblich, aber gern gesehennicht üblich, aber gern gesehen
Spanien5 - 10 %5 - 10 %1 € pro Koffer, 1 € pro Tag5 - 10 %
Türkei15 %15 %1 € pro Koffer, 5 € pro Aufenthaltnicht üblich
USA15 %15 - 20 %1 $ pro Koffer / Tag15 - 18 %

Gut zu wissen

Im Flugzeug sollten Sie kein Trinkgeld geben, auch wenn es gut gemeint ist. Bei den meisten Fluglinien ist es dem Bordpersonal untersagt, Trinkgeld anzunehmen.

5 Tipps rund ums Trinkgeld

  1. Trinkgeld ist immer freiwillig. Wenn Sie mit der Qualität des Services nicht zufrieden sind, müssen Sie kein Trinkgeld zahlen. Ganz im Gegenteil, der Verzicht auf Trinkgeld ist eine gute Möglichkeit, Ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen.
  2. Zahlen Sie das Trinkgeld, wenn möglich, in bar. So können Sie sicher sein, dass es an die entsprechende Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter geht.
  3. In manchen Ländern wie Ägypten oder Griechenland ist die persönliche Übergabe des Trinkgelds gern gesehen. In Frankreich oder Spanien sollten Sie den Betrag dagegen eher auf dem Tisch liegenlassen. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über die lokalen Gepflogenheiten.
  4. In vielen Ländern außerhalb der Eurozone ist der US-Dollar gern gesehen, da er oft mehr Wert als die lokale Währung hat. 1-Dollar-Scheine sind eine praktische Möglichkeit für Trinkgeld aufgrund der hohen Akzeptanz und kleinen Stückelung.
  5. Generell ist es üblich, das Trinkgeld am Ende der erbrachten Dienstleistung zu übergeben, also beim Zahlen der Rechnung im Restaurant oder am Ende der Taxifahrt. In Hotels empfiehlt es sich, bereits während des Aufenthaltes ein Extra für das Hauswirtschaftspersonal zu hinterlassen.

FAQs zum Thema Trinkgeld

Erst einmal: Trinkgeld ist immer freiwillig. Sind Sie aber mit dem Service oder der Dienstleistung zufrieden, sind in Deutschland 10 Prozent des Gesamtbetrags in den meisten Fällen ein guter Richtwert. In anderen Ländern gibt es häufig andere Regeln und Richtwerte. Informieren Sie sich vor Ihrem Auslandsaufenthalt über die landesüblichen Gepflogenheiten.

Das Geben von Trinkgeld ist freiwillig und eine Möglichkeit, überzeugende Arbeit und guten Service zu honorieren. Sie sind nicht dazu verpflichtet, Trinkgeld zu zahlen.

In Deutschland ist Trinkgeld steuerfrei, da es als Wertschätzung für die Arbeitsleistung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gezahlt wird. Wichtig ist, dass es sich um eine freiwillige Zahlung handelt. Automatisch berechnete Bedienungszuschläge sind steuerpflichtig.

In Deutschland hat sich die Faustregel etabliert, als Trinkgeld ca. 10 Prozent der Gesamtrechnung zu geben.

Es ist möglich, das Trinkgeld bei einer Kartenzahlung zu dem Gesamtbetrag zu addieren. Besser ist immer, Trinkgeld in bar zu geben. So stellen Sie sicher, dass der Betrag wirklich bei der Person landet, deren Service Sie würdigen möchten.

Wenn Sie sichergehen möchten, dass das Reinigungspersonal im Zimmer liegendes Bargeld als Trinkgeld erkennt, können Sie es auf dem Tisch mit einer kleinen Notiz hinterlassen. Alternativ ist auch die Platzierung auf dem Kopfkissen möglich. So wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass Sie das Geld im Zimmer hinterlegt und nicht vergessen haben.

Besonders in Japan und China sollten Sie vom Geben eines Trinkgeldes absehen. Es wird in diesen Ländern als Beleidigung aufgefasst. In Vietnam oder Malaysia ist die Zahlung von Trinkgeld ebenfalls nicht üblich, in touristischen Zentren inzwischen jedoch gern gesehen.

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