Sicher am Geldautomaten: Shoulder-Surfing, Skimming & Cash-Trapping

Kurz und kompakt

  • Kriminelle nutzen Ablenkungsmanöver am Geldautomaten, um PIN-Daten und EC-Karten zu stehlen.

  • Shoulder Surfing, Skimming und Cash-Trapping sind bekannte Betrugsmaschen, um an Daten oder Bargeld zu kommen.

  • Prüfen Sie stets, ob Sie Karte und Geld gesichert haben, bevor Sie sich von einer Situation ablenken lassen. Informieren Sie bei Verdacht Bank und Polizei.

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Schützen Sie sich beim Geldabheben

Kriminelle greifen zu allen denkbaren Mitteln, um an Ihre EC-Karte und Ihre PIN zu gelangen. Eine kleine Ablenkung am Geldautomaten oder ein Moment der Unachtsamkeit kann geschulten Langfingern ein Zeitfenster bieten, um zuzuschlagen. Mit unseren Sicherheitstipps schützen Sie sich vor solchen Betrugsversuchen.

Diese Betrugsmaschen sollten Sie kennen

Cash-Trapping

Beim Cash-Trapping wird eine Verblendung am Geldauswurf montiert. Landet das ausgezahlte Geld im Schacht, öffnet sich die Verblendung nicht. Dadurch können Sie das Geld nicht entnehmen. Damit der Automat die Scheine nicht automatisch wieder einzieht, ist die Verblendung an der Innenseite mit einer Klebefolie oder Ähnlichem versehen. Für Sie als Benutzerin und Benutzer sieht es so aus, als wäre der Geldautomat defekt. Verlassen Sie den Automaten, um eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter der Filiale zu informieren, nutzen die Betrügerinnen oder Betrüger diesen Moment. Sie entnehmen das Geld aus dem Automaten und verschwinden.

Card-Trapping

Beim Card-Trapping wird der Kartenschlitz manipuliert, oft mit einer Schlaufe aus Metall oder Plastik. Zunächst lässt sich die Bankkarte ganz normal einführen. Sie heben ohne Auffälligkeiten Geld ab. Haben Sie die PIN eingegeben und die gewünschte Summe ausgewählt, verhindert die eingebaute Konstruktion, dass die Karte wieder herausgegeben wird. Als Folge dessen wird dann auch das Geld nicht ausgezahlt. Der Automat erweckt so den Eindruck, als hätte er die Karte einbehalten. Entfernen Sie sich vom Automaten, um Hilfe zu holen, nutzen die Betrügerinnen oder Betrüger diesen Moment. Sie holen die Karte aus dem Automaten. An die zugehörige PIN kommen Sie entweder mit einer installierten Kamera, die die Eingabe filmt, oder mit einem manipulierten Ziffernfeld. Betrügerinnen und Betrüger können die Karte nun nutzen, um Geld vom Konto des Opfers abzuheben.

Shoulder-Surfing

Beim Shoulder-Surfing rücken Betrügerinnen und Betrüger möglichst nah an Sie heran, während Sie den Geldautomaten benutzen. So versuchen sie, die Eingabe der PIN zu beobachten. Oft werden Kameras als Hilfsmittel verwendet. Damit werden Sie bei der Eingabe Ihrer PIN aufgezeichnet oder aus einem etwas größeren Abstand beobachtet. Haben sie Ihre PIN in Erfahrung gebracht, lenken die Betrügerinnen oder Betrüger Sie ab. Sie stehlen Ihre Bankkarte, wenn sie vom Geldautomaten wieder ausgegeben wird. Oft wird die Karte durch eine Fälschung ausgetauscht. So fällt der Betrug oft erst später auf, wenn die Verantwortlichen bereits über alle Berge sind.

Skimming

Ziel des Skimmings ist es, Kartendaten auszulesen. Dazu wird das Kartenlesegerät am Geldautomaten so manipuliert, dass die Betrügerinnen und Betrüger den Magnetstreifen der Karte auslesen können. Um an die zugehörige PIN zu kommen, wird entweder eine Kamera am Automaten angebracht oder eine Tastatur auf dem Ziffernfeld aufgesetzt. Die erbeuteten Daten werden dann genutzt, um eine Kartenkopie zu erstellen. Skimming ist besonders gefährlich, weil Sie am manipulierten Geldautomaten ohne Probleme Bargeld abheben können. Der Betrug fällt oft erst auf, wenn fremde Abbuchungen auf dem Kontoauszug erscheinen.

Falschgeld

Die Gefahr, dass Bankkundinnen und Bankkunden am Geldautomaten Falschgeld ausgezahlt wird, ist sehr gering. Reine Auszahlungsautomaten werden in der Regel mit Banknoten befüllt, die zuvor in den Filialen der Bundesbank maschinell auf Echtheit und Unversehrtheit geprüft wurden. Automaten, an denen sowohl Ein- als auch Auszahlungen möglich sind, sind mit verschiedenen Sensoren (UV, Infrarot, Magnetismus) ausgestattet. Verdächtige Scheine werden sofort aussortiert und in ein separates Fach (die sogenannte „Retract-Kassette“) geleitet. Die Scheine werden nicht wieder ausgezahlt. Sollten Sie dennoch den Verdacht haben, dass ein gefälschter Geldschein ausgezahlt wurde, informieren Sie umgehend die Bank. Melden Sie sich am Schalter oder kontaktieren Sie alternativ die Polizei, wenn die Filiale nicht geöffnet ist. Bringen Sie Falschgeld wissentlich in Umlauf, machen Sie sich strafbar.

So erkennen Sie manipulierte Geldautomaten

Betrügerinnen und Betrüger gehen immer professioneller vor. Das macht es nicht einfach, Manipulationen an Geldautomaten zu erkennen. Achten Sie auf diese Merkmale, um Betrugsversuche zu vermeiden:

  • Farbunterschiede zwischen einzelnen Komponenten des Automaten,
  • Klebstoffreste, vor allem an den Bedienfeldern oder dem Kartenleser,
  • locker sitzende Blenden und andere Bauteile,
  • auffällig neu aussehende Teile an einem offensichtlich älteren Automaten und
  • beschädigte Siegel.

Sicherheitsmaßnahmen der Banken

Banken als Betreiber der Geldautomaten arbeiten ständig daran, Schutzmaßnahmen zu verbessern und Betrugsversuche an Geldautomaten zu unterbinden. Moderne Geldautomaten werden ständig weiterentwickelt, um das Anbringen von falschen Lesegeräten oder Ziffernfeldern zu verhindern. Beleuchtete oder blinkende Kartenschlitze sorgen dafür, dass ein zusätzlich angebrachtes Lesegerät schnell auffällt. Weiterentwickelte Blenden am Ausgabefach verhindern, dass Klebestreifen angebracht werden können. Viele Automaten sind zudem mit einer Sicherheitstechnik ausgestattet, die bei Manipulationsversuchen einen stillen Alarm auslöst. Dieser nimmt den Automaten außer Betrieb. So wird verhindert, dass Kundinnen und Kunden den manipulierten Automaten nutzen. 

10 Tipps zum richtigen Verhalten beim Geld abheben

  1. Geben Sie niemals Ihre PIN in den Türöffner am Eingang ein. Keine Bank verlangt Ihre persönliche PIN als Zugang. Wird die Eingabe gefordert, ist der Türöffner manipuliert.
  2. Nutzen Sie, wenn möglich, unterschiedliche Karten für den Türöffner und am Geldautomaten.
  3. Achten Sie darauf, die PIN verdeckt einzugeben. Versichern Sie sich vor der Eingabe, dass niemand Sie beobachtet.
  4. Bewahren Sie Karte und PIN unbedingt getrennt voneinander auf.
  5. Geldautomaten in geschlossenen Räumen sind deutlich schwieriger zu manipulieren als Automaten in Außenbereichen. Nutzen Sie nach Möglichkeit nur Automaten in Innenräumen.
  6. Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl. Kommt Ihnen am Automaten etwas komisch vor, fühlen Sie sich beobachtet oder unsicher, heben Sie kein Geld ab. Verlassen Sie den Automaten.
  7. Nutzen Sie, wenn möglich, stets denselben Geldautomaten. So fallen Ihnen Unregelmäßigkeiten und Veränderungen am Gerät schnell auf.
  8. Lassen Sie sich während des Abhebens nicht durch fremde Personen ablenken.
  9. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen. Informieren Sie umgehend Ihre Bank, wenn Sie ungewöhnliche Abbuchungen entdecken.
  10. Verständigen Sie umgehend die verantwortliche Bank und die Polizei, wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Geldautomat manipuliert wurde. Wenn Sie den Automaten bereits benutzt haben, lassen Sie Ihre Karte über den zentralen Sperrnotruf 116 116 sperren und erstatten Sie Anzeige.

FAQs zu Ablenkungen am Geldautomaten

Unterbinden Sie Ablenkungsversuche am Geldautomaten freundlich, aber bestimmt, bis die Auszahlung abgeschlossen ist. Lassen Sie den Automaten und Ihre Bankkarte nicht aus den Augen, auch wenn Sie angesprochen werden. Achten Sie darauf, dass keine Personen in Ihrer Nähe sind, wenn Sie Ihre persönliche PIN eingeben.

Bewahren Sie Ihre PIN immer getrennt von der Karte auf. Achten Sie beim Eingeben der PIN darauf, dass Sie niemand beobachtet, und geben Sie die PIN verdeckt ein – auch wenn keine anderen Personen in Ihrer Nähe sind. So erschweren Sie auch versteckten Kameras das Ausspähen.

Gibt ein Geldautomat kein Geld aus, obwohl der Abhebe-Vorgang unauffällig war, kontaktieren Sie umgehend eine Bankmitarbeiterin oder einen Bankmitarbeiter. Am besten bitten Sie andere Kundinnen und Kunden darum. Bleiben Sie selbst beim Geldautomaten. So geben Sie Betrügerinnen und Betrügern keine Gelegenheit, unbeobachtet an Geld oder Daten zu kommen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Geldautomat Falschgeld auszahlt, ist sehr gering. Geldautomaten in Deutschland nutzen von der Deutschen Bundesbank zertifizierte Prüftechniken und werden in der Regel mit von der Bundesbank geprüften Geldscheinen bestückt.

Informieren Sie bei jedem Betrugsversuch nicht nur die Bank, sondern erstatten Sie auch Anzeige bei der Polizei. In vielen Fällen ist eine Anzeige Voraussetzung dafür, dass der entstandene Schaden ersetzt wird.

Achten Sie besonders auf den Kartenschlitz und das Eingabefeld für die PIN. Sitzen alle Teile fest? Stehen einzelne Komponenten über und sehen auffällig aus? Gibt es Farbunterschiede zwischen Komponenten oder sogar Spuren von Kleber? Sind alle angebrachten Siegel intakt oder gibt es hier Beschädigungen? Entdecken Sie Auffälligkeiten, sollten Sie den Automaten in keinem Fall benutzen. Informieren Sie umgehend die Bank.

Gibt der Automat die Karte nicht wieder heraus, informieren Sie umgehend eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter der Bank. Bitten Sie am besten andere Menschen in der Filiale darum, Bescheid zu geben. Bleiben Sie selbst am Automaten. So geben Sie Kriminellen keine Möglichkeit, an die Karte zu kommen. Liegt kein Betrugsversuch vor, geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Karte in den meisten Fällen umgehend wieder heraus. Auch die mehrmalige falsche Eingabe der PIN oder technische Defekte können dazu führen, dass ein Geldautomat die Karte einbehält. Nutzen Sie den Automaten außerhalb der Öffnungszeiten, sollten Sie die Karte über den zentralen Sperrnotruf 116 116 sperren lassen.

Sperren Sie Ihre Karte umgehend, wenn Sie vermuten, Opfer eines Betrugsversuchs geworden zu sein. Die Notruf-Telefonnummer 116 116 steht Ihnen rund um die Uhr zur Verfügung. Der Anruf ist in Deutschland kostenlos. Aus dem Ausland erreichen Sie den Notruf unter der Nummer +49 116 116. Je nach Anbieter oder Netzbetreiber können Gebühren anfallen.

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