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Innendämmung: Ist sie für mein Haus geeignet?

Kurz und kompakt

  • Eine Innendämmung kommt vor allem infrage, wenn eine Außendämmung ausscheidet. Für Altbauten ist sie jedoch nicht automatisch die beste Lösung.

  • Schäden und Feuchteursachen müssen geklärt sein. Dämmen Sie nicht unmittelbar in Fällen von undichten Fugen, einer durchfeuchteten Wand oder einer schadhaften Fassade.

  • Das Dämmsystem muss zum Wandaufbau passen. Fachleute prüfen deshalb Feuchteschutz, Wärmebrücken und Anschlüsse vor der Ausführung.

Ist eine Innendämmung für mein Haus sinnvoll?

Eine Innendämmung verringert Wärmeverluste, wenn die Fassade außen sichtbar bleiben soll oder sich von außen nicht dämmen lässt. Sie verändert jedoch den Wärme- und Feuchtehaushalt der Außenwand. Deshalb entscheidet nicht allein das Alter des Hauses darüber, ob sich diese Dämmvariante eignet. Fachleute untersuchen in der Regel zunächst den Wandaufbau und den Feuchtezustand. Danach bewerten sie die Schlagregenbelastung und planen die Anschlüsse an angrenzende Bauteile.

Die Außenwand entscheidet über die Eignung

Bei einer Innendämmung bringen Fachbetriebe das Dämmmaterial auf der Raumseite der Außenwand an. Die Maßnahme verbessert den Wärmeschutz der Gebäudehülle von innen. Die Lage des Dämmstoffs hat zur Folge, dass im Winter weniger Raumwärme in das bestehende Mauerwerk gelangt. Die Außenwand bleibt so kälter und trocknet nach einer Feuchtebelastung langsamer nach innen. Eine fachgerechte Planung muss deshalb verhindern, dass sich Feuchtigkeit im Wandaufbau anreichert.

Eine Innendämmung kommt eher infrage, wenn

  • die Fassade erhalten bleiben soll. Das betrifft häufig denkmalgeschützte Gebäude, Sichtfachwerk, Klinker oder aufwendig gestaltete Putzfassaden.
  • eine Außendämmung baulich nicht möglich ist. Grundstücksgrenzen, Grenzbebauung oder fehlender Zugang können die Arbeiten von außen verhindern.
  • Sie nur einzelne Nutzungseinheiten sanieren möchten. Auch dann braucht jeder Übergang zu ungedämmten Bereichen eine genaue Detailplanung.

Prüfen Sie diese Punkte, bevor Sie sich für die Innendämmung entscheiden

  • Wandaufbau und Baustoffe: Vollziegel, Naturstein, Fachwerk oder zweischaliges Mauerwerk reagieren unterschiedlich auf Wärme und Feuchtigkeit.
  • Feuchtezustand der Außenwand: Messungen zeigen, ob Mauerwerk, Putz oder Holz bereits belastet sind.
  • Schlagregen: Wetterseite, Dachüberstand, Fugen und Außenputz bestimmen, wie viel Regen die Wand aufnimmt.
  • Bauteilanschlüsse: Fensterlaibungen, Geschossdecken und einbindende Innenwände können nach der Dämmung kältere Randbereiche bilden.
  • Nutzung der Räume: Raumtemperatur, Luftfeuchte und Lüftung beeinflussen den Feuchteeintrag von innen.

Dämmen Sie nicht bei diesen Warnsignalen

  • Die Ursache einer feuchten Wand ist ungeklärt. Defekte Dachrinnen, Risse, undichte Leitungen oder aufsteigende Feuchtigkeit müssen zuerst behoben werden.
  • Die Fassade hält Schlagregen nicht ausreichend ab. Schadhafte Fugen und Putze benötigen eine Instandsetzung, bevor die Dämmung die Austrocknung nach innen begrenzt.
  • Salze, Schimmel oder Holzschäden treten bereits auf. Fachleute müssen den Schaden untersuchen und ein Sanierungskonzept entwickeln.
  • Anschlüsse lassen sich nicht sicher ausführen. Fehlender Platz an Fensterlaibungen oder schwer zugängliche Balkenköpfe verlangen eine objektspezifische Lösung.

Drei Beispiele mit unterschiedlichen Gebäudesituationen: Wann lohnt sich die Innendämmung?

Reale Sanierungsprojekte verdeutlichen, warum es keine Standardlösung für die Innendämmung gibt. Die folgenden drei Beispiele bieten Ihnen dabei eine erste Orientierung. Ihre Ergebnisse lassen sich nicht unbedingt ohne eine fachspezifische Prüfung auf Ihre Immobilie übertragen.

Gebäudesituation 1: Denkmalgeschützter Altbau in Schwerin

Das Gebäudeensemble Schlossstraße 12 und Klosterstraße 5 in Schwerin entstand um 1842. Es umfasst eine reich gestaltete Putzfassade, einen Fachwerkmittelbau und weitere historische Gebäudeteile. Nach langem Leerstand begann 2011 eine umfassende Sanierung.

  • Ausgangslage: Die historische Fassade sollte erhalten bleiben. Zugleich wiesen einzelne Außenwände Schäden und Feuchtebelastungen auf.
  • Bauliche Herausforderung: Eine einheitliche Dämmung von außen hätte die geschützte Ansicht verändert. Die verschiedenen Gebäudeteile besaßen zudem unterschiedliche Wand- und Fassadenaufbauten.
  • Notwendige Prüfungen: Das Planungsteam untersuchte den Bestand und entwickelte ein energetisches Konzept für jeden Gebäudeteil. Es bewertete den Feuchtezustand und den Brandschutz. Außerdem stimmte es den Austrocknungsweg mit den Vorgaben des Denkmalschutzes ab.
  • Gewählte Lösung: Hinter den erhaltenswerten Stuck- und Fachwerkfassaden kam eine kapillaraktive und diffusionsoffene Innendämmung zum Einsatz. Das bedeutet: Die Konstruktion kann Feuchtigkeit aufnehmen, innerhalb des Materials weiterleiten und als Wasserdampf wieder abgeben. Als Dämmung diente eine 18 Zentimeter starke Vorsatzschale aus Ziegeln mit dämmendem Perlit. Den Zwischenraum zur bestehenden Wand verfüllte das Team vollständig, sodass keine Hohlräume zwischen Bestandswand und Dämmung blieben. Andere Fassadenbereiche dämmte das Team von außen.
  • Entscheidende Erkenntnis: Der Denkmalschutz sprach für die Innendämmung, aber nicht für ein einheitliches System im gesamten Ensemble. Erst die Untersuchung der einzelnen Wände führte zur jeweiligen Lösung. Eine bereits feuchte Wand darf daher nicht einfach überdämmt werden. Ursache, Instandsetzung und Austrocknungsweg gehören gemeinsam in die Planung.

Gebäudesituation 2: Älteres Einfamilienhaus in Ostfriesland

Ein Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren besitzt eine für die Region typische Klinkerfassade. Zwischen der äußeren Klinkerschale und dem tragenden Mauerwerk liegt ein Hohlraum.

  • Ausgangslage: Die Eigentümerinnen und Eigentümer wollten den Wärmeschutz der Außenwand verbessern. Denkmalschutz oder eine erhaltenswerte Putzfassade schränkten die Auswahl nicht ein.
  • Bauliche Herausforderung: Vor der Entscheidung musste ein Fachbetrieb klären, ob der Hohlraum durchgängig und breit genug für eine Kerndämmung war.
  • Notwendige Prüfungen: Eine Endoskopkamera zeigte den Aufbau hinter der Klinkerfassade. Zusätzlich waren Zustand, Sauberkeit und mögliche Unterbrechungen des Hohlraums zu beurteilen.
  • Gewählte Lösung: Der Fachbetrieb füllte den geeigneten Hohlraum über kleine Bohrungen in den Fugen mit Dämmstoff. Der Innenraum blieb dabei unverändert.
  • Entscheidende Erkenntnis: Bei einem Haus ohne Denkmalschutz sollte die Prüfung nicht mit der Innendämmung beginnen. Eine Außenwanddämmung kann viele Anschlüsse durchgehend überdecken. Eine geeignete Kerndämmung erhält die Wohnfläche. Der vorhandene Wandaufbau entscheidet, welche Variante technisch infrage kommt.

Gebäudesituation 3: Fachwerkhaus in Quedlinburg

Das Haus Lange Gasse 7 in Quedlinburg entstand um 1780. Das Erdgeschoss besteht aus massivem Mauerwerk, die oberen Geschosse aus Fachwerk. Das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg sanierte das Gebäude als wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt.

  • Ausgangslage: Die historische Fachwerkfassade sollte sichtbar bleiben. Gleichzeitig benötigten die künftigen Wohnungen einen besseren Wärmeschutz.
  • Bauliche Herausforderung: Holz, Ausfachungen und Putze reagieren unterschiedlich auf Feuchtigkeit. Dringt Wasser ein, kann es die tragende Holzkonstruktion schädigen.
  • Notwendige Prüfungen: Das Projektteam untersuchte die vorhandenen Baustoffe und plante die Innendämmung zusammen mit angepassten Heiz- und Lüftungslösungen. Messfühler erfassten das Verhalten der Wand über mehrere Jahre.
  • Gewählte Lösung: In verschiedenen Wohnungen kamen unterschiedliche Dämmstoffe zum Einsatz. Dazu gehörten Holzleichtlehm, eine leichte Mischung aus Lehm und Holzfasern, sowie Wärmedämmlehm, der durch leichte Zuschlagstoffe bessere Dämmeigenschaften erhält. Verwendet wurden außerdem Kalziumsilikat, ein mineralischer und feuchtigkeitsregulierender Dämmstoff, sowie Dämmplatten aus Holzfasern. Die Fachleute stimmten das jeweilige System auf den vorhandenen Wandaufbau ab. Anschließend überwachten Messungen unter anderem, wie sich Temperatur und Feuchtigkeit in den gedämmten Bauteilen entwickelten.
  • Entscheidende Erkenntnis: Die mehrjährige Beobachtung bestätigte die Eignung der geprüften Lösungen unter den Bedingungen dieses Projekts. Sie liefert jedoch keine freie Materialwahl für jedes Fachwerkhaus. Standort und Schlagregenbelastung beeinflussen die Lösung. Zusätzlich zählen Ausfachung, Holzfeuchte und geplante Nutzung.

Von der Bestandsaufnahme zur fachgerechten Ausführung

Wenn Sie herausfinden möchten, ob eine Innendämmung auch für Sie eine Option ist, prüfen Sie Ihr Objekt in der folgenden Reihenfolge:

  1. Erfassen Sie den Zustand. Halten Sie fest, wie die Wand aufgebaut ist und welche Baustoffe vorhanden sind. Dokumentieren Sie außerdem Schäden und frühere Sanierungen. Fachleute messen bei Bedarf die Feuchte.
  2. Prüfen Sie Lösungen von außen. Klären Sie, ob eine Außen- oder Kerndämmung technisch und gestalterisch möglich ist. Erst danach lässt sich die Innendämmung sinnvoll einordnen.
  3. Bewerten Sie den Feuchteschutz. Schlagregen, Raumluftfeuchte und Austrocknungswege bestimmen die Belastung der Wand. Komplexe Aufbauten benötigen häufig eine hygrothermische Simulation.
  4. Wählen Sie ein abgestimmtes System. Der Dämmstoff muss zum Kleber und zum Putz passen. Benötigt der Aufbau eine Dampfbremse, muss auch sie Teil des geprüften Systems sein.
  5. Planen Sie jeden Anschluss. Legen Sie zuerst die Details an Fensterlaibungen und Geschossdecken fest. Auch Fußböden und einbindende Innenwände brauchen einen sicheren Übergang. Bei Fachwerk kommen die Holzbalken und Gefache hinzu.
  6. Lassen Sie die Arbeiten kontrolliert ausführen. Hohlräume, undichte Stellen oder unterbrochene Dampfbremsen können Feuchtigkeit in die Konstruktion leiten.

Feuchtigkeit und Schimmel haben unterschiedliche Ursachen

Eine Innendämmung beseitigt keine undichte Fassade und keine aufsteigende Feuchtigkeit. Zeigt eine Außenwand bereits Flecken, Ausblühungen oder Schimmel, lassen Sie Fachleute zuerst die Ursache klären. Nach der Reparatur muss der Wandaufbau ausreichend trocknen. Erst dann lässt sich beurteilen, ob und mit welchem System Sie das Haus von innen dämmen können.

Eine fachgerecht geplante Innendämmung erhöht die Temperatur der raumseitigen Wandoberfläche. Das kann das Risiko von oberflächlichem Schimmel an zuvor kalten Flächen senken. Fehler bei Planung oder Ausführung können dagegen Feuchtigkeit hinter der Dämmung einschließen. Besonders kritisch sind Hohlräume zwischen Wand und Dämmstoff sowie undichte Anschlüsse. Durch sie gelangt warme, feuchte Raumluft an kalte Bauteilschichten. Kühlt sie dort unter den Taupunkt ab, kann Tauwasser entstehen.

Anschlüsse entscheiden über Wärmebrücken

Die gedämmte Wandfläche wird wärmer. Angrenzende Bauteile bleiben ohne zusätzliche Maßnahmen jedoch kalt. So verlagern sich mögliche Wärmebrücken an die Ränder der Innendämmung.

  • Fensterlaibungen: Dünnere Laibungsdämmungen führen das System bis an den Fensterrahmen. Ohne diesen Anschluss bleiben die Flächen häufig kalt.
  • Geschossdecken und Fußböden: Deckenränder unterbrechen die Dämmebene. Die Planung muss Temperatur und Feuchte an diesen Übergängen prüfen.
  • Einbindende Innenwände: Eine flankierende Dämmung kann den kalten Bereich in den Raum hinein begrenzen. Ihre Länge und Dicke richten sich nach der Berechnung.
  • Holzbalkenköpfe: Bei Holzbalkendecken verändert die Innendämmung Temperatur und Trocknung am Balkenende. Diese Details benötigen besonders bei Fachwerk eine fachliche Bewertung.

Das Dämmsystem muss zur Wand passen

Die Wärmeleitfähigkeit beschreibt, wie gut ein Material Wärme leitet. Ein niedriger Wert erlaubt meist eine geringere Aufbauhöhe. Für die Eignung einer Innendämmung reicht dieser Wert jedoch nicht aus. Entscheidend ist auch, wie das gesamte System mit Feuchtigkeit umgeht.

Kriterium

Was Fachleute prüfen

Bedeutung für die Lösung
FeuchteverhaltenNimmt das System Feuchtigkeit auf, verteilt es diese kapillar und gibt es sie wieder ab? Oder begrenzt eine Dampfbremse den Feuchteeintrag?Kapillaraktive und dampfbremsende Systeme verlangen unterschiedliche Wandaufbauten und Anschlussdetails.
DämmwirkungWelche Wärmeleitfähigkeit und welcher U-Wert lassen sich mit dem vorhandenen Platz erreichen?Der U-Wert zeigt den Wärmeverlust des gesamten Bauteils. Je niedriger er ist, desto besser dämmt die Wand.
Aufbauhöhe

Wie viel Wohnfläche geht verloren? Bleibt genug Platz an Laibungen, Heizkörpern und Leitungen?

Ein dünner Aufbau spart Raum, muss aber den geforderten Wärme- und Feuchteschutz erreichen.

Untergrund

Ist der Innenputz tragfähig, eben und ausreichend trocken?

Vollflächiger Kontakt vermeidet Hohlräume, in die feuchte Raumluft strömen könnte.
LuftdichtheitLassen sich Anschlüsse und Durchdringungen dauerhaft schließen?Systeme mit Dampfbremse reagieren besonders empfindlich auf Fehlstellen. Auch kapillaraktive Systeme brauchen eine fachgerechte Ausführung.

Wohnkomfort und Wohnfläche müssen zusammenpassen

Eine Innendämmung erhöht die Oberflächentemperatur der Außenwand. Räume fühlen sich so häufig behaglicher an und lassen sich schneller aufheizen. Gleichzeitig verkleinert der Aufbau die nutzbare Fläche. Möglicherweise müssen Fachbetriebe Heizkörper, Steckdosen oder Leitungen versetzen.

Beziehen Sie diese Folgen in die Entscheidung ein. Eine hohe Dämmwirkung auf der freien Wandfläche genügt nicht, wenn Anschlüsse ungelöst bleiben oder die erforderliche Aufbauhöhe den Raum zu stark verkleinert.

Der Quadratmeterpreis zeigt nicht die Gesamtkosten

Die Kosten hängen nicht nur vom Dämmmaterial ab. Planen Sie auch die Bestandsaufnahme und den Feuchteschutz ein. Häufig muss der Fachbetrieb den Untergrund vorbereiten oder Anschlüsse an Fenstern und Decken herstellen. Müssen Heizkörper, Steckdosen oder Leitungen weichen, entstehen weitere Kosten. Bei einem geschädigten Gebäude kommt zunächst die Instandsetzung der Fassade oder die Beseitigung der Feuchteursache hinzu.

Lassen Sie Angebote deshalb auf derselben technischen Planung aufbauen. Nur dann vergleichen Sie denselben Leistungsumfang. Ein günstiges Angebot ohne Anschlussdetails oder Feuchteschutznachweis kann wichtige Arbeiten auslassen.

Förderung und Finanzierung folgen der Fachplanung

Eine fachgerecht geplante Innendämmung kann im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig sein. Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle gelten technische Mindestanforderungen. Häufig müssen Sie Energieeffizienz-Fachleute einbinden. Stellen Sie den Antrag, bevor die Arbeiten beginnen und prüfen Sie die jeweils aktuellen Bedingungen.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz hat 2026 das Gebäudeenergiegesetz abgelöst. Die frühere Energieeinsparverordnung gilt bereits seit 2020 nicht mehr. Welche Anforderungen heute gelten, hängt von der geplanten Maßnahme und dem Gebäude ab. Für Baudenkmale und besonders erhaltenswerte Bausubstanz bestehen besondere Regelungen. Stimmen Sie die bauphysikalische Planung dort zusätzlich mit der Denkmalschutzbehörde ab.

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Eine Innendämmung erhöht die Oberflächentemperatur der Außenwand. Räume fühlen sich so häufig behaglicher an und lassen sich schneller aufheizen. Gleichzeitig verkleinert der Aufbau die nutzbare Fläche. Möglicherweise müssen Fachbetriebe Heizkörper, Steckdosen oder Leitungen versetzen.

Beziehen Sie diese Folgen in die Entscheidung ein. Eine hohe Dämmwirkung auf der freien Wandfläche genügt nicht, wenn Anschlüsse ungelöst bleiben oder die erforderliche Aufbauhöhe den Raum zu stark verkleinert.

FAQs zur Innendämmung

Nein. Entscheidend sind unter anderem Wandaufbau, Feuchtezustand, Schlagregenbelastung und die fachgerechte Ausführung der Anschlüsse. Ein hohes Gebäudealter allein spricht weder für noch gegen eine Innendämmung. Vor der Entscheidung lassen Sie Fachleute deshalb die vorhandene Bausubstanz und mögliche Feuchtequellen untersuchen. Erst danach lässt sich beurteilen, ob eine Innendämmung technisch sinnvoll umgesetzt werden kann.

Eine Innendämmung kommt vor allem infrage, wenn eine erhaltenswerte Fassade sichtbar bleiben soll oder eine Dämmung von außen baulich nicht möglich ist. Das betrifft etwa denkmalgeschützte Gebäude oder Häuser, bei denen Grundstücksgrenzen beziehungsweise andere bauliche Gegebenheiten eine Außendämmung erschweren. Bestehen solche Einschränkungen nicht, lassen Sie Fachleute zunächst auch eine Außen- oder Kerndämmung prüfen. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vom Gebäude und dem vorhandenen Wandaufbau ab.

Nicht zwangsläufig. Eine fachgerecht geplante Innendämmung erhöht die Temperatur der inneren Wandoberfläche und kann dort das Schimmelrisiko sogar senken. Problematisch wird es dagegen, wenn warme und feuchte Raumluft hinter die Dämmung gelangt oder vorhandene Feuchte nicht ausreichend austrocknen kann. Hohlräume, undichte Anschlüsse oder ein ungeeignetes Dämmsystem erhöhen dieses Risiko. Deshalb spielen Planung und sorgfältige Ausführung bei einer Innendämmung eine besonders wichtige Rolle.

Nicht, solange die Ursache der Feuchtigkeit ungeklärt ist. Lassen Sie zunächst prüfen, ob etwa eindringender Regen, eine undichte Leitung oder aufsteigende Feuchtigkeit für die nasse Wand verantwortlich ist. Die Ursache sollte vor Beginn der Dämmarbeiten behoben werden. Anschließend müssen Fachleute beurteilen, ob die Konstruktion ausreichend trocknen kann und welches Dämmsystem mit dem vorhandenen Wandaufbau harmoniert. Eine Dämmung über bestehende Feuchteschäden kann die Probleme ansonsten verschärfen.

Grundsätzlich kommen intakte Außenwände infrage, deren Aufbau und Feuchtezustand bekannt sind. Die Wand sollte ausreichend gegen Schlagregen geschützt sein und keine unbehandelten Feuchteschäden aufweisen. Welche Dämmung geeignet ist, hängt unter anderem von den vorhandenen Baustoffen, der Wandkonstruktion und der späteren Nutzung der Räume ab. Auch Anschlüsse an Fenster, Decken und Innenwände müssen sich fachgerecht ausführen lassen. Eine Prüfung des gesamten Wandaufbaus sollte deshalb der Materialauswahl vorausgehen.

Wärmebrücken entstehen häufig an Übergängen zwischen unterschiedlichen Bauteilen. Fachleute prüfen deshalb Baupläne, Wandaufbau und insbesondere die relevanten Bauteilanschlüsse. Eine Thermografie kann bei geeigneten Temperaturbedingungen zusätzliche Hinweise auf Bereiche mit erhöhten Wärmeverlusten liefern. Besondere Aufmerksamkeit benötigen Fensterlaibungen, Deckenränder, einbindende Innenwände und Balkenköpfe. Berücksichtigen Sie solche Stellen bereits bei der Planung, damit nach der Dämmung keine kritischen Oberflächentemperaturen entstehen.

Ja, eine Innendämmung lässt sich grundsätzlich auch bei Fachwerkgebäuden umsetzen. Das gewählte System muss jedoch auf das Zusammenspiel von Holz, Ausfachung, Außenputz und Schlagregenbelastung abgestimmt sein. Besonders wichtig ist, dass eingedrungene oder innerhalb der Konstruktion entstandene Feuchtigkeit wieder austrocknen kann. Fehler bei der Materialwahl oder Ausführung können die historische Bausubstanz langfristig schädigen. Eine pauschale Empfehlung für einen bestimmten Dämmstoff reicht bei Fachwerk deshalb nicht aus.

Stimmen Sie bei denkmalgeschützten Gebäuden geplante Veränderungen frühzeitig mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde ab. Die Planung muss den Erhalt der historischen Bausubstanz und Gestaltung mit den energetischen und bauphysikalischen Anforderungen verbinden. Gerade wenn die Außenfassade unverändert bleiben soll, kann eine Innendämmung eine mögliche Lösung sein. Allerdings eignen sich nicht alle Systeme für historische Wandkonstruktionen. Zudem können für energetische Maßnahmen an Baudenkmalen besondere Fördermöglichkeiten und technische Anforderungen gelten.

Nicht jede Innendämmung erfordert eine individuelle bauphysikalische Simulation. Für bestimmte Dämmsysteme und geeignete Standardkonstruktionen stehen vereinfachte Nachweisverfahren zur Verfügung. Bei Fachwerk, hoher Schlagregenbelastung, ungewöhnlichen Wandaufbauten oder kritischen Bauteilanschlüssen reicht eine vereinfachte Betrachtung jedoch unter Umständen nicht aus. Dann kann eine hygrothermische Berechnung zeigen, wie sich Wärme und Feuchtigkeit innerhalb der Konstruktion über längere Zeit verhalten. Fachleute entscheiden anhand des konkreten Wandaufbaus, welcher Nachweis erforderlich ist.

Wenden Sie sich möglichst an eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Energieeffizienz-Experten mit Erfahrung bei Innendämmungen. Diese können den energetischen Zustand des Gebäudes bewerten und die geplante Maßnahme in ein Sanierungskonzept einordnen. Lassen Sie bei komplexen Wandaufbauten oder erhöhten Feuchterisiken zusätzlich Bauphysikerinnen und Bauphysiker die Wärme- und Feuchteverhältnisse untersuchen. Bei einem Baudenkmal kommen Fachplanende mit entsprechender Erfahrung und die zuständige Denkmalschutzbehörde hinzu. So lassen sich technische, energetische und gegebenenfalls denkmalrechtliche Anforderungen bereits vor Beginn der Arbeiten berücksichtigen.

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