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PSD2: Warum die Richtlinie wichtig ist

Kurz und kompakt

  • Die PSD2-Richtlinie regelt seit 2019 einheitliche Sicherheitsstandards für elektronische Zahlungen im Europäischen Wirtschaftsraum.

  • Drittanbieter dürfen mit Zustimmung der Kundin oder des Kunden Zahlungen auslösen oder Kontodaten abrufen, müssen aber registriert und legitimiert sein.

  • Kundinnen und Kunden entscheiden selbst, welchen Drittanbietern sie Zugriff auf ihre Kontodaten gewähren und können diese Erlaubnis jederzeit widerrufen.

  • Für elektronische Zahlungen ist eine starke Kundenauthentifizierung mit zwei unabhängigen Faktoren verpflichtend.

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Eine Richtlinie für Ihre Sicherheit

Viele Menschen kaufen heute online ein und bezahlen digital. Gleichzeitig versuchen Kriminelle immer häufiger, Zahlungsdaten oder Kontozugänge zu missbrauchen. Deshalb führte die Europäische Union mit PSD2 einheitliche Sicherheitsstandards für digitale Zahlungen ein. Seitdem bestätigen Kundinnen und Kunden Zahlungen zusätzlich per Banking-App, TAN oder Fingerabdruck. So schützt PSD2 Online-Banking und digitale Zahlungen vor unbefugten Zugriffen. Die Richtlinie führte außerdem zu mehr Wettbewerb im Markt digitaler Zahlungsdienstleister. PSD2 gilt jedoch nicht als abschließende Regulierung.

Dafür steht PSD2

PSD2 steht für „Payment Services Directive 2“ und bezeichnet die zweite Zahlungsdiensterichtlinie der Europäischen Union. Sie gilt seit dem 14. September des Jahres 2019. Die Richtlinie regelt, wie Banken, Zahlungsdienstleister und Finanz-Apps digitale Zahlungen sicher abwickeln. Gleichzeitig stärkt PSD2 den Wettbewerb im europäischen Zahlungsverkehr und ermöglichte das sogenannte Open Banking. Kundinnen und Kunden entscheiden im Rahmen der Richtlinie selbst, ob externe Anbieter auf bestimmte Kontodaten zugreifen dürfen. Die Richtlinie prägt dadurch bis heute Online-Banking, Mobile Payment und digitale Zahlungen innerhalb Europas.

Starke Kundenauthentifizierung mit PSD2: verständlich erklärt

Erklärvideo zur Kundenauthentifizierung via PSD2 für Sicherheit im elektronischen Zahlungsverkehr
Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken Raiffeisenbanken (Stand: August 2019)

Einheitliche Standards durch PSD2

Frühere Sicherheitsverfahren im Online-Zahlungsverkehr galten zunehmend als anfällig. Bei vielen Zahlungen reichten Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffer aus, um einen Einkauf abzuschließen. Kriminelle kamen durch diese Verfahren an gestohlene Zahlungsdaten. Es fehlten einheitliche Regeln, die für ganz Europa galten. Die Europäische Union führte PSD2 ein, um Online-Zahlungen besser abzusichern und moderne, sichere Standards für digitale Finanzdienste festzulegen.

Außerdem wollte die Europäische Union den Wettbewerb im Zahlungsverkehr stärken. Banken sollten digitale Zahlungsdienste nicht mehr allein kontrollieren. Aus diesem Grund erhielten auch neue Finanz-Apps und Zahlungsanbieter Zugang zu bestimmten Kontofunktionen, sofern Kundinnen und Kunden zustimmen.

Open Banking unter PSD2

Die PSD2-Richtlinie ermöglichte das sogenannte Open Banking. Open Banking verbindet klassische Bankkonten mit modernen Finanzdiensten. Kundinnen und Kunden nutzen dadurch neben dem Online-Banking ihrer Hausbank auch fremde Haushaltsbücher, Multibanking-Apps oder digitale Bezahldienste. PSD2 verpflichtet Banken dazu, für das Open Banking von Drittanbietern sichere Zugänge bereitzustellen. Welche Anwendungen auf Kontodaten zugreifen dürfen, entscheiden jedoch immer die Kontoinhaberinnen und Kontoinhaber selbst. Banken protokollieren Zugriffe und schützen sensible Kontodaten zusätzlich durch technische Sicherheitsmechanismen.

Drittanbieter unter PSD2

DrittanbieterAufgabeBeispiel aus dem Alltag
KontoinformationsdienstDer Anbieter ruft mit Zustimmung der Kundinnen und Kunden Kontodaten verschiedener Banken ab und bündelt sie in einer Anwendung. Dadurch behalten Nutzerinnen und Nutzer ihre Finanzen einfacher im Blick.Finanz-Apps mit Haushaltsbuch oder Multibanking-Funktion
ZahlungsauslösedienstDer Dienst startet Zahlungen direkt vom Girokonto der Kundinnen und Kunden. Dadurch bezahlen Nutzerinnen und Nutzer in Online-Shops häufig ohne klassische Kreditkarte oder separates Online-Bezahlsystem.Sofortüberweisungen oder direkte Konto-Zahlungen im Online-Shop
ZahlungsdienstleisterDer Anbieter unterstützt Händlerinnen und Händler bei sicheren digitalen Zahlungen und übernimmt technische Sicherheitsprüfungen während des Bezahlvorgangs.Checkout-Systeme in Online-Shops

Datenschutz und Selbstbestimmung der Anwendenden besitzen auch bei Anwendungen von Drittanbietern die höchste Priorität. Nur Daten und Schnittstellen, die Sie selbst freigeben, sind für die Drittanbieter nutzbar. Zusätzlich müssen sie sich bei Aufsichtsbehörden wie der BaFin registrieren und strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Starke Kundenauthentifizierung – so funktioniert es

PSD2 verlangt bei vielen digitalen Zahlungen eine sogenannte starke Kundenauthentifizierung. Banken prüfen dabei mindestens zwei unabhängige Sicherheitsmerkmale, bevor sie eine Zahlung freigeben. Dadurch sinkt das Risiko, dass Sie betrogen werden, jemand Ihre Kontodaten stiehlt oder unbefugt auf Ihr Konto zugreift. Die zusätzlichen Sicherheitsabfragen gehören deshalb heute zum Alltag beim Online-Banking, Online-Shopping oder Mobile Payment. Bei den Verfahren unterscheidet die Richtlinie nach drei unterschiedlichen Methoden, wie Sie sich legitimieren:

  • Wissen: Passwort, PIN oder Sicherheitsfrage
  • Besitz: Smartphone, TAN-Generator oder Bankkarte
  • Biometrie: Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Iris-Scan

Warum Sie Zahlungen heute häufiger bestätigen müssen

Beim Bezahlen im Internet laufen heute zusätzliche Zwischenschritte ab. Viele Banken leiten Zahlungen dafür direkt an die Banking-App auf dem Smartphone weiter. Dort bestätigen Sie den Einkauf mit Fingerabdruck, Face-ID oder TAN. Besonders Kreditkartenzahlungen unterscheiden sich dadurch deutlich von früheren Bezahlvorgängen.

Ausnahmen bei Sicherheitsabfragen

PSD2 verlangt nicht bei jeder digitalen Zahlung eine zusätzliche Sicherheitsfreigabe. Für bestimmte Situationen gelten vereinfachte Regeln.

  • Kleinbeträge: Sehr kleine Zahlungen erfordern häufig keine zusätzliche Freigabe.
  • Wiederkehrende Zahlungen: Abonnements oder feste Monatsbeträge laufen ohne erneute Freigabe weiter, wenn Sie die Zahlung beim ersten Mal bestätigen.
  • Vertrauenswürdige Empfänger: Kundinnen und Kunden speichern bekannte Händler oder Zahlungsempfänger bei ihrer Bank als vertrauenswürdig.
  • Risikoarme Zahlungen: Banken verzichten bei sehr geringem Betrugsrisiko teilweise auf zusätzliche Sicherheitsabfragen.

PSD2 hat Online-Zahlungen verändert

Besonders in Online-Shops verändert PSD2 die Art, wie Sie digital bezahlen. Zusätzliche Sicherheitsabfragen verlängern den Kaufabschluss zunächst, schützen aber effektiver vor Betrug und unerlaubtem Zugriff. Heute laufen viele Freigaben schneller ab, weil Banken Zahlungen direkt über Banking-Apps oder biometrische Verfahren bestätigen. Händlerinnen, Händler und Zahlungsdienstleister passten ihre technischen Abläufe deshalb an die neuen Sicherheitsstandards an. Zu den neuesten Verfahren zählen:

  • Bestätigung per Banking-App
  • TAN-Freigaben beim Online-Kauf
  • Fingerabdruck oder Face-ID bei mobilen Zahlungen
  • stärkere Sicherheitsprüfungen bei Kreditkartenzahlungen

PSD2 bei Mobile Payment

Viele mobile Bezahlverfahren nutzen heute die Sicherheitsstandards von PSD2. Banking-Apps, digitale Wallets (Geldbörsen) und Smartphone-Zahlungen arbeiten häufig mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Nutzerinnen und Nutzer bestätigen dabei Zahlungen beispielsweise per Fingerabdruck, Face-ID oder Banking-App direkt auf dem Smartphone. Dadurch wachsen Mobile Payment, digitales Banking und sichere Zahlungsfreigaben immer stärker zusammen.

Vorteile für Verbraucherinnen und Verbraucher

PSD2 stärkt die Sicherheit digitaler Zahlungen und erweitert gleichzeitig die Möglichkeiten moderner Finanzdienste.

  • Mehr Sicherheit: Zusätzliche Freigaben erschweren Betrug und unbefugte Zahlungen deutlich.
  • Mehr Kontrolle: Nutzerinnen und Nutzer entscheiden selbst, welche Drittanbieter auf Kontodaten zugreifen dürfen.
  • Mehr Transparenz: Banken dokumentieren Zahlungsfreigaben und Kontozugriffe nachvollziehbar.
  • Mehr Auswahl: Neue Finanz-Apps und Zahlungsdienste erweitern das Angebot digitaler Finanzlösungen.
  • Mehr Komfort: Moderne Banking-Apps bündeln Konten, Zahlungen und Finanzübersichten an einem Ort.

So erleben Sie PSD2 im Alltag

  1. Online einkaufen: Sie bezahlen im Online-Shop mit Karte oder direkt per Girokonto.
  2. Zahlung bestätigen: Ihre Bank fordert zusätzlich eine Freigabe per App, TAN oder Fingerabdruck an.
  3. Identität prüfen: Die Bank kontrolliert mit mehreren Sicherheitsmerkmalen, ob tatsächlich die berechtigte Person bezahlt.
  4. Zahlung freigeben: Nach erfolgreicher Bestätigung schließt das System die Zahlung sicher ab.

PSD2: langfristige Bedeutung

Banken, Finanz-Apps und Zahlungsdienste arbeiten durch PSD2 heute deutlich enger zusammen als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher schnelle digitale Zahlungen, ohne auf Sicherheit zu verzichten. PSD2 bleibt auf lange Sicht nicht die endgültige Richtlinie. Mit neuen EU-Regelungen wie PSD3 und der Payment Services Regulation (PSR) schafft der Gesetzgeber neue Möglichkeiten, um die bestehenden Sicherheitskonzepte auszubauen und zugleich noch komfortabler zu sein.

FAQs zu PSD2

PSD2 steht für „Payment Services Directive 2“ und bezeichnet die zweite Zahlungsdiensterichtlinie der Europäischen Union. Die Richtlinie regelt sichere digitale Zahlungen und den Zugriff auf Kontodaten innerhalb Europas. Die Richtlinie sieht vor, dass Banken strengere Sicherheitsstandards umsetzen und gleichzeitig sichere Schnittstellen für zugelassene Drittanbieter bereitstellen. So sollen digitale Zahlungen sicherer, transparenter und moderner werden.

Die Europäische Union führte PSD2 ein, weil der Online-Handel in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. So stieg auch der Einsatz digitaler Zahlungen an. Gleichzeitig nahmen Betrugsversuche und missbräuchliche Kontozugriffe im Internet deutlich zu. Die bisherigen Sicherheitsstandards reichten deshalb für viele digitale Zahlungen nicht mehr aus. Zusätzlich wollte die EU den Wettbewerb und Innovationen im Zahlungsverkehr fördern.

PSD2 betrifft vor allem digitale Zahlungen und den Zugriff auf Online-Banking-Dienste. Dazu zählen beispielsweise Überweisungen im Online-Banking, Kreditkartenzahlungen im Internet oder Mobile-Payment-Zahlungen per Smartphone. Auch Finanz-Apps, die auf Kontodaten zugreifen oder Zahlungen auslösen, fallen unter die Richtlinie.

Open Banking beschreibt den sicheren Austausch von Kontodaten zwischen Banken und zugelassenen Drittanbietern. Banken müssen dafür technische Schnittstellen bereitstellen, über die Finanz-Apps oder Zahlungsdienste mit Zustimmung der Kundinnen und Kunden auf Kontodaten zugreifen dürfen. Dadurch entstehen neue digitale Finanzdienste wie Multibanking-Apps oder direkte Konto-Zahlungen im Online-Shop. Nutzerinnen und Nutzer behalten dabei die Kontrolle über ihre Daten und können Zugriffe jederzeit widerrufen.

PSD2 macht digitale Zahlungen durch zusätzliche Freigaben und strengere Sicherheitsprüfungen sicherer. Gleichzeitig erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Kontrolle darüber, welche Anbieter auf ihre Kontodaten zugreifen dürfen. Moderne Finanz-Apps bündeln zudem verschiedene Konten und vereinfachen den Überblick über die eigenen Finanzen. Darüber hinaus stärkt PSD2 den Wettbewerb und erweitert das Angebot digitaler Zahlungsdienste.

Ja, PSD2 gilt verpflichtend für Banken und Zahlungsdienstleister innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen dazu, bestimmte Sicherheitsstandards und technische Vorgaben einzuhalten. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen die Sicherheitsabfragen akzeptieren, wenn sie digitale Zahlungen oder Online-Banking-Dienste nutzen. Ohne die vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen lassen sich viele Online-Zahlungen heute nicht mehr abschließen.

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung kombiniert mindestens zwei unabhängige Sicherheitsmerkmale miteinander. Banken prüfen dabei beispielsweise Wissen wie eine PIN, Besitz wie ein Smartphone oder biometrische Merkmale wie einen Fingerabdruck. Erst wenn die Kundin oder der Kunde die Sicherheitsprüfung erfolgreich bestätigt, gibt die Bank die Zahlung frei. Das senkt das Risiko für Betrug oder unbefugte Kontozugriffe deutlich.

Seit PSD2 müssen Kundinnen und Kunden viele Vorgänge im Online-Banking zusätzlich bestätigen. Dazu gehören beispielsweise Überweisungen, Kreditkartenzahlungen oder teilweise auch der Login in die Banking-App. Banken verlangen dafür häufig eine Freigabe per App, TAN oder biometrischem Merkmal. Gleichzeitig entstanden neue Funktionen wie Multibanking-Apps oder die Verwaltung von Drittanbieter-Zugriffen.

Nein, zugelassene Drittanbieter dürfen nur auf Ihre Kontodaten zugreifen, wenn Sie zustimmen. Banken verlangen dafür zusätzlich eine starke Kundenauthentifizierung, etwa per TAN oder Banking-App. Nutzerinnen und Nutzer entscheiden selbst, welche Anbieter Zugriff erhalten und können diese Berechtigung jederzeit widerrufen. Zusätzlich müssen Drittanbieter strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen und sich bei Aufsichtsbehörden registrieren.

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