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Fördermittel für Neubau und Modernisierung

Kurz und kompakt

  • Förderungen stammen von Bund, Ländern, Kommunen und Energieversorgern. Sie dienen vor allem dem Klimaschutz.

  • BAFA und KfW unterstützen energetische Modernisierungsmaßnahmen sowie den Heizungstausch mit Förderprogrammen. 

  • Förderanträge müssen Sie vor Projektbeginn stellen.

  • Eine Energieberatung ist oft Pflicht, besonders bei umfangreicheren Maßnahmen.

Warum Fördermittel beim Bauen und Sanieren wichtig sind

Ein Neubau oder eine Modernisierung erfordern viel Kapital. Neben den Baukosten entstehen dabei häufig auch Investitionen in Energieeffizienz und Technik. Das senkt die künftige finanzielle Belastung und rüstet das Gebäude für die Zukunft.

Genau hier setzen Förderprogramme an. Der Staat verfolgt mit diesen finanziellen Anreizen klare Ziele: Sie sollen Energie sparen, den CO₂-Ausstoß reduzieren und Wohnraum modernisieren. Deshalb unterstützt der Staat gezielt energieeffiziente Neubauten sowie Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen an bestehenden Gebäuden. Für Sie bedeutet das: Sie können Ihr Vorhaben günstiger umsetzen, wenn Sie passende Förderungen einplanen.

Welche Förderarten es gibt

Förderprogramme unterscheiden sich vor allem darin, auf welche Weise Sie finanziell profitieren. Grundsätzlich kommen vier Förderarten infrage:

  • Zuschüsse: Sie erhalten einen festen Betrag oder Prozentsatz der Kosten. Typisch ist das bei Einzelmaßnahmen, beispielsweise wenn Sie Ihre Heizungsanlage modernisieren.
  • Zinsgünstige Darlehen: Sie nehmen einen Kredit auf, zahlen aber deutlich niedrigere Zinsen als am Markt üblich. Dadurch sinken Ihre laufenden Finanzierungskosten.
  • Tilgungszuschüsse: Die fördernde Stelle übernimmt einen Teil Ihres Kredits. Sie müssen also weniger zurückzahlen, obwohl Sie den vollen Kreditbetrag erhalten.
  • Steuerliche Förderung: Bei energetischen Sanierungen setzen Sie einen Teil der Kosten über mehrere Jahre von der Einkommensteuer ab.

Wer Fördermittel vergibt

Staatliche Programme

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Neubauten sowie energetische Sanierungen mit verschiedenen Förderprogrammen, darunter zinsgünstige Förderkredite und – je nach Programm – weitere Förderbestandteile. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert insbesondere einzelne energetische Modernisierungsmaßnahmen. 

Bundesländer

Die Bundesländer bieten eigene Förderprogramme an. Sie unterstützen zum Beispiel Familien, wenn sie Wohneigentum erwerben. Daneben fördern die Länder energieeffizientes Bauen und sozialen Wohnraum. Die Bedingungen und Förderhöhen unterscheiden sich je nach Region.

Kommunen und Energieversorger

Auch Städte, Gemeinden und regionale Energieversorger fördern einzelne Maßnahmen. Häufig bezuschussen Städte und Gemeinden Photovoltaik-Anlagen, Ladeinfrastruktur oder bestimmte energetische Verbesserungen.

Was wird gefördert?

Der Staat fördert vor allem Maßnahmen, die Energie sparen und Gebäude zukunftsfähig machen. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Bereiche: Neubau und Modernisierung. Für einen Neubau kommen Förderprogramme infrage, wenn das Gebäude die jeweils geltenden technischen Anforderungen des Förderprogramms erfüllt. Maßgeblich sind dabei insbesondere definierte Effizienzstandards.

Bei bestehenden Immobilien liegt der Fokus auf der energetischen Sanierung. Dazu gehören Maßnahmen wie Dämmung, neue Fenster oder eine moderne Heiztechnik. Besonders stark fördert der Staat außerdem den Austausch alter Heizungen, etwa durch Wärmepumpen. Sie können einzelne Maßnahmen umsetzen oder Ihr Gebäude komplett sanieren.

Fördermittel für den Neubau

KfW-Förderung für Neubauten

Die KfW unterstützt Neubauten vor allem über zinsgünstige Kredite. Ein zentrales Programm ist „Klimafreundlicher Neubau (297/298)“. Sie erhalten die Förderung als zinsgünstiges Darlehen von bis zu 150.000 Euro, wenn Ihr Gebäude einen definierten Effizienzstandard erreicht. Das gilt beispielsweise für das Energieeffizienzhaus 40 und effizientere Bauten darüber hinaus. Das Programm 297 richtet sich an Selbstnutzende, wohingegen das Programm 298 speziell an Investierende gerichtet ist. Zusätzlich müssen Sie Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. In der Praxis begleitet Sie dabei eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte. Sie bestätigen auch, dass Sie die geforderten Normen einhalten.

Die KfW unterstützt Neubauten sowie den Erstkauf energieeffizienter Wohngebäude mit Förderkrediten. Förderhöhe und Voraussetzungen richten sich nach dem jeweiligen Förderprogramm und den Förderbedingungen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gelten. Welche Anforderungen erfüllt werden müssen, hängt vom gewählten Förderprogramm ab. Informationen zu den aktuellen Programmen erhalten Sie bei der KfW oder Ihrer Volksbank Raiffeisenbank.

Weitere Fördermöglichkeiten

Neben der KfW bieten auch Bundesländer eigene Programme an. Diese richten sich häufig an Familien und unterstützen den Erwerb von Wohneigentum durch zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse. Auch Kommunen fördern einzelne Maßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel Zuschüsse für energieeffiziente Bauvorhaben oder einzelne Modernisierungsmaßnahmen. 

Neubauförderungen im Überblick

FördergeberFörderart

Was wird gefördert

Höhe / Vorteile

Voraussetzung

KfWKredit

Energieeffiziente Neubauten (z. B. Effizienzhaus 40)

Zinsgünstige Finanzierung bis zu 150.000 €

Effizienzstandard, Energieberater

BundesländerDarlehen/ Zuschuss

Neubau, Erwerb, Familienförderung, in der Regel in Verbindung mit energieeffizienter Bauweise oder Modernisierung

Unterschiedlich

Abhängig von Bundesland und Einkommen

Kommunen/ Energie-VersorgerZuschuss

Einzelne energieeffiziente Bau- oder Modernisierungsmaßnahmen 

Ergänzende Zuschüsse für spezielle Vorhaben wie die Installation einer elektronischen Ladebox

Unterschiedlich; abhängig von der Kommune und den individuellen Förderbedingungen

Fördermittel für Modernisierung und Sanierung

BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen

Das BAFA fördert einzelne Sanierungsmaßnahmen mit Zuschüssen. Die Förderung greift vor allem, wenn Sie Ihre Heizung austauschen, Ihr Gebäude dämmen oder neue Fenster einbauen. Die Förderhöhe hängt von der Maßnahme und den voraussichtlichen Kosten ab. In vielen Fällen können Sie für unterschiedliche Maßnahmen Fördermittel kombinieren.  

KfW-Förderung für Sanierung

Die KfW unterstützt Sie neben dem Neubau auch bei umfassenden Sanierungen mithilfe von zinsgünstigen Krediten. Je nach Förderprogramm können neben einem Förderkredit weitere Förderbestandteile vorgesehen sein. Welche Voraussetzungen gelten, richtet sich nach den jeweils aktuellen Förderbedingungen.

Steuerliche Förderung

Alternativ können Sie energetische Sanierungen auch steuerlich geltend machen. Wenn Sie Ihre Immobilie selbst nutzen, setzen Sie einen Teil der Kosten über mehrere Jahre von Ihrer Einkommensteuer ab.

Wenn Sie Ihre Heizung tauschen

Für den Austausch einer Heizungsanlage stehen Ihnen Förderprogramme zur Verfügung. Art und Höhe der Förderung richten sich nach der gewählten Heiztechnik sowie den persönlichen Voraussetzungen. Auch die Förderbedingungen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gelten, spielen eine Rolle. 

Förderungen für Modernisierung im Überblick

Fördergeber 

Förderart

Was wird gefördert

Höhe / VorteileVoraussetzung
BAFA

Zuschuss

Einzelmaßnahmen (Heizung, Dämmung, Fenster)

Förderung gemäß den aktuellen Förderbedingungen Förderfähige Maßnahme, Energieeffizienz-Anforderungen an technische Anlagen wie Heizung
KfW

Kredit und Tilgungs-Zuschuss

Komplettsanierung zum Effizienzhaus

Zinsgünstiger Förderkredit; weitere Förderbestandteile je nach Programm möglich 

Definierter Effizienzstandard

Staat (Steuer)

Steuerbonus

Energetische Sanierung bei Eigennutzung

Steuerersparnis über mehrere Jahre

Selbst genutzte Immobilie, förderfähige Maßnahmen

Fördermittel kombinieren

Der Gesetzgeber ermöglicht es grundsätzlich, verschiedene Fördermittel zu kombinieren. Häufig werden zum Beispiel zinsgünstige Kredite mit Zuschüssen verbunden. Wichtig ist jedoch: Sie dürfen dieselbe Maßnahme nicht doppelt von verschiedenen Fördergebern fördern lassen. Außerdem müssen die Programme ausdrücklich kombinierbar sein. Prüfen Sie daher vorab die Bedingungen der jeweiligen Förderung, bevor Sie ein Programm in Anspruch nehmen.

Voraussetzungen für Fördermittel

Damit Sie Fördermittel erhalten, müssen Sie einige zentrale Dinge beachten. Entscheidend ist vor allem der richtige Zeitpunkt: Stellen Sie den Antrag bzw. die Anträge, bevor Sie mit Ihrem Projekt beginnen oder Verträge mit Dienstleistenden unterschreiben. Bereits gestartete Maßnahmen schließen die meisten Förderprogramme aus. Außerdem sind Sie angehalten, die technischen Vorgaben zu erfüllen. Das jeweilige Programm legt die Bedingungen individuell fest. Sie betreffen in der Regel den anzustrebenden Energiestandard oder auch die eingesetzte Technik.

In vielen Fällen arbeiten Sie mit einer Energieeffizienz-Expertin oder einem Energieeffizienz-Experten zusammen. Diese Fachperson prüft Ihr Vorhaben und bestätigt, dass Sie die Anforderungen der Förderprogramme erfüllen. Zusätzlich gelten bei einigen Programmen Einkommensgrenzen.

So gehen Sie bei Neubau oder Sanierung vor

1. Vorhaben festlegen

Beschreiben Sie Ihr Ziel. Je klarer Sie Ihr Vorhaben definieren, desto gezielter können Sie passende Förderprogramme auswählen.

2. Förderprogramme prüfen

Vergleichen Sie die Angebote der KfW, des BAFA sowie individuelle Programme Ihres Bundeslands. Achten Sie darauf, welche Maßnahmen sie fördern und welche Voraussetzungen gelten.

3. Energieberatung einplanen

Beziehen Sie frühzeitig eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Energieeffizienz-Experten ein. Diese Unterstützung ist häufig verpflichtend und hilft Ihnen, Förderbedingungen sicher zu erfüllen oder Sie gezielt zur passenden Förderung zu beraten.

4. Finanzierungskonzept aufstellen

Binden Sie die Fördermittel in Ihr gesamtes Finanzierungskonzept ein. So stellen Sie sicher, dass Kredite, Zuschüsse und Eigenkapital sinnvoll zusammenspielen.

5. Antrag stellen

Reichen Sie alle Anträge ein, bevor Sie Verträge abschließen, mit dem Bau beginnen oder modernisieren. Nur so sichern Sie sich die Förderung.

6. Projekt starten

Starten Sie Ihr Vorhaben erst, sobald Sie die Förderzusage erhalten. So vermeiden Sie das Risiko, die Förderung zu verlieren.

Was tun bei Förderstopp oder Programmänderung?

Förderprogramme ändern sich regelmäßig. Es kommt vor, dass Programme kurzfristig gestoppt, angepasst oder mit neuen Bedingungen versehen werden. Wenn Sie davon betroffen sind, prüfen Sie zeitnah alternative Förderungen. Wichtig ist, dass Sie Förderanträge möglichst früh stellen. Die meisten Fördertöpfe werden jährlich aufgelegt und gelten, bis das vorhandene Volumen aufgebraucht ist. Wenn Sie früh im Kalenderjahr den Antrag stellen, erhöhen Sie die Chance auf eine Zusage.

Beratung und individuelle Planung

Ihre Förderstrategie sollte zu Ihrem konkreten Vorhaben und Ihrem Budget passen. Da sich Programme regelmäßig ändern, empfiehlt sich eine professionelle Beratung. Auch eine Ansprechpartnerin oder ein Ansprechpartner der Volksbanken Raiffeisenbanken berät Sie gerne zu aktuellen Fördermöglichkeiten und wie Sie verschiedene Programme bestmöglich kombinieren.

FAQs zu Fördermitteln bei Neubau und Modernisierung

Beim Neubau stehen insbesondere Förderkredite der KfW zur Verfügung. Welche Programme infrage kommen, hängt von den technischen Anforderungen des jeweiligen Förderprogramms ab. Ergänzend können Förderangebote der Bundesländer oder Kommunen bestehen.

Ja. Für energieeffiziente Neubauten stehen weiterhin Förderprogramme zur Verfügung. Welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und welche Förderung möglich ist, richtet sich nach den jeweils geltenden Förderbedingungen.

Für den Hausbau kommen insbesondere Förderprogramme der KfW sowie – je nach Bundesland oder Kommune – ergänzende Förderangebote infrage. Welche Förderung möglich ist, richtet sich nach den technischen Anforderungen des jeweiligen Förderprogramms und den Förderbedingungen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gelten.

Gefördert werden vor allem Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Dazu zählt besonders, wenn Sie Ihre Heizung tauschen, energetisch dämmen und neue Fenster einsetzen. Das BAFA unterstützt viele dieser Einzelmaßnahmen mit Zuschüssen. Auch umfassende Sanierungen zum Effizienzhaus werden gefördert.

Für ältere Gebäude stehen zahlreiche Förderprogramme zur Verfügung. Sie erhalten Zuschüsse für einzelne Maßnahmen wie Dämmung oder Heizungstausch sowie Kredite für komplette Sanierungen. Alternativ erlaubt Ihnen der Gesetzgeber, bestimmte Kosten auch steuerlich geltend zu machen. Das gilt insbesondere, wenn Sie die Immobilie selbst nutzen.

Bei Sanierungen werden häufig Zuschüsse und Kredite kombiniert. Das BAFA fördert einzelne Maßnahmen wie Heizungen oder Dämmung. Die KfW unterstützt komplette Sanierungen mit Krediten und Tilgungszuschüssen. Die Förderhöhe richtet sich nach der jeweiligen Maßnahme, dem erreichten Effizienzstandard und den jeweils geltenden Förderbedingungen.

In vielen Fällen ja. Bei zahlreichen Förderprogrammen ist eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte verpflichtend. Diese Person prüft Ihr Vorhaben und bestätigt, dass Sie energetische oder technische Vorgaben erfüllen. Fördergeber lehnen regelmäßig Anträge von Programmen ab, wenn keine Energieberatung einbezogen wurde.

Ja, Förderprogramme unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune deutlich. Neben bundesweiten Angeboten der KfW und des BAFA existieren zahlreiche regionale Programme. Diese können zusätzliche Zuschüsse oder Darlehen bieten, oft mit eigenen Voraussetzungen.

Wenn Sie vor der Antragstellung starten, verlieren Sie in den meisten Fällen den Anspruch auf Förderung. Programme setzen voraus, dass Sie den Antrag vor Vertragsabschluss oder Baubeginn einreichen. Beginnen Sie zu früh, erhalten Sie in der Regel keine Zuschüsse oder vergünstigten Kredite mehr.

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