Fördermittel für Neubau und Modernisierung

Kurz und kompakt

  • Förderungen stammen von Bund, Ländern, Kommunen und Energieversorgern und dienen vor allem dem Klimaschutz.

  • BAFA und KfW unterstützen den Austausch veralteter Heizsysteme mit Zuschüssen von bis zu 70 Prozent der Investitionskosten.

  • Förderanträge müssen Sie vor Projektbeginn stellen.

  • Eine Energieberatung ist oft Pflicht, besonders bei umfangreicheren Maßnahmen.

Warum Fördermittel beim Bauen und Sanieren wichtig sind

Ein Neubau oder eine Modernisierung erfordern viel Kapital. Neben den Baukosten entstehen dabei häufig auch Investitionen in Energieeffizienz und Technik. Das senkt die künftige finanzielle Belastung und rüstet das Gebäude für die Zukunft.

Genau hier setzen Förderprogramme an. Der Staat verfolgt mit diesen finanziellen Anreizen klare Ziele: Sie sollen Energie sparen, den CO₂-Ausstoß reduzieren und Wohnraum modernisieren. Deshalb unterstützt er gezielt Maßnahmen wie effiziente Neubauten oder energetische Sanierungen. Für Sie bedeutet das: Sie können Ihr Vorhaben günstiger umsetzen, wenn Sie passende Förderungen einplanen.

Welche Förderarten es gibt

Förderprogramme unterscheiden sich vor allem darin, auf welche Weise Sie finanziell profitieren. Grundsätzlich kommen vier Förderarten infrage:

  • Zuschüsse: Sie erhalten einen festen Betrag oder Prozentsatz der Kosten. Typisch ist das bei Einzelmaßnahmen, beispielsweise wenn Sie Ihre Heizungsanlage modernisieren.
  • Zinsgünstige Darlehen: Sie nehmen einen Kredit auf, zahlen aber deutlich niedrigere Zinsen als am Markt üblich. Dadurch sinken Ihre laufenden Finanzierungskosten.
  • Tilgungszuschüsse: Die fördernde Stelle übernimmt einen Teil Ihres Kredits. Sie müssen also weniger zurückzahlen, obwohl Sie den vollen Kreditbetrag erhalten.
  • Steuerliche Förderung: Bei energetischen Sanierungen setzen Sie einen Teil der Kosten über mehrere Jahre von der Einkommensteuer ab.

Wer Fördermittel vergibt

Staatliche Programme

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt vor allem zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse, etwa für energieeffiziente Neubauten oder umfassende Sanierungen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zahlt Zuschüsse, insbesondere für einzelne Maßnahmen wie den Heizungstausch oder Dämmarbeiten.

Bundesländer

Die Bundesländer bieten eigene Förderprogramme an. Sie unterstützen zum Beispiel Familien, wenn sie Wohneigentum erwerben. Daneben fördern die Länder energieeffizientes Bauen und sozialen Wohnraum. Die Bedingungen und Förderhöhen unterscheiden sich je nach Region.

Kommunen und Energieversorger

Auch Städte, Gemeinden und regionale Energieversorger fördern einzelne Maßnahmen. Häufig bezuschussen Städte und Gemeinden Photovoltaik-Anlagen, Ladeinfrastruktur oder bestimmte energetische Verbesserungen.

Was wird gefördert?

Der Staat fördert vor allem Maßnahmen, die Energie sparen und Gebäude zukunftsfähig machen. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Bereiche: Neubau und Modernisierung. Für einen Neubau erhalten Sie eine Förderung, wenn Sie besonders energieeffizient bauen. Dazu zählen klimafreundliche Gebäude mit niedrigen Emissionen und klar definierten Effizienzstandards.

Bei bestehenden Immobilien liegt der Fokus auf der energetischen Sanierung. Dazu gehören Maßnahmen wie Dämmung, neue Fenster oder eine moderne Heiztechnik. Besonders stark fördert der Staat außerdem den Austausch alter Heizungen, etwa durch Wärmepumpen. Sie können einzelne Maßnahmen umsetzen oder Ihr Gebäude komplett sanieren. In beiden Fällen orientieren sich die Förderprogramme an den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Entscheidend ist, dass Sie den Energieverbrauch dauerhaft senken.

Fördermittel für den Neubau

KfW-Förderung für Neubauten

Die KfW unterstützt Neubauten vor allem über zinsgünstige Kredite. Ein zentrales Programm ist „Klimafreundlicher Neubau (297/298)“. Sie erhalten die Förderung als zinsgünstiges Darlehen von bis zu 150.000 Euro, wenn Ihr Gebäude einen definierten Effizienzstandard erreicht. Das gilt beispielsweise für das Energieeffizienzhaus 40 und effizientere Bauten darüber hinaus. Das Programm 297 richtet sich an Selbstnutzende, wohingegen das Programm 298 speziell an Investierende gerichtet ist. Zusätzlich müssen Sie Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. In der Praxis begleitet Sie dabei eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte. Sie bestätigen auch, dass Sie die geforderten Normen einhalten.

Weitere Fördermöglichkeiten

Neben der KfW bieten auch Bundesländer eigene Programme an. Diese richten sich häufig an Familien und unterstützen den Erwerb von Wohneigentum durch zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse. Auch Kommunen fördern einzelne Maßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel Zuschüsse für nachhaltige Bauweise oder zusätzliche Anforderungen an Energieeffizienz.

Neubauförderungen im Überblick

FördergeberFörderart

Was wird gefördert

Höhe / Vorteile

Voraussetzung

KfWKredit

Klimafreundlicher Neubau (z. B. Effizienzhaus 40)

Zinsgünstige Finanzierung bis zu 150.000 €

Effizienzstandard, Nachhaltigkeitskriterien, Energieberater

BundesländerDarlehen/ Zuschuss

Neubau, Erwerb, Familienförderung, in der Regel in Verbindung mit energieeffizienter Bauweise oder Modernisierung

Unterschiedlich

Abhängig von Bundesland und Einkommen

Kommunen/ Energie-VersorgerZuschuss

Einzelne nachhaltige Maßnahmen

Ergänzende Zuschüsse für spezielle Vorhaben wie die Installation einer elektronischen Ladebox

Unterschiedlich; abhängig von der Kommune und den individuellen Förderbedingungen

Fördermittel für Modernisierung und Sanierung

BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen

Das BAFA fördert einzelne Sanierungsmaßnahmen mit Zuschüssen. Die Förderung greift vor allem, wenn Sie Ihre Heizung austauschen, Ihr Gebäude dämmen oder neue Fenster einbauen. Die Förderhöhe hängt von der Maßnahme und den voraussichtlichen Kosten ab. In vielen Fällen können Sie für unterschiedliche Maßnahmen Fördermittel kombinieren. Insgesamt sind Zuschüsse von bis zu 70 Prozent möglich, wenn Sie mehrere Förderbedingungen erfüllen.

KfW-Förderung für Sanierung

Die KfW unterstützt Sie neben dem Neubau auch bei umfassenden Sanierungen mithilfe von zinsgünstigen Krediten. Wenn Sie Ihr Gebäude auf einen Effizienzhaus-Standard bringen, erhalten Sie zusätzlich einen Tilgungszuschuss. Je besser der erreichte Effizienzstandard, desto höher fällt der Zuschuss aus.

Steuerliche Förderung

Alternativ können Sie energetische Sanierungen auch steuerlich geltend machen. Wenn Sie Ihre Immobilie selbst nutzen, setzen Sie einen Teil der Kosten über mehrere Jahre von Ihrer Einkommensteuer ab.

Wenn Sie Ihre Heizung tauschen, erhalten Sie bereits 30 Prozent

Das BAFA unterstützt Sie derzeit beim Heizungstausch mit einem Zuschuss von 30 Prozent. Weitere Fördermittel erhalten Sie beispielsweise, wenn Ihr Einkommen gewisse Grenzen nicht übersteigt.

Förderungen für Modernisierung im Überblick

Fördergeber 

Förderart

Was wird gefördert

Höhe / VorteileVoraussetzung
BAFA

Zuschuss

Einzelmaßnahmen (Heizung, Dämmung, Fenster)

Zuschüsse von bis zu 70 Prozent möglichFörderfähige Maßnahme, Energieeffizienz-Anforderungen an technische Anlagen wie Heizung
KfW

Kredit und Tilgungs-Zuschuss

Komplettsanierung zum Effizienzhaus

Günstige Finanzierung und teilweiser Schuldenerlass

Definierter Effizienzstandard

Staat (Steuer)

Steuerbonus

Energetische Sanierung bei Eigennutzung

Steuerersparnis über mehrere Jahre

Selbst genutzte Immobilie, förderfähige Maßnahmen

Können Sie Fördermittel kombinieren?

Der Gesetzgeber ermöglicht es grundsätzlich, verschiedene Fördermittel zu kombinieren. Häufig werden zum Beispiel zinsgünstige Kredite mit Zuschüssen verbunden. Wichtig ist jedoch: Sie dürfen dieselbe Maßnahme nicht doppelt von verschiedenen Fördergebern fördern lassen. Außerdem müssen die Programme ausdrücklich kombinierbar sein. Prüfen Sie daher vorab die Bedingungen der jeweiligen Förderung, bevor Sie ein Programm in Anspruch nehmen.

Voraussetzungen für Fördermittel

Damit Sie Fördermittel erhalten, müssen Sie einige zentrale Dinge beachten. Entscheidend ist vor allem der richtige Zeitpunkt: Stellen Sie den Antrag bzw. die Anträge, bevor Sie mit Ihrem Projekt beginnen oder Verträge mit Dienstleistenden unterschreiben. Bereits gestartete Maßnahmen schließen die meisten Förderprogramme aus. Außerdem sind Sie angehalten, die technischen Vorgaben zu erfüllen. Das jeweilige Programm legt die Bedingungen individuell fest. Sie betreffen in der Regel den anzustrebenden Energiestandard oder auch die eingesetzte Technik. Insbesondere bei Heizungen gelten die meisten Fördermaßnahmen, wenn Sie eine Wärmepumpe installieren.

In vielen Fällen arbeiten Sie mit einer Energieeffizienz-Expertin oder einem Energieeffizienz-Experten zusammen. Diese Fachperson prüft Ihr Vorhaben und bestätigt, dass Sie die Anforderungen der Förderprogramme erfüllen. Zusätzlich gelten bei einigen Programmen Einkommensgrenzen.

So gehen Sie bei Neubau oder Sanierung vor

1. Vorhaben festlegen

Beschreiben Sie Ihr Ziel. Je klarer Sie Ihr Vorhaben definieren, desto gezielter können Sie passende Förderprogramme auswählen.

2. Förderprogramme prüfen

Vergleichen Sie die Angebote der KfW, des BAFA sowie individuelle Programme Ihres Bundeslands. Achten Sie darauf, welche Maßnahmen sie fördern und welche Voraussetzungen gelten.

3. Energieberatung einplanen

Beziehen Sie frühzeitig eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Energieeffizienz-Experten ein. Diese Unterstützung ist häufig verpflichtend und hilft Ihnen, Förderbedingungen sicher zu erfüllen oder Sie gezielt zur passenden Förderung zu beraten.

4. Finanzierungskonzept aufstellen

Binden Sie die Fördermittel in Ihr gesamtes Finanzierungskonzept ein. So stellen Sie sicher, dass Kredite, Zuschüsse und Eigenkapital sinnvoll zusammenspielen.

5. Antrag stellen

Reichen Sie alle Anträge ein, bevor Sie Verträge abschließen, mit dem Bau beginnen oder modernisieren. Nur so sichern Sie sich die Förderung.

6. Projekt starten

Starten Sie Ihr Vorhaben erst, sobald Sie die Förderzusage erhalten. So vermeiden Sie das Risiko, die Förderung zu verlieren.

Was tun bei Förderstopp oder Programmänderung?

Förderprogramme ändern sich regelmäßig. Es kommt vor, dass Programme kurzfristig gestoppt, angepasst oder mit neuen Bedingungen versehen werden. Wenn Sie davon betroffen sind, prüfen Sie zeitnah alternative Förderungen. Wichtig ist, dass Sie Förderanträge möglichst früh stellen. Die meisten Fördertöpfe werden jährlich aufgelegt und gelten, bis das vorhandene Volumen aufgebraucht ist. Wenn Sie früh im Kalenderjahr den Antrag stellen, erhöhen Sie die Chance auf eine Zusage.

Beratung und individuelle Planung

Ihre Förderstrategie sollte zu Ihrem konkreten Vorhaben und Ihrem Budget passen. Da sich Programme regelmäßig ändern, empfiehlt sich eine professionelle Beratung. Auch eine Ansprechpartnerin oder ein Ansprechpartner der Volksbanken Raiffeisenbanken berät Sie gerne zu aktuellen Fördermöglichkeiten und wie Sie verschiedene Programme bestmöglich kombinieren.

FAQs zu Fördermitteln bei Neubau und Modernisierung

Beim Neubau erhalten Sie vor allem zinsgünstige Kredite über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Gefördert werden klimafreundliche Gebäude, die definierte Effizienzstandards erfüllen. Ergänzend gibt es Programme der Bundesländer oder Kommunen, beispielsweise in Form von Darlehen oder Zuschüssen. Entscheidend ist bei jedem Förderprogramm, dass Ihr Neubau die energetischen Anforderungen erfüllt.

Ja, Neubau wird weiterhin gefördert. Der Fokus liegt jedoch klar auf energieeffizienten und klimafreundlichen Gebäuden. Wenn Sie die Vorgaben erfüllen, können Sie attraktive Finanzierungskonditionen nutzen. Klassische Neubauten ohne hohe Effizienzstandards erhalten in der Regel keine Förderung mehr.

2026 stehen vor allem KfW-Kredite für klimafreundliche Neubauten zur Verfügung. Dazu zählen Programme wie „Klimafreundlicher Neubau“. Zusätzlich bieten Bundesländer und Kommunen eigene Förderungen an, etwa für Familien oder nachhaltiges Bauen. Die konkrete Förderung hängt stark von Ihrem Standort und Ihrem Bauvorhaben ab.

Gefördert werden vor allem Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Dazu zählt besonders, wenn Sie Ihre Heizung tauschen, energetisch dämmen und neue Fenster einsetzen. Das BAFA unterstützt viele dieser Einzelmaßnahmen mit Zuschüssen. Auch umfassende Sanierungen zum Effizienzhaus werden gefördert.

Für ältere Gebäude stehen zahlreiche Förderprogramme zur Verfügung. Sie erhalten Zuschüsse für einzelne Maßnahmen wie Dämmung oder Heizungstausch sowie Kredite für komplette Sanierungen. Alternativ erlaubt Ihnen der Gesetzgeber, bestimmte Kosten auch steuerlich geltend zu machen. Das gilt insbesondere, wenn Sie die Immobilie selbst nutzen.

Bei Sanierungen werden häufig Zuschüsse und Kredite kombiniert. Das BAFA fördert einzelne Maßnahmen wie Heizungen oder Dämmung. Die KfW unterstützt komplette Sanierungen mit Krediten und Tilgungszuschüssen. Die genaue Förderhöhe hängt von der Maßnahme und dem erreichten Effizienzstandard ab.

In vielen Fällen ja. Bei zahlreichen Förderprogrammen ist eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte verpflichtend. Diese Person prüft Ihr Vorhaben und bestätigt, dass Sie energetische oder technische Vorgaben erfüllen. Fördergeber lehnen regelmäßig Anträge von Programmen ab, wenn keine Energieberatung einbezogen wurde.

Ja, Förderprogramme unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune deutlich. Neben bundesweiten Angeboten der KfW und des BAFA existieren zahlreiche regionale Programme. Diese können zusätzliche Zuschüsse oder Darlehen bieten, oft mit eigenen Voraussetzungen.

Wenn Sie vor der Antragstellung starten, verlieren Sie in den meisten Fällen den Anspruch auf Förderung. Programme setzen voraus, dass Sie den Antrag vor Vertragsabschluss oder Baubeginn einreichen. Beginnen Sie zu früh, erhalten Sie in der Regel keine Zuschüsse oder vergünstigten Kredite mehr.

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