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Wie viel Auto kann ich mir wirklich leisten?

Kurz und kompakt

  • Das persönliche Autobudget sollte Kaufpreis, Finanzierung und laufende Kosten berücksichtigen und genügend Reserven lassen.

  • Der Autokauf erfordert eine fundierte Entscheidung zwischen Neuwagen mit Garantie oder günstigerem Gebrauchtwagen mit möglichem Reparaturrisiko.

  • Ein Auto passt zu Ihrem Budget, wenn neben den Fahrzeugkosten ausreichend Spielraum für Alltag, Rücklagen und Sparziele bleibt.

Wie teuer darf mein Auto sein?

Ob Liebhaberstück oder Alltagsfahrzeug – der Kauf eines Autos will gut überlegt sein. Bevor Sie sich auf die Suche nach einem konkreten Modell machen, sollten Sie sich darüber klar werden, wie viel Auto Sie sich wirklich leisten können. Mit unseren Tipps erfahren Sie, wie Sie ein tragbares Budget errechnen und welche laufenden Ausgaben zu beachten sind.

Wie viel Geld steht für ein Auto zur Verfügung?

Um herauszufinden, welches Auto Sie sich leisten können, berechnen Sie zuerst Ihren Haushaltsüberschuss. Dafür ziehen Sie Ihre Fixkosten wie Miete, Lebenshaltungskosten, Versicherungen und Sparraten vom Nettoeinkommen ab. Berücksichtigen Sie alle regelmäßigen Ausgaben und Verpflichtungen, die auf Ihren Haushalt zukommen. Ein Teil des verbleibenden Geldes kann als Autobudget eingeplant werden.

Faustregel für den Autokauf

Als Faustformel bietet die 20-4-10-Regel eine grobe Orientierung beim Autokauf. Sie empfiehlt:

  • mindestens 20 Prozent des Kaufpreises als Anzahlung zu leisten,
  • die Finanzierung möglichst innerhalb von vier Jahren zurückzuzahlen und
  • monatlich höchstens 10 Prozent des Nettoeinkommens für alle Fahrzeugkosten einzuplanen.

Dieser Art der Berechnung bedeutet jedoch nicht, dass ein entsprechender Betrag für jeden Haushalt tragbar ist. Wer hohe Wohnkosten, bestehende Kredite oder weitere finanzielle Verpflichtungen hat, kann bereits mit einem geringeren Anteil an seine Belastungsgrenze kommen. Bei niedrigen Fixkosten kann dagegen mehr Spielraum bestehen. Zusätzlich beeinflussen Faktoren wie die Größe Ihrer Familie und Ihre Pendelstrecke Ihre Bedürfnisse an das Fahrzeug. Nach allen Autoausgaben muss ausreichend Geld für Alltag, Sparziele und Unvorhergesehenes verbleiben.

Ein Auto kostet mehr als nur seinen Kaufpreis

Beim Kauf eines Autos ist nicht nur der Kaufpreis relevant. Wichtig ist, auch die laufenden Ausgaben zu beachten, die durch das gewünschte Automodell anfallen. Diese unterscheiden sich in Fixkosten und Betriebskosten.

Fixkosten

  • Kfz-Steuer
  • Versicherung
  • Stellplatz

Betriebskosten

  • Kraftstoff / Strom
  • Wartung
  • Hauptuntersuchung
  • Reifen
  • Wagenwäsche und Pflege
  • Reparaturrücklagen

Berücksichtigen Sie neben den laufenden Ausgaben auch den Wertverlust eines Fahrzeugs. Verkaufen Sie das Auto später zu einem deutlich niedrigeren Preis als dem Kaufpreis, entsteht ein finanzieller Verlust. Dieser zählt zu den Gesamtkosten des Fahrzeugs, auch wenn er nicht als monatliche Ausgabe anfällt.

Versicherungen rund ums Auto

Die Kosten für Kfz-Versicherungen unterscheiden sich je nach Typklasse des Autos. Je höher die angegebene Zahl bei der Versicherungsklasse, desto höher fallen die Beträge aus. Außerdem spielen für die konkreten Versicherungskosten Schadenfreiheitsrabatt und Wohnort eine Rolle. Wenn Versicherer den Beitrag berechnen, berücksichtigen sie unter anderem die Schadenbilanz des jeweiligen Zulassungsbezirks. In Regionen mit vielen Unfällen oder Diebstählen können die Beiträge daher höher ausfallen. 

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist für alle Fahrzeughaltenden in Deutschland Pflicht. Mit einer Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung erhalten Sie zusätzliche Leistungen.

Bausteine für Ihre Autoversicherung

 

 Haftungs-ansprüche
Dritter nach einem Unfall
Unverschuldete Schäden z. B. durch Diebstahl oder UnwetterReparaturkosten nach selbstverursachten Unfällen und VandalismusSchutz im Ausland und mit fremden FahrzeugenEntschädigung für Fahrer und Insassen
Pflicht:
Kfz-Haftpflicht
Ja    
Sinnvoll:
Teilkasko
JaJa   
Rundum:
Vollkasko
JaJaJa  
Extras:
Schutzbrief
   Ja 
Plus:
Fahrerschutz
    Ja

Kfz-Steuer

Auch die Kfz-Steuer gehört zu den laufenden Fahrzeugkosten. Sie wird einmal jährlich erhoben und richtet sich vor allem nach Hubraum und CO₂-Ausstoß des Fahrzeugs. Häufig werden Dieselmodelle höher besteuert als vergleichbare Benziner. Viele Elektrofahrzeuge, die bis 2030 erstmals zugelassen werden, profitieren bis zu zehn Jahre lang von einer Steuerbefreiung – maximal aber bis 2035.

So ermitteln Sie Ihr monatliches Autobudget

Nachdem Sie Ihren finanziellen Spielraum ermittelt und die wichtigsten Fahrzeugkosten berücksichtigt haben, können Sie berechnen, welche monatliche Belastung für Ihr Auto langfristig tragbar ist. Wird das Fahrzeug finanziert, spielen neben den laufenden Kosten auch Anzahlung oder Eigenkapital, Laufzeit, Zinssatz und gegebenenfalls eine Schlussrate eine Rolle. Wenn Sie von Ihrem verfügbaren Autobudget die laufenden Fahrzeugkosten abziehen, erhalten Sie einen Richtwert für die tragbare Finanzierungsrate. Planen Sie dabei nicht Ihr gesamtes frei verfügbares Einkommen für das Auto ein, damit ein finanzieller Spielraum erhalten bleibt.

Für den Autokauf sparen

Statt einer Finanzierung sparen viele Menschen lieber für das eigene Auto. Wer beim Autokauf eigenes Kapital einbringen kann, benötigt oft einen geringeren Kreditbetrag und profitiert dadurch von niedrigeren monatlichen Raten. Setzen Sie nicht das gesamte Ersparte für den Fahrzeugkauf ein, sondern behalten Sie eine finanzielle Reserve.

Wer noch für das Wunschauto spart, kann das Geld je nach geplantem Kaufzeitpunkt auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto anlegen. Während Tagesgeld jederzeit verfügbar bleibt, bietet Festgeld für einen fest vereinbarten Zeitraum eine planbare Verzinsung.

Welcher Fahrzeugtyp passt zu Ihrem Budget?

Bei einem begrenzten monatlichen Autobudget kommen eher kleinere Fahrzeuge oder günstige Gebrauchtwagen infrage. Mit höherem Budget stehen auch größere Fahrzeugklassen oder Neuwagen zur Verfügung.

Neuwagen: Höhere Anschaffungskosten, geringeres Reparaturrisiko

Neuwagen bieten die größere Auswahl bei Ausstattung und Motorisierung. Neben der gesetzlichen Gewährleistung geben manche Hersteller für Neuwagen auch eine Garantie. Dem stehen allerdings die höchsten Anschaffungskosten gegenüber. Hinzu kommt, dass Neuwagen insbesondere in den ersten Jahren einen erheblichen Wertverlust verzeichnen können. Wer sich für einen Neuwagen entscheidet, sollte ausreichend Budget für Finanzierung und laufende Kosten einplanen.

Preissteigerung bei Neuwagen

Der durchschnittliche Neuwagenpreis in Deutschland lag 2024 bei 43.530 Euro. Im Jahr 2000 lag er noch bei rund 19.000 Euro. Gegenüber dem Jahr 2000 entspricht das einem nominalen Preisanstieg von 128 Prozent. Inflationsbereinigt lagen die Preise 2024 noch 44 Prozent über dem Niveau von 2000.

Quelle: Statista (Stand 2025)

Jahreswagen und Vorführwagen: Kompromiss zwischen Preis und Risiko

Jahreswagen oder Vorführwagen sind nahezu neuwertige Fahrzeuge. Sie sind eine attraktive Alternative, falls das Budget für einen Neuwagen nicht ausreicht. Bei der Ausstattung haben Sie zwar keinen Gestaltungsspielraum mehr, dafür verfügen Jahres- oder Vorführwagen aber meist über moderne Technik, wenig Laufleistung und eine nachvollziehbare Wartungshistorie. Gleichzeitig fällt der größte Wertverlust oft bereits in den ersten Monaten nach der Erstzulassung an. Dadurch lassen sich Anschaffungskosten und Werterhalt häufig besser miteinander kombinieren.

Gebrauchtwagen: Günstiger in der Anschaffung, höhere Reserven einplanen

Wer weniger Geld ausgeben möchte, fährt auch mit einem soliden Gebrauchten gut. Die Anschaffungskosten liegen deutlich unter denen vergleichbarer Neu- oder Jahreswagen, zudem fällt der weitere Wertverlust meist geringer aus. Dafür steigt mit zunehmendem Fahrzeugalter das Risiko für Reparaturen und ungeplante Werkstattkosten. Planen Sie dafür ausreichend Rücklagen ein. Ein ausführlicher Mängel-Check ist beim Kauf unerlässlich. 

Fahrzeugkosten senken und Budget besser nutzen

Wer sein Budget möglichst effizient nutzen möchte, sollte die Preise verschiedener Anbieter vergleichen. Halten Sie für die Verhandlung günstigere Konditionen von Wettbewerbern bereit. Haben Sie einen guten Kaufpreis ausgehandelt, können Sie der Händlerin oder dem Händler ebenfalls anbieten, Ihr altes Auto in Zahlung zu geben.

Händler oder Privatkauf?

Gebrauchtwagen von Händlerinnen und Händlern sind häufig teurer, bieten aber mehr Sicherheit. In der Regel erhalten Käuferinnen und Käufer eine gesetzliche Gewährleistung. Private Verkäuferinnen und Verkäufer können die Haftung für Sachmängel dagegen ausschließen. Vor allem bei Privatkäufen lohnt es sich daher, das Fahrzeug vor dem Kauf sorgfältig prüfen oder von einer Fachperson begutachten zu lassen.

Auto bar bezahlen, finanzieren, leasen oder abonnieren

Wie stark ein Auto Ihr Budget belastet, hängt auch davon ab, ob Sie es bar bezahlen, finanzieren, leasen oder ein Abo nutzen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur die monatliche Rate, sondern sämtliche Kosten über die geplante Laufzeit.

 Was gehört zur monatlichen Belastung?Worauf Sie achten sollten
BarzahlungLaufende FahrzeugkostenBehalten Sie nach dem Kauf ausreichend finanzielle Reserven
Ratenkredit Kreditrate plus laufende FahrzeugkostenEffektivzins, Gesamtkosten und Laufzeit berücksichtigen
HändlerfinanzierungFinanzierungsrate plus laufende FahrzeugkostenMit Bankkredit und Barpreis des Fahrzeugs vergleichen
Ballon- / Drei-Wege-FinanzierungRate, laufende Kosten und Rücklage für die SchlussrateEine niedrige Rate kann über eine hohe Schlusszahlung hinwegtäuschen
LeasingLeasingrate, anteilige Sonderzahlung und nicht enthaltene FahrzeugkostenMehrkilometer und Kosten bei der Rückgabe berücksichtigen
Auto-AboAborate, Energie und gegebenenfalls weitere nicht enthaltene KostenLeistungsumfang, Kilometergrenze und Gesamtkosten prüfen

Rechnen Sie selbst, wie Sie Ihr Auto finanzieren können

Daran erkennen Sie, dass ein Auto zu teuer ist

Ein Auto kann rechnerisch finanzierbar sein und das persönliche Budget trotzdem überlasten. Diese Warnsignale sprechen dafür, die Fahrzeugwahl oder Finanzierung noch einmal zu prüfen:

  • Nach dem Kauf wäre Ihr Notgroschen weitgehend oder vollständig aufgebraucht.
  • Für die monatlichen Fahrzeugkosten bleibt neben Ihren übrigen Ausgaben kaum Spielraum.
  • Die Kreditrate ist nur durch eine sehr lange Laufzeit tragbar.
  • Die vereinbarte Schlussrate können Sie voraussichtlich nicht aus eigenen Mitteln bezahlen.
  • Bereits für kleinere Reparaturen müssten Sie zusätzlich einen Kredit aufnehmen.
  • Sie müssten regelmäßige Sparraten oder wichtige Sparziele dauerhaft aussetzen, um die Finanzierung für das Auto zu stemmen.
  • Die Finanzierung funktioniert nur, solange Ihr Einkommen unverändert hoch bleibt.

Trifft einer oder treffen mehrere dieser Punkte zu, kann ein günstigeres Fahrzeug, mehr Eigenkapital oder eine andere Finanzierungsform die finanziell sicherere Lösung sein. Treffen dagegen keine oder nur wenige Warnsignale zu, kann das Fahrzeug finanziell gut tragbar sein. Liegt Ihre Situation zwischen diesen beiden Extremen, lohnt es sich, Budget und Finanzierung noch einmal kritisch zu prüfen.

Kredit – Wünsche erfüllen: Verständlich erklärt von den Volksbanken Raiffeisenbanken

Erklärvideo zum Thema Kredit, wie Liquidität und Absicherung die Finanzierungsmöglichkeiten bestimmen.
Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken Raiffeisenbanken (Stand: April 2014)

Ob Sie für Ihr Wunschauto sparen, vorhandenes Eigenkapital nutzen oder eine Finanzierung in Betracht ziehen: Die Beraterinnen und Berater Ihrer Volksbank Raiffeisenbank unterstützen Sie dabei, die passende Lösung für Ihre Situation zu finden. Gemeinsam können Sie prüfen, welche Möglichkeiten zu Ihrem Budget und Ihren Zielen passen – vom Ansparen auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto bis hin zum Autokredit.

FAQs zum Autokauf

Stellen Sie zunächst Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Der Betrag, der nach Miete, Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Sparraten und anderen Verpflichtungen übrigbleibt, ist Ihr finanzieller Spielraum. Ziehen Sie davon einen Puffer für unerwartete Ausgaben ab. Was danach übrig bleibt, dient als Orientierung für Ihr Autobudget.

Wie hoch Ihre monatlichen Autoausgaben maximal sein sollten, hängt von Ihrem Einkommen und Ihren sonstigen Verpflichtungen ab. Kredit- oder Leasingrate und sämtliche laufenden Fahrzeugkosten müssen dauerhaft in Ihr Budget passen. Zusätzlich sollte ausreichend Geld für Lebenshaltung, Rücklagen und Sparziele bleiben. Eine Orientierung bietet die 20-4-10-Regel: Danach sollten die monatlichen Kosten für Ihr Auto höchstens 10 Prozent Ihres Nettoeinkommens betragen. Dazu zählen neben der Finanzierungsrate auch laufende Kosten wie Versicherung, Kraftstoff, Steuer und Wartung. Die Regel ist ein vorsichtiger Richtwert. Entscheidend ist, dass die Ausgaben dauerhaft zu Ihrem Budget passen.

Zum Autobudget gehört mehr als die monatliche Finanzierungsrate. Rechnen Sie auch Kosten für Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Kraftstoff oder Strom, Wartung, Reparaturen und Reifen ein. Auch Wertverlust, Hauptuntersuchung oder ein Stellplatz können ins Gewicht fallen.

Auch nach Abzug aller Autokosten sollten Sie genügend finanziellen Spielraum für Ihren Alltag, Ihre Sparziele und unerwartete Ausgaben haben. Eine pauschale Summe lässt sich dafür nicht nennen. Wichtig ist, dass Sie nicht Ihr gesamtes frei verfügbares Einkommen für das Auto einplanen. So bleibt finanzieller Spielraum für unvorhergesehene Kosten.

Nach der 20-4-10-Regel können Sie sich an einer Anzahlung von mindestens 20 Prozent des Kaufpreises orientieren. Je mehr Eigenkapital Sie einsetzen, desto geringer fällt in der Regel der Finanzierungsbedarf aus. Verwenden Sie dafür aber nicht Ihre gesamten Rücklagen. Ein finanzielles Polster für unerwartete Ausgaben sollte Ihnen weiterhin zur Verfügung stehen. 

Wenn die Kosten für Ihr Auto kaum noch finanziellen Spielraum lassen, sollten Sie Ihr Budget noch einmal prüfen. Das gilt zum Beispiel, wenn Sie nicht mehr regelmäßig sparen können oder für unerwartete Ausgaben auf Ihre Rücklagen zurückgreifen müssen. Betrachten Sie dabei nicht nur die Finanzierungsrate, sondern alle Kosten rund um das Auto.

Sie können einen Teil Ihrer Ersparnisse für den Autokauf einsetzen und damit den Finanzierungsbedarf senken. Ihre Rücklagen sollten Sie dafür jedoch nicht vollständig aufbrauchen. Als Faustregel für einen Notgroschen gelten drei bis sechs Monatsausgaben. So bleiben Sie auch bei unerwarteten Kosten finanziell flexibel.

Ein Gebrauchtwagen kann bei begrenztem Budget eine gute Wahl sein, da der Kaufpreis meist niedriger ist als bei einem Neuwagen. Je nach Alter und Zustand können dafür höhere Kosten für Wartung und Reparaturen anfallen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die voraussichtlichen laufenden Kosten.

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