Rentenlücke berechnen: Wie kann ich vorsorgen?

Kurz und kompakt

  • Die Rentenlücke ist der Unterschied zwischen dem letzten Nettoeinkommen und den gesetzlichen Rentenleistungen im Ruhestand.

  • Sie entsteht, weil die gesetzliche Rente meist nur einen Teil des früheren Einkommens abdeckt und Inflation sowie Kostensteigerungen hinzukommen.

  • Mit privaten Rentenmodellen wie Riester-, Rürup- oder fondsgebundenen Rentenversicherungen sowie einer betrieblichen Altersvorsorge verkleinern Sie diese Lücke.

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So schließen Sie Ihre Versorgungslücke

Wenn Sie eine Rentenlücke haben, können Sie meist Ihren aktuellen Lebensstandard im Ruhestand nicht halten. Machen Sie daher frühzeitig den ersten Schritt in eine sichere finanzielle Zukunft. Hier erfahren Sie, wie Sie eine Rentenlücke erkennen und schließen.

Was ist die Rentenlücke?

Der Begriff „Rentenlücke“ oder „Versorgungslücke“ bezeichnet die Differenz zwischen dem Betrag, den Sie vor Ihrem Ruhestand monatlich netto verdient haben, und dem Betrag, den Sie nach Rentenbeginn jeden Monat von der gesetzlichen Rentenversicherung bekommen. Die Rentenlücke entsteht, weil die gesetzliche Rente nur einen Teil Ihres letzten Gehalts abdeckt. Andere Faktoren wie die Inflation oder steigende Lebenshaltungskosten können ebenfalls dazu beitragen, dass Ihre regelmäßigen Ausgaben höher ausfallen als Ihre Renteneinkünfte.

Diese Personengruppen sind besonders gefährdet

Die Rentenlücke ist etwas, mit dem sich alle beschäftigen sollten. Denn egal wie der eigene Lebensweg aussieht: finanzielle Stabilität im Ruhestand ist wichtig. Es gibt jedoch Personengruppen, die besonders von der Rentenlücke betroffen und aus diesem Grund von Altersarmut bedroht sind.

Frauen

Frauen sind in Deutschland die größte Personengruppe, die die Konsequenzen der Rentenlücke spürt. Denn neben dem Gender-Pay-Gap, also dem durchschnittlich niedrigeren Einkommen von Frauen im Vergleich zu Männern, gibt es auch den Gender-Pension-Gap, also die durchschnittlich niedrigere Rente von Frauen im Vergleich zu Männern. Laut dem Statistischen Bundesamt betrug der Gender-Pension-Gap bezogen auf die Bruttoeinkünfte von Männern und Frauen 36,9 Prozent im Jahr 2024. Damit ist Deutschland im Vergleich der OECD-Länder Schlusslicht.

Der Gender-Pension-Gap die ist Folge des nach wie vor bestehenden Gender-Pay-Gaps. Frauen arbeiten öfter in Teilzeit und sind häufiger geringfügig beschäftigt als Männer. Sie werden seltener Führungskräfte und arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufen. Viele Frauen unterbrechen ihre Berufstätigkeit, um sich um die Kinder zu kümmern oder reduzieren Stunden, um Angehörige zu pflegen. Alle diese Faktoren sorgen nicht nur dafür, dass sie prozentual weniger verdienen, sondern das geringere Einkommen führt auch dazu, dass Frauen weniger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Die Konsequenz ist eine niedrigere gesetzliche Rente. Gleichzeitig führt das geringere durchschnittliche Einkommen dazu, dass es für Frauen schwieriger ist, ihre Altersvorsorge auf mehrere Säulen zu verteilen und privat vorzusorgen. Das führt zu finanzieller Unsicherheit und Abhängigkeit im Alter.

Aus diesem Grund ist es für Frauen besonders wichtig, früh fürs Alter vorzusorgen. Eine frühzeitig abgeschlossene private Vorsorge ergänzt die späteren gesetzlichen Rentenzahlungen. Ist es nicht möglich, kontinuierlich zu arbeiten, können Personen in Partnerschaften Regelungen treffen, die sie dennoch absichern. So kann zum Beispiel die in Vollzeit arbeitende Person freiwillig in die Rentenversicherung der Partnerin oder des Partners einzahlen, die oder der beruflich kürzertritt. Solche Zahlungen gleichen die Lücke aus, die durch eine verminderte oder unterbrochene Erwerbstätigkeit entsteht.

Selbstständige und Freiberufler

Wer selbstständig oder freiberuflich tätig ist, zahlt in der Regel nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein, sondern kümmert sich selbst um die Altersvorsorge. Doch diese Flexibilität führt auch zu viel Unsicherheit. In einer Umfrage des ifo-Instituts aus dem Jahr 2025 gaben lediglich 46 Prozent der befragten Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer an, ihre Altersvorsorge als ausreichend einzuschätzen.

Bei Selbstständigen ist die Rentenlücke laut dem Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) besonders groß. Gründe dafür sind die unregelmäßigen Einnahmen, deren Höhe teilweise stark schwankt. Im Berufsalltag legen Selbstständige ihren Fokus häufig eher auf kurzfristige Liquidität und es fehlen die automatischen Einzahlungen, die angestellt Tätige jeden Monat an die Rentenversicherung leisten. Da gerät die Vorsorge für den Ruhestand schnell in den Hintergrund.

Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft

In Deutschland arbeiten viele Menschen, die nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen. Zwar zahlen sie in die gesetzliche Rentenversicherung ein, wenn sie einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen. Doch lediglich 37 Prozent verfügen laut einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zusätzlich über eine betriebliche oder private Altersvorsorge. Bei Berufstätigen mit deutscher Staatsbürgerschaft sind es 67 Prozent. Laut der Deutschen Rentenversicherung sind neben sprachlichen Hürden und Unsicherheiten über den Aufenthaltsstatus auch strukturelle Benachteiligungen im Arbeitsmarkt die Gründe.

Personen mit wenig oder schwankendem Einkommen

Unabhängig von Geschlecht, Beschäftigungsstatus und Staatsbürgerschaft sind Personen mit geringem Einkommen besonders von der Rentenlücke betroffen. Die inflationsbedingt steigenden Preise führen dazu, dass sie nicht sparen und damit nicht für die Zeit nach dem Berufsleben vorsorgen können. Eine Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft kam bereits im Jahr 2018 zu dem Ergebnis, dass es in Deutschland fast 11 Millionen Haushalte gibt, die finanziell nicht in der Lage sind, die bestehende Rentenlücke zu schließen.

Rentenlücke berechnen

Um die Höhe Ihrer Versorgungslücke zu berechnen, müssen Sie verschiedene Faktoren berücksichtigen. Das Vorhandensein einer betrieblichen oder privaten Altersversorgung, die Inflation, Rentensteigerungen, mögliche Kosteneinsparungen im Alter – zum Beispiel, weil das Haus abbezahlt ist – und materielle Wünsche spielen beispielsweise eine Rolle. Prüfen Sie im ersten Schritt Ihre Renteninformation. Denn diese zeigt Ihnen die prognostizierten Einnahmen, mit denen Sie im Ruhestand rechnen können.

Im nächsten Schritt sollten Sie Ihre aktuellen Ausgaben detailliert aufschreiben und überlegen, ob Sie im Ruhestand genauso viel Geld ausgeben oder die Ausgaben verringern wollen. Laut dem Statistischen Bundesamt sehen die durchschnittlichen Ausgaben von Rentnerinnen und Rentnern wie folgt aus:

Alleinstehende1.735 € pro Monat
Weiblich alleinstehend1.697 € pro Monat
Männlich alleinstehend1.823 € pro Monat
Paar3.045 € pro Monat

Unser Rentenrechner

Damit Sie Ihre finanzielle Situation im Rentenalter frühzeitig einschätzen können, stellen wir Ihnen unseren Rentenrechner zur Verfügung. Damit berechnen Sie die Differenz zwischen Ihrem heutigen Nettogehalt und Ihrer zu erwartenden Rente. So wissen Sie, in welcher Höhe Sie eine private Altersvorsorge abschließen müssen, um zusätzlich zur gesetzlichen Altersrente für Ihren Ruhestand vorzusorgen.

Berechnen Sie selbst, wie hoch Ihre Rentenlücke ausfallen kann

Rentenlücke schließen

Um eine Rentenlücke zu schließen, sollten Sie Ihre Altersversorgung frühzeitig in die Hand nehmen und sich für eine private Zusatzrente entscheiden. Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten: Bei einer betrieblichen Altersvorsorge sparen Sie mit Unterstützung durch einen Arbeitgeberzuschuss und mit steuerlichen Vorteilen. Bei der Riester- und der Rürup-Rente unterstützt Sie ebenfalls der Staat durch Steuervorteile beim Aufbau Ihrer Altersvorsorge. Fondsgebundene Rentenversicherungen lassen sich auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden. Dabei entscheiden Sie selbst über den Auszahlungsbeginn und darüber, ob Sie den angesparten Betrag in Form einer Einmalzahlung oder in monatlichen Raten erhalten.

Aktienfonds und ETFs sind ebenfalls geeignet, um privat fürs Alter vorzusorgen. Mit einem ETF-Sparplan zum Beispiel investieren Sie monatlich einen festgelegten Betrag. Entscheiden Sie sich am besten für Fonds oder für andere Produkte, mit denen Sie Ihre Investitionen auf verschiedene Branchen und Regionen verteilen. Das minimiert das Risiko eines Wertverlustes. Und: Wenn Sie früh mit dem Vermögensaufbau beginnen, ist Ihr Depot weniger anfällig für Kursschwankungen.

Neben dem Abschluss einer privaten Vorsorge ist es in manchen Fällen auch möglich, die gesetzliche Rente zu erhöhen:

Kindererziehungszeiten: Wer Kinder erzieht, die ab 1992 geboren sind, erhält für jedes Kind 3 Rentenpunkte. Das entspricht beim aktuellem Rentenwert von 37,60 Euro rund 113 Euro mehr Rente monatlich. Der Antrag zur Anrechnung von Kindererziehungszeiten ist kostenfrei.

Kontenklärung: Überprüfen Sie Ihr Rentenkonto, um sicherzustellen, dass alle relevanten Beiträge darin erfasst sind – zum Beispiel diejenigen, die Sie durch Nebenjobs während des Studiums oder durch Pflege von Angehörigen erworben haben. Bis zum Alter von 45 Jahren können Sie freiwillig Beiträge nachzahlen. Ab 50 können Sie zusätzliche Rentenpunkte kaufen.

Generell gilt

Je früher Sie eine passende Geldanlage finden, desto mehr Sparraten zahlen Sie ein und desto mehr angespartes Kapital steht Ihnen im Rentenalter zur Verfügung. Zudem sorgt eine frühe Vorsorge dafür, dass Sie eine geringere monatliche Rate benötigen, um Ihre Vorsorgeziele zu erreichen.

Verteilung der Konsumausgaben privater Haushalte in Deutschland im Jahr 2023 nach Verwendungszweck

*Zum Beispiel Gesundheits- und Körperpflege, Bildungswesen oder Versicherungs- und Finanzdienstleistungen

© Statista 2024, BMAS: Deutsches Bundesamt

So schließen Sie die Rentenlücke – Schritt für Schritt

  1. Rentenhöhe prüfen: Prüfen Sie in einem ersten Schritt, wie hoch Ihre gesetzliche Rente ausfallen wird. Werfen Sie dazu einen Blick in die Renteninformation. Die Deutsche Rentenversicherung versendet jährlich an alle Personen ab dem 27. Lebensjahr diese Auskunft über die zu erwartende Rente. Es ist zudem möglich, die Rentenansprüche online einzusehen.
  2. Finanziellen Bedarf ermitteln: Ermitteln Sie in einem zweiten Schritt Ihren finanziellen Bedarf. Dazu zählt neben den festen Ausgaben für Miete, Versicherungen und Mobilität auch, wie viel Geld Sie monatlich benötigen werden, um Ihren gewünschten Lebensstandard zu finanzieren.
  3. Inflation und Rentensteigerung berücksichtigen: Wichtig: Bedenken Sie bei Ihren Kostenaufstellungen nicht nur, dass Ihre Rente durch Rentenerhöhungen höher ausfallen könnte, sondern auch, dass Ihre Ausgaben inflationsbedingt steigen können.
  4. Rentenlücke berechnen: Berechnen Sie nun die zu erwartende Rentenlücke. So wissen Sie, welche Summe Sie durch private Vorsorge ansparen müssen, um Ihren angestrebten Lebensstandard auch im Alter aufrechtzuerhalten.
  5. Vorsorge: Stellen Sie Ihre Altersvorsorge auf mehrere Standbeine. Ihre Beraterin oder Ihr Berater bei den Volksbanken Raiffeisenbanken hilft Ihnen dabei, den Vorsorgemix zu finden, der zu Ihrer Lebenssituation und Ihren Anlagezielen passt.

FAQs zur Rentenlücke

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung finanzieren die noch werktätigen Beitragszahlerinnen und Beitragszahler die monatlichen Bezüge aller Rentnerinnen und Rentner. Dieses Modell ist auch als Generationenvertrag bekannt. Dabei zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber monatlich einen vertraglich festgelegten Beitrag in die gesetzliche Rentenkasse ein. Dieses Geld erhalten dann die aktuellen Rentnerinnen und Rentner. Doch dieses System funktioniert nur, solang die Bevölkerung wächst oder zumindest in ihrer Altersstruktur konstant bleibt. Reduziert sich der Anteil der Jüngeren, verschlechtert sich die Anzahl der Beitragszahlerinnen und -zahler im Verhältnis zur Anzahl der Personen, die Rente erhalten. Expertinnen und Experten sind sich mittlerweile einig: Mit der gesetzlichen Rentenversicherung allein wird es künftig nicht mehr möglich sein, den gewohnten Lebensstandard nach dem Rentenbeginn zu halten.

Nehmen Sie möglichst früh Ihre Altersvorsorge durch das Abschließen einer privaten Rentenversicherung in die Hand. Ob mit einer Riester- oder Rürup-Rente, einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV), der fondsgebundenen Rentenversicherung, einem Riester-Fondssparplan oder mit Wohn-Riester – je früher Sie mit dem Sparen anfangen, desto größer wird die Summe, die Sie im Alter erhalten.

Die Renteninformation erhalten diejenigen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind, per Brief. Das ermöglicht einen Überblick über die erworbenen Rentenansprüche. Zudem informiert die Renteninformation über die Rentenansprüche bei einer Erwerbsminderung. Sie geht jährlich automatisch an alle Versicherten, die mindestens 27 Jahre alt sind und 5 Jahre lang Beiträge eingezahlt haben.

Versicherte müssen einen Antrag auf Rentenzahlung bei der gesetzlichen Rentenversicherung einreichen. Den Rentenantrag sollten sie ca. 3 Monate vor Rentenbeginn stellen. Nach Genehmigung des Antrags erfolgt die Rentenzahlung immer am letzten Bankarbeitstag des Monats rückwirkend für den Monat.

In den meisten Fällen reicht die gesetzliche Rente nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard auch nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben zu halten. Rentnerinnen und Rentner benötigen ca. 80 Prozent des letzten Nettogehalts, um Ihren Lebensstandard zu halten. Aktuell beträgt das Rentenniveau aber 48 Prozent.

Wie viel Geld Sie für Ihre private Altersvorsorge aufwenden sollten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In welchem Alter Sie mit der Vorsorge beginnen, hat ebenso Einfluss auf den nötigen Sparbetrag wie der Lebensstandard, den Sie im Ruhestand anstreben. Vermögenswerte wie Immobilien beeinflussen den benötigten Sparbetrag ebenfalls. Lassen Sie sich bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank beraten.

Das durchschnittliche Rentenniveau betrug 48 Prozent im Jahr 2024. Die Bundesregierung plant, das Rentenniveau bis 2031 auf diesem Wert zu stabilisieren. Dieser durchschnittliche Wert hat aber wenig Aussagekraft für die Höhe Ihrer gesetzlichen Rente. Er dient vielmehr als Richtwert für die Ermittlung der jährlichen Rentenerhöhung.

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