Finderlohn

Das sollten Sie wissen

19. November 2019

Ob Geldbörse, Handtasche oder Handy: Dürfen Sie fremdes Eigentum, das sie finden, behalten oder nicht? Und können Sie als ehrlicher Finder einen Finderlohn vom rechtmäßigen Besitzer verlangen? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie hier.

Der ehrliche Finder

Jeder kann mal etwas verlieren und freut sich dann, wenn er es wider Erwarten zurückbekommt. Gerade im Portemonnaie befinden sich neben Geld auch Kreditkarten und wichtige Ausweisdokumente, die sich nicht so schnell ersetzen lassen. Der rechtmäßige Besitzer dankt es Ihnen also, wenn Sie ihm seine Geldbörse zurückgeben. So ersparen Sie ihm Sorgen und Arbeit. Gegebenenfalls kann er so darauf verzichten, seine Karten sperren zu lassen oder neue Dokumente beantragen zu müssen.

Zudem haben Sie laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) eine Anzeigepflicht. Sie müssen einen gefundenen Gegenstand oder Geld ab einem Wert von zehn Euro bei der zuständigen Behörde melden und abgeben. Andernfalls machen Sie sich der Unterschlagung strafbar.

Das sollten Sie nach dem Fund tun

Wenn Sie den Eigentümer der Fundsache kennen, können Sie sie ihm einfach persönlich zurückgeben. Andernfalls müssen Sie den Fund bei der zuständigen Behörde – Polizei oder Fundbüro – abgeben. Um Finderlohn beanspruchen zu können, ist es wichtig, dass Sie dort Ihren Namen sowie Ihre Adresse hinterlassen.

Finderlohn: Anspruch und Höhe

Für die Rückgabe einer Fundsache haben Sie Anspruch auf eine Belohnung. Ihnen steht ein Finderlohn in einer bestimmten Höhe vom Empfangsberechtigten – also dem Eigentümer der Fundsache – zu. Bei Gegenständen mit einem Wert von bis zu 500 Euro erhalten Sie einen Finderlohn in Höhe von fünf Prozent. Wenn der Sach- oder Geldwert höher als 500 Euro ist, beträgt der Finderlohn für den Betrag, der die 500 Euro überschreitet, drei Prozent. Aus Dankbarkeit kann der Eigentümer aber natürlich auch mehr Finderlohn zahlen, als gesetzlich vorgeschrieben. Hat die Fundsache allerdings nur einen ideellen Wert, legt er den Finderlohn nach sogenanntem "billigen Ermessen" fest – kann dessen Höhe also nach eigenem Ermessen wählen.

Wenn Fundsachen nicht abgeholt werden

Fundstücke müssen laut Gesetz sechs Monate lang aufbewahrt werden. Es kann aber sein, dass der eigentliche Besitzer nicht ausfindig gemacht werden kann. Sollte sich der Eigentümer bis zum Ablauf dieser Frist nicht bei der zuständigen Behörde melden, gehört die Fundsache dem Finder.

Finderlohn bei herrenlosen Tieren

Wenn Sie zum Beispiel einen herrenlosen Hund finden, sind Sie dazu verpflichtet, das Tier an seinen Besitzer zurückzugeben. Lässt sich der Halter nicht ermitteln, sollten Sie den Hund zur zuständigen Gemeinde oder in das städtische Tierheim bringen. Auch bei Tieren haben Sie Anspruch auf Finderlohn: Hier beträgt die Höhe drei Prozent des Wertes.

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