Kurz und kompakt

  • Das Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzt das Gebäudeenergiegesetz und ermöglicht Eigentümerinnen und Eigentümern mehr Entscheidungsfreiheit bei der Wahl eines neuen Heizsystems.

  • Wenn Sie Ihre Ölheizung austauschen, stehen für den Ersatz verschiedene Alternativen zur Auswahl. Dazu zählen Brennwertkessel, Pelletheizungen, Wärmepumpen, Fernwärme oder Blockheizkraftwerke. Jede Technik hat eigene Vor- und Nachteile.

  • Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird fortgeführt. Seit Juli 2026 gelten dafür angepasste Förderbedingungen. Wer frühzeitig plant, sichert sich langfristig niedrigere Heizkosten.

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Wann Sie auf eine Alternative umsatteln müssen

Eine Ölheizung gehört mittlerweile zu den alten und fossilen Energieträgern. Mit Wärmepumpen, Fernwärme oder selbst Pelletheizungen stehen alternative Modelle bereit. Für bestimmte ältere Heizkessel gelten zudem gesetzliche Austauschpflichten. Doch in bestimmten Fällen gibt es Ausnahmen oder Fristen für den Übergang.

Bei der Wahl einer neuen Heizung besteht künftig mehr Technologieoffenheit. Neben Wärmepumpen, Fernwärme, Pelletheizungen oder Hybridlösungen können – abhängig von den gesetzlichen Vorgaben – weiterhin auch Gas- und Ölheizungen eingebaut werden. Wer den Tausch rechtzeitig vorbereitet, hält nicht nur gesetzliche Fristen ein, sondern profitiert auch von Förderprogrammen. Gleichzeitig bietet ein neuer Kessel oder ein anderes Heizsystem die Chance, Energiekosten dauerhaft zu senken.

Was ist das Gebäudemodernisierungsgesetz?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG), ersetzt seit Juli 2026 das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es verfolgt das Ziel, die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern. Die vorherige gesetzliche 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen entfällt. Für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer gelten gesetzliche Effizienzanforderungen sowie bestimmte Ausnahmen, etwa für Ein- und Zweifamilienhäuser, die bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst genutzt wurden.

Diese Ausnahme erlischt, wenn Sie Ihre Immobilie verkaufen, verschenken oder vererben. In dem Fall sind Sie sofort verpflichtet, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und alte Ölheizungen zu ersetzen. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die CO₂-Bepreisung. Schon jetzt zahlen Haushalte eine Abgabe auf Heizöl, die jedes Jahr steigt. Ab 2027 greift ein europäisches Emissionshandelssystem, das fossile Brennstoffe wie Heizöl weiter verteuert. Wer an einer alten Ölheizung festhält, muss also mit weiter steigenden Betriebskosten rechnen. Ab 2029 ist zudem ein schrittweise steigender Anteil alternativer Brennstoffe vorgesehen. Ab spätestens 2045 müssen Heizungen vollständig mit nicht fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Ölheizung ersetzen: Welche Alternativen gibt es?

AlternativePrinzipVorteileNachteile
Öl-BrennwertkesselDer Kessel nutzt nicht nur die Wärme aus der Verbrennung, sondern auch die Energie aus den Abgasen. Dadurch steigt der Wirkungsgrad auf über 90 Prozent.Günstige Anschaffung im Vergleich zu erneuerbaren Heizungen, vorhandene Tanks und Leitungen können Sie weiter nutzen. Ideal, wenn Sie kurzfristig modernisieren möchten.Bleibt ein fossiles System und verursacht weiterhin CO₂-Emissionen. Zukünftige Kosten durch CO₂-Bepreisung sind hoch, deshalb häufig nur eine Übergangslösung. 
Öl-Brennwertkessel mit SolarthermieEine Solarthermieanlage auf dem Dach erwärmt Wasser, das Sie in den Heizkreislauf einspeisen. Der Ölkessel springt nur dann an, wenn die Sonne nicht genug Energie liefert.Sie senken den Ölverbrauch deutlich, es gibt Fördermöglichkeiten und Sie sparen Heizkosten. Lässt sich bei vorhandenen Dachflächen vergleichsweise leicht integrieren.

Funktioniert nur bei ausreichend Sonneneinstrahlung, im Winter geringerer Nutzen, Anfangsinvestition fällt höher aus als beim reinen Brennwertkessel.

PelletkesselHolzpellets werden automatisch aus einem Lager in den Kessel transportiert und dort verbrannt. Sie stammen meist aus Sägespänen oder Holzabfällen.Die Pellets setzen nur so viel CO₂ frei, wie der Baum zuvor gebunden hat. Förderungen reduzieren die Kosten erheblich, langfristig sind Sie unabhängiger von Öl und Gas.Höhere Investition als bei Öl- oder Gaskesseln, Lagerraum für Pellets erforderlich; Brennstoffpreise schwanken und Sie müssen mit höheren Wartungskosten rechnen.
WärmepumpeEntzieht der Umgebungsluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme und wandelt sie mithilfe von Strom in Heizenergie um.Sehr niedrige Betriebskosten, besonders in Verbindung mit Ökostrom oder einer Photovoltaikanlage. Hohe Zuschüsse möglich, das System gilt als besonders zukunftssicher.Hohe Anschaffungskosten und bei unsanierten Gebäuden oft ineffizient. Für Altbauten ist eine begleitende Dämmung oder Flächenheizung notwendig.
Blockheizkraftwerk (BHKW)Ein Motor erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme, die Sie im Gebäude nutzen. Funktioniert meist mit Gas oder Biomasse.Sehr effizient, da Sie die eingesetzte Energie doppelt nutzen. Lohnt sich vor allem in großen Mehrfamilienhäusern oder gewerblichen Gebäuden.

Hohe Investitionskosten, anspruchsvolle Wartung; in Einfamilienhäusern ist der Betrieb meist nicht wirtschaftlich.

Gasheizung

Erdgas wird verbrannt, moderne Geräte arbeiten als Brennwertkessel mit hohem Wirkungsgrad.

Geringere Anschaffungskosten als andere Systeme, benötigt wenig Platz, die Technik gilt als ausgereift. Bei vorhandenem Gasanschluss gut einzubauen.

Fossile Energie mit steigenden CO₂-Kosten, langfristig nicht zukunftssicher.  

FernwärmeWärme aus einem zentralen Heizkraftwerk wird über ein Netz von Leitungen ins Haus transportiert. Die Wärme stammt oft aus Kraft-Wärme-Kopplung oder erneuerbaren Energien.Platzsparend, da kein eigener Kessel notwendig ist. Versorgung ist komfortabel und kann langfristig – je nach Energiequelle – mit geringem Treibhausgasausstoß erfolgen. 

Nur verfügbar, wenn ein Netzanschluss existiert, Abhängigkeit vom lokalen Versorger und dessen Preisgestaltung, Anschlusskosten können hoch sein.

Förderungen & Voraussetzungen

Der Staat unterstützt den Austausch von Ölheizungen mit verschiedenen Programmen. Die Förderung wird seit dem Juli 2026 mit angepassten Förderbedingungen fortgeführt. Dazu gehören unter anderem neue Einkommensboni, ein Kinderzuschlag sowie geänderte Förderhöchstbeträge. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie Zuschüsse und zinsgünstige Kredite, besonders für Wärmepumpen, Pelletkessel, Solarthermie und hybride Heizsysteme. Um die Förderung zu erhalten, ist meist ein hydraulischer Abgleich nötig, damit Sie die Wärme im Haus effizient verteilen. Auch eine qualifizierte Fachplanung oder Energieberatung mit entsprechendem Gutachten erhöht die Förderquote. Die Förderquote definiert den prozentualen Anteil, der bei Ihrem Vorhaben durch Fördermittel unterstützt wird. Zudem sorgt eine Energieberatung dafür, dass Sie die angestrebten energetischen Maßnahmen zielgerichtet umsetzen können. Achten Sie zudem darauf, den Antrag zu stellen, bevor Sie Ihren Ölkessel austauschen. Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Ihrer Filiale vor Ort unterstützen Sie gern auf dem Weg zur optimalen Förderung. 

Worauf ist beim Heizungstausch zu achten?

Ein unabhängige energieberatende Fachstelle prüft zunächst, ob das Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet ist oder eine energetische Sanierung sinnvoll ist. Ohne geeignete Dämmung oder angepasste Heizflächen erreicht Ihr neues Heizsystem nicht den gewünschten Effekt. Wer modernisiert, sollte also auch den Zustand von Fenstern, Dach und Fassade im Blick haben. Zudem lohnt es sich, die Kosten zu vergleichen. Berücksichtigen Sie dabei auch die langfristigen Betriebskosten sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz fossiler Brennstoffe. Gas- oder Öl-Brennwertkessel kosten weniger in der Anschaffung, erneuerbare Systeme bieten hingegen langfristig Einsparungen bei Energiekosten und CO₂-Abgaben. Rechnen Sie auch mögliche Förderungen mit ein, um einen vollständigen Kostenüberblick zu erhalten.

Was passiert, wenn meine Ölheizung kaputt geht?

 Fällt Ihre Ölheizung aus, sollten Sie sich frühzeitig über eine passende Ersatzlösung informieren. Das Gebäudemodernisierungsgesetz ermöglicht eine technologieoffene Wahl des Heizsystems. Neben Wärmepumpen, Fernwärme, Biomasse- und Hybridheizungen können – abhängig von den gesetzlichen Vorgaben – weiterhin auch Gas- und Ölheizungen eingebaut werden.

FAQs zum Thema Ölheizung austauschen

Gemäß dem Gebäudeenergiegesetz müssen Sie Standard-Ölheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, austauschen. Davon ausgenommen sind Brennwert- und Niedertemperaturkessel, weil sie effizienter arbeiten. Spätestens beim Eigentumswechsel greift aber die Austauschpflicht, sodass neue Eigentümerinnen und Eigentümer die alten Anlagen austauschen müssen.

Ja, das ist möglich. Eine Solarthermieanlage übernimmt die Warmwasserbereitung und unterstützt die Heizung, wodurch der Ölverbrauch sinkt. Das senkt die Heizkosten und reduziert die CO₂-Emissionen deutlich.

Eine erste Anlaufstelle ist die Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena). Dort sind Fachleute gelistet, die für staatliche Förderprogramme anerkannt sind. Auch lokale Handwerkskammern oder Verbraucherzentralen vermitteln Kontakte.

Wenn Sie die Ölheizung außer Betrieb nehmen, müssen Sie den Tank gemäß den gesetzlichen Vorschriften reinigen, ausbauen oder stilllegen. Fachbetriebe übernehmen diese Arbeit und stellen die notwendigen Nachweise aus. Wie teuer diese Maßnahmen sind, hängt von der Größe und Bauart des Tanks ab.

Bestehende Ölheizungen dürfen grundsätzlich weiter betrieben werden, sofern keine gesetzliche Austauschpflicht für ältere Standard- oder Konstanttemperaturkessel besteht. Für neue Heizungen gilt seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes mehr Technologieoffenheit. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den Einsatz alternativer Brennstoffe schrittweise bis 2045.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz ermöglicht weiterhin den Einbau verschiedener Heizsysteme. Dazu gehören – abhängig von den gesetzlichen Vorgaben – auch Gas- und Ölheizungen. Gleichzeitig ist vorgesehen, dass ab 2029 schrittweise mehr alternativer Brennstoffe eingesetzt werden und Heizungen spätestens ab 2045 vollständig mit alternativen Brennstoffen betrieben werden.

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