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Nachtspeicherheizung ersetzen

Kurz und kompakt

  • Nachtspeicherheizungen speichern nachts den Heizstrom und geben ihn tagsüber ab. Früher galten sie als günstig, heute verursachen sie in vielen Fällen hohe Stromkosten und sind wenig effizient.

  • Für funktionsfähige Nachtspeicherheizungen besteht keine generelle Austauschpflicht. Ein Austausch kann sich jedoch aufgrund hoher Stromkosten und einer geringeren Effizienz gegenüber anderen Heizsystemen lohnen.

  • Die Kosten für den Austausch variieren je nach Heiztechnik, Hausgröße und Zusatzarbeiten. Sie betragen zwischen 8.000 und 25.000 Euro. Altgeräte müssen fachgerecht und mit einem Nachweis entsorgen werden.

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Nachtspeicherheizung: Wenn die Heizung die Stromrechnung belastet

Eine Nachtspeicherheizung galt lange Zeit als ideale Heizlösung. Heizende konnten sich nachts günstig mit Strom eindecken und die Heizung wandelte die gespeicherte Energie über den Tag hinweg in Wärme um. In Zeiten steigender Strompreise ächzen viele Hausbesitzende aber unter den drastisch steigenden Stromrechnungen. Wenn Sie Ihre Nachtspeicherheizung durch eine moderne Heizung ersetzen, sparen Sie langfristig unter Umständen eine Menge Geld.

Was ist eine Nachtspeicherheizung?

Die Nachtspeicherheizung etablierte sich insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren. Sie bot eine Alternative zu den damals klassischen Öl- und Gasöfen und konnte insbesondere auch entlegenere Immobilien zuverlässig mit einer Heizquelle versorgen. Insbesondere dann, wenn es dort keinen Gasanschluss als Alternative zum Kohleofen gab. Entwickelt wurde die Technik zudem, um die Stromnetze auszulasten: Nachts fiel viel überschüssiger Strom an, den die Versorger günstiger verkauften. Damals wirkte das System attraktiv, weil Hausbesitzende keine Leitungen für Öl oder Gas legen mussten und der Strompreis niedrig war. Heute zeigt sich aber, dass diese Heizungen in vielen Gebäuden zu den teuersten Varianten gehören. Sie verbrauchen viel Energie und lassen sich kaum flexibel steuern.

Wie funktioniert eine Nachtspeicherheizung?

Das Prinzip der Nachtspeicherheizung ist einfach: Heizdrähte im Inneren des Geräts erhitzen den Speicherkern in den Nachtstunden. Tagsüber geben Klappen oder ein Ventilator die gespeicherte Wärme langsam ab. Bei älteren Modellen ist die Steuerung oft ungenau, sodass sie entweder zu stark oder zu schwach heizen. Neuere Nachtspeicheröfen verfügen über Thermostate und Zeitprogramme, die eine bessere Anpassung an den Wärmebedarf ermöglichen. Trotzdem bleibt das Grundproblem bestehen: Die Geräte können Wärme nur dann günstig speichern, wenn die Nachtstrompreise niedrig sind. Energieversorger bieten mittlerweile immer seltener Nachttarife an, die zum Großteil auch nur geringe Rabatte haben. Dadurch entfällt der frühere Vorteil.

Gesetzliche Vorgaben für Nachtspeicherheizungen

Für bestehende Nachtspeicherheizungen gibt es keine generelle Austauschpflicht allein aufgrund des Gebäudealters oder eines Eigentümerwechsels. Eine funktionsfähige Anlage kann grundsätzlich weiter betrieben werden. 

Wenn Sie Ihre Nachtspeicherheizung ersetzen möchten, stehen Ihnen verschiedene Heiztechniken zur Auswahl. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) lässt Eigentümerinnen und Eigentümern grundsätzlich die Wahl, welche Heizungsart sie einbauen. Neben Wärmepumpen, Fernwärme oder Biomasseheizungen können daher auch Gas- und Ölheizungen infrage kommen. 

Welche Lösung für Ihre Immobilie geeignet ist, hängt unter anderem vom energetischen Zustand des Gebäudes, den technischen Voraussetzungen und den laufenden Kosten ab.

Viele Gründe sprechen für den Austausch

Eine Nachtspeicherheizung verbraucht im Vergleich zu anderen Systemen besonders viel Strom. Strom ist die teuerste Form von Heizenergie, und die Preise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Zudem arbeitet das System technisch wenig effizient, weil es Wärme ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Bedarf speichert und abgibt. Wie viele Treibhausgase beim Heizen entstehen, hängt auch davon ab, wie der benötigte Strom erzeugt wird. Ein Wechsel zu einem effizienteren Heizsystem kann den Energiebedarf deutlich reduzieren. Dadurch können je nach Gebäude und gewählter Technik auch die laufenden Heizkosten sinken. 

Hohe Betriebskosten – Beispielrechnung

Für ein gut gedämmtes Einfamilienhaus mit rund 140 Quadratmetern Wohnfläche benötigt eine Nachtspeicherheizung etwa 18.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Bei einem Strompreis von 40 Cent je Kilowattstunde entstehen so Kosten von rund 7.200 Euro. Zum Vergleich: Eine Wärmepumpe kommt im gleichen Gebäude mit etwa 6.000 Kilowattstunden Strom aus und verursacht damit nur rund 2.400 Euro Kosten. 

Die Nachtspeicherheizung und mögliche Alternativen im Vergleich

Heizsystem

Funktionsweise

Vorteile

NachteileKostenrahmen
Nachtspeicherheizung (Bestand)Wandelt nachts Strom in Wärme um, speichert diese und gibt sie tagsüber abEinfach in der Handhabung, kein Schornstein nötig, geringe WartungSehr hoher Stromverbrauch, kaum steuerbar, hohe Heizkosten, schlechte CO₂-BilanzBetrieb: ca. 7.000 Euro pro Jahr bei einem Einfamilienhaus; i.d.R. keine Anschaffungskosten, da es sich um alte Bestandsgeräte handelt
WärmepumpeNutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Grundwasser und macht daraus Heizenergie; arbeitet mit Strom, der ein Vielfaches an Wärme erzeugtHohe Effizienz, kann den Strombedarf gegenüber einer Nachtspeicherheizung deutlich reduzieren, gut mit einer Photovoltaikanlage kombinierbar Höhere Investitionskosten, braucht gut gedämmtes Haus und ggf. Fußbodenheizung

Investition: 15.000–30.000 Euro; Betrieb: ca. 2.000–2.500 Euro pro Jahr bei klassischem Einfamilienhaus

Gas-BrennwertheizungVerbrennt Erdgas und nutzt zusätzlich die Abwärme aus den Abgasen; dadurch hoher WirkungsgradBewährte Technik, relativ niedrige Anschaffungskosten, zuverlässige WärmeFossile Energie, Gaspreise schwanken, langfristig politisch unsicherInvestition: 8.000–12.000 Euro; Betrieb: ca. 3.000–4.000 Euro pro Jahr
Fernwärme

Wärme kommt über ein Leitungsnetz aus einem zentralen Heizkraftwerk ins Haus

Kein eigener Heizkessel nötig, wenig Wartungsaufwand, die Treibhausgasemissionen hängen von der Wärmeerzeugung des jeweiligen Versorgers ab 

Abhängig vom Versorger, langfristige Verträge, nicht überall verfügbarAnschlusskosten: 5.000–10.000 Euro; Betrieb: abhängig vom jeweiligen Versorger 
PelletheizungVerfeuert gepresste Holzpellets, die Sie regelmäßig beziehen und die dann automatisch aus einem Vorratslager nachgeführt werdenNutzung von Holzpellets als Brennstoff, automatisierter Heizbetrieb möglich, Möglichkeit einer Förderung Größerer Platzbedarf für Pelletlagerung, höherer Wartungsaufwand, Staub- und AscheanfallInvestition: 15.000–25.000 Euro; Betrieb: ca. 2.500–3.000 Euro pro Jahr
InfrarotheizungWandelt Strom direkt in Strahlungswärme um, ähnlich wie Sonnenstrahlen; erwärmt Oberflächen im RaumGünstige Anschaffung, einfache Installation, punktgenau steuerbarStromintensiv, nur als Zusatz- oder Übergangslösung geeignet, für ganze Häuser nicht wirtschaftlichInvestition: 2.000–6.000 Euro; Betrieb: abhängig vom Strompreis

Fördermöglichkeiten beim Heizungstausch

Wenn Sie Ihre Nachtspeicherheizung ersetzen, können abhängig vom gewählten Heizsystem und Ihren persönlichen Voraussetzungen Fördermittel im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) infrage kommen. Die Bundesregierung führt die Heizungs- und Gebäudeförderung mit angepassten Bedingungen fort. Die Förderung kann beispielsweise aus Zuschüssen und ergänzenden Förderkrediten bestehen.

Welche Förderhöhe Sie erhalten können, richtet sich unter anderem danach, welches Heizsystem Sie wählen und über welches Einkommen Ihr Haushalt verfügt. Entscheidend ist auch, welche Förderbedingungen zum Zeitpunkt der Antragstellung gelten. Zusätzlich können regionale Förderprogramme der Bundesländer oder Kommunen zur Verfügung stehen.

Was kostet der Austausch einer Nachtspeicherheizung?

Die Kosten hängen stark von der gewählten Technik und der Größe des Hauses ab. Für den Austausch müssen Sie in der Regel zwischen 8.000 und 25.000 Euro einplanen. Neben der neuen Anlage fallen in der Regel zusätzliche Kosten für die Montage und Inbetriebnahme an. Wer eine Wärmepumpe einbauen lässt, braucht zudem oft größere Heizkörper oder eine Fußbodenheizung. Bei einer Pelletheizung ist Platz für das Lager notwendig. Solche zusätzlichen Arbeiten erhöhen die Kosten, steigern aber auch die Energieeffizienz des Hauses.

Achten Sie darauf, den Antrag richtig zu stellen

Stellen Sie die Anträge immer, bevor die Arbeiten beginnen. Eine Energieberatung unterstützt Sie bei der Auswahl der passenden Programme und achtet darauf, dass Sie alle Bedingungen erfüllen. Sehr gerne berät Sie auch das Team in Ihrer Filiale vor Ort zu passenden Fördermöglichkeiten.

Die richtige Entsorgung der Nachtspeicherheizung ist vorgeschrieben

Alte Nachtspeicherheizungen enthalten oft Schadstoffe wie Asbest oder Mineralfasern. Deshalb dürfen Sie sie nicht selbst entsorgen, sondern müssen eine Fachfirma beauftragen. Der Betrieb, der Ihre neue Heizung einbaut, übernimmt in den meisten Fällen auch den Abbau und die sichere Entsorgung Ihrer alten Heizung. Dabei zerlegen die Betriebe die Geräte und trennen die Materialien fachgerecht. In manchen Fällen können Sie die Öfen auch beim Wertstoffhof abgeben. Wichtig ist immer ein Nachweis, dass die Entsorgung nach den Vorgaben des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes erfolgt ist.

FAQs zum Austausch einer Nachtspeicherheizung

Ja, Sie können die Heizung weiterhin nutzen, solange sie technisch einwandfrei arbeitet. Allerdings verbraucht sie viel Strom, wodurch die Betriebskosten hoch bleiben.  Ein Austausch kann sich insbesondere dann lohnen, wenn Sie den Energieverbrauch und die laufenden Heizkosten reduzieren möchten. Ob sich die Investition rechnet, hängt vom Gebäude, dem neuen Heizsystem und den jeweiligen Energiepreisen ab.

Nein, es besteht keine gesetzliche Pflicht, das gesamte Gebäude bei einem Heizungswechsel zu sanieren. Förderprogramme bieten jedoch häufig Anreize, andere energetische Maßnahmen gleich mit anzugehen. Wenn Sie diese Angebote nutzen, müssen Sie gegebenenfalls mehr investieren, profitieren jedoch von einem effizienteren Haus mit einer kostengünstigen Heizung.

In den meisten Fällen nicht. Sie arbeitet ineffizient und verursacht hohe Stromkosten.  Andere Heizsysteme können je nach Gebäude deutlich effizienter arbeiten und niedrigere laufende Kosten verursachen. 

Die Entsorgung kostet je nach Größe und Anbieter zwischen 50 und 150 Euro pro Gerät. Manche Heizungsfirmen übernehmen die Entsorgung, wenn Sie Ihre neue Heizung liefern und montieren. Bei regionalen Entsorgungsstellen variieren die Kosten je nach Entfernung und Gewicht.

Wie viel Sie sparen, hängt von der Art der neuen Heizung, der Dämmung und Ihrem persönlichen Verbrauch mit einem neuen Heizsystem ab. In der Praxis sparen Hausbesitzende oft zwischen 20 und 40 Prozent im Vergleich zu einer alten Nachtspeicherheizung. In Einzelfällen und bei besonders energieeffizienten Heizsystemen sparen Sie auch deutlich mehr Heizkosten pro Jahr.

Die Dämmung reduziert Wärmeverluste deutlich und erhöht die Effizienz des neuen Heizsystems. Auch die beste Heizung arbeitet nur optimal, wenn Sie Dach, Wände, Fenster und Boden gut isolieren. Prüfen Sie daher auch die Dämmung Ihres Hauses, wenn Sie das Heizsystem erneuern, um Energie und Kosten zu sparen.

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