Was ändert sich 2021?

Gesetzliche Änderungen zum Jahreswechsel

8. Dezember 2020

Am 1. Januar 2021 treten diverse gesetzliche Änderungen in Kraft. Diese können sich auch in Ihrem Portemonnaie bemerkbar machen. Auf diese Änderungen in den Bereichen Mindestlohn, Steuern, Kinderfreibetrag und Kfz-Versicherung können Sie sich einstellen.

Mindestlohn

Alle Arbeitnehmer, die nach gesetzlichem Mindestlohn bezahlt werden, bekommen eine Lohnerhöhung. Denn der Mindestlohn steigt 2021 im Januar auf 9,50 Euro pro Stunde und ab Juli auf 9,60 Euro. Bisher waren es 9,35 Euro. Er gilt nicht nur für regulär Angestellte, sondern auch für Rentner, Minijobber und Saisonarbeiter. Allerdings haben Selbstständige, Auszubildende und Praktikanten keinen Anspruch auf Mindestlohn.

Solidaritätszuschlag entfällt fast komplett

Ab Januar 2021 können sich die meisten Steuerzahler über die Abschaffung des Solidaritätszuschlags freuen. Die Freigrenze wird erheblich angehoben, sodass zukünftig mehr als 95 Prozent der bisherigen Zahler von der Abschaffung des Solidaritätszuschlags profitieren.

Beitragsbemessungsgrenzen und Grundfreibeträge werden angehoben

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Pflegeversicherung steigt nächstes Jahr an – von derzeit 4.687,50 Euro auf 4.837,50 Euro im Monat beziehungsweise von 56.250 Euro auf 58.050 Euro im Jahr. Diese Sätze in der Sozialversicherung sind bundesweit einheitlich.

Auch die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung steigt 2021 an. In den alten Bundesländern wird sie auf 7.100 Euro im Monat festgesetzt. In den neuen Bundesländern beträgt sie monatlich 6.700 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze gibt an, bis zu welcher Höhe das Einkommen bei der Beitragsberechnung berücksichtigt wird. Wenn das Gehalt höher ist, fallen für den darüberliegenden Teil keine weiteren Sozialabgaben an.

Der Grundfreibetrag steigt im Jahr 2021 von bisher 9.408 Euro auf 9.696 Euro. Das heißt, bis zu dieser Summe bleibt das Einkommen steuerfrei. Bei Zusammenveranlagten bleibt der doppelte Betrag unbesteuert, also 19.392 Euro.

Regelsätze für Sozialhilfe und Grundsicherung

Ab dem nächsten Jahr erhalten Empfänger von Sozialhilfe sowie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung mehr Geld. Alleinstehende haben zukünftig Anspruch auf 446 Euro im Monat. Beziehern, die mit einem anderen bedürftigen Erwachsenen wie ihrem Ehepartner zusammenwohnen, stehen jeweils 401 Euro monatlich zu. Die Regelsätze für Minderjährige erhöhen sich ebenfalls. Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren erhalten anstatt 250 Euro zukünftig 283 Euro monatlich. Kinder von 6 bis 13 Jahren bekommen ab 2021 309 Euro. Jugendlichen bis 17 Jahren stehen dann 373 Euro pro Monat zu.

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Im Jahr 2021 wird es mehr Kindergeld geben. Für das erste und zweite Kind sind es dann jeweils 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro und für jedes weitere Kind jeweils 250 Euro. Der steuerliche Kinderfreibetrag erhöht sich ebenfalls, sodass Eltern ab 2021 von einem Kinderfreibetrag von 8.383 Euro profitieren. Im Jahr 2020 betrug er noch 7.812 Euro.

Neueinstufung der Typklassen in der Kfz-Versicherung

Wie hoch der Beitrag einer Kfz-Versicherung ist, hängt auch vom Automodell ab. Ab 2021 berechnen sich diese Typklassen der Versicherung wieder neu. Für einige Fahrzeugbesitzer werden dann die Beiträge teurer, für andere hingegen billiger.

  • Bei der Vollkaskoversicherung bleibt mehr als die Hälfte der Versicherten in derselben Klasse. Rund 40 Prozent der Autobesitzer können von einer niedrigeren Einstufung profitieren, während rund sechs Prozent in eine höhere Klasse kommen.
  • In der Teilkasko ändert sich für knapp zwei Drittel der Versicherten nichts an der Typklasse des Vorjahres. Rund jeder Dritte rutscht in eine günstigere Klasse, nur vier Prozent müssen tiefer in die Tasche greifen.
  • In der Kfz-Haftpflichtversicherung bleibt es für fast drei Viertel der Fahrzeuge bei der Vorjahreseinstufung. Nur elf Prozent der Autofahrer sparen ab 2021 durch die neuen Typklassen, wohingegen 15 Prozent hochgestuft werden.
     

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Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), Lohnsteuerhilfeverein, einen Berater bei Ihrer Bank oder die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.