Kurz und kompakt

  • Ein Kind kostet statistisch gesehen ca. 763 Euro pro Monat. Hochgerechnet bis zum 18. Lebensjahr ergeben sich also Kosten von rund 160.000 Euro. Der Durchschnittswert ist aber stark abhängig von Wohnort, Lebensstil und der gewählten Betreuung.

  • Die monatlichen Ausgaben steigen mit dem Alter: am günstigsten sind Kinder im Kleinkindalter, am teuersten in der Jugend.

  • Staatliche Förderungen wie Kindergeld, Elterngeld, Kinderzuschlag und Kinderfreibetrag reduzieren die finanzielle Belastung erheblich.

Die Liebe ist unbezahlbar – Essen, Kleidung und Windeln sind messbar

Wenn Sie sich für ein Kind entscheiden, tun Sie das natürlich in erster Linie aus einem emotionalen Kinderwunsch heraus. Das Finanzielle ist bei einer solchen Entscheidung meist nachrangig. Dennoch kosten Kinder selbstverständlich viel Geld: Zusätzliche Kosten für mehr Wohnraum, mehr Lebensmittel, Windeln, Bekleidung oder die Kita fallen ins Gewicht, wenn Sie Ihren Haushalt mit Kindern planen. Natürlich ist jedes Kind individuell – es gibt dennoch Leitplanken, an denen Sie sich orientieren können.

Welche Gesamtkosten entstehen bis zum 18. Lebensjahr?

Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts lagen die durchschnittlichen Konsumausgaben von Elternpaaren für ein minderjähriges Kind bei rund 763 Euro pro Monat. Das Statistische Bundesamt hat diese Daten im Mai des Jahres 2018 im Rahmen der letzten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe erhoben. Hochgerechnet auf die gesamte Kindheit bis zum 18. Lebensjahr ergibt sich ein Betrag von über 160.000 Euro. Dabei handelt es sich jedoch um einen Durchschnittswert. Wie viel Sie persönlich für Ihr Kind ausgeben, hängt vor allem vom Wohnort, Ihrem Einkommen und dem individuellen Lebensstil ab. Zudem stammt die zugrunde liegende Statistik aus dem Jahr 2018. Durch die zu Beginn der 2020er Jahre höhere Inflation und steigende Lebenshaltungskosten dürften die tatsächlichen Ausgaben heute über diesem angegebenen Durchschnittswert liegen. 

Wieviel kostet ein Kind pro Monat?

Die monatlichen Kosten variieren stark je nach Alter des Kindes. Während Säuglinge und Kleinkinder eher geringere Ausgaben verursachen, steigen die Kosten mit zunehmendem Alter deutlich an. Vor allem in der Jugend wirken sich höhere Ausgaben für Ernährung, Kleidung, Freizeit und digitale Geräte spürbar aus. Das Statistische Bundesamt hat deshalb in seiner Erhebung die durchschnittlichen Kosten pro Altersklasse weiter aufgeschlüsselt:

AltersgruppeDurchschnittliche monatliche Ausgaben
0 – 6 Jahreca. 679 Euro
7 – 12 Jahreca. 786 Euro
13 – 18 Jahreca. 953 Euro

Mehr Kinder kosten mehr – es ergeben sich aber auch Synergien

Je mehr Kinder Sie haben, desto höher sind auch die Kosten, mit denen Sie rechnen müssen. Dennoch zeigen die weiterführenden Daten des Statistischen Bundesamtes, dass einzelne Kostenarten nicht linear steigen. Zwischen dem ersten, dem zweiten oder auch einem dritten Kind ergeben sich beispielsweise Synergien bei den Kosten für Essen, Bekleidung oder dem Wohnraum. Bei der Kinderbetreuung ist der Effekt hingegen geringer.

Ausgabenkategorie1 Kind2 Kinder 3 Kinder
Essen110€199€285€
Wohnen121€218€339€
Freizeit und Kultur94€152€203€
Bekleidung51€79€100€
Verkehr (Auto, Bahn)36€50€106€
Sonstiges (z.B. Windeln)138€250€323€
Betreuungskosten500€1.000€1.500€
Quelle: Statista (Stand 2024)

Finanzielle Starthilfe

Sparen für Kinder

Dank Kinderkonto, Kinderdepot oder Sparplan schaffen Sie ein finanzielles Polster für Ihr Kind. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Sparmodelle.

Was kostet eine Baby-Erstausstattung?

Ein Kind kostet aber nicht erst Geld, wenn es auf der Welt ist. Schon vorher stehen größere Anschaffungen an. Angehende Eltern benötigen ein Kinderbett, Kleidung in verschiedenen Größen, einen Kinderwagen, Wickelmöbel und viele kleine Alltagshelfer. Die Kosten variieren stark je nach Marke, Qualität und ob Sie einige Dinge gebraucht kaufen. Für die Erstausstattung sollten Sie mit einem Betrag zwischen 1.500 und 4.500 Euro kalkulieren.

Betreuungskosten

Nach der Geburt stellt sich vielen Eltern irgendwann die Frage nach der Kinderbetreuung. Die Kosten für einen Kita-Platz hängen dabei insbesondere vom Wohnort und vom Einkommen der Eltern ab. In einigen wenigen Bundesländern wie Berlin oder Hessen gibt es sogar kostenlose Kinderbetreuung. In den meisten Bundesländern und Gemeinden zahlen Eltern aber oft mehrere Hundert Euro monatlich, um die Kinder während der Arbeit sicher betreuen zu lassen. Zu den eigentlichen Betreuungskosten kommen in der Regel Essensgeld und gegebenenfalls Zusatzkosten für Ausflüge oder Bastelmaterial dazu. Je nach Region liegen die durchschnittlichen Kosten damit bei 150 bis 500 Euro pro Monat. Das Jugendamt bezuschusst gegebenenfalls einen Betreuungsplatz, wenn das eigene Einkommen nicht ausreicht.

Kosten für den Schulbedarf

Mit dem Schuleintritt steigen die Ausgaben erneut. Eltern müssen für Tornister, Hefte, Bücher, Sportsachen und digitale Geräte aufkommen. Besonders die Erstausstattung zur Einschulung kostet schnell zwischen 300 und 500 Euro. Danach fallen regelmäßig wiederkehrende Kosten für neue Schreibwaren, Ausflüge oder Buch- oder Kopiergeld an. Teurer ist es, wenn die eigene Schule digital gut aufgestellt ist und ein Tablet oder einen Laptop voraussetzt. Dadurch können die laufenden Kosten für den Schulbedarf schnell auf 50 bis 150 Euro pro Monat anwachsen.

Freizeit und Hobbys

Neben Schule und Betreuung entstehen in der Regel zusätzliche Kosten für Freizeitaktivitäten. Vereinsbeiträge, Musikunterricht, Sportausrüstung oder Ferienfreizeiten summieren sich im Laufe der Jahre. Jüngere Kinder sind häufig noch mit einem begrenzten Freizeitangebot zufrieden. Mit dem Heranwachsen steigen die Ausgaben für Kino, Vereine, Mitgliedschaften und Mobilität deutlich an. Je nach Interessen und Intensität können die monatlichen Kosten zwischen 50 und 200 Euro liegen.

Taschengeld

Ab einem gewissen Alter wünschen sich Kinder eigenes Geld, um nicht für jede kleine Ausgabe fragen zu müssen. Taschengeld hilft dabei, den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu lernen und fördert die Selbstständigkeit. Wie viel angemessen ist, hängt vom Alter des Kindes ab. Je älter Ihr Kind ist, desto höher ist in der Regel der Betrag. Orientieren Sie sich an Empfehlungen, die Banken und Fachverbände regelmäßig herausgegeben. Eine ausführliche Übersicht mit Erklärungen bietet Ihnen auch die Genossenschaftliche FinanzGruppe der Volksbanken Raiffeisenbanken.

Ausbildung oder Studium

Wenn Ihr Kind in die Ausbildung oder ins Studium startet, steigen die Kosten erneut spürbar. Zwar erhalten Auszubildende oft eine Vergütung, doch diese reicht selten für alle Ausgaben. Eltern zahlen häufig weiter für Unterkunft, Fahrtkosten oder Lernmittel. Studierende benötigen noch mehr Unterstützung. Das gilt vor allem dann, wenn sie in einer eigenen Wohnung und in einer anderen Stadt leben. Dann summieren sich Miete, Verpflegung, Semesterbeiträge und Lernmaterial schnell auf 800 bis 1.200 Euro im Monat. Auch Auslandsaufenthalte oder Praktika erhöhen die finanzielle Belastung. Planen Sie am besten frühzeitig und bilden Sie gegebenenfalls Rücklagen, um auch diese Kosten zu bewältigen.

Unterstützungen und Förderungen für Familien mit Kindern

Der Staat entlastet Familien mit verschiedenen Zuschüssen und Steuervergünstigungen. Der wichtigste Zuschuss ist das Kindergeld: Aktuell erhalten Eltern 255 Euro pro Monat und Kind, und das bis zum 18. Geburtstag. Macht Ihr Kind eine Ausbildung oder studiert, erhalten Sie das Kindergeld sogar noch bis zum 25. Lebensjahr. Zusätzlich hilft das Elterngeld in den ersten Lebensmonaten, indem es 65 bis 100 Prozent Ihres letzten Nettoeinkommens ersetzt. Familien mit geringem Einkommen können den Kinderzuschlag von bis zu 297 Euro monatlich beantragen. Auch steuerlich gibt es Unterstützung: Der Kinderfreibetrag senkt die Einkommensteuerlast und wird automatisch mit dem Kindergeld verrechnet. Je nach Situation prüft das Finanzamt, welche Variante günstiger ist. 

Neben diesen bundesweiten Leistungen bieten viele Kommunen zusätzlich eigene Zuschüsse an, beispielsweise für Kita-Gebühren oder Freizeitangebote. Prüfen Sie verschiedene Möglichkeiten und lassen Sie sich gegebenenfalls vom Jugendamt oder anderen fachkundigen Stellen beraten.

FAQs zu Kosten eines Kindes

Laut Statistischem Bundesamt lagen die durchschnittlichen Ausgaben der Eltern für ein minderjähriges Kind bei etwa 763 Euro pro Monat (Erhebung 2018) — hochgerechnet entspricht das etwa 160.000–165.000 Euro bis zum 18. Lebensjahr. Hierbei handelt es sich jedoch nur um einen Mittelwert. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Ihren individuellen Voraussetzungen ab.

Die monatlichen Ausgaben steigen mit dem Alter: Statistisch liegen die Mittelwerte bei rund 679 Euro (0–6 Jahre), 786 Euro (7–12 Jahre) und 953 Euro (13–18 Jahre). Nutzen Sie diese Werte als Orientierung, rechnen Sie aber individuelle Posten wie Kita-Gebühren, Freizeitaktivitäten oder Wohnkosten separat durch.

Für die Erstausstattung sollten Sie mit etwa 1.500 bis 4.500 Euro rechnen, je nachdem, ob Sie die Ausstattung neu oder gebraucht kaufen oder Einzelteile geschenkt bekommen. Wichtige Posten sind Kinderwagen, Autositz, Bett, Wickelplatz und Kleidung; bei gezielter Suche und dem Kauf aus zweiter Hand lassen sich die Kosten deutlich reduzieren.

Die wichtigsten Leistungen sind das Kindergeld (aktuell 255 Euro pro Monat und Kind) und das Elterngeld in den ersten Lebensmonaten. Zusätzlich können Familien unter Umständen den Kinderzuschlag, steuerliche Freibeträge (Kinderfreibetrag) und regionale Zuschüsse erhalten. Prüfen Sie die Anspruchsvoraussetzungen individuell, denn manche Förderungen hängen von Einkommen, Lebenssituation oder dem Verwendungszweck ab.

Die größten laufenden Belastungen treten meist in der Jugendphase auf (ca. 13–18 Jahre), weil Ernährung, Freizeit, Technik und Mobilität deutlich teurer werden. Außerdem steigen die Kosten noch einmal, wenn Ihr Kind außerhalb des Elternhauses wohnt, etwa im Studium — dann kommen Miete und Lebensunterhalt hinzu.

Planen Sie früh mit realistischen Budgets, legen Sie Rücklagen an und nutzen Sie staatliche Förderungen konsequent. Sparpotenzial bieten Kleidung und Möbel aus Second-Hand-Läden, gemeinschaftliche Fahrten oder Angebote der Kommune (kostenreduzierte Kita, Sportförderung) sowie ein bewusster Vergleich von Versicherungen und Verträgen.

Sicher durchs Leben, auch im Ausland

Private Haftpflichtversicherung

Finanziellen Schutz bei Missgeschicken im Alltag - sichern Sie sich und Ihre Familie ab. Auch Singletarife sind möglich.