Sparen für Kinder: Geld anlegen für Ihre Kinder

Kurz und kompakt

  • Verschiedene Sparmodelle wie Festgeld, Tagesgeld, Banksparpläne und Kindersparbücher bieten für verschiedene Sparziele passende Möglichkeiten.

  • Spezielle Kinderkonten erlauben es auch Verwandten, einfach per Überweisung oder Dauerauftrag zum Vermögensaufbau beizutragen.

  • Kindersparbücher fördern das finanzielle Verständnis. Kinder nehmen aktiv am Sparprozess teil und profitieren von Lerneffekten.

Mit einem Kinderkonto bauen Sie Startkapital für Ihren Sprössling auf

Studium, Auslandsjahr, Führerschein, Auto oder die erste eigene Wohnung: All das kostet Geld. Umso mehr freuen sich Kinder über ein gewisses Startkapital. Sparen Sie deshalb frühzeitig für Ihr Kind und legen Sie damit den Grundstein für einen langfristigen Vermögensaufbau.

Die passende Geldanlage für Ihr Sparziel

Eine finanzielle Basis für die großen Schritte im Leben Ihres Nachwuchses zu schaffen, ist immer eine gute Idee. Dabei ist es wichtig, dass Sie sich für eine Geldanlage entscheiden, die zu Ihren Sparzielen und finanziellen Möglichkeiten passt. So stellen Sie sicher, dass der Vermögensaufbau gelingt und Ihr Kind auf eine finanzielle Unterstützung zurückgreifen kann. Ein finanzielles Polster gibt nicht nur Sicherheit in Ausbildung und Studium. Es ermöglicht Ihrem Kind auch eine größere Freiheit, wenn es nach dem Schulabschluss die ersten eigenen Schritte plant. Ob Führerschein und erstes eigenes Auto oder die Welt sehen mit einer Work & Travel-Auszeit – es gibt viele Möglichkeiten. 

Sparmotive der Deutschen im Jahr 2025

© Statista 2025

Sparziel: flexibel ein finanzielles Polster schaffen

Sparbücher sind nach wie vor sehr beliebt, wenn Eltern oder Großeltern für den Nachwuchs sparen wollen. Die Führung ist sehr unkompliziert und es gibt auf das angesparte Guthaben Zinsen. Auch ein Sparkonto oder Girokonto ist flexibel. Bedenken Sie aber, dass die Zinsen auf diese Geldanlagen seit einigen Jahren sehr niedrig sind. Aktuell besteht daher die Gefahr, dass durch die hohe Inflation kaum bis gar keine Rendite entsteht. Eine gute Alternative ist ein Tagesgeldkonto. Viele Banken zahlen hier mehr Zinsen. Gleichzeitig ist es flexibel und Sie entscheiden selbst, wann und wie viel Geld Sie einzahlen. Das Guthaben auf Tagesgeldkonten ist täglich verfügbar, sobald Sie es auf das hinterlegte Referenzkonto umgebucht haben. 

Sparziel: langfristig Vermögen aufbauen

Möchten Sie nicht mit monatlichen Sparbeträgen Vermögen aufbauen, sondern eine einmalige Summe für eine feste Zeit anlegen? Dann sind ein Festgeldkonto oder Staatsanleihen eine attraktive Anlageform. Sie erhalten auf Ihr angelegtes Geld einen festen Zinssatz, der für die gesamte Laufzeit garantiert ist. Dieser ist höher als die Zinsen, die Sie bei einem Giro- oder Tagesgeldkonto erhalten. Allerdings haben Sie während der Laufzeit keinen Zugriff auf das Geld.

Für den langfristigen Vermögensaufbau mit monatlichen Sparbeträgen sind ETFs gut geeignet. Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie monatlich in die Aktien, deren Wert von einem bestimmten Index wie dem DAX oder dem MSCI World abgebildet wird. Da kein Fondsmanagement notwendig ist, sind die Kosten für ETFs niedriger als beim klassischen Aktienfonds. Erfahrene Anlegerinnen und Anleger können mit Aktien-, Investment- und Immobilienfonds die Geldanlage noch breiter aufstellen. 

Vielleicht richten Sie direkt ein Junior-Depot im Namen Ihres Kindes ein. So haben Sie die Möglichkeit, einen Freistellungsauftrag für Ihr Kind zu beantragen. Der Nachwuchs profitiert dadurch vom Sparerpauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro. Viele Banken bieten Junior-Depots zu günstigeren Konditionen an. Ab dem 18. Geburtstag kann das Kind selbst über das Depot verfügen.

Sparziel: Grundstein für die eigenen vier Wände

Eine beliebte Alternative zum klassischen Sparbuch ist nach wie vor der Bausparvertrag. Diese sichere Form der Geldanlage eignet sich für einen langfristigen Vermögensaufbau. Sparsumme und Zinshöhe sind im Vertrag festgeschrieben. Junge Sparerinnen und Sparer profitieren zudem ab dem 16. Lebensjahr von der Wohnungsbauprämie. Ist die Sparsumme erreicht, kann das Kind zum Beispiel ein Baudarlehen in Höhe der Sparsumme aufnehmen. Damit kann es ein Haus kaufen oder bauen. Für Bausparverträge gilt momentan allerdings derselbe niedrige Zinssatz wie für das Tagesgeldkonto und auch das Festgeldkonto.

Sparziel: früh den Umgang mit Geld vermitteln

Mit einem Kinderkonto lernt Ihr Nachwuchs, früh selbst mit Geld umzugehen. Verwandte, Freundinnen und Freunde sowie Patinnen und Paten können ganz einfach Vermögen für das Kind ansparen. Sie zahlen bequem Geldgeschenke per Überweisung oder Dauerauftrag ein. Die Kleinen sind stolz, wenn sie ein Konto haben, das auf ihren Namen läuft. In den meisten Fällen sind Kinderkonten kostenfrei. Wie viel Zinsen Sie darauf erhalten, hängt neben dem aktuellen Zinssatz auch von der Höhe der Sparsumme auf dem Kinderkonto ab. Wenn das Kind älter wird, erweitern Sie das Kinderkonto schrittweise um die Funktionen eines Girokontos und zahlen auch das Taschengeld direkt ein.

Anlagemöglichkeiten für Kinder im Überblick

GeldanlageVorteileNachteile
Spardose / Sparschwein- besonders für kleine Kinder geeignet, um den ersten Umgang mit Geld zu lernen- nur für kleine Beträge geeignet
- kein Wachstum des Geldes, sondern Gefahr des Wertverlustes durch Inflation
Sparbuch / Sparkonto- sicher
- flexibler Zugriff auf das angesparte Geld
- sehr niedrige Zinsen
Kinderkonto- sicher
- Kinder haben selbst Zugriff auf das Konto und lernen so früh den Umgang mit Geld
- in den meisten Fällen gebührenfrei
- keine oder nur sehr geringe Zinsen
- nicht für den Vermögensaufbau geeignet
Tagesgeld- sichere Anlage
- flexibler Zugriff auf das Kapital
- höhere Zinsen als beim Girokonto
- niedrige Rendite bei langfristiger Geldanlage
Festgeld- sichere Anlage
- feste Zinssätze sorgen für Planbarkeit
- angelegtes Geld ist während der Laufzeit nicht verfügbar
- bei niedrigen Zinsen wenig Rendite
Bausparvertrag- sicher
- staatliche Zuschüsse unterstützen den Vermögensaufbau
- attraktiv bei steigenden Bauzinsen
- bei niedrigen Zinsen wenig Rendite
- wenig Flexibilität
Juniordepot / Kinderdepot- attraktive Renditechancen
- hohe Flexibilität
- geringe Gebühren für Depotführung
- höheres Verlustrisiko als bei anderen Anlageformen
- Wertschwankungen sind möglich

6 Tipps zum Sparen für Kinder

  • Früh beginnen: Fangen Sie möglichst früh mit dem Sparen an. So profitieren Sie länger von den Zinsen und haben mehr Zeit, Geld für Ihr Kind zur Seite zu legen. Der Zinseszinseffekt unterstützt beim Sparen - auch bei kleinen Beträgen.
  • Passende Geldanlage finden: Wichtig ist, dass die Anlage zu Ihren finanziellen Möglichkeiten, Sparzielen und Anlageprioritäten passt. Das magische Dreieck der Geldanlage hilft, das ideale Verhältnis zwischen Sicherheit, Liquidität und Rendite zu finden.
  • Sparziele festlegen: Entscheiden Sie früh, welches Ziel Sie mit der Geldanlage verfolgen. Möchten Sie den Grundstein für den Vermögensaufbau Ihres Kindes legen oder gibt es ein konkretes Ziel wie die Finanzierung der Ausbildung oder des Studiums? Je konkreter das Ziel, desto einfacher finden Sie die passende Anlageform.
  • Steuerliche Vorteile nutzen: Auch Kinder haben Anrecht auf den Grundfreibetrag und den Sparerpauschbetrag. Nutzen Sie diese Vorteile für den Vermögensaufbau.
  • Finanzwissen weitergeben: Finanzielle Bildung ist wichtig. Kinder profitieren davon, wenn sie bereits früh lernen, wie Geld funktioniert, warum Sparen wichtig ist, und wie man Vermögen aufbauen kann. Binden Sie Ihre Kinder möglichst früh in Gespräche über Geld ein. So vermitteln Sie den verantwortungsvollen Umgang mit Finanzen.
  • Am Weltspartag teilnehmen: Mit einem Sparschwein haben Ihre Kinder die Möglichkeit, auch Kleingeld zu sparen. Sie können dabei zusehen, wie es sich mit der Zeit vermehrt. Gehen Sie damit gemeinsam am Weltspartag zu Ihrer Volksbank Raiffeisenbank und zahlen Sie das Geld ein. Häufig werden Kinder mit kleinen Geschenken für das Sparen belohnt.

Steuerliche und rechtliche Aspekte beachten

Es gibt einige rechtliche und steuerliche Aspekte, die beim Sparen für ein Kind zu beachten sind. Besonders wichtig ist dabei die Frage, ob die Geldanlage auf Ihren Namen oder den Namen des Kindes läuft. Beide Varianten bringen Vor- und Nachteile mit sich.

 VorteileNachteile
Anlageprodukt läuft auf den Namen des Kindes- Kinderkonten oder Kinderdepots sind oft günstiger als reguläre Angebote für Erwachsene
- Sparerpauschbetrag und Grundfreibetrag des Kindes können genutzt werden
- Anspruch auf BAföG gilt nur bis zu einem Vermögen von 15.000 €
- kostenlose Mitversicherung in der Krankenversicherung der Eltern ist nur möglich, wenn die Kapitalerträge die monatliche Grenze von 485 € nicht überschreiten
Anlageprodukt läuft auf den Namen der Eltern- Einrichtung ist unkomplizierter, Dokumente wie z.B. die Geburtsurkunde sind nicht nötig
- Eltern entscheiden, wann sie dem Nachwuchs wie viel Geld übertragen (Grenzen der Schenkungssteuer beachten)
- steuerliche Vorteile fallen weg

Sparerpauschbetrag und Grundfreibetrag gelten auch für Kinder

Kindern steht genauso wie Erwachsenen ein Sparerpauschbetrag zu, wenn sie privat Vermögen aufbauen. Er liegt aktuell bei 1.000 Euro. Für Kapitaleinkünfte unter dieser Grenze fällt keine Einkommensteuer an. So nutzen Sie die Erträge der Geldanlage komplett für den Vermögensaufbau. Für den Freistellungsantrag benötigen Eltern die Steuer-ID des Kindes. Sie wird vom Finanzamt bei der Geburt vergeben. 

Zudem profitieren Kinder vom steuerlichen Grundfreibetrag. Seit dem 1. Januar 2026 liegt der Grundfreibetrag bei 12.348 Euro. Beantragt wird er mit der Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beim zuständigen Finanzamt. Sie befreit Geringverdienerinnen und Geringverdiener oder minderjährige Kinder mit eigenen Erträgen aus Kapitalvermögen von der Abgeltungsteuer.

Bei Schenkungen Freibeträge beachten

Wenn Sie für Ihr Kind sparen und dafür Finanzprodukte nutzen, die auf Ihren eigenen Namen laufen, entscheiden Sie flexibel, wann und wie viel Geld Sie Ihrem Kind übertragen. Wichtig ist dabei, die Freigrenzen bei Schenkungen zu beachten. Eltern können ihrem Nachwuchs alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei übertragen. Bei höheren Beiträgen fällt die Schenkungsteuer an. Bei Großeltern liegt der Freibetrag bei 200.000 Euro.

Stabile Sparquote täuscht über wachsende Unterschiede hinweg

Die Sparquote der Deutschen bleibt laut dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) im Jahr 2025 mit 10,4 Prozent stabil. Dieser Wert verdeckt jedoch große Unterschiede zwischen Alters- und Einkommensgruppen. Besonders junge Menschen wollen sparen, haben jedoch kaum Spielraum. Ihre Sparlücke ist doppelt bis dreifach so groß wie das tatsächliche Sparvolumen. Menschen, die sparen können, investieren immer häufiger renditeorientiert in Aktien und Fonds, behalten aber gleichzeitig auch sichere Einlagen. Entscheidend für erfolgreichen Vermögensaufbau sind passende Strategien, qualifizierte Beratung und finanzielle Bildung.

FAQs zum Sparen für Kinder

Minderjährige Kinder dürfen kein Sparkonto eröffnen. Die Eltern müssen einer Kontoeröffnung zustimmen. Selbst wenn sich die Eltern getrennt haben, müssen beide der Kontoeröffnung zustimmen. Hat ein Elternteil das alleinige Sorgerecht, muss es den Sorgerechtsbeschluss bei der Bank vorlegen. Unverheiratete Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht benötigen ebenfalls den Sorgerechtsbeschluss, wenn sie ein Konto für ihr Kind eröffnen. Bei unterschiedlichen Familiennamen müssen Eltern für die Eröffnung eines Kinderkontos die Heiratsurkunde vorlegen. Weitere benötigte Dokumente sind die Geburtsurkunde des Kindes und Ausweisdokumente der Eltern, wie ein Personalausweis oder Reisepass. Liegt die gesetzliche Vertretung bei anderen Personen, etwa im Rahmen einer Vormundschaft, dürfen auch diese Personen die Eröffnung eines Kontos beantragen.

Wenn das Kinderkonto auf den Namen des Kindes läuft, gehört das angesparte Vermögen allein dem Kind. Bis zur Volljährigkeit verwalten die Eltern das Geld. Sie sind rechtlich verpflichtet, im Sinne des Kindes zu handeln. Ab dem 18. Geburtstag hat das Kind freien Zugang zum Sparkonto und kann über das Geld verfügen. Wenn das Kind nicht über ein eigenes Konto verfügt, zählt die Sparsumme zum Vermögen der Eltern. Diese können das Geld jederzeit abheben und ausgeben.

Früh anfangen zahlt sich beim Vermögensaufbau immer aus. Auch bei der Geldanlage für Kinder lohnt sich ein früher Start. Je länger die Laufzeit der Geldanlage, desto mehr profitieren Sie vom Zinseszinseffekt. So bauen Sie auch schon mit kleinen, regelmäßigen Sparbeträgen Vermögen auf.

Eltern können ihren Kindern alle 10 Jahre bis zu 400.000 Euro schenken. Bei höheren Beträgen muss Schenkungsteuer gezahlt werden. Außerdem gilt auch für Kinder der steuerliche Grundfreibetrag von aktuell 12.348 Euro (Stand: 2026). Kapitalerträge unter dieser Grenze sind steuerfrei.

Die Laufzeit hängt von den Sparzielen und den finanziellen Möglichkeiten ab. Um den Zinseszinseffekt optimal zu nutzen, lohnt es sich aber, so früh wie möglich mit dem Sparen zu beginnen und dann am Ball zu bleiben.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, für den Nachwuchs Geld anzulegen. Welche Anlagestrategie für Sie die richtige ist, hängt von Ihren Sparzielen ab. Entscheidend ist auch, ob Sicherheit, Liquidität oder Renditechancen für Sie besonders wichtig sind. Entscheiden Sie sich für eine Geldanlage, die zu Ihrem Anlagetyp passt. Ihre Beraterin oder Ihr Berater der Volksbanken Raiffeisenbanken berät Sie gern.

Finanzielle Bildung ist wichtig. Sie sorgt dafür, dass der Nachwuchs den Umgang mit Geld lernt und fundierte Entscheidungen treffen kann. Beziehen Sie Ihre Kinder schon früh in Gespräche über Geld ein. Erklären Sie ihnen, warum für bestimmte Ausgaben wie einen Urlaub oder ein Auto gespart werden muss. Auch das Taschengeld spielt eine wichtige Rolle. So lernen Kinder früh den Wert des Geldes und den verantwortungsvollen Umgang damit.

Wie hoch die regelmäßigen Sparraten ausfallen, hängt von den Zielen und der finanziellen Situation der Eltern ab. Wenn Sie früh anfangen und am Ball bleiben, ist schon ein Betrag von 25 Euro monatlich eine gute Grundlage für den Vermögensaufbau.

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