Fahrerflucht: Wann zahlt die Versicherung?

Die Auswirkungen von Fahrerflucht auf den Versicherungsschutz der Beteiligten

16. November 2020

Schnell ist es passiert: Sie haben den Abstand falsch eingeschätzt, ein anderes Auto leicht berührt und schon sind Kratzer die Folge. Wer jetzt nur seine Telefonnummer an die Windschutzscheibe klemmt, begeht Fahrerflucht – auch Unfallflucht genannt. Wir erläutern, welche Auswirkung dies auf die Versicherung der Beteiligten hat.

Wenn Sie Opfer von Fahrerflucht werden

Wenn Ihr Auto bei einem Unfall zu Schaden kommt und der Unfallverursacher flüchtet, hilft Ihnen eine Vollkaskoversicherung. Sie müssen in diesem Fall nur die Selbstbeteiligung aufbringen. Allerdings werden Sie in der Schadenfreiheitsklasse trotzdem zurückgestuft. Eine Teilkaskoversicherung zahlt bei Fahrerflucht generell nicht. Wenn Sie Glück haben und der Täter später gefunden wird, übernimmt die Autoversicherung des Unfallverursachers jedoch gegebenenfalls den Sachschaden.

Wenn Sie Fahrerflucht begehen

Sie begehen Fahrerflucht, wenn Sie sich als Unfallbeteiligter unerlaubt vom Unfallort entfernen, ohne eine angemessene Zeit auf den Geschädigten zu warten oder sich bei der Polizei zu melden. Auf diese vorsätzliche Straftat stehen laut Paragraf 142 des Strafgesetzbuchs Geldstrafen, Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot – je nachdem, ob es sich um einen Bagatell-, Sach- oder Personenschaden handelt. Für Unfallflucht sind auch Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren möglich. Haben Sie beim Unfall Personen verletzt und sind einfach vom Unfallort davongefahren, müssen Sie neben einer Strafe wegen fahrlässiger Körperverletzung auch mit einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung rechnen. Falls Sie nur Ihr eigenes Auto beschädigt haben, dürfen Sie als Verursacher weiterfahren, ohne dass dies als Fahrerflucht gilt.

Versicherungsschutz bei begangener Fahrerflucht

Wenn Sie Fahrerflucht begehen, kann Ihr Versicherungsschutz entfallen. Das heißt, dass die Vollkaskoversicherung den Schaden an Ihrem Wagen womöglich nicht zahlt. Bedenken Sie außerdem, dass die Polizei Sie später als Unfallverursacher ermitteln kann. Wenn Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung dann für den Schaden des anderen Beteiligten aufkommt, kann sie sich das Geld von Ihnen zurückholen – Sie also in Regress nehmen. Dasselbe gilt, wenn eine andere Person mit Ihrem Auto Fahrerflucht begeht.

Unbemerkte Fahrerflucht

Wenn Sie zum Beispiel im voll besetzten Parkhaus ein anderes Auto beim Ausparken streifen und wegen der stabilen Bauweise Ihres Wagens den Stoß weder bemerken noch hören, entgeht Ihnen vielleicht, dass Sie ein anderes Auto angefahren haben. Falls Sie jemand anzeigt, prüft ein Gericht, ob es eine unbemerkte Fahrerflucht war und spricht Sie im besten Fall frei. Versicherungstechnisch greifen hier dann die Regeln eines Verkehrsunfalls ohne Fahrerflucht.

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