Anschlussfinanzierung

Kurz und kompakt

  • Anschlussfinanzierungen sichern nach Ablauf der Sollzinsbindung den Anschluss für Ihre Immobilienfinanzierung. Sie bieten langfristige Planungssicherheit.
  • Sie können zwischen Prolongation, Forward-Darlehen, Ablösung oder Bauspardarlehen wählen. Entscheidend ist, wie viel Flexibilität und welche Zinskonditionen Sie benötigen.

  • Eine frühzeitige Analyse der eigenen Finanzen und des Restschuldbetrags hilft, passende Angebote gezielt zu vergleichen.

Sichern Sie sich das aktuelle Zinsniveau für Ihre Anschlussfinanzierung.

Forward-Darlehen

Heute schon die Weichen für die Zukunft stellen. Mit dem Forward-Darlehen sichern Sie sich das aktuelle Zinsniveau für Ihre Anschlussfinanzierung und genießen Planungssicherheit für Ihre Immobilienfinanzierung.


Bank erfolgreich geändert

Sichern Sie sich frühzeitig die Konditionen für Ihren Anschlusskredit

Viele greifen auf dem Weg zum Eigenheim auf eine Baufinanzierung zurück. Mit der sogenannten Sollzinsbindung kann man sich dabei für mehrere Jahre einen festen Zinssatz sichern. Wer sich frühzeitig über eine Anschlussfinanzierung für die Zeit nach der Zinsbindung informiert, hat mehr Möglichkeiten.

Was ist eine Anschlussfinanzierung?

Eine Baufinanzierung läuft meistens über mehrere Jahrzehnte. Der Zinssatz wird häufig nur für 10 oder 15 Jahre festgelegt. Dabei handelt es sich um die sogenannte Sollzinsbindung. Wenn diese abläuft, ist die Kreditsumme meist jedoch noch nicht komplett zurückgezahlt. Dann wird eine Anschlussfinanzierung fällig. Damit führen Sie Ihre Baufinanzierung zu neuen Konditionen fort – entweder im bestehenden Kredit oder über ein neues Darlehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Welche Optionen habe ich, wenn ich eine Anschlussfinanzierung brauche?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für den Anschluss Ihrer Immobilienfinanzierung.

Prolongation

Die einfachste Option ist die Prolongation. Dabei wird der bestehende Kreditvertrag fortgesetzt, oftmals unter gleichen oder nur minimal angepassten Konditionen. Rückt das Ende der Sollzinsbindung näher, wird Ihnen Ihre Bank eine Prolongation anbieten, um die Finanzierung fortzuführen.

Forward-Darlehen

Statt Ihre bisherige Finanzierung zu verlängern, können Sie auch einen neuen Kreditvertrag abschließen. Besonders geeignet ist das Forward-Darlehen. Dieses können Sie bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindungsfrist abschließen. Innerhalb dieses Zeitraums können Sie bereits feste Konditionen für Ihre Anschlussfinanzierung vereinbaren. Der Vertrag Ihrer Erstfinanzierung läuft dabei bis zum Ende der Sollzinsbindung weiter. Der Vorteil: Sie sichern sich für Ihre Anschlussfinanzierung den zum Zeitpunkt des Abschlusses aktuellen Zinssatz schon im Voraus.

Bausparvertrag

Eine weitere Möglichkeit ist es, ein zinsgünstiges Bauspardarlehen zu beantragen. Dafür müssen Sie einen Bausparvertrag abgeschlossen, die Mindestsumme angespart und alle sonstigen Voraussetzungen erfüllt haben. Damit begleichen Sie die Restsumme Ihres Immobiliendarlehens.

Ablösung des Immobilienkredits

Üblicherweise schließen Sie die Anschlussfinanzierung bei Ihrem bisherigen Darlehensgeber ab. Dafür vereinbaren Sie eine neue Sollzinsbindung oder einen neuen Kredit. Sie können die Anschlussfinanzierung jedoch auch bei einem neuen Darlehensgeber als neuen Kredit abschließen. Dann spricht man von einer Ablösung. Hier kann sich zum Beispiel ein Wechsel zu Ihrer Volksbank Raiffeisenbank vor Ort anbieten. Dabei nehmen Sie ein Darlehen bei Ihrer neuen Bank auf. Nachdem der Kredit bei der alten Bank abgelöst wurde, wird die Grundschuld auf das neue Kreditinstitut übertragen. Zwar fallen hierbei Grundbuch- und Notarkosten an, häufig werden diese aber durch günstigere Konditionen der Anschlussfinanzierung kompensiert. Achten Sie bei Ihrer anschließenden Finanzierung auch auf den Tilgungssatz. Den Betrag, den Sie durch einen Zinsvorteil sparen, können Sie in eine höhere Tilgung investieren. So werden Sie schneller schuldenfrei.

Vor- und Nachteile

 VorteileNachteile
Prolongation
  • Einfache und unkomplizierte Abwicklung
  • Oftmals keine erneute Bonitätsprüfung erforderlich
  • Möglicherweise höhere Zinsen als bei einem Wechsel der Finanzierung
  • Kleinerer Verhandlungsspielraum
  • Keine Sondertilgungsoptionen
Forward-Darlehen
  • Möglichkeit, Zinssatz zum Zeitpunkt des Abschlusses für die Zukunft zu sichern
  • Festgelegte Konditionen bieten Planungssicherheit
  • Risiko, ein Darlehen zu höheren Zinsen abzuschließen, als zum Start der Finanzierung gelten
  • Zinsaufschläge für die Vorlaufzeit
  • Vorfälligkeitsentschädigung bei Nichtinanspruchnahme

Ablösung

  • Chance auf günstigere Konditionen durch Wechsel des Anbieters
  • Neue Vertragssituation erhöht die Flexibilität
  • Mehr Aufwand durch Wechsel des Anbieters
  • Ggf. weitere Kosten für Notarin oder Notar oder Vorfälligkeitsentschädigungen
Bauspardarlehen
  • Möglichkeit, Förderungen von Staat, Arbeitgeber und Bausparkasse zu erhalten
  • Unabhängig von der Entwicklung der Bauzinsen in der Zukunft
  • Förderungen abhängig von bestimmten Einkommensgrenzen

 

Aktuelle Zinslage bei Anschlussfinanzierungen

Wie sich die Zinsen entwickeln, spielt bei der Anschlussfinanzierung eine zentrale Rolle, denn sie beeinflusst die Höhe Ihrer zukünftigen Monatsrate. Bereits kleine Zinsschwankungen verursachen über die gesamte Laufzeit spürbare Mehr- oder Minderkosten. Deshalb lohnt es sich, das Marktumfeld frühzeitig zu beobachten und regelmäßig Angebote zu vergleichen. In Phasen stabiler oder niedriger Zinsen kann es sinnvoll sein, sich Konditionen vorzeitig zu sichern. Dafür können Sie beispielsweise ein Forward-Darlehen abschließen. So schaffen Sie Planungssicherheit und reduzieren das Risiko steigender Finanzierungskosten.

Entwicklung der Bauzinsen in Deutschland von Januar 2011 bis Februar 2026

Quelle: Statista (Stand: April 2026)

Wann sollte ich meine Anschlussfinanzierung planen?

Beginnen Sie idealerweise drei bis fünf Jahre vor dem Ende Ihrer Sollzinsbindung damit, Ihre Anschlussfinanzierung zu planen. In diesem Zeitraum können Sie Ihre Restschuld realistisch einschätzen. Außerdem prüfen Sie Ihre monatliche Belastbarkeit und vergleichen unterschiedliche Finanzierungsvarianten in Ruhe. Mit einer frühzeitigen Vorbereitung verschaffen Sie sich bessere Verhandlungsmöglichkeiten. So verhindern Sie, dass Sie sich unter Zeitdruck entscheiden müssen. Gleichzeitig behalten Sie die Zinsentwicklung im Blick und nutzen günstige Marktphasen gezielt.

Zinsersparnis durch frühe Planung

Wer sich frühzeitig mit der Anschlussfinanzierung beschäftigt, kann sich häufig bessere Konditionen sichern. Dadurch gewinnen Sie mehr Sicherheit beim Planen Ihrer Finanzierung. Das Risiko steigender Finanzierungskosten sinkt. Gleichzeitig bleibt genügend Zeit, Angebote zu vergleichen und gegebenenfalls die Tilgung zu optimieren. Bedenken Sie: Das Geld, das Sie nicht für die Zinsen aufwenden müssen, lassen Sie einfach in die Tilgung der Anschlussfinanzierung einfließen.

Voraussetzungen für eine Anschlussfinanzierung

Für eine Anschlussfinanzierung prüfen Banken erneut Ihre finanzielle Situation. Entscheidend sind vor allem ein regelmäßiges Einkommen, eine tragbare monatliche Rate und eine ausreichende Werthaltigkeit der Immobilie. Zusätzlich benötigt die Bank Unterlagen wie Einkommensnachweise, den bestehenden Kreditvertrag und Informationen zur Restschuld. Wenn Sie zu einer anderen Bank wechseln, wird Ihre Bonität in der Regel umfassender geprüft als wenn Sie Ihr bestehendes Darlehen verlängern.

Welche Kosten entstehen bei einer Umschuldung?

Wechseln Sie für die Anschlussfinanzierung zu einer anderen Bank, entstehen in der Regel zusätzliche Kosten. So fallen Gebühren an, wenn die Grundschuld im Grundbuch geändert werden muss. Auch durch notarielle Leistungen entstehen Kosten. In manchen Fällen kommen außerdem Bearbeitungs- oder Bewertungskosten hinzu. Diese Ausgaben sollten Sie den möglichen Zinsvorteilen gegenüberstellen, da sich eine Umschuldung trotz einmaliger Kosten langfristig finanziell lohnen kann.

Anschlussfinanzierung berechnen

Sie möchten wissen, ob es sich lohnt, Ihre Anschlussfinanzierung zum derzeitigen Zinssatz abzuschließen? Dann berechnen Sie hier mit den aktuellen Zinsen Ihre monatlichen Raten bei einer Anschlussfinanzierung. Unser Kreditrechner vermittelt Ihnen einen ersten Eindruck davon, wie die Zinsen für Ihre Anschlussfinanzierung aussehen können.

So beantragen Sie eine Anschlussfinanzierung – Schritt für Schritt

Eine Anschlussfinanzierung lässt sich gut planen, wenn Sie strukturiert vorgehen. Die folgenden Schritte helfen Ihnen dabei, rechtzeitig Ihre Finanzierung zu planen.

  1. Frühzeitig informieren: Beginnen Sie idealerweise mehrere Jahre vor dem Ende der Sollzinsbindung damit, sich vorzubereiten. Beobachten Sie die Zinsentwicklung und prüfen Sie regelmäßig Ihre Optionen. Bei attraktiven Konditionen sichern Sie sich den günstigeren Zins idealerweise direkt mit einem Forward-Darlehen.
  2. Finanzbedarf ermitteln: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre verbleibende Restschuld. Prüfen Sie gleichzeitig Ihre aktuelle finanzielle Situation: Können Sie die Tilgung erhöhen? Kommen Sondertilgungen infrage? Oder wünschen Sie eine geringere monatliche Rate? So legen Sie die Richtung der neuen Finanzierung fest.
  3. Angebote einholen und prüfen: Sprechen Sie zunächst mit Ihrem bisherigen Kreditgeber über eine Prolongation. Holen Sie aber auch zusätzliche Angebote anderer Banken ein, um Konditionen und Flexibilität zu vergleichen.
  4. Unterlagen zusammenstellen: Bereiten Sie alle erforderlichen Dokumente vor. Dazu gehören Einkommensnachweise, der bestehende Kreditvertrag, Angaben zur Immobilie sowie ein gültiges Ausweisdokument. Wechseln Sie zu einer anderen Bank, können zusätzliche Unterlagen erforderlich sein.
  5. Kreditvertrag abschließen: Sobald die Bank Ihre Unterlagen geprüft hat, unterschreiben Sie den neuen Darlehensvertrag. Bei einem Bankwechsel übernimmt Ihre neue Bank die nächsten Schritte: Sie löst zum passenden Zeitpunkt den bisherigen Kredit ab oder verlängert ihn entsprechend. Anschließend zahlen Sie Ihre Anschlussfinanzierung zu den vereinbarten Konditionen zurück.

5 Tipps für eine erfolgreiche Anschlussfinanzierung

  • Ausreichend Zeit einplanen: Beobachten Sie frühzeitig die Zinsentwicklung, statt erst kurz vor Ablauf der Sollzinsbindung zu handeln.
  • Vergleichen Sie mehrere Angebote: Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf das erste Verlängerungsangebot Ihrer bisherigen Bank. Ein Anbieterwechsel spart Ihnen unter Umständen höhere Zinskosten – und somit bares Geld.
  • Passen Sie die Tilgung an Ihre aktuelle Lebenssituation an: Überprüfen Sie Ihre Lebensumstände und passen Sie den Kredit daran an. Wenn Sie beispielsweise mehr tilgen können, haben Sie Ihre Immobilie schneller abbezahlt.
  • Nutzen Sie mögliche Sondertilgungsrechte: Sind im Kreditvertrag mit Ihrer Bank Sondertilgungen vereinbart, können Sie zusätzlich zu Ihren monatlichen Raten Sonderzahlungen leisten. Dadurch reduziert sich Ihr ausstehender Kreditbetrag direkt. Durch den reduzierten Kreditvertrag fallen weniger Zinsen an. Von der stets konstanten monatlichen Rate tilgen Sie entsprechend mehr.
  • Kalkulieren Sie ausreichend finanziellen Spielraum ein: Damit stellen Sie sicher, dass Ihre Finanzierung auch bei veränderten Lebensumständen stabil bleibt.

FAQs zur Anschlussfinanzierung

Eine Anschlussfinanzierung wird notwendig, wenn die Sollzinsbindung Ihres bestehenden Immobiliendarlehens endet und noch eine Restschuld besteht. Sie vereinbaren dann eine neue Zinsbindung. Das geschieht entweder bei Ihrer bisherigen Bank oder bei einem neuen Kreditinstitut. Die Restschuld wird dabei weiterfinanziert, sodass Sie das Darlehen wie gewohnt in monatlichen Raten zurückzahlen.

Vergleichen Sie frühzeitig mehrere Angebote. Achten Sie dabei nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf Tilgung, Laufzeit und Sondertilgungsmöglichkeiten. Prüfen Sie außerdem, wie gut die monatliche Rate zu Ihrer aktuellen finanziellen Situation passt. Eine Anschlussfinanzierung sollte langfristig tragbar sein und Ihnen ausreichend Flexibilität bieten.

Ja, das ist mit einem sogenannten Forward-Darlehen möglich. Damit sichern Sie sich die aktuellen Zinsen bereits mehrere Jahre vor Ablauf Ihrer bestehenden Finanzierung. Diese Option kann sinnvoll sein, wenn Sie steigende Bauzinsen erwarten und Planungssicherheit wünschen.

Ohne neue Finanzierung müssen Sie die verbleibende Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung sofort begleichen. In der Praxis meldet sich die Bank jedoch rechtzeitig mit einem Angebot bei Ihnen. Trotzdem sollten Sie selbst aktiv werden, um ausreichend Zeit für einen Vergleich verschiedener Optionen zu haben.

Verschaffen Sie sich früh einen Überblick über Ihre Restschuld und Ihr Einkommen. Bedenken Sie auch, ob sich Ihre finanzielle Situation verändern könnte. Beobachten Sie die Zinsentwicklung und prüfen Sie, ob eine höhere Tilgung oder Sonderzahlungen möglich sind. 

Ja, häufig lässt sich die Finanzierung im Rahmen einer sogenannten Aufstockung erweitern. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie Modernisierungen planen oder zusätzliche Liquidität benötigen. Die Bank prüft dafür erneut Ihre Bonität und den Immobilienwert.

Ihre Bank informiert Sie in der Regel mehrere Monate vor Ablauf der Sollzinsbindung. Ein Forward-Darlehen können Sie meist bis zu fünf Jahre im Voraus abschließen. Zudem haben Sie nach zehn Jahren Laufzeit eines Immobiliendarlehens ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht mit sechsmonatiger Frist.

Wenn Sie neue Zinsen vereinbaren, können Sie den Tilgungssatz meist frei wählen. Viele Kreditnehmende nutzen die Gelegenheit, um ihre Tilgung zu erhöhen. So werden sie bei stabilem Einkommen schneller schuldenfrei. Alternativ lässt sich die Rate auch reduzieren, um monatliche Belastungen zu senken.

Ein Anschlussdarlehen können Sie grundsätzlich kündigen, allerdings gelten vertragliche Fristen und mögliche Kosten. Nach zehn Jahren Darlehenslaufzeit besteht ein gesetzliches Kündigungsrecht. Dabei gilt eine Frist von sechs Monaten ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Vor einer Kündigung sollten Sie die Konditionen genau prüfen.

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