10 Tipps, wie Kinder den Umgang mit Geld lernen

Kurz und kompakt

  • Kinder lernen den Umgang mit Geld am besten durch eigene Erfahrungen: früh, altersgerecht und im Alltag begleitet.

  • Regelmäßiges Taschengeld hilft, ein Gefühl für Geld und dessen Wert zu entwickeln. Der Nachwuchs plant dabei selbst mit einem kleinen Budget und übernimmt Verantwortung für die eigenen Ausgaben. 

  • Vorbilder und Gespräche aber auch kleine Fehler tragen dazu bei, dass sich ganz natürlich ein nachhaltiges Geldverständnis entwickelt.

Warum finanzielle Bildung schon im Kindesalter zählt

Es ist wichtig, dass Kinder früh lernen, wie sie verantwortungsvoll mit Geld umgehen. Eine Studie der Mastercard mit dem Titel „Studie zur Finanzbildung“ zeigt: 52 Prozent des Nachwuchses kommen regelmäßig mit dem Thema Geld in Berührung. Gleichzeitig erhält jedoch fast jedes zweite Kind kaum grundlegendes Finanzwissen. Dabei ist ein sicherer Umgang mit Geld eine wichtige Schlüsselkompetenz für das spätere Leben. Denn 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren haben bereits Schulden. Zahlen, die unterstreichen, dass jede fünfte Person in diesem Alter  überfordert ist, wenn sie sich beim Geld selbst organisieren muss.  

Eltern spielen eine zentrale Rolle, wenn es um die eigenen Finanzen geht. Sie sind die wichtigsten Vorbilder und Wissensvermittelnden rund um Geld, Sparen und Konsum. Mit den folgenden 10 Tipps führen Sie Ihr Kind frühzeitig und spielerisch an das Thema heran – und legen damit das Fundament für eine stabilere finanzielle Zukunft.

1. Früh über Geld sprechen

Kinder entwickeln ihr Verständnis für Geld nicht von selbst, sondern durch Gespräche und Beobachtungen im Alltag. Wenn Sie früh erklären, wofür Sie selbst Geld ausgeben und warum es begrenzt ist, entsteht ein erstes Gefühl für Wert und Gegenwert. Dabei geht es nicht um Zahlen oder komplexe Zusammenhänge. Entscheidend ist, dass Sie Ihrem Kind bei passenden Gelegenheiten Ihren Umgang mit Geld erklären. Durch offene Gespräche lernt der Nachwuchs so Schritt für Schritt, Geld als begrenzte Ressource zu begreifen.

2. Regelmäßiges Taschengeld einführen

Regelmäßiges Taschengeld gibt Kindern die Möglichkeit, selbstständig mit Geld umzugehen. Durch feste Beträge und klare Zeiträume lernen sie, Ausgaben zu planen und Prioritäten zu setzen. Wichtig ist, dass Sie das Taschengeld verlässlich zahlen und nicht spontan anpassen. Denn nur so lernt der Nachwuchs, richtig zu budgetieren.

Taschengeld-Tabelle: Orientierung nach Alter

Alter des KindesEmpfohlenes TaschengeldAuszahlung
4 - 5 Jahreca. 0,50 bis 1 €wöchentlich
6 - 7 Jahreca. 1 bis 2 €wöchentlich
8 - 9 Jahreca. 2 bis 3 €wöchentlich
10 - 11 Jahreca. 3 bis 4,50 €wöchentlich
12 - 13 Jahreca. 15 bis 25 €monatlich
14 - 15 Jahreca. 25 bis 40 €monatlich
16 - 17 Jahreca. 40 bis 70 €monatlich
Empfehlung des Deutschen Jugendinstitutes (DJI)

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3. Taschengeld nicht an Leistung koppeln

Taschengeld sollte nicht an schulische Leistungen oder Haushaltspflichten geknüpft sein. Andernfalls entsteht der Eindruck, dass Geld eine direkte Gegenleistung dafür ist, wie sich Ihr Kind verhält oder welche Erfolge es erzielt. Ziel ist es jedoch, selbstständig den Umgang mit einem festen Budget zu üben. Pflichten im Haushalt und schulische Leistungen sind andere Lebensbereiche. Durch diese klare Trennung lernen Kinder, Geld unabhängig von anderen Pflichten verantwortungsvoll zu nutzen.

4. Sparziele gemeinsam festlegen

Sparziele geben dem Umgang mit Geld einen konkreten Sinn. Wenn Kinder auf etwas Bestimmtes hinarbeiten, verstehen sie besser, warum es sich lohnt, Geld zurückzulegen. Gemeinsame Gespräche helfen dabei, realistische Ziele zu formulieren und Zeiträume einzuschätzen. Ihr Kind lernt durch ein Sparziel, Entscheidungen abzuwägen und Prioritäten zu setzen. Der Weg zum Ziel ist dabei wichtiger als die schnelle Erfüllung.

5. Eigene Fehler zulassen

Wer Fehler macht, lernt dazu. Das trifft auch beim Umgang mit Geld zu. Wenn Kinder ihr Taschengeld vollständig ausgeben und später etwas fehlt, machen sie eine zwar ärgerliche, aber wertvolle Erfahrung. Sie setzen sich mit den Konsequenzen für ihr eigenes Handeln auseinander – und das ganz ohne externe Einflüsse oder gar Strafen. Wichtig ist, dass Sie diese Erfahrung begleiten, statt das Problem sofort zu lösen.  

6. Die Eltern als Vorbild

Kinder orientieren sich stark daran, wie sich die Erwachsenen in ihrem Umfeld verhalten. Dabei prägt sie eher, was aktiv vorgelebt wird als ein theoretischer Exkurs oder erklärende Worte. Wer bewusst konsumiert, über Ausgaben spricht und Entscheidungen nachvollziehbar macht, vermittelt wichtige Werte. Auch der offene Umgang mit den eigenen Fehlern ist häufig lehrreich. Wie so oft sind die Eltern hier Vorbild und prägen das finanzielle Verhalten ihres Nachwuchses nachhaltig. 

7. Wünsche und Bedürfnisse unterscheiden

Kinder müssen erst lernen, dass sie sich nicht jeden Wunsch automatisch erfüllen können. Gespräche über notwendige Ausgaben und freiwillige Anschaffungen helfen dabei, den Unterschied zu verstehen. Wenn Kinder dann überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben, fällt es ihnen leichter zu erklären, warum sie sich für oder gegen etwas entscheiden. Schritt für Schritt lernen sie dabei, was ihnen wirklich wichtig ist. Dieser bewusste Umgang mit Wünschen hilft später, das eigene Geld überlegt einzuteilen und nicht jeder spontanen Idee nachzugeben.

8. Bargeld nutzen - besonders bei jüngeren Kindern

Bargeld macht Geld greifbar und verständlich. Gerade jüngere Kinder können durch physische Noten oder Münzen besser nachvollziehen, dass Geld weniger wird, wenn sie etwas bezahlen. Digitale Zahlungen sind für Kinder oft abstrakt und schwer einzuordnen. Bargeld halten sie dagegen selbst in den Händen. Sie können es zählen, erhalten Wechselgeld und entwickeln so ein praxisorientiertes Mengenverständnis von Geld. 

9. Digitale Zahlungen verständlich erklären

Trotzdem gehören digitale Zahlungen natürlich zum Alltag dazu. Eltern sollten erklären, dass auch Zahlungen mit der girocard oder in der Banking-App echtes Geld betreffen und das Guthaben begrenzt ist. Beispiele aus dem Alltag helfen beim Verständnis. Überweisen Sie im Online-Banking zum Beispiel gemeinsam die Miete oder schauen Sie zusammen auf einen Kontoauszug und veranschaulichen so die Kosten, die durch App-Käufe oder Streaming-Abos entstehen. So lernt der Nachwuchs, digitale Ausgaben bewusst einzuordnen. Das stärkt den verantwortungsvollen Umgang mit modernen Zahlungsformen.

10. Kinder in Kaufentscheidungen einbeziehen

Wenn Sie Kinder in Ihre Kaufentscheidungen einbeziehen, entwickeln sie ein Gefühl für Preise und Alternativen. Im gemeinsamen Gespräch über Vor- und Nachteile können Sie gemeinsam Nutzen und Kosten abwägen. Entscheidungen werden so transparenter und das Verständnis für Konsequenzen und Budgets wird gestärkt. 

FAQs zum Umgang mit Geld bei Kindern

Schon im Vorschulalter können Kinder spielerisch erste Erfahrungen mit Geld sammeln – zum Beispiel mit kleinen Beträgen oder im Rollenspiel. Wichtig ist dabei nicht das Alter, sondern eine altersgerechte Erklärung. Mit dem Schuleintritt lassen sich Zusammenhänge wie Sparen, Ausgeben und Planen Schritt für Schritt vertiefen. Solche frühen Erfahrungen legen den Grundstein für ein gesundes und sicheres Finanzverständnis im späteren Leben.

Die Höhe des Taschengeldes sollte sich am Alter des Kindes und an gängigen Empfehlungen orientieren. Es geht nicht darum, größere Anschaffungen zu finanzieren, sondern den selbstständigen Umgang mit Geld zu üben. Viel wichtiger als der genaue Betrag ist die Regelmäßigkeit. Klare Absprachen schaffen Sicherheit und helfen, realistische Erwartungen aufzubauen.

Taschengeld gehört grundsätzlich den Kindern – genau darin liegt der Lerneffekt. Eltern können Interesse zeigen und Gespräche anbieten, ohne jede Ausgabe zu bewerten. Eingreifen ist vor allem dann sinnvoll, wenn Ausgaben nicht altersgerecht oder potenziell riskant sind. Vertrauen, begleitet von offenem Austausch, stärkt die finanzielle Selbstständigkeit.

Digitale Zahlungen lassen sich am besten Schritt für Schritt erklären. Zeigen Sie anhand konkreter Beispiele, wie Kartenzahlungen, Onlinekäufe oder Abos funktionieren – und welche Kosten dahinterstecken. Ein gemeinsamer Blick auf Kontostände oder Budgets macht digitale Beträge greifbar. So verstehen Kinder, dass auch „unsichtbares“ Geld endlich ist.

Ist das Geld früher als geplant weg, heißt es: ruhig bleiben. Statt sofort auszuhelfen, lohnt sich ein Gespräch über Planung, Wünsche und Prioritäten. Genau aus diesen Erfahrungen lernen Kinder, ihr Budget beim nächsten Mal besser einzuteilen. Zusätzliche Zahlungen nehmen oft diesen wichtigen Lerneffekt.

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