Wie setzen sich Grundstückspreise zusammen? Preise, Faktoren & Bodenrichtwerte

Kurz und kompakt

  • Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Bauland mehr als 273 Euro

  • Lage, Infrastruktur, Größe, Zuschnitt, Bodenqualität, Erschließung und Marktlage beeinflussen den Wert stark.

  • Neben dem Kaufpreis fallen Steuern, Grundbuch- und Erschließungskosten an. Dazu kommen Ausgaben für Notariat, Gutachten und Immobilienvermittlung.

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Ermittlung des Bodenrichtwerts

Der Bodenrichtwert für Bauland wird mindestens alle zwei Jahre ermittelt (§ 196 BauGB).

Grundstückspreise und Kaufkriterien beim Bauland

Wie hoch die Preise für ein Grundstück ausfallen, hängt maßgeblich davon ab, ob Sie in der Großstadt oder einer ländlichen Gegend nach unbebautem Land suchen. Welche Faktoren die Grundstückspreise beeinflussen und worauf Sie beim Kauf von Bauland besonders achten sollten, erfahren Sie hier. 

Ermittlung der Grundstückspreise

Es gibt zwei Methoden zur Ermittlung von Grundstückspreisen:

  1. Vergleichswertverfahren
  2. Bodenrichtwert

Vergleichswertverfahren

Hierbei wird der Grundstückspreis auf Grundlage ähnlicher Objekte in der näheren Umgebung bestimmt. Diese Methode setzt voraus, dass es ausreichend ähnliche Grundstücke zum Vergleich gibt.

Bodenrichtwert

Der Bodenrichtwert gibt an, wie viel ein Grundstück innerhalb eines Wohngebiets pro Quadratmeter im Durchschnitt kostet. Wie hoch der Richtwert in einer sogenannten Bodenrichtwertzone ist, legt der Gutachterausschuss einer Gemeinde auf Grundlage der amtlichen Kaufpreissammlungen fest. 

Preisentwicklung für baureifes Land in Deutschland von 2014 bis 2024

Weitere Informationen: Preise in Euro pro Quadratmeter (Deutschland)

Quelle: Statistisches Bundesamt, Statista 2026

Diese Faktoren beeinflussen die Grundstückspreise

Lage – Grundstücke in gefragten Städten oder attraktiven Wohnlagen sind deutlich teurer als Flächen in weniger begehrten Regionen.

Infrastruktur – Eine gute Anbindung an Verkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und medizinische Versorgung steigert den Grundstückswert.

Größe – Mit zunehmender Fläche steigt auch der Gesamtpreis des Grundstücks. 

Zuschnitt – Ein gut nutzbarer Zuschnitt – z. B. in rechteckiger Form – erleichtert die Bebauung und wirkt sich positiv auf den Preis aus.

Bodenbeschaffenheit – Tragfähiger Baugrund ohne Altlasten oder besondere Risiken reduziert spätere Baukosten. Er erhöht jedoch den Wert des Grundstücks.

Erschließungsgrad – Bereits vorhandene Anschlüsse an Straße, Wasser, Abwasser oder Strom machen das Grundstück attraktiver, erhöhen aber auch den Preis. 

Marktsituation – Angebot und Nachfrage bestimmen das Preisniveau. Hohe Nachfrage bei knappem Angebot treibt die Preise z. B. nach oben.

Kaufkraft – In Regionen mit hoher Kaufkraft können höhere Grundstückspreise durchgesetzt werden.

Rechtliche Faktoren – Bebauungspläne, Nutzungsvorgaben oder baurechtliche Einschränkungen beeinflussen die Bebaubarkeit und damit den Wert des Grundstücks.

Nebenkosten beim Grundstückskauf

KostenartBeschreibungHöhe
GrunderwerbsteuerSteuer auf den Kaufpreis des Grundstückszwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises (je nach Bundesland)
Kosten für das NotariatBeurkundung des Kaufvertrags und Abwicklung des Kaufszwischen 1 % und 1,5 % des Kaufpreises
GrundbuchkostenEintragung des Eigentümerwechsels im Grundbuchetwa 0,5 % des Kaufpreises
Provision für die ImmobilienvermittlungIn der Regel hälftige Teilung zwischen Kaufenden und Verkaufendenzwischen 5,95 % und 7,14 % des Kaufpreises (je nach Bundesland)
ErschließungskostenKosten für Straßenbau, Gehwege, Anschlüsse an Versorgungsleitungen usw.abhängig vom Aufwand; zwischen 7.000 und 10.000 €
VermessungskostenFalls das Grundstück neu vermessen oder geteilt werden mussabhängig vom Aufwand; zwischen 700 und 4.000 €
BodengutachtenPrüfung der Bodenbeschaffenheit vor Baubeginnabhängig vom Aufwand; zwischen 500 und 1.500 €

Grundstückspreisentwicklung

Die Preise für Bauland sind in den letzten 10 Jahren drastisch gestiegen. Im Jahr 2015 kostete 1 m² Grundstück rund 144 Euro. Heute müssen Käuferinnen und Käufer im Schnitt über 273 Euro pro Quadratmeter bezahlen - eine Preissteigerung von fast 90 Prozent.
 

Durchschnittliche Quadratmeterpreise

Im Durchschnitt kostet ein Grundstück in Deutschland 273,26 Euro pro Quadratmeter (2025). In kleinen Gemeinden unter 2.000 Einwohnenden liegen die Grundstückspreise durchschnittlich bei 99,57 Euro pro Quadratmeter. In Großstädten über 500.000 Einwohnenden liegen sie bei 1.107,91 Euro pro Quadratmeter.

Immobilienpreise ziehen wieder an

Seit Ende 2024 steigen die Preise für selbstgenutzte Wohnimmobilien in Deutschland wieder leicht an. Laut einer Mitte 2025 veröffentlichten Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) wurde für das Jahr 2025 ein Preisanstieg von 3,2 Prozent prognostiziert. Für das Jahr 2026 beträgt dieser Anstieg 3,1 Prozent. Die Studie zeigt außerdem, dass im Jahr 2025 nur 64 Prozent des Wohnraumbedarfs erfüllt werden. 2026 werden es voraussichtlich nur 58 Prozent.

Zudem haben sich die Immobilienpreise in vielen Regionen stärker entwickelt als die Einkommen. In den sieben größten Städten Deutschlands stiegen sie zwischen 2007 und 2024 um über 33 Prozent stärker als die verfügbaren Einkommen. Bundesweit lag der Abstand bei rund 16 Prozent.

Spitzenreiter bei den Grundstückspreisen

Die nachstehende Übersicht gibt Ihnen einen Einblick in die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für baureife Grundstücke zwischen 300 und 800 Quadratmetern in mittleren bis guten Wohnlagen.

StadtPreis pro Quadratmeter
München2.750 Euro
Stuttgart1.685 Euro
Frankfurt am Main1.300 Euro
Köln1.040 Euro
Düsseldorf800 Euro
Hamburg 800 Euro
Nürnberg735 Euro
Hannover570 Euro
Berlin495 Euro
Essen460 Euro
Dortmund450 Euro
Bremen385 Euro
Dresden385 Euro
Duisburg360 Euro
Leipzig260 Euro

So lassen sich Grundstückskosten senken

Angesichts hoher Grundstückspreise entscheidet oft das Budget, ob sich der Kauf realisieren lässt. Mit einer durchdachten Planung und etwas Flexibilität sparen Sie, ohne Abstriche beim Wohntraum zu machen.

Grundstücksgröße realistisch planen

Mehr Fläche bedeutet fast immer höhere Kosten. Überlegen Sie daher genau, wie viel Platz Sie tatsächlich benötigen. Ein kleinerer Garten mit Terrasse zum Beispiel kann ausreichen und gleichzeitig das Budget schonen. 

Alternativen zur Innenstadt prüfen

Die Lage hat großen Einfluss auf den Preis. In unmittelbarer Stadtnähe sind Grundstücke meist deutlich teurer als in Randlagen oder im Umland. Wenn Sie bei der Entfernung zum Stadtzentrum flexibel sind, sparen Sie Geld beim Kauf eines Grundstücks. 

Auf den Erschließungszustand achten

Ein bereits erschlossenes Grundstück kostet pro Quadratmeter oft mehr, reduziert jedoch zusätzliche Ausgaben wie zum Beispiel spätere Erschließungs- und Herrichtungskosten. 

Grundstück und Haus getrennt betrachten

Je nach Gestaltung des Kaufvertrags kann es sinnvoll sein, zunächst nur das Grundstück zu erwerben. Da die Grunderwerbsteuer auf den jeweiligen Kaufpreis erhoben wird, fällt sie bei getrennten Verträgen unter Umständen niedriger aus. 

FAQs zu Grundstückspreisen

Der Preis eines Grundstücks wird vor allem durch die Lage, die Infrastruktur, die Größe und den Zuschnitt bestimmt. Auch die Bodenbeschaffenheit, der Erschließungsgrad, die aktuelle Marktsituation sowie rechtliche Vorgaben wie Bebauungspläne spielen eine wichtige Rolle. In Regionen mit hoher Nachfrage und guter wirtschaftlicher Entwicklung sind die Preise in der Regel höher.

Eine erste Orientierung bietet der Bodenrichtwert, der den durchschnittlichen Quadratmeterpreis in einer bestimmten Lage angibt. Multiplizieren Sie diesen mit der Grundstücksfläche und berücksichtigen Sie individuelle Merkmale wie Zuschnitt oder Erschließungszustand.

Der Wert lässt sich unter anderem durch die Erschließung des Grundstücks erhöhen. Auch eine positive baurechtliche Entwicklung, etwa durch eine bessere Bebaubarkeit gemäß Bebauungsplan, kann den Preis steigern. Klare Grundstücksgrenzen und ein gepflegter Zustand des Grundstücks wirken sich ebenfalls positiv aus.

Ein Vergleich mit ähnlichen Grundstücken in der Region hilft Ihnen bei der Einschätzung. Weicht der Angebotspreis deutlich vom Bodenrichtwert oder von aktuellen Verkaufspreisen vergleichbarer Flächen ab, kann eine Überbewertung vorliegen. Auch ein unabhängiges Gutachten schafft Klarheit.

Als grobe Orientierung gilt: Das Grundstück sollte etwa 20 bis 40 Prozent des Gesamtbudgets für Bauvorhaben ausmachen. In Ballungsräumen kann der Anteil allerdings deutlich höher liegen. Wichtig ist, dass nach dem Kauf noch ausreichend finanzieller Spielraum für Bau- und Nebenkosten bleibt.

Bodenrichtwerte werden von unabhängigen Gutachterausschüssen festgelegt. Grundlage sind tatsächlich erzielte Kaufpreise aus der Region. Die Werte geben den durchschnittlichen Quadratmeterpreis für baureifes Land in einer bestimmten Zone an und werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Aktuelle Bodenrichtwerte sind über die jeweiligen Gutachterausschüsse der Städte oder Landkreise erhältlich. In vielen Bundesländern können sie auch online über offizielle Geoportale oder das zentrale Informationssystem BORIS (Bodenrichtwertinformationssystem) eingesehen werden.

Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Orientierungswert pro Quadratmeter innerhalb einer Zone. Der tatsächliche Grundstückswert berücksichtigt dagegen individuelle Eigenschaften im Detail. Dazu zählen Lage, Zuschnitt, Größe, Erschließung und Marktlage. Er kann daher über oder unter dem Bodenrichtwert liegen.

Ein günstiger Kaufzeitpunkt liegt häufig in Phasen schwächerer Nachfrage oder bei steigenden Zinsen, wenn die Preise unter Druck geraten. Verkäuferinnen und Verkäufer profitieren dagegen meist von einer starken Nachfrage und positiven Marktprognosen. 

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