Rentenberechnung verstehen

Welche Faktoren bei der Ermittlung Ihrer Rentenhöhe wichtig sind

Die Höhe Ihrer gesetzlichen Rente hängt nicht nur davon ab, wie viel Geld Sie verdienen. Auch andere Faktoren wie Ausbildungszeiten sind wichtig. Außerdem spielt der Zeitpunkt Ihres Renteneintritts bei der Rentenberechnung eine Rolle.

Sie sammeln Ihre Rentenansprüche in Form von Entgeltpunkten

Wenn Sie in einem Jahr genauso viel verdienen wie der Bundesdurchschnitt aller Versicherten, erhalten Sie einen Entgeltpunkt, auch Rentenpunkt genannt. Der Durchschnittsverdienst liegt für 2019 bei 38.901 Euro brutto. Wer zum Beispiel die Hälfte davon verdient, bekommt also im Jahr 2019 nur einen halben Entgeltpunkt. Wer das Doppelte verdient, erhält zwei Punkte. Liegen Sie 10 Prozent über dem Jahresdurchschnittsverdienst, sind das 1,1 Entgeltpunkte. Ein Entgeltpunkt entspricht einem Geldwert in Euro, dem Rentenwert. Diesen legt die Bundesregierung jährlich neu fest. Er bezeichnet den Betrag, den Sie für einen Entgeltpunkt pro Monat als Rente erhalten. Im Westen bringt ein Punkt derzeit eine monatliche Rente von 32,03 Euro, im Osten von 30,69 Euro.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Bei hohen Jahreseinkommen erhalten Sie nicht auf Ihren gesamten Verdienst Entgeltpunkte. Berücksichtigung findet nur der Betrag, der unterhalb der Beitragsmessungsgrenze liegt. Letztere bezeichnet das maximale Bruttoeinkommen, das in die Rentenberechnung einfließt. Verdienen Sie mehr, bedeutet das einerseits, dass Sie für diese Gehaltsteile keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen müssen. Andererseits erwirtschaften Sie für diesen Anteil auch keine Entgeltpunkte. Jener Teil Ihres Gehalts, der über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, hat also keinen Einfluss auf die Höhe Ihrer gesetzlichen Rente. Nutzen Sie diesen Betrag für eine private Rentenversicherung und fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach einer betrieblichen Altersvorsorge.

Rentenansprüche hängen auch von Versicherungszeiten ab

Neben der Höhe Ihres Gehalts sind für die Rentenberechnung jene Zeiten entscheidend, in denen Sie in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert waren. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Beiträge gezahlt haben oder nicht. Allerdings hängt von den erfassten Zeiten ab, ob bei Ihnen überhaupt ein Anspruch auf Altersrente besteht. Dazu müssen Sie eine Mindestversicherungszeit – die sogenannte Wartezeit – von fünf Jahren vorweisen können. Bei anderen Rentenarten wie Erwerbsminderungs-, Hinterbliebenen-, Schwerbehinderten- oder Bergleuterente sowie der Rente mit 63 oder der Rente für besonders langjährig Versicherte gelten abweichende Wartezeiten. Anrechnen lassen sich unter anderem folgende Lebensabschnitte:

  • Schul- und Berufsausbildung
  • Studium
  • Wehr-, Zivil- sowie Bundesfreiwilligendienst
  • Kindererziehungszeiten
  • Zeiten zur Pflege von Angehörigen
  • Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld I
  • Zeiten des Bezugs von Krankengeld
  • Zeiten freiwilliger Einzahlung in die Rentenversicherung – beispielsweise bei Minijobbern


Achten Sie darauf, dass diese Zeiten vollständig in Ihrem Versicherungsverlauf bei der Deutschen Rentenversicherung gespeichert sind. Überprüfen Sie Ihre Rentenauskunft und reichen Sie fehlende Unterlagen nach. Sie erhalten Ihre Renteninformation von der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Zu- oder Abschläge durch Zeitpunkt des Renteneintritts

Der Gesetzgeber legt das Alter fest, ab dem Sie Ihre Rente in voller Höhe beanspruchen können. Dieser Zeitpunkt geht als sogenannter Zugangsfaktor in die Berechnung Ihrer Rentenhöhe ein. Weicht Ihr Renteneintrittsalter davon ab, führt das zu bestimmten Ab- oder Zuschlägen. Wenn Sie Ihre Rente vorzeitig beziehen, fallen Abschläge an. Diese betragen 0,3 Prozent pro Kalendermonat, den Sie früher aufhören zu arbeiten. Die Abschläge werden mit Erreichen der Regelaltersgrenze nicht zurückgenommen, sondern bleiben dauerhaft bestehen. Wenn Sie sich zu einem Zeitpunkt zur Ruhe setzen, der jenseits der Regelaltersgrenze liegt, kommen Sie in den Genuss von Zuschlägen. Jeder Monat, den Sie später in Rente gehen, bringt Ihnen ein Plus von 0,5 Prozent. Beachten Sie auch, dass Sie als Rentner unbegrenzt viel hinzuverdienen dürfen. Es wird nichts auf die Rente angerechnet.

Rente berechnen mit einer Formel

Zum Rentenbeginn wandelt die Rentenversicherung Ihre Entgeltpunkte mithilfe einer Rentenformel in eine Euro-Summe um. Dabei ergibt sich Ihre monatliche Rentenhöhe aus der Multiplikation der Entgeltpunkte mit dem Zugangsfaktor, dem aktuellen Rentenwert und dem Rentenartfaktor.

Was ist der Rentenartfaktor?

Der Rentenartfaktor gibt an, um welche Art der Rente es sich handelt. Für die normale Altersrente liegt er bei 1,0. Für Erwerbsminderungs-, Berufsunfähigkeits-, Witwen- oder Waisenrente gilt meist ein geringerer Faktor. Dann fällt die Rente also in der Regel niedriger aus als bei der Altersrente.

Rentenlücke schließen mit einer privaten Altersvorsorge

Wenn Sie auch nach Ende Ihrer Erwerbstätigkeit Ihren gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten möchten, können Sie sich nicht auf die gesetzliche Rente verlassen. Sorgen Sie lieber frühzeitig für Ihr Alter vor. Mit dem Altersvorsorge-Rechner können Sie ausrechnen, wie viel Geld Sie zusätzlich zurücklegen müssen, um Ihre Wunschrente zu erhalten.

Lassen Sie sich zum Thema Altersvorsorge bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank vor Ort beraten.

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