Frühstart-Rente: Das bringt die Altersvorsorge für Kinder

Kurz und kompakt

  • Die Frühstart-Rente ist eine geplante staatliche Altersvorsorge für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren.

  • Monatlich fließen 10 Euro pro Kind in ein kapitalmarktorientiertes Vorsorgekonto, um langfristig Vermögen aufzubauen.

  • Das Kapital bleibt bis zum Rentenalter unangetastet und wächst über Jahrzehnte durch den Zinseszinseffekt.

Was ist die Frühstart-Rente?

Die Frühstart-Rente ist eine staatliche Förderung für die private Altersvorsorge von Kindern und Jugendlichen. Förderberechtigte Kinder sollen im Jahr 2026 monatlich 10 Euro vom Staat erhalten, die dann in ein Vorsorgedepot fließen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche bereits früh an die kapitalgedeckte Altersvorsorge heranzuführen und Vermögen für das Alter aufzubauen. 

Durch den langen Anlagezeitraum profitieren Kinder besonders stark vom Zinseszinseffekt. Bereits kleine monatliche Beträge entwickeln sich über mehrere Jahrzehnte zu einem deutlich höheren Vermögen für den Ruhestand.

Anspruchsberechtigte Jahrgänge

Anspruchsberechtigt sind Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren, die eine Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen. Die Förderung soll im Jahr 2026 rückwirkend zum 1. Januar 2026 starten. Zunächst mit Kindern des Geburtsjahrgangs 2020, also mit den 6-Jährigen.

Jedes darauffolgende Jahr kommt der nächste Jahrgang hinzu. Im Jahr 2027 erwerben dann die Kinder einen Anspruch auf die 10 Euro monatlich, die 2021 geboren wurden. Ab 2029 erweitert der Staat die Förderung auf ältere Jahrgänge, die bis dahin noch keinen Anspruch auf die Frühstart-Rente hatten.

Die Frühstart-Rente ist nicht an bestimmte Einkommens- oder Vermögensgrenzen gebunden. Grundsätzlich erhalten alle förderberechtigten Kinder die staatlichen Beiträge.

Wie die Frühstart-Rente funktioniert

Eltern eröffnen ein Depot: Um die staatliche Förderung zu erhalten, müssen Sie als Eltern oder Erziehungsberechtigte ein Altersvorsorgedepot für Ihr Kind eröffnen. Dafür vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank.

Unterlagen: Um das Depot zu eröffnen, benötigen Sie in der Regel die Geburtsurkunde sowie die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes. Außerdem sind gültige Ausweisdokumente der Erziehungsberechtigten erforderlich. Je nach Bank können weitere Nachweise hinzukommen.

Zusätzliche Einzahlungen: Neben der staatlichen Förderung von 10 Euro monatlich können Eltern, Großeltern, Patinnen und Paten oder Freundinnen und Freunde eigene Beträge in das Depot einzahlen. Wenn das Kind die Volljährigkeit erreicht, kann es auch selbst Sparbeträge einzahlen.

Auszahlung: Die Auszahlung der angesparten Summe erfolgt erst mit dem Eintritt in die Rente und wird auch dann erst versteuert, ähnlich wie bei den privaten Renten.

Zusätzliche Einzahlungen in die Frühstart-Rente

Situation

Zusätzliche Einzahlungen sinnvoll?

Begründung
Sie haben regelmäßig Geld übrig und möchten zusätzlich zur staatlichen Förderung für Ihr Kind vorsorgen.Ja

Zusätzliche Einzahlungen erhöhen das angesparte Vermögen und stärken die private Altersvorsorge.

Sie möchten den Zinseszinseffekt möglichst stark nutzen.Ja

Je früher und länger Geld investiert bleibt, desto stärker profitiert das Vermögen von langfristigen Wertsteigerungen.

Sie könnten das Geld in den nächsten Jahren benötigen.

Nein

Das Guthaben bleibt bis zum Rentenalter gebunden und steht nicht für kurzfristige Ausgaben zur Verfügung.
Sie bauen aktuell Schulden ab oder möchten zunächst einen Notgroschen aufbauen.NeinEine stabile finanzielle Basis hat Vorrang vor zusätzlicher Altersvorsorge.

Wenn Eltern kein Depot anlegen

Eröffnen die Eltern zunächst kein Depot für ihr Kind, fließen die staatlichen Beiträge in eine staatliche Auffanglösung. Wird später ein Depot eröffnet – entweder durch die Eltern oder nach der Volljährigkeit durch das Kind selbst – überträgt der Staat das bis dahin angesparte Guthaben in das Depot.  

Beispielrechnung: Wie aus 10 Euro monatlich ein Vermögen entsteht

Wenn der Staat monatlich 10 Euro für ein Kind vom 6. bis zum 18. Lebensjahr anlegt, ergibt das insgesamt 1.440 Euro. Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von etwa 8 Prozent – wie sie der DAX durchschnittlich in den letzten Jahrzehnten erzielt hat – wächst dieses Kapital bis zur Volljährigkeit auf etwa 2.500 Euro an. Ohne zusätzliche Einzahlungen steigt der Depotwert bis zum 67. Lebensjahr auf etwa 107.000 Euro. Wer hingegen nach dem 18. Geburtstag zusätzlich zur staatlichen Förderung noch selbst 10 Euro in das Depot einzahlt, kommt im Ruhestand auf ein Vermögen von rund 175.000 Euro.

Wichtig: Dieses Rechenbeispiel basiert auf einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von über 8 Prozent. Die tatsächliche Vermögensentwicklung hängt jedoch davon ab, wie das Geld angelegt ist (zum Beispiel in Fonds oder ETFs). Auch die Entwicklung der Kapitalmärkte, mögliche Gebühren, Steuern und die erzielte Rendite beeinflussen die Vermögensentwicklung.

Denn bei einer Rendite von zum Beispiel 5 Prozent beträgt die angesparte Summe bis zum 18. Lebensjahr etwa 2.000 Euro. Mit Rentenbeginn und ohne zusätzliche Einzahlungen liegt sie bei ca. 22.000 Euro. Durch zusätzliche Einzahlungen von 10 Euro monatlich ab dem 18. Geburtstag werden es rund 48.000 Euro.

Durchschnittliche jährliche RenditeDepotwert mit 18 JahrenDepotwert mit 67 Jahren (ohne zusätzliche Einzahlungen)Depotwert mit 67 Jahren (mit zusätzlichen Einzahlungen von 10 Euro monatlich ab 18 Jahren)
3 %rund 1.900 €rund 8.000 €rund 20.000 €
5 %rund 2.000 €rund 22.000 €rund 48.000 €
8 %

rund 2.500 €

rund 107.000 €rund 175.000 €

Risiken und Kosten der Frühstart-Rente

Wie bei jeder Kapitalanlage sind auch bei der Frühstart-Rente Wertschwankungen möglich. Zudem können je nach Anbieter Depotkosten anfallen. Das angesparte Geld bleibt bis zum Rentenalter gebunden und bei der Auszahlung fällt Einkommensteuer an.

Für wen eignet sich die Frühstart-Rente?

Die Frühstart-Rente bietet sich besonders an, wenn

  • Ihr Kind zu einem förderberechtigten Jahrgang gehört, 
  • Sie die staatliche Förderung für den langfristigen Vermögensaufbau nutzen möchten, 
  • Sie früh mit der Altersvorsorge Ihres Kindes beginnen möchten und 
  • das angesparte Geld bis zum Rentenalter investiert bleiben kann.

Alternativen zur Frühstart-Rente

Die Frühstart-Rente ist nicht die einzige Möglichkeit, früh Vermögen für Kinder aufzubauen. Einige Alternativen eignen sich als Ergänzung zur Frühstart-Rente. Andere bieten Vorteile, wenn das Geld bereits vor dem Rentenalter zur Verfügung stehen soll.

Junior-Depot

Wenn Sie langfristig Vermögen für Ihr Kind aufbauen und flexibel über das Geld verfügen möchten. Im Gegensatz zur Frühstart-Rente gibt es keine Bindung bis zum Rentenalter.

ETF-Sparplan

Wenn Sie regelmäßig Geld anlegen möchten, bieten Ihnen ETFs eine breite Streuung und vergleichsweise geringe Kosten.

Tagesgeldkonto oder Sparbuch

Wenn Sie das Geld kurzfristig verfügbar halten möchten und Wert auf Sicherheit legen. Die Renditechancen fallen jedoch meist geringer aus als bei Wertpapieranlagen.

Private Rentenversicherung für Kinder

Wenn Sie frühzeitig eine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen und dabei feste Vertragsbedingungen nutzen möchten.

Ausbildungs- oder Zukunftssparen

Wenn Sie gezielt Geld für spätere Ausgaben wie Ausbildung, Studium oder den Führerschein zurücklegen möchten.

FAQs zur Frühstart-Rente

Die Frühstart-Rente ist ein Förderprogramm der Bundesregierung, bei dem der Staat für jedes Kind zwischen 6 und 18 Jahren monatlich 10 Euro in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge einzahlt. Ziel ist es, bereits in jungen Jahren mit dem Vermögensaufbau für die spätere Rente zu beginnen.

Die Frühstart-Rente richtet sich an Kinder und Jugendliche, die eine Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen. Die Förderung startet rückwirkend zum 1. Januar 2026. Zunächst profitieren die jüngsten förderberechtigten Jahrgänge, also Kinder des Jahrgangs 2020. Ab 2029 erweitert der Staat die Förderung schrittweise auf weitere Jahrgänge, die bis dahin noch nicht von der Frühstart-Rente profitiert haben. Die Förderung ist unabhängig vom Einkommen und Vermögen der Familie.

Der Staat zahlt für jedes förderberechtigte Kind ab dem 6. Lebensjahr monatlich 10 Euro in ein Altersvorsorgedepot ein. Bis zum 18. Geburtstag summieren sich die staatlichen Beiträge auf insgesamt 1.440 Euro. Der spätere Depotwert, ab dem Rentenbeginn, hängt davon ab, ob die Eltern das Depot durch eigene Beiträge aufstocken sowie von der erzielten Rendite.

Die Frühstart-Rente dient ausschließlich der Altersvorsorge. Das angesparte Vermögen bleibt deshalb grundsätzlich bis zum Rentenalter gebunden. Eine vorzeitige Auszahlung für andere Zwecke ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen.

Die Frühstart-Rente unterstützt Kinder frühzeitig beim Vermögensaufbau für das Alter. Bereits die staatliche Förderung schafft einen Grundstock, der über viele Jahrzehnte Rendite erwirtschaften kann. Besonders bei langen Anlagezeiträumen wirkt der Zinseszinseffekt. Ob sich die Frühstart-Rente im Einzelfall lohnt, hängt unter anderem von der Entwicklung der Kapitalmärkte, möglichen zusätzlichen Einzahlungen und der gewählten Anlagestrategie (zum Beispiel Aktien oder ETFs) ab.

Wie bei jeder Kapitalanlage sind Wertschwankungen möglich. Der Wert des Depots kann steigen, aber auch zeitweise sinken. Zusätzlich können je nach Anbieter Depot- oder Verwaltungskosten anfallen, die die Rendite beeinflussen. Bei der Auszahlung im Rentenalter fallen nach aktuellem Stand Steuern nach den dann geltenden steuerlichen Regelungen an.

Für die Frühstart-Rente ist ein förderfähiges Altersvorsorgedepot erforderlich. Ob ein bereits bestehendes Depot genutzt werden kann oder ein neues Depot eröffnet werden muss, hängt von den endgültigen gesetzlichen Vorgaben ab. Liegt kein förderfähiges Depot vor, fließen die staatlichen Beiträge zunächst in eine staatliche Auffanglösung. So gehen sie nicht verloren. Sobald ein förderfähiges Depot eröffnet wird, überträgt der Staat das bis dahin angesparte Guthaben dorthin.

Heute vorsorgen, morgen entspannt leben: Ihre Privatrente

Private Rentenversicherung

Bauen Sie mit der privaten Rentenversicherung eine zusätzliche Versorgung auf, um Ihren gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können.