Kurz und kompakt

  • Die gesetzliche Altersvorsorge bildet mit gesetzlicher Rente, Rürup-Rente und Versorgungswerken eine Basisversorgung fürs Rentenalter.

  • Die Zusatzversorgung durch Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu empfehlen und bietet Fördermöglichkeiten.

  • Die Privatversorgung mit Fondssparplänen und privaten Rentenversicherungen sorgt für zusätzliche Sicherheit, damit Sie Ihren Lebensstandard im Alter halten können.

Sorgen Sie rechtzeitig vor

Die richtige Altersvorsorge zu finden, ist für viele nicht einfach. Damit Sie Ihren gewohnten Lebensstandard auch im Ruhestand halten können, lohnt es sich, möglichst früh über eine private Zusatzrente nachzudenken. Je nach Lebenssituation kommen dafür unterschiedliche Lösungen infrage. Welche Formen der privaten Altersvorsorge es gibt und welche zu Ihnen passen könnten, erfahren Sie hier.

Welche Altersvorsorge passt zu welcher Lebenssituation?

Welche Altersvorsorge sinnvoll ist, hängt weniger von einzelnen Produkten als von Ihrer Lebenssituation ab. Eine einzelne Vorsorgeform reicht oft nicht aus, um die Rentenlücke zu schließen. So dient die gesetzliche Rente vielen Menschen nur noch als Basis ihrer Altersvorsorge, die sie durch zusätzliche private Bausteine ergänzen. Damit lassen sich Sicherheit, Renditechancen und Flexibilität verbinden.

Für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger

Zu Beginn des Berufslebens steht häufig noch etwas weniger Geld zur Verfügung. Da eignen sich Fondssparpläne und ETFs gut, weil Sie mit kleinen Sparbeträgen loslegen und die Sparrate anpassen können. Zusätzlich ist eine betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung sinnvoll, wenn Ihr Arbeitgeber Zuschüsse bietet.

Für Familien und Alleinerziehende

Für Familien lohnt sich vor allem die Riester-Rente, weil sie staatliche Zulagen für Kinder sowie eine jährliche Grundzulage bietet. Eine betriebliche Altersvorsorge ist zusätzlich sinnvoll, insbesondere bei Arbeitgeberzuschüssen. So kombinieren Sie Förderung und zusätzliche Absicherung.

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit stabilem Einkommen

Wenn Ihr Einkommen konstant ist, können Sie mehrere Bausteine kombinieren. Die betriebliche Altersvorsorge bietet steuerliche Vorteile. Ergänzend schaffen private Rentenversicherungen oder Fondssparpläne zusätzliche Sicherheit und Renditechancen.

Für Selbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler

Für Selbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler eignet sich besonders die Rürup-Rente, da Sie damit von steuerlichen Vorteilen profitieren und eine lebenslange Rente aufbauen. Ergänzend bieten sich flexible Anlageformen wie Fondssparpläne oder ETFs an, um Rücklagen zu schaffen.

Für Personen mit höherem Einkommen

Bei höherem Einkommen gewinnt die steuerliche Optimierung an Bedeutung. Die Rürup-Rente bietet hier Vorteile durch absetzbare Beiträge. Zusätzlich helfen private Rentenversicherungen oder Fondsanlagen, Vermögen aufzubauen und so die Altersvorsorge zu erweitern.

Für Menschen kurz vor dem Ruhestand

In dieser Phase rückt Planungssicherheit in den Fokus. Klassische Rentenversicherungen oder bestehende Verträge mit garantierten Auszahlungen bieten verlässliche Einnahmen. Prüfen Sie, wie und wann Sie auf angespartes Kapital zugreifen möchten.

Einschätzung der eigenen Altersvorsorge in Deutschland von 2019 bis 2025

Drei-Schichten-Modell: Basis-, Zusatz- und Privatversorgung

Mithilfe des Drei-Schichten-Modells bauen Sie sich Ihre Altersvorsorge auf, die zu Ihrer Lebenssituation passt. Wir stellen Ihnen das Modell und die einzelnen Sparmöglichkeiten vor.

Erste Schicht: Basisversorgung
  • Rürup-Rente (auch Basisrentenversicherung genannt)
  • Versorgungswerke für freiberuflich Tätige
  • Beamtenversorgung für Beamtinnen und Beamte
  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Landwirtschaftliche Alterskassen

Zweite Schicht: Zusatzversorgung

  • Riester-Rente
  • Betriebliche Altersvorsorge (bAV) für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Staatlich geförderte Zusatzversorgung

Dritte Schicht: Privatversorgung

  • Bank- oder Fondssparplan
  • Private Lebens- oder Rentenversicherungen

Erste Schicht: Basisversorgung

Bei diesen Vorsorgemöglichkeiten erhalten Sie Ihr angespartes Geld nach dem Renteneintritt in Form von monatlichen Rentenzahlungen und nicht als Einmalleistung. Das angesparte Geld lässt sich nicht aus den Verträgen entnehmen und es ist nicht beleih- oder vererbbar.

Zweite Schicht: Zusatzversorgung

Diese Vorsorgemöglichkeiten bieten in der Ansparphase Steuervorteile. Die monatlichen Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge per Entgeltumwandlung sind beim Einzahlen steuerbegünstigt. Riester-Beiträge werden dagegen durch Zulagen und ggf. Sonderausgabenabzug gefördert. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge je nach Vertrag auch als Einmalleistung auszahlen lassen. Bei der Riester-Rente haben Sie die Möglichkeit, sich 30 Prozent des angesparten Kapitals auf einmal auszahlen zu lassen, ohne die staatliche Förderung zurückzahlen zu müssen.

Dritte Schicht: private Altersvorsorge

Für diese Vorsorgemöglichkeiten gibt es in der Regel keine staatliche Förderung. Ihre Sparbeträge zahlen Sie aus Ihrem bereits versteuerten Einkommen. Dafür ist die Auszahlung in der Rentenphase steuerbegünstigt. Das angesparte Kapital lässt sich in der Regel jederzeit komplett auszahlen.

Vorteile und Unterschiede häufig genutzter Vorsorgemöglichkeiten

Die verschiedenen Vorsorgemöglichkeiten unterscheiden sich vor allem in puncto Sicherheit, Renditechancen, Flexibilität und darin, wie lange Sie Ihr Geld binden müssen.

Betriebliche Altersvorsorge

Vorteile: Bei der betrieblichen Altersvorsorge zahlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer monatlich einen Teil ihres Bruttogehalts in die Betriebsrente ein. Dadurch sinken Steuern und Sozialabgaben. Besonders lohnend ist diese Vorsorge, wenn Arbeitgeber einen Teil der Sparbeträge beisteuern.

Nachteile: Die Vorsorge ist an ein Arbeitsverhältnis gebunden. Bei der späteren Auszahlung fallen in der Regel Steuern und Sozialabgaben an.

Riester-Rente

Vorteile: Bei der Riester-Rente unterstützt der Staat Sie beim Sparen. Jede Sparerin und jeder Sparer erhält eine jährliche Grundzulage. Für Kinder gibt es zusätzliche Zulagen. Deshalb eignet sich diese Vorsorge vor allem für Familien und Alleinerziehende mit mehreren Kindern. Auch Steuervorteile sind möglich.

Nachteile: Die Förderung ist an Bedingungen geknüpft. Die Renditechancen sind je nach Vertrag oft begrenzt.

Rürup-Rente

Vorteile: Die Rürup-Rente ist vor allem gedacht für Unternehmerinnen und Unternehmer, freiberuflich Tätige, Selbstständige und Angestellte mit vergleichsweise hohem Einkommen. Sie investieren in eine klassische oder fondsgebundene Rentenversicherung. In der Ansparphase lassen sich die Beiträge steuerlich absetzen.

Nachteile: Das angesparte Kapital ist für eine bestimmte Zeit gebunden. Eine vorzeitige Auszahlung und eine Vererbung sind in der Regel nicht möglich.

Fondssparplan, ETFs und fondsgebundene Rentenversicherung

Vorteile: Mit fondsgebundenen Vorsorgelösungen wählen Sie Ihre Anlagestrategie selbst. Bei einem Fondssparplan kaufen Sie mit einem festen Beitrag mehr Fondsanteile, wenn die Kurse fallen. Steigen die Kurse später wieder, profitieren Sie vom höheren Wert Ihrer Anteile. Auch ETFs ermöglichen schon mit geringen monatlichen Sparraten den Vermögensaufbau. Raten und Laufzeit lassen sich jederzeit anpassen.

Nachteile: Fonds und ETFs schwanken im Wert. Verluste sind möglich, besonders bei kurzer Laufzeit oder ungünstigem Auszahlungszeitpunkt.

Vorsorgeformen im Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

 SicherheitRenditechancenBindungsniveauZugriff aufs Kapital
Rürup-Renterelativ hoch, da lebenslange Renteje nach Vertrag klassisch oder fondsgebundensehr hochkeine freie Auszahlung
Betriebliche Altersvorsorgemittel bis hoch, je nach Modellmeist begrenztmittel bis hochAuszahlung meist erst zur Rente
Riester-Rentehoch durch Förderung und Beitragsgarantieeher begrenzthochbis zu 30 Prozent Kapitalauszahlung möglich
Fondssparplan und ETF-Spareneher gering, weil schwankungsanfällighöher bei langer Laufzeitgeringmeist frei gestaltbar, je nach Vertrag
Private Rentenversicherungmittel bis hoch, je nach Garantieje nach AnlageformmittelMonatliche Rente, Einmalauszahlung oder Kombination möglich

Altersvorsorge an Ihr Leben anpassen

Ihre Lebenssituation kann sich jederzeit ändern: neuer Job, Familiengründung, Selbstständigkeit oder weniger Einkommen. Deshalb lohnt es sich, die einzelnen Bausteine Ihrer Altersvorsorge so auszuwählen, dass Sie flexibel bleiben. Dabei können folgende Aspekte wichtig sein:

Veränderbare Beitragshöhe

Bei Fondssparplänen, ETFs und vielen privaten Vorsorgemöglichkeiten können Sie Ihre Sparraten entweder erhöhen oder senken. So passen Sie Ihre Vorsorge an Ihr Einkommen an.

Bei den Beitragszahlungen eine Pause einlegen können

Wenn das Geld vorübergehend knapper wird, lassen sich flexible Sparpläne häufig aussetzen. Prüfen Sie geförderte Verträge vorher genau. Denn bei Riester-Rente oder betrieblicher Altersvorsorge können Zulagen, Steuervorteile oder Arbeitgeberzuschüsse sinken.

Möglichkeit eines Vertragswechsels

Ein Wechsel ist in Betracht zu ziehen, wenn Kosten, Renditechancen oder Leistungen nicht mehr zu Ihrer Lebenssituation passen. Wichtig ist der Blick auf mögliche Gebühren, steuerliche Folgen und bestehende Garantien.

Für lange oder flexible Bindungsfrist entscheiden

Einige Vorsorgeformen wie die Rürup-Rente, Riester-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge sind langfristig angelegt und nur eingeschränkt veränderbar. Flexible Lösungen wie Fonds- und ETF-Sparpläne lassen sich dagegen leichter an neue Lebensphasen anpassen.

Auszahlung verstehen: Rente, Kapital oder Kombination

Bei der Altersvorsorge spielt nicht nur das Ansparen eine Rolle, sondern auch die Art der späteren Auszahlung. Je nach Vorsorgeform unterscheiden sich die Möglichkeiten deutlich.

Lebenslange Rente

Bei der gesetzlichen Rente, der Rürup-Rente und vielen privaten Rentenversicherungen erhalten Sie eine monatliche Zahlung bis an Ihr Lebensende. Das schafft Planungssicherheit. Gleichzeitig bleibt das Kapital gebunden und steht damit nicht frei zur Verfügung.

Kapitalauszahlung

Bei Fondssparplänen, ETFs und teilweise auch bei der betrieblichen Altersvorsorge können Sie sich das angesparte Vermögen ganz oder teilweise auszahlen lassen. Das gibt Ihnen mehr Freiheit bei der Verwendung, erfordert aber auch eigene Planung, damit das Geld im Alter ausreicht.

Kombination aus Rente und Kapitalauszahlung

Einige Vorsorgeformen verbinden beide Wege. Bei der Riester-Rente können Sie sich zum Beispiel einen Teil des Kapitals auszahlen lassen und den Rest als Rente beziehen. Viele private Rentenversicherungen bieten ebenfalls solche Mischformen an.

Welche Auszahlungsform passt zu mir?

Wenn Sie Wert auf feste, planbare Einnahmen legen, eignet sich eine lebenslange Rente. Wenn Sie flexibel bleiben wollen und größere Ausgaben im Alter planen, ist eine Kapitalauszahlung eine gute Lösung. Häufig ist eine Kombination aus beiden Varianten sinnvoll, um Sicherheit und Flexibilität zu verbinden.

Inflation berücksichtigen: Kaufkraft im Blick behalten

Inflation sorgt dafür, dass Geld im Laufe der Jahre an Kaufkraft verliert. Das bedeutet: Mit demselben Betrag können Sie sich in Zukunft weniger leisten. Für Ihre Altersvorsorge ist das ein wichtiger Faktor, denn zwischen Sparbeginn und Renteneintritt liegen oft mehrere Jahrzehnte. Wenn Ihre Altersvorsorge keine oder nur geringe Renditen abwirft, mindert die Inflation den Wert Ihrer Ersparnisse spürbar. Achten Sie deshalb darauf, wie Ihre Vorsorge mit Blick auf die Inflation aussieht:

  • Klassische, auf Sicherheit ausgerichtete Bausteine bieten Stabilität, gleichen die Inflation aber oft nur begrenzt aus.
  • Fondsgebundene Lösungen, ETFs und andere auf Rendite ausgerichtete Anlagen bieten langfristig bessere Chancen, Kaufkraft zu erhalten oder zu steigern.
  • Eine Kombination aus sicheren und auf Rendite ausgerichteten Bausteinen hilft, Risiken auszugleichen.

Je länger Ihre Anlagedauer, desto stärker wirkt sich die Inflation aus. Deshalb lohnt es sich, früh mit der Altersvorsorge loszulegen und langfristig auch auf Renditechancen zu achten. So erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Absicherung im Ruhestand tatsächlich Ihren Lebensstandard sichert.

Absicherung mitdenken: Schutz für Einkommen und Familie

Altersvorsorge funktioniert besonders gut, wenn Sie sich dabei gegen Risiken absichern. Denn wer wegen Krankheit oder Unfall dauerhaft nicht arbeitet, zahlt oft weniger in die Altersvorsorge ein. Dadurch vergrößert sich die Rentenlücke.

Sich finanziell gegen Berufsunfähigkeit absichern

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung garantiert Ihr Einkommen, wenn Sie Ihren Beruf längere Zeit nicht ausüben können. Sie hilft dabei, laufende Kosten zu zahlen und die Altersvorsorge weiterzuführen.

Hinterbliebene schützen

Wenn Partnerin, Partner oder Kinder finanziell von Ihrem Einkommen abhängen, sollten Sie auch den Hinterbliebenenschutz prüfen. Eine Risikolebensversicherung sichert Angehörige ab, falls ein Einkommen plötzlich wegfällt.

FAQs zur Altersvorsorge

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, aus ihrem Bruttogehalt monatlich Beiträge in eine betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen. Dieser Vorgang nennt sich Entgeltumwandlung. Die Entgeltumwandlung bietet zwei wichtige Vorteile: Beschäftigte können Zuschüsse vom Arbeitgeber erhalten und profitieren von Steuervorteilen. Letzteres ist deshalb möglich, weil die monatlichen Sparbeträge aus dem Bruttogehalt entnommen werden.

Das Rentenniveau ist eine jährlich neu ermittelte Kennziffer, die das Verhältnis zwischen der Höhe der gesetzlichen Rente und dem Budget einer Person mit Durchschnittseinkommen anzeigt. Grundlage der Berechnung ist die Rente einer Person nach 45 Beitragsjahren. Das Rentenniveau ist als Netto-Wert vor Steuern angegeben. Es hat keinen Einfluss auf die Höhe Ihrer Rente. So kann Ihre Rente auch dann steigen, wenn das allgemeine Rentenniveau sinkt.

Wie viel Sie monatlich für die Altersvorsorge zurücklegen, hängt von Ihrem Einkommen und Ihren Sparzielen ab. Häufig werden etwa 10–15 Prozent des Nettoeinkommens empfohlen. Geringere Beträge können auch sinnvoll sein, wenn Sie diese diszipliniert investieren.

Was besser ist, hängt von Ihrer Lebenssituation ab. In der Regel ist eine Kombination sinnvoll, da die gesetzliche Vorsorge die Basis bildet, private und betriebliche Vorsorgemöglichkeiten Sie aber zusätzlich flexibler machen und Ihre spätere Rente erhöhen.

Für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger ist eine Kombination aus gesetzlicher Vorsorge und frühzeitig abgeschlossener privater oder betrieblicher Absicherung sinnvoll. Denn dank der langen Anlagedauer nutzen Sie den Zinseszinseffekt.

Ja, denn selbst kleine regelmäßige Beiträge entfalten über lange Zeit eine Wirkung. Staatliche Förderungen bieten zusätzliche Vorteile.

Sie sollten möglichst früh beginnen, idealerweise direkt mit dem Berufseinstieg. Denn ein früher Beginn reduziert die finanzielle Belastung und ermöglicht langfristig höhere Rücklagen.

Heute vorsorgen, morgen entspannt leben: Ihre Privatrente

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