Staatsanleihen: Wann lohnt sich der Kauf?

Kurz und kompakt

  • Staatsanleihen sind Wertpapiere, mit denen sich ein Staat Kapital leiht. Anlegende stellen dem Staat Geld zur Verfügung, erhalten dafür regelmäßige Zinszahlungen (Kupons) und am Ende der Laufzeit den Nennwert zurück. 

  • Die Sicherheit hängt von der Bonität des Staates ab. Staaten mit hoher Kreditwürdigkeit – etwa Deutschland oder die Schweiz – gelten als besonders ausfallsicher. 

  • Sowohl Privatanlegende als auch institutionell Anlegende wie Banken, Versicherungen oder Pensionsfonds können Staatsanleihen erwerben.

  • Die Rendite ergibt sich aus den jährlichen Zinszahlungen sowie aus Kursgewinnen oder -verlusten bis zur Rückzahlung

Sicherheit beim Vermögensaufbau? Staatsanleihen im Check

Staatsanleihen gelten als guter Weg für eine sichere Rendite. Gerade in Zeiten sinkender Zinsen ist der Staat als Schuldner interessant. Aber wo Chancen bestehen, gibt es selbstverständlich auch Risiken, die Sie bedenken müssen.

Das sind Staatsanleihen

Staatsanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, mit denen sich Staaten Geld leihen. Wer eine Staatsanleihe kauft, gibt dem Staat für einen bestimmten Zeitraum einen Kredit. Dafür verpflichtet sich der Staat, regelmäßig Zinsen zu zahlen und am Ende der Laufzeit den gesamten Betrag zurückzuzahlen. Die Laufzeiten reichen von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahrzehnten. Die Zinsen und Rückzahlung sind vertraglich festgelegt, sodass Staatsanleihen grundsätzlich als besonders planbare Geldanlage gelten.

Wer sind die Emittentinnen bzw. Emittenten?

Die Emittentinnen bzw. Emittenten – also die Herausgebenden – von Staatsanleihen sind nationale Regierungen oder staatliche Institutionen. In Deutschland gibt beispielsweise der Bund regelmäßig sogenannte Bundesanleihen aus. Auch Länder wie Frankreich, Italien, Japan oder die USA nutzen Staatsanleihen, um Haushaltslücken zu schließen oder große Investitionen zu finanzieren. Neben klassischen Nationalstaaten geben auch supranationale Organisationen wie die Europäische Union oder die Weltbank Anleihen heraus, um Projekte zu finanzieren.

Staatsanleihen für Privatkunden

Staatsanleihen richten sich nicht nur an Großanlegende wie Banken, Versicherungen oder Pensionskassen, sondern auch an Privatpersonen. Gerade weil sie als vergleichsweise sichere Anlageform gelten, sind sie für Menschen interessant, die Wert auf Stabilität legen. Viele Staaten bieten ihre Anleihen über Banken, Online-Broker oder spezielle Sparprodukte auch Kleinanlegenden an. Dabei lohnt es sich, auf die Stückelung zu achten. Sie bestimmt, ab welchem Mindestbetrag eine Investition möglich ist.

So bauen Sie mit Aktien Schritt für Schritt Vermögen auf

Aktien kaufen

Aktien sind eine Anlagemöglichkeit, die Chancen und Risiken birgt. Informieren Sie sich hier über den Aktienkauf als flexible Form der Geldanlage.

Laufzeiten: kurzfristig, mittelfristig, langfristig

Staatsanleihen unterscheiden sich deutlich in ihrer Laufzeit. Kurzfristige Anleihen laufen meist nur wenige Monate bis 2 Jahre und sichern oft Liquidität. Mittelfristige Papiere bewegen sich zwischen 2 und 10 Jahren. Langfristige Anleihen weisen Laufzeiten von 10, 20 oder sogar 30 Jahren auf. Die Laufzeit beeinflusst nicht nur die Bindung des Kapitals, sondern auch die Zinshöhe und das Kursrisiko.

Zinssatz: fest oder variabel

Staatsanleihen bieten meist einen festen Zinssatz, der bei Ausgabe – also der Emission – festgelegt wird. Dieser sogenannte Kupon bleibt über die gesamte Laufzeit konstant. So können Anlegende mit garantierten Zinseinnahmen planen. Es gibt auch variabel verzinste Staatsanleihen, bei denen sich der Zinssatz in regelmäßigen Abständen an einen Referenzzins anpasst. Ob fest oder variabel, entscheidend ist immer der Zeitpunkt der Emission. Dieser spiegelt das vorherrschende Zinsumfeld wider.

Der Staat zahlt das Geld zurück

Am Ende der Laufzeit zahlt der Staat den Nennwert der Anleihe zurück. Wer die Anleihe bis zum Ende hält, erhält also sein eingesetztes Kapital in voller Höhe zurück. Das gilt unabhängig vom zwischenzeitlichen Kursverlauf. Die Rückzahlung erfolgt zum sogenannten Rückzahlungskurs, der in den meisten Fällen 100 Prozent beträgt. Nur in seltenen Fällen – etwa bei strukturierten Anleihen – weicht der Wert ab.

Welche Risiken bestehen bei Staatsanleihen?

Auch wenn Staatsanleihen als vergleichsweise sichere Anlage gelten, sind sie nicht risikofrei. Das größte Risiko ist das sogenannte Emittentenausfallrisiko. Wenn ein Staat zahlungsunfähig wird, kann er Zinsen oder Rückzahlungen nicht mehr leisten. Zudem fällt bei festverzinslichen Anleihen der Kurs, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt. In dieser Konstellation sinkt der Marktwert bestehender Anleihen mit niedrigerem Kupon. Wer vor Ende der Laufzeit verkauft, kann daher Verluste erleiden.

Wo werden Staatsanleihen gehandelt?

Staatsanleihen können sowohl an Börsen als auch außerbörslich gehandelt werden. In Deutschland erfolgt der Handel in der Regel über die Börse Frankfurt oder über Banken im sogenannten Freiverkehr. Auch über Direktbanken oder Online-Broker lassen sich viele Staatsanleihen kaufen.

Nennwert & Indexwert

Der Nennwert der Anleihe bezieht sich auf einen Indexwert von 100. Anleihen und Staatsanleihen können im freien Handel des Aktienmarktes allerdings verschiedene Punktestände zeigen. Ein Wert von 110 bedeutet, dass der Markt der Anleihe einen 10-prozentigen Aufschlag auf den Nennwert gewährt. Bei einem Wert von 80 gibt es einen Abschlag. Zum Ende der Laufzeit erhalten Sie in der Regel jedoch den Nennwert von 100 zurück.

Vor- und Nachteile von Staatsanleihen

VorteileNachteile
Hohe Sicherheit bei Anleihen aus wirtschaftlich stabilen LändernNiedrigere Renditen im Vergleich zu riskanteren Anlageformen
Fester Zinsertrag, planbare RückzahlungKursverluste möglich bei vorzeitigem Verkauf, wenn Marktzinsen steigen
Breite Auswahl an Laufzeiten und HerausgebendenInflationsrisiko: Kaufkraftverlust, wenn Inflation höher als der Zinssatz ist
Gute Handelbarkeit über Börsen und BankenEmittentenausfallrisiko, besonders bei Staaten mit schwacher Bonität

Typische Anleiheformen

Neben den klassischen festverzinslichen Staatsanleihen gibt es inflationsindexierte Anleihen. Bei diesen werden Zinszahlungen und Rückzahlung an die Inflationsentwicklung angepasst. Kurzfristige Schatzanweisungen haben Laufzeiten von bis zu zwei Jahren und kommen oft als kurzfristige Staatsfinanzierung zum Einsatz. Langfristige Staatsanleihen können Laufzeiten von 10, 20 oder sogar 30 Jahren haben. In einigen Ländern gibt es zudem variabel verzinste Staatsanleihen, deren Zinssatz sich regelmäßig an einem Referenzzins orientiert.

Welche relevanten Kennzahlen spielen eine Rolle?

  • Rendite: Sie gibt an, welche jährliche Verzinsung eine Anleihe unter Berücksichtigung des Kaufkurses, der Zinsen und der Restlaufzeit tatsächlich bringt.
  • Kupon: Er bezeichnet den festen oder variablen Zinssatz, den der Staat jährlich auf den Nennwert der Anleihe zahlt.
  • Laufzeit: Die Laufzeit beschreibt den Zeitraum zwischen der Ausgabe der Anleihe und ihrer Rückzahlung. Längere Laufzeiten bedeuten oft höhere Zinsen, aber auch höhere Kursrisiken.
  • Emissionskurs: Dies ist der Preis, zu dem die Anleihe bei der Erstausgabe verkauft wird. Er kann bei 100 Prozent oder darunter bzw. darüber liegen.
  • Rückzahlungskurs: Hierbei handelt es sich um den Preis, zu dem die Anleihe am Ende der Laufzeit zurückgezahlt wird. In der Regel sind dies 100 Prozent des Nennwerts.
  • Rating: Das Rating ist die Bewertung der Kreditwürdigkeit des Staates durch Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Moody’s oder Fitch. Ein hohes Rating signalisiert geringes Ausfallrisiko.
  • Marktpreis: Das ist der aktuelle Börsenkurs der Anleihe, der über oder unter dem Nennwert liegen kann – abhängig von Angebot, Nachfrage und Marktzinsen.

Die Rolle von Staatsanleihen in der Vermögensplanung

Staatsanleihen dienen als stabiler Baustein im Portfolio, da sie in der Regel weniger schwanken als Aktien. Sie eignen sich, um regelmäßige Zinserträge zu erzielen und das Gesamtrisiko eines Depots zu senken. In unsicheren Börsenphasen wirken sie als Sicherheitspuffer, weil sie oft an Wert gewinnen, wenn Anlegende vermehrt in sichere Anlagen flüchten. Außerdem lassen sich mit einer Mischung aus kurzen und langen Laufzeiten Zinsänderungsrisiken steuern und Liquiditätsbedürfnisse planen.

Wie berechnet sich die Rendite bei Staatsanleihen?

Die Rendite einer Staatsanleihe zeigt, wie hoch die jährliche Verzinsung im Verhältnis zum tatsächlich gezahlten Kaufpreis ist. Sie berücksichtigt sowohl die regelmäßigen Zinszahlungen (Kupon) als auch einen möglichen Kursgewinn oder -verlust bis zur Rückzahlung. Liegt der Kaufpreis unter dem Nennwert, erhöht sich die Rendite, weil die Rückzahlung am Laufzeitende zu einem höheren Betrag erfolgt. Umgekehrt sinkt die Rendite, wenn die Anleihe über dem Nennwert gekauft wird.

60-40-Regel

Die sogenannte 60-40-Regel dient als grobe Orientierung zur Ruhestandsplanung und steht in der wissenschaftlichen Börsentheorie für ein optimales Verhältnis von Aktienquote und Anleihequote. Die Empfehlung lautet, 40 Prozent des Ruhestandsvermögens in Anleihen zu investieren und 60 Prozent in Aktien.

Beispiel zur Rendite bei abweichendem Nennwert

Eine Staatsanleihe hat einen Kupon von 3 Prozent und einen Nennwert von 100 Euro. Der aktuelle Kurs liegt jedoch bei 85 Euro. Sie erhalten jährlich 3 Euro Zinsen (3 Prozent von 100 Euro), obwohl Sie nur 85 Euro investieren. Allein daraus ergibt sich eine laufende Verzinsung von rund 3,53 Prozent (3 Euro / 85 Euro × 100). Am Ende der Laufzeit bekommen Sie 100 Euro zurück. Dieser Kursgewinn von 15 Euro verteilt sich über die Restlaufzeit und erhöht die Gesamtrendite zusätzlich. So kann die effektive Rendite deutlich über dem Kuponzinssatz liegen.

FAQs zur Staatsanleihe

Staatsanleihen sind Schuldverschreibungen, mit denen sich ein Staat Geld leiht. Anlegende stellen dem Staat Kapital zur Verfügung, erhalten dafür regelmäßige Zinsen und am Ende der Laufzeit den Nennwert zurück. Die Bedingungen wie Zinssatz und Laufzeit stehen bereits bei der Emission fest.

Die Sicherheit hängt von der Bonität des Staates ab. Länder mit hoher Kreditwürdigkeit – wie Deutschland oder die Schweiz – gelten als sehr ausfallsicher. Staaten mit schwächerer Wirtschaft oder instabiler Politik haben ein höheres Ausfallrisiko. Das Kreditrating internationaler Agenturen bietet hier eine erste Orientierung.

Privatpersonen und institutionelle Anlegende wie Banken, Versicherungen oder Pensionsfonds können Staatsanleihen erwerben. Privatpersonen kaufen über ihre Bank oder den Online-Broker.

Die Rendite ergibt sich aus den jährlichen Zinszahlungen im Verhältnis zum Kaufpreis und einem eventuellen Kursgewinn oder -verlust bis zur Rückzahlung. Liegt der Kaufpreis unter dem Nennwert, erhöht dies die Rendite. Eine genaue Berechnung berücksichtigt alle Zahlungen und den Rückzahlungsbetrag über die gesamte Laufzeit.

Staatsanleihen sind an Börsen handelbar. Privatinvestierende können sie über Banken, Sparkassen oder Online-Broker erwerben. Neu emittierte Anleihen lassen sich zudem direkt über die Finanzagentur des jeweiligen Staates zeichnen.

Bundesanleihen sind Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland und genießen aufgrund der hohen Bonität Deutschlands einen besonders guten Ruf. Sie gelten als besonders sicher, bieten dafür aber oft niedrigere Zinsen als Anleihen aus Ländern mit geringerer Kreditwürdigkeit.

Steigt die Inflation, sinkt die Kaufkraft der Zinszahlungen und der Rückzahlung. Feste Kupons bleiben nominal gleich, verlieren aber real an Wert. Bei inflationsgeschützten Staatsanleihen wird der Rückzahlungsbetrag oder der Kupon an die Preisentwicklung angepasst, um diesen Effekt abzumildern.

Regelmäßige Erträge mit Anleihen sichern

Anleihen

Mit Anleihen investieren Sie in eine Geldanlage mit kalkulierbaren Erträgen. So stehen Ihnen regelmäßige Einnahmen in Form von Zinsen zur Verfügung.