So minimieren Sie den Spread beim Aktienkauf

Kurz und kompakt

  • Der Spread ist die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers. Daran verdienen unter anderem Brokerinnen und Broker.

  • Hohe Spreads gibt es meist bei selten gehandelten Wertpapieren. Bei häufig gehandelten Aktien etablierter Unternehmen sind die Spreads eher niedrig.

  • Wenn Sie den Spread niedrig halten wollen, sollten Sie zu den Haupthandelszeiten kaufen und verkaufen, Limit-Orders nutzen und die Preise der Handelsplätze vergleichen.

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Versteckte Kosten beim Aktienkauf

Wenn Sie eine Aktie kaufen, müssen Sie verschiedene Gebühren bezahlen. Zum einen wird ein Handelsplatzentgelt fällig, womit Sie beispielsweise die Börse Frankfurt, Stuttgart oder München bezahlen. Zusätzlich knöpft Ihnen Ihre Brokerin oder Ihr Broker einen kleinen Teil der Handelssumme für die Orderausführung ab und verdient auch am Spread. Mit nur ein paar Kniffen sparen Sie hierbei Geld.

Der Spread – einfach erklärt

Der Spread beschreibt die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufkurs eines Wertpapiers. Die Börsen bilden aus dem durchschnittlichen Angebotspreis für ein Wertpapier dessen Briefkurs und aus dem durchschnittlichen Nachfragepreis den Geldkurs. Brokerinnen und Broker bringen nun ein Angebot einer Händlerin oder eines Händlers mit dem Gesuch einer Käuferin oder eines Käufers zusammen und kassieren die Differenz zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs. Mal verdienen sie also an denjenigen, die ein Wertpapier anbieten, und mal an denjenigen, die es haben wollen.

Exkurs: Geldkurs und Briefkurs

Der Geldkurs zeigt, welchen Preis für ein bestimmtes Wertpapier Käuferinnen und Käufer durchschnittlich zu zahlen bereit sind. Der Briefkurs gibt an, zu welchem Preis Verkäuferinnen und Verkäufer im Durchschnitt verkaufen wollen. Die Differenz zwischen den beiden Kursen ist ein zentrales Merkmal des Aktienhandels, weil sie zeigt, wie viel ein Geschäft kostet. Während ein geringer Spread bedeutet, dass eine Aktie stark gehandelt wird, deutet ein hoher Spread darauf hin, dass ein Wertpapier kaum gehandelt wird.

Eine Einnahmequelle für die Handelsplattform

Der Spread entsteht unabhängig davon, ob zusätzlich Ordergebühren anfallen. Er ist nicht nur eine Einnahmequelle für Brokerinnen und Broker, sondern auch für andere Market-Maker wie die Portale, die den Aktienhandel ermöglichen. Diese erzielen durch den Spread Gewinne, da sie beim An- und Verkauf der Papiere eine Marge erhalten. Anlegerinnen und Anleger hingegen erhalten wegen des Spreads weniger Rendite, wenn Sie häufig Aktien kaufen und verkaufen.

Beispiel: So wirkt der Spread

Angenommen, eine Aktie hat einen Geldkurs von 100 Euro, aber einen Briefkurs von 100,50 Euro, wird also im Durchschnitt für 100,50 Euro angeboten. Wenn Sie nun zu 100,50 Euro kaufen und direkt wieder verkaufen, erhalten Sie lediglich den Geldkurs, also 100 Euro. Der Spread beträgt damit 0,50 Euro pro Aktie. Erst wenn der Geldkurs um 0,50 Euro steigt, ist der Spread ausgeglichen. Nun müssten Sie noch auf weitere Wertsteigerungen warten, um Rendite zu erzielen. Es lohnt sich daher, vor einem Kauf zu vergleichen, wie sich die Spreads der einzelnen Wertpapiere unterscheiden.

Diese verschiedenen Spreads gibt es

Der in diesem Artikel beschriebene Spread nennt sich auch „variabler Spread“. Er ist gängig an allen Börsen, also zum Beispiel in Frankfurt, Düsseldorf oder Hamburg und auch auf dem elektronischen Handelsplatz Xetra. Daneben unterscheiden Fachleute aber noch weitere Spreads. Dabei handelt es sich entweder um einen Sonderfall wie den festen Spread, oder um die Art, wie die Differenz zwischen Geldkurs und Briefkurs dargestellt wird – in Euro oder in Prozent.

Art des SpreadsErklärungtypisches VorkommenVorteil / Nachteil
variabler Spread

Differenz zwischen Geld- und Briefkurs, die sich laufend durch Angebot und Nachfrage verändert

Standard im Börsenhandel

Börsenhandel

Vorteil: bei häufig gehandelten Wertpapieren oft sehr gering

 

Nachteil: steigt bei Unsicherheit an den Märkten und bei wenig gehandelten Wertpapieren

fester Spread

vom Anbieter vorgegebene Differenz als Ersatz für den variablen Spread

gilt unabhängig von der aktuellen Marktlage

außerbörslicher Handel

Vorteil: Kosten sind genau kalkulierbar

 

Nachteil: in ruhigen Marktphasen häufig höher als der marktübliche variable Spread

absoluter Spread

Darstellung der Differenz zwischen Geld- und Briefkurs in Form eines Geldbetrags pro Wertpapier (z. B. 0,50 € pro Aktie)

Kursanzeigen, einzelne Transaktionen

Vorteil: Kosten eines einzelnen Kaufs oder Verkaufs sind direkt ersichtlich

 

Nachteil: sagt wenig über die Gesamtkosten eines Wertpapiergeschäfts aus

relativer Spread

Darstellung der Differenz zwischen Geld- und Briefkurs in Form von Prozent (z. B. 0,5 % pro Aktie)

Kursanzeigen, einzelne Transaktionen

Vorteil: Wertpapiere lassen sich unabhängig von ihrem Kursniveau vergleichen

 

Nachteil: tatsächliche Kosten in Euro sind nicht direkt klar

Diese Faktoren beeinflussen die Höhe des Spreads

Die Höhe der Spreads hängt stark davon ab, wie viele Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer was wie häufig kaufen und verkaufen. Je häufiger ein Wertpapier gehandelt wird, desto geringer fallen die Spreads aus. Wichtige Nachrichten aus Politik und Wirtschaft können hingegen dafür sorgen, dass die Spreads steigen, weil das Verhältnis von angebotenen und nachgefragten Aktien aus dem Gleichgewicht gerät. Die Uhrzeit spielt ebenfalls eine Rolle: Während der offiziellen Haupthandelszeiten sind die Spreads meist geringer als kurz nach Börsenöffnung oder kurz vor Handelsschluss. Im sogenannten außerbörslichen Handel außerhalb der regulären Börsenzeiten sind die Spreads am höchsten.

Wie hoch ist ein üblicher Spread?

Bei bekannten Aktien von großen Unternehmen liegt der Spread häufig bei unter 0,1 Prozent. Bei kleineren Unternehmen oder selten gehandelten Aktien kann er dagegen einige Prozent betragen. An elektronischen Handelsplätzen sind Spreads meist besonders niedrig, da der elektronische Handel Angebot und Nachfrage besser steuert.

So erfahren Sie den aktuellen Spread

Ihre Brokerin oder Ihr Broker informiert Sie in der Regel über den Spread. Alternativ lassen sich auch auf gängigen Finanzportalen die jeweiligen Kurse einsehen.

Verschiedene Orderarten führen zu verschiedenen Kosten

Die Art Ihrer Order beeinflusst ebenfalls, wie hoch der Spread ausfällt. Mit einer Market-Order kaufen oder verkaufen Sie sofort zum aktuellen Kurs. Bei einer Limit-Order hingegen legen Sie fest, bei welchem Preis die Transaktion automatisch erfolgt. Dadurch können Sie den Spread umgehen oder zumindest verringern. Ihre Order wird schließlich nur ausgeführt, wenn der von Ihnen gewünschte Kurs erreicht ist.

Mit diesen 5 Tricks minimieren Sie den Spread

  1. Während der Haupthandelszeiten kaufen und verkaufen: Die Haupthandelszeit an deutschen Börsen ist zwischen 9:00 und 17:30 Uhr. Dann finden die meisten Geschäfte statt, was zu geringeren Spreads führt.
  2. Auf etablierte Wertpapiere setzen: Aktien großer Unternehmen oder beliebte ETFs haben deutlich geringere Spreads als weniger wichtige Wertpapiere.
  3. Handelsplatz sorgfältig auswählen: Nicht jeder Börsenplatz bietet dieselben Konditionen. Elektronische Handelsplattformen und Börsen, auf denen viel gehandelt wird, beispielsweise Xetra, haben häufig die geringsten Spreads.
  4. Limit-Order statt Market-Order nutzen: Bei einer Limit-Order legen Sie fest, welchen maximalen Kaufpreis Sie zu zahlen bereit sind bzw. wie hoch Ihr minimaler Verkaufspreis sein soll. Ihr Kauf oder Verkauf findet automatisch statt, sobald der Zielkurs erreicht ist. So vermeiden Sie, dass der Spread Ihre Rendite schmälert.
  5. In ruhigen Marktphasen handeln: Bei viel Bewegung auf dem Markt oder direkt nach Markteröffnung steigen die Spreads häufig. In stabilen Marktphasen hingegen sind die Konditionen oft besser.

FAQs zum Spread

Der Spread beschreibt die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Kaufpreis eines Wertpapiers (Briefkurs) und dem durchschnittlichen Verkaufspreis eines Wertpapiers (Geldkurs). Er zeigt also, wie viel ein Geschäft kostet. Je kleiner der Spread, desto günstiger handeln Anlegerinnen und Anleger.

Nebenwerte werden seltener gehandelt, wodurch weniger Angebot und Nachfrage vorhanden ist. Das führt zu größeren Spreads, weil Brokerinnen und Broker eventuell nur zwei Parteien mit sehr unterschiedlichen Preisvorstellungen zusammenbringen können.

Kaufen und verkaufen Sie möglichst während der Haupthandelszeiten der jeweiligen Börsen. Bevorzugen Sie häufig gehandelte Aktien und nutzen Sie Limit-Orders statt Market-Orders.

Bei einer Market-Order wird die Order sofort ausgeführt. Dadurch fließt der Spread automatisch in den Preis ein. Mit einer Limit-Order hingegen legen Sie selbst den maximalen Kauf- oder minimalen Verkaufspreis fest und umgehen oder verringern den Spread dadurch.

Ein hoher Spread kann Ihre Rendite deutlich mindern, vor allem bei kurzfristigen Strategien wie Daytrading. Bei langfristigen Investitionen fällt der Einfluss hingegen geringer aus, da Transaktionskosten über die Zeit kaum einen spürbaren Einfluss auf die Rendite haben.

Market-Maker bringen Käuferinnen und Käufer mit Verkäuferinnen und Verkäufern zusammen und verdienen dabei an der Differenz zwischen Geld- und Briefkurs, also am Spread.

Ein kleiner Spread bedeutet meist geringere Kosten, doch nicht immer bessere Handelsbedingungen. In sehr unruhigen Marktphasen kann ein ungewöhnlich kleiner Spread auch darauf hindeuten, dass Wertpapiere sehr kurzfristig gehandelt werden, was das Verlustrisiko erhöht.

Ja, der Spread ist in den meisten Fällen dynamisch. Er schwankt in Abhängigkeit davon, wie viele Wertpapiere auf dem Markt sind, wie stark sie gehandelt werden und wie die Stimmung auf dem Markt ist. Besonders zu Handelsbeginn oder in Phasen hoher Unsicherheit steigt er regelmäßig deutlich.

Der absolute Spread beschreibt den Preisunterschied zwischen Angebot und Nachfrage in Euro oder Cent. Der relative Spread hingegen zeigt die Differenz in Prozent.

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